Polygame und polyandre Fiction

Polygame und polyandre Fiction

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im Leben selbst sind diese Beziehungstypen in der Vergangenheit in einigen Gesellschaften schon vorgekommen. Zwischenzeitlich kommen sie aber auch wieder in der Gegenwart an und bieten für das Leben aber auch für eine Geschichte durchaus interessante Ideen.

Kurze Vorgedanken

Heute geht es in den ganzen Beziehungsgeschichten darum, wenn sich ein Mensch in mehr als zwei Menschen verliebt. Viele behaupten, dass das nicht gehen würde. Darauf gab es mal eine gute Erwiderung. Und zwar, wenn Du verheiratet bist und ein Kind hast, wen von beiden liebst Du? Jetzt könnte man lang und breit diskutieren, dass man ein Kind anders liebt, als eine erwachsene Person. Aber wenn Du zwei Kinder hast, dann könntest Du ja von denen nur eines lieben, wenn man nur eine einzige Person lieben könnte.

Zudem gibt es Menschen, die ihre Ehepartner*innen lieben und zugleich eine Affäre beginnen. Wie geht das, wenn man sich in nur eine Person verlieben könnte? Gehen wir für diesen Beitrag davon aus, dass es möglich ist, mehr als nur einen Menschen zu lieben. Und dann für Deine Geschichte. Daraus könnte durchaus etwas Interessantes entstehen.

Was ist eine polygame Beziehung eigentlich?

Unter einer polygamen Beziehung versteht man, wenn ein Mann sich in zwei oder mehr Cis-Frauen verliebt. Jedoch geht es hier auch noch weiter. Der Mann geht mit beiden Frauen eine Beziehung ein und die Frauen stimmen dem zu. Man kann auch von einem Harem sprechen. Nur, dass die Frauen nicht in einem abgesperrten Bereich einer Wohnung oder derartiges Leben, sondern selbstbestimmt (hoffentlich zumindest) neben dem Mann auch außerhalb des Wohnbereiches agieren.

Eine religiöse Gruppe, die früher, und zum Teil noch heute polygam lebt, sind die Mormonen.

Dein Held verliebt sich also in mindestens zwei Frauen und geht mit beiden eine Beziehung ein. Und die Frauen billigen dies zumindest, wenn sie das nicht sogar aktiv gestalten. Damit meine ich, dass sie sich untereinander anfreunden und dadurch die Beziehung Stablisieren. Es wäre nichts anstrengeder, als wenn man mit zwei Frauen verheiratet wäre und die sich nicht ausstehen könnten.

Wichtiger Hinweis: Zwar können natürlich alle sich zu einem hübschen Dreier zusammenfinden. Aber die Frauen gehen ansonsten keine sexuelle Beziehung miteinander ein. Dazu kommen wir nächste Woche.

Was ist eine polyandre Beziehung?

Bei einer polyandre Beziehung steht die Frau im Mittelpunkt. Sie hat mit mindestens zwei Männern eine Beziehung und beide wissen und akzeptieren es. In der modernen Literatur wird das auch als Reversed Harem Story bezeichnet. Du kannst gerne mal in den bekannten Onlineshops danach suchen und findest zwischenzeitlich einiges an Literatur.

In matriarchalischen Gesellschaften soll diese Beziehungsform nicht ganz unüblich gewesen sein. Denn dort war die Rolle des Mannes eine völlig andere (der Bruder war wichtiger als der Ehemann). Und zudem war es für das Kind auch um einiges besser, wenn sich zwei oder auch mehr Männer, um das leibliche Wohl des Kindes kümmerten. Zudem war es auch noch eine Möglichkeit, um die Überbevölkerung zu verhindern.

Was ich damit meine?

Wie oft kann ein Mann zwei Frauen schwängern? Und wie oft können zwei Männer eine Frau schwängern? Es soll Orte gegeben haben, bei denen die polyandre Beziehung gelebt wurde und die Bevölkerungszahl blieb über Jahrhunderte konstant.

Diese Beziehungsformen für Deine Geschichte

Wenn Du Lust hast, diese Beziehungsformen für Deine Geschichte zu verwenden, dann bist Du aktuell in sehr guter Gesellschaft. Zur Zeit entstehen sehr viele Geschichte darum, dass eine Person eine Beziehung mit mindestens zwei anderen Personen eingeht. Dabei dominieren die polyandre Beziehungen jedoch stärker. Du wirst also mehr F/MM Geschichten finden.

Es gibt aber auch M/FF Geschichten. Leider eignen die sich aktuell eher dafür, selbst Hand anzulegen (wenn wir uns jetzt verstehen). Da besteht durchaus noch sehr viel Nachholbedarf.

