Vor der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nehmen wir an, Du hast Dich entschieden, auf eine oder mehrere Messen und/oder eine oder mehrere Conventions zu gehen. Erst einmal Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Nun fängt die Arbeit an.

Kurze Vorgedanken

Es gibt, über das Jahr verteilt, Dutzende von Veranstaltungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du an allen teilnehmen kannst, ist da schon einmal gering. Daher finde ich es persönlich wichtiger, meine Energie auf die Veranstaltungen zu konzentrieren, die mich am meisten interessieren.

Zumal das ganze auch Zeit und Geld kostet. Besonders Letzteres ist ein durchaus ernstzunehmender Punkt. Aber gehen wir Schritt für Schritt durch.

Katrin Ils: Buchmessen – Ein eigener Stand

Die wichtige Vorarbeit

Bevor Du Dir Gedanken machen kannst, was Du auf der Messe alles machst, gehören meiner Meinung nach, einige wichtige Vorgedanken und Vorarbeit dazu. Hier sind meine Ideen.

Recherche

Neben den drei großen Messen (Leipziger Buchmesse, Frankfurter Buchmesse und die Buchmesse Berlin) gibt es noch viele, viele kleine Messen. Vermutlich auch in Deiner Nähe etwas. Recherchiere das oder frag mal in den sozialen Medien nach. Bestimmt gibt es Leute, die Dir da Auskunft geben können.

Nebenbei gibt es noch diverse Convention, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Oder auch Branchentreffen und so weiter. Daher, betreib erst einmal Recherche, was es gibt. Und noch wichtiger, was Dich interessieren könnte.

Deine Auswahl

Wenn Du fertig bist, hast Du eine Auswahl von möglichen Messen und/oder Convention, die Dich interessieren könnten. Wenn es nur wenige sind, vielleicht schaffst Du es ja, alle zu besuchen. Bei einer größeren Anzahl von Möglichkeiten, könnte es nun wichtig sein, eine Auswahl zu treffen.

Überlege Dir, was Dir persönlich und auch marketingtechnisch am meisten bringt. Denn Messen bzw. Convention sind nicht nur zum privaten Vergnügen da. Es ist eine Art Arbeitsplatz. Du machst dort ja Werbung für Dich und Deine Werke.

Eine weitere Überlegung sollte dann die Kosten sein. Wenn die Messe (ich bleibe bei dem Wort Messe, meine damit aber alle anderen Formen der literarischen Zusammenkunft mit) nicht gerade um die Ecke ist, musst Du einiges planen. Dazu zähle ich die Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten und eventuell Kosten für die Anfahrt von dem Ort Deiner Übernachtung zur Messe.

Natürlich kannst Du kostengünstiger wegkommen, wenn Du in einer Gemeinschaft anfährst, übernachtest und jemand ein Auto hat. Aber das ist nicht immer gegeben. Und manchmal ist es auch viel angenehmer, wenn man alleine sein kann. Dann hast Du immer die Möglichkeit, Dich zurückzuziehen. Gerade dann, wenn Gemeinschaften Dich psychisch anstrengen.

Rechtzeitig buchen

Egal ob Du als Besucher*in oder als Aussteller*in dort auftauchst. Es ist wichtig, dass Du alles rechtzeitig buchst. Zum einen gibt es häufig auf Frühbuchungen kleine oder größere Rabatte. Zudem kannst Du so verhindern, dass zum Beispiel Hotelzimmer ausgebucht sind, wenn Du zu spät kommst.

Notfalls trag die wichtigen Termine in Deinem Kalender ein und Deine Deadline, bis wann Du alles geklärt und gebucht haben solltest. Dann verpasst Du keine wichtigen Termine mehr.

Aussteller*in

Wenn Du nicht als Autor*in auf der Messe erscheinst, sondern als Aussteller*in, gibt es noch einige Punkte, die Du beachten musst.

Anmeldung

Die Stände bei einer Messe sind meistens sehr heiß begehrt. Daher ist es wichtig, dass Du Dich rechtzeitig anmeldest. Das bedeutet natürlich auch, dass Du Kosten zu tragen hast.

Wie viel kostet ein Stand und wie groß ist er. Möchtest Du den alleine führen oder hast Du Mitstreitende, die auch mit Dir die Kosten tragen. Wenn Du in einer Gruppe bist, ist es immer gut, dass ein bestimmter Tag geklärt wird, bis wann die Kosten der anderen überwiesen wird. Dann trägt die Person, welche die Anmeldung vornimmt, nicht die Kosten alleine (im schlimmstenfall, weil andere abspringen).

