Lass uns mal über Fantasy reden

Lass uns mal über Fantasy reden

Hei, hallo und herzlich willkommen,

ehrlich gesagt, ich liebe Fantasy. Ich liebe es, in fremde Welten einzutauchen und völlig neue Umgebungen zu entdecken. Gerne auch neue Völker oder auch Gesellschaftssysteme.

Aber leider gibt es nicht immer die Vielfalt, die ich mir wünsche. Und was die Fantasy durchaus zulassen könnte. Und noch schlimmer ist, wenn Vielfalt in die Fantasy geholt wird, wird gemosert.

Kurze Vorgedanken

In diesem Beitrag möchte ich einfach mal die Möglichkeiten aufzählen, welche dieses Genre bieten kann. Und das ist in meinen Augen nicht wenig. In den kommenden Wochen möchte ich dann über die Kritik bei einigen Punkten sprechen, die es immer wieder gibt.

Und die bei mir die eine oder andere Hutschnur zum Platzen bringt.

Sie sollen fliegen? – Dann fliegen sie!

Theoretisch kannst Du in Deinem Fantasyroman alles, wirklich alles schreiben, was Dir Spaß macht. Wenn Du willst, kann ein Einhorn, mit rosa Mähne, blauem Bart, siebzehn Beinen, Fledermausflügeln und einem Elefantenschwanz auftreten, was 16,7 Sprachen beherrscht und flucht wie ein Müllkutscher.

Jetzt werden einige kommen und sagen, dass man es nicht übertreiben soll. Aber hei, warum nicht? Wenn es Spaß macht, hau in die Tasten und zeig mir, wie kreativ Deine Welt sein kann. Wenn die Geschichte gut ist, folge ich Dir auch auf diesem verrückten Einhorn.

Auch Dinge, Gegebenheiten oder politische Punkte, die Dir in der realen Welt nicht gefallen, kannst Du bearbeiten und aufnehmen. So erschaffst Du am Ende Deine Idealwelt. Oder kritisierst über Deine Geschichte die reale Welt, wenn Dir das liegt.

Deine Regeln gelten

In Deinem Fantasyroman legst Du die Regeln fest. Wenn in Deiner Welt die Magie durch einen Nieser ausgelöst wird, dann ist es so. Solange Du einen guten Grund dafür findest, werde ich als Leserin mit Dir mitgehen. Diesbezüglich musst Du Dir weniger Sorgen machen.

Solltest Du aber Deine eigenen Regeln, egal wie abgehoben sie auch sein mögen, brichst, verlierst Du mich. Bleiben wir beim Niesen. Solange Deine Leute nur beim Niesen zaubern können und es auch so geschieht, ist alles in Ordnung. Sollte jemand aber beim Husten zaubern können, werde ich aufmerksam.

Kannst Du das erklären, sagen wir, dass nur Personen mit blau-grünen Augen Husten können, damit sie überhaupt zaubern können, bin ich weiterhin bei Dir. Dann dürfen aber nur Personen mit blau-grünen Augen Husten, um zu zaubern. Kannst Du das nicht erklären oder es können auch Leute mit blau-schwarzen Augen beim Husten zaubern, verlierst Du mich.

Kurz geschrieben: Du kannst alle Regeln und Gesetze brechen, solange es nicht die sind, die Du für Deinen eigenen Roman aufgestellt hast.

Neue Charaktertypen

Natürlich kannst Du auch in anderen Genres völlig neue Charaktertypen einbauen. Aber ich finde, Fantasy eignet sich hervorragend dafür. Denn hier kann, muss aber nichts sein. Das gilt auch für die Charaktere.

Durch die Umgebung, die Du für Deine Welt komplett neu schaffen kannst, kannst Du auch einen völlig anderen Typ von Charakter schaffen. Wie wäre es, wenn in Deiner Welt die Männer zu Hause bleiben würden und die Frauen die Geschäfte leiten?

Das ist zwar eine umgedrehte Welt, kann aber für interessante Sichtweisen sorgen, wenn wir im Kopf eines solchen Charakters schauen. Ein Mann wird dann die Welt völlig anders sehen, als eine Frau. Und wenn sie dann auf andere Figuren aus Deiner Welt treffen, die eine völlig andere Umwelt haben, können kleine Konflikte entstehen. Das Salz in Deiner Geschichtssuppe.

Wenn Du also ein bestimmten Charaktertypen in einer Geschichte lesen wolltest und nie gefunden hast, ist hier Deine Chance. Schreib selbst über diesen Charakter.