Rechte und Pflichten

Wenn Du bei einer Messe mitmachst, hast Du nicht nur Rechte, sondern auch gewisse Pflichten. Erkundige Dich genau, was Du alles berücksichtigen musst.

Hier ein paar Beispiele: Ab wann darfst Du aufbauen? Bis wann musst Du alles abgebaut haben? Darfst Du Deine Bücher ohne Kosten an die Messe abzutreten verkaufen? Und wenn nicht, wie hoch sind sie? Wie sieht es mit einer Haftpflichtversicherung aus (bei Unfällen bei Deinem Stand)? Und so weiter und noch viel mehr.

Die meisten Messen haben einen FAQ Bereich dafür. Denn sie sind es gewohnt, dass man mit solchen Fragen auf sie zukommt. Studiere diese und wenn noch was offen ist, frag vor einer Anmeldung am besten nach.

Der spaßige Teil

Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, was Du alles brauchst, erkundige Dich bei erfahrenen Ausstellenden. Viele von ihnen werden Dir sicherlich mit zumindest dem einen oder anderen Rat beiseitestehen.

Hast Du den Arbeitsteil hinter Dich gebracht, kommt der spaßige Teil eben dran. Wer kommt denn da auf die Messe?

Deine Bücher

Je nachdem, wie Du dort auftrittst (alleine oder mit einer Gruppe), ist es natürlich nun wichtig zu überlegen, welche Bücher Du mitnimmst. Bei einem Erstlingswerk oder wenigen Büchern mag es noch übersichtlich sein. Hast Du aber schon viele geschrieben, ist eine Entscheidung wichtig.

Selbst würde ich mich immer für mein letztes Werk entscheiden. Und dann kommt es darauf an, wie viel Platz ich bekomme. Aber das letzte und eventuell vorletzte Werk sollte immer dabei sein. Oder auch die Premiere, die Du auf der Messe vorstellen möchtest.

Eventuell möchtest Du auch eine Sonderauflage drucken, welche nur auf der Messe verkauft wird. Meine Empfehlung wäre dann, dass Du Dir etwas Besonderes einfallen lässt. Also einen Grund lieferst, warum ich als Besuchende gerade Dein Werk auf der Messe kaufen soll. Denk dabei, dass Du um den Platz in der Tasche der Kaufenden kämpfst. Bücher sind schwer und viele überlegen vorher genau, wie viele sie kaufen. Und manche sogar von wem (wegen den Autogrammen und so weiter).

Etwas Besonderes könnte ein Hardcoverbuch sein. Oder Dein Buch mit einer Landkarte. Oder mit farbigen Bildern. Einem Variantcover. Und was auch immer Dir einfallen mag.

Merchandising

Vielleicht kannst Du irgendetwas aus Deinem Buch nehmen und daraus ein Produkt zaubern, welche Du verkaufen könntest. Oder zu Deinem Buchverkauf beifügst.

Vermutlich hast Du schon was im Kopf, was Du mitbringen könntest. Wenn nicht, frag Deine Lesende, was sie sich wünschen. Kannst Du es umsetzen, mach es ruhig. Schaffst Du es nicht, überleg Dir eine Alternative. Ansonsten frag andere Autor*innen, was sie so anbieten. Und dann überleg Dir, wie Du das für Dich abwandeln und umsetzen kannst.

Lesezeichen, Visitenkarten und andere Papiersachen

Sehr viele Lesende lieben es, wenn sie Lesezeichen bekommen. Und das ist auch ein gutes Marketingmittel. Denn mit einigen einfachen Methoden, kannst Du Dich im Idealfall immer wieder in Erinnerung rufen (zum Thema Lesezeichen gibt es noch einmal einen eigenen Beitrag, daher gehe ich hier nicht in die Tiefe).

Ein Lesezeichen passt meistens in ein Buch hinein und kann daher für verschiedene Werke benutzt werden. Und wenn es besonders hübsch aussieht, machen es auch viele.

Visitenkarten können dann interessant sein, damit die Leute Dich im Netz finden können. Daher empfehle ich Dir, dass Deine Karten Deinen individuellen Stil wiederspiegeln und Du Deine wichtigen Onlinpräsenzen dort finden. Zumindest Deine Internetseite.

Bestenfalls wird Deine Visitenkarte auch als Lesezeichen verwendet. Dann erinnern sie sich auch so an Dich.

Schau Dich noch auf Seiten um, welche solche Printprodukte anbieten, um zu sehen, was Du noch mitnehmen könntest. Zum Beispiel einen Flyer mit Deinen Geschichten. Oder eine Leseprobe anderer Bücher, die Du nicht mitgebracht hast und so weiter.

Bedenk aber bitte zwei Dinge: Zum einen, dass alles kostet Geld und muss finanziert werden. Daher überlege Dir genau, was Du wirklich mitnehmen willst und was Dir gefällt. Zumal Du das ganze Zeug auch noch schleppen musst (zum Ort und zum Stand). Und zweitens, wie viel Platz hast Du und was benötigen die anderen für Raum (sofern Du mit anderen Deinen Stand teilst).

Deko und Sonstiges

Um Deinen Stand eine individuelle Note zu verleihen, kann es interessant sein, das mit Deko zu tun. Wenn Du alleine bist, kannst Du die Stimmung Deiner Romane aufnehmen.

Als Horrorautor*in könntest Du zum Beispiel mit Kunstblut arbeiten oder den Waffen aus Deiner Geschichte. Ist Steampunk Dein Thema, wäre es möglich mit Zahnräder zu arbeiten. Und so weiter und so fort.

Die Dekosachen sollten jedoch nicht Deine Bücher verdrängen. Und ich würde Dir empfehlen, dass es so händelbar ist, dass Du es leicht transportieren kannst.

Bei einer Gruppe ist es etwas leichter. Ihr sprecht euch ab, was ihr wollt und besorgt gemeinsam die Sachen. Und vor allem, ihr bringt es gemeinsam dorthin und nehmt es dann entsprechend wieder mit.

Du als Autor*in

Nun kommen wir zu der wichtigsten Person auf der Messe. Und zwar Du selbst. Immerhin trittst Du dort auf. Also machen wir uns noch ein paar Gedanken, wie Du dort erscheinen könntest.

Passendes Schuhwerk

Egal wie Du dort erscheinst, ich empfehle Dir ganz bequeme Schuhe zu tragen. Glaub mir, das ist tatsächlich das A und O dort.

Schlimmstenfalls wirst Du dort den ganzen Tag stehen. Und wenn Du falsche Schuhe hast, hältst Du es schwerlich durch. Am zweiten Tag der Buchmesse Berlin 2018 konnte ich kaum noch stehen. Dabei hatte ich schon bequeme Schuhe angehabt. Was wäre gewesen, wenn ich irgendwelche Mörderschuhe anhätte. Irgendwann wäre ich wohl barfuß gelaufen.

Kleidungsstil

Auf Messen hast Du die Möglichkeit, Dich mit einem bestimmten Kleidungsstil in Szene zu setzen. Wenn Du Fantasy schreibst, kannst Du entsprechend Kleidung aus dieser Welt tragen. Oder Steampunkt eignet sich besonders dafür.

Alternativ kannst Du auch besonders bunte Kleidung tragen. Oder nur schwarze. Klar, Alltagskleidung geht auch. Da könnte es aber passieren, dass Du vielleicht untergehst. Daher mein Hinweis zum Kleidungsstil.

Hier aber der wichtigste Hinweis überhaupt: Wenn Du Dich in der Kleidung überhaupt nicht wohlfühlst, wird man das mitbekommen. Das bedeutet, dass man Dich mit anderen Augen sehen wird. Daher ist es besser, wenn Du mit Alltagskleidung kommst, als wenn Du eine hübsche Gewandung wählst, mit dem Du nicht klarkommst. Das ist unnötig hinderlich.

Accessoires

Wenn Du Dich nicht über die Kleidung in Szene setzen möchtest, eventuell geht es über Accessoires. Elenor Avelle zum Beispiel ist zwischenzeitlich wegen ihrem roten Hut bekannt. Vielleicht gibt es ja etwas, womit Du Dich einzigartig machen könntest.

Sonstiges

Wenn Du das erste Mal ausstellst, kann es durchaus passieren, dass Du noch ein paar Fehler machst. Das Wichtige, wie ich finde, ist, dass Du dabei Spaß hast. Dann wirst Du und Deine Besuchenden darüber hinweg sehen können.

Mach Dir gerne Notizen, wie Du dort auftauchen möchtest. Mit welchen Materialien und so weiter. Und dann arbeite alles nach und nach ab. Und wenn etwas nicht so ganz klappt, krieg keine Panik. Irgendwie wird sich das alles richten.

Abschlussgedanken

Die allerste Messe kann sehr aufregend sein. Und noch wichtiger, sie kann sehr toll werden. Sei einfach offen für alles. Denn egal wie sehr es nach Arbeit klingt (und ein Messeauftritt kann sehr arbeitsreich sein), wenn Du einfach keinen Spaß daran hast, dann macht das alles keinen Sinn.

Daher wünsche ich Dir auf Deinen Messen nicht nur Erfolg, sondern ganz, ganz viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele


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