Geschlechtervielfalt zeigen

Auch wenn viele das nicht lesen, so gibt es mehr als nur die Cis-Frau und den Cis-Mann als Geschlecht. Doch trauen sich viele noch nicht dies in ihren Romanen zu zeigen, die in unserer Welt spielt. Warum dann nicht in der Fantasy dies zeigen. Einfach, um einen Anfang zu machen.

In meinen Augen haben wir noch viel zu wenig Diversität in den Fantasygeschichten. Das betrifft auch die Genderdarstellung. Daher kannst Du Dir überlegen, wie Du diese darstellen möchtest. Handelt es sich hierbei um eine Ausnahme, wenn jemand, zum Beispiel, Intersexuell ist? Oder ist eine ganze Umgebung von Geburt auf an Intersexuell?

Beziehungsvielfalt zeigen

Die monogame Beziehung ist für viele in Ordnung. Aber eben nicht die einzige Möglichkeit, sich in einer Beziehung oder sexuell auszuleben. Polyamore Beziehungen sind in vieler Munde. Aber es gibt sicherlich noch mehr.

Wenn das Thema Romantik bei Deiner Geschichte eine Rolle spielt, und sei es nur als Nebenstrang, dann kannst Du auch hier die verschiedenen Aspekte zeigen. Wenn Du es harmonisch einbaust, dann wirkt es organisch und nicht aufdringlich.

Politische Systeme

Aus irgendwelchen mysteriösen Gründen, scheint es in Fantasywelten nur die Monarchie zu geben. Bisher sind mir andere politische Systeme nicht wirklich über die Buchseiten gelaufen.

Scheinbar gibt es nur die Möglichkeit über König*innen zu schreiben. Ein demokratisches System, als eine banale Alternative, scheint einigen wohl nicht in den Sinn zu kommen. Dabei gibt es noch viel mehr Möglichkeiten.

Welches politische System ist für das Idealste? Schreib darüber und zeig mir als Leserin, warum Du das findest.

Es gibt mehr als nur Weiße

Wenn ich mir die meisten Fantasyfilme ansehe, dann sehe ich ein Meer von weißen Menschen. Wenn dort mal ein PoC auftaucht, dann ist das schon ein kleines Wunder. Dabei könnten in Fantasywelten auch Menschen mit einer rosa-blauen Haut auftauchen. Doch scheinbar sind dort allesamt weiß.

Selbst wenn explizit erwähnt wird, dass die Charaktere PoC sind, sehen selbst PoC dies nicht mehr. Und ich muss gestehen, mein Gehirn ist zwischenzeitlich auch sehr auf weißer Charakter gepolt, dass es mir auch schwerfällt, sie anders zu sehen.

Daher fände ich es aus diesen und anderen Gründen schön, wenn mehr PoC auftreten würden. Repräsentation zählt eindeutig.

Sexuelle Orientierungen

Von Asexualität bis zur Pansexualität kann man so viel zeigen. Doch so gut wie alle Charaktere sind heterosexuell. Gelegentlich taucht mal ein schwuler Charakter auf. Aber das ist dann schon das Höchste an Gefühlen, was viele aufbringen.

Doch wenn die Charaktere gegen Drachen und Monster kämpfen, warum können sich diese nicht in das eigene Geschlecht verlieben? Um eine Möglichkeit zu nennen.

Und ja, es ist auch völlig in Ordnung, Deinen Charakter in die Kiste zu schicken. Das macht aus Deinem Fantasyroman noch lange keinen erotischen Fantasyroman.

Weitere Felder

Es gibt bestimmt noch Dinge, Orte oder Bereiche, die Dich faszinieren. Du könntest Dir das alte Japan als Vorbild für das World Building nehmen. Das wäre außerhalb Europas, wo die meisten Fantasyromane emotional angesiedelt sind, und hast mehr Möglichkeiten, Deine Welt darzustellen.

Was auch immer es ist, zeig es in Deinem Roman. Ich bin mir sicher, dass die Vielfalt am Ende nur gewinnen kann.

Abschlussgedanken

Das ist eine mögliche Liste, mit der Du arbeiten kannst. Und ich gestehe, das ist auch eine kleine Wunschliste von mir. Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, mit denen Du Dich beschäftigen kannst. Was interessiert Dich, worüber möchtest Du gerne schreiben?

In den folgenden drei Wochen möchte ich noch über diese Themen schreiben:

Bis dahin wünsche ich Dir alles Liebe.

Deine frau schreibseele

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