Aber welche Fragen solltest Du Dir stellen, wenn Du solch eine Beziehungsform in Deine Geschichte verwenden möchtest?

Wie kommen die Personen zusammen?

Auch wenn Du das nicht in Deiner Geschichte erwähnst, ist es sicherlich interessant zu wissen, wie Deine drei Personen zusammenkommen? Immerhin wollen oder führen sie eine Dreierbeziehung. Wie kommt also der Mann oder die Frau dazu, sich mit mehr als einer Person einzulassen? Und dann geht es ja weiter. Wie sind sie zusammengekommen, um die Beziehung zu führen?

Überleg Dir daher, zumindest als Hintergrundgeschichte, was da passiert ist.

Wie sehen die Personen sich in der Beziehung?

Jeder Mensch hat ja ein Bild von sich. Und in einer Beziehung ist das nicht anders. Wie sehen sich die Drei also innerhalb dieser Beziehung? Sind sie glücklich? Oder muss da noch was passieren, damit alles rund läuft? Fühlt sich jemand als das dritte Rad am Wagen? Und so weiter.

Hier geht es mir darum, dass Du definierst, wie sich die Charaktere selbst sehen und dann auch in der Beziehung. Eventuell findest Du hier auch gute Anhaltspunkte für ein paar Konflikte.

In was für einer Gesellschaft leben Deine Charaktere?

Damit meine ich, befinden wir uns in einer Science-Fiction Welt oder spielt die Geschichte in einer Fantasyumgebung? Es könnte ja auch unsere Realität sein. Hier ist es durchaus wichtig, dass Du erst einmal definierst, wie die Gesellschaft normalerweise aufgebaut ist. Denn dadurch ergibt sich auch, wie sie die Beziehung Deiner Charaktere betrachten.

Wie reagiert die Umwelt auf diese Beziehungsform?

Wenn diese Beziehungsform in Deiner Gesellschaft normal ist, dann fallen sie nicht auf. Das wäre schlichtweg eine Beziehung von vielen, so wie es heute die monogame Beziehung ist. Sollte dies aber eher selten sein, weil sie nicht offen vorkommt, kommt es nun auf Dich an uns zu zeigen, wie die Umwelt darauf reagiert. Akzeptiert sie es sofort? Wenn ja, warum? Und wenn nicht, was ist hier der Grund?

Je nach Gesellschaft wird diese Beziehung irgendeine Reaktion hervorrufen. Diese muss dann halt auch realistisch sein. Vor einiger Zeit habe ich eine polyandren / Reversed Harem Geschichte gelesen, die im 19ten Jahrhundert spielte. Es gab zwar einige wenige, die etwas seltsam dreingeschaut hatte. Aber natürlich war es für alle in der Umgebung absolut normal, dass eine Frau mit zwei Männern ins Bett geht. Erst recht hat die konservative Mutter dies akzeptiert.

Leider kam das für mich nicht glaubwürdig herüber. Es blieb dieses Gefühl, ich muss ein Happy End durchprügeln. Egal wie Deine Charaktere darauf reagieren, zeig mir ein realistisches Bild. Dann gehe ich mit Dir mit.

Die sexuelle Komponente

Gerade wenn Du einen (erotischen) Liebesroman schreibst, empfehle ich Dir, dazu Gedanken zu machen. Gehen sie alle drei miteinander ins Bett oder immer nur zu zweit? Und wenn sie zu dritt intim werden, wie sieht das aus? Und wenn nicht, wie regeln sie das?

Abschlussgedanken

Wenn Du eine Dreiergeschichte schreiben möchtest, dann hast Du natürlich auch eine romantische Komponente dabei. Das bedeutet, dass Du Dir die Fragen stellen kannst, die Du zu einer monogamen Liebesbeziehung stellen würdest. Nur musst Du mit drei Charakteren arbeiten und die Dynamik zwischen den drei Menschen dabei berücksichtigen.

Ansonsten hast Du die Möglichkeit aus bisherigen Plots, mit denen viele arbeiten, mit einer Dreierbeziehung zu garnieren und etwas anderes daraus zu machen. Dazu gehört natürlich auch ein wenig Mut. Denn viele sind dafür noch nicht ganz so offen. Und auch wenn ich es in dem Hauptteil des Beitrages nicht geschrieben habe und es wohl eher rüberkam, dass nur Cis-Menschen diese Beziehung führen können, so stimmt das nicht. Natürlich kannst Du alle Geschlechtertypen nehmen, welche Dir zusagen und über die Du schreiben möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Deine frau schreibseele

 

Bisexuelle, polysexuelle und pansexuelle Fiction

 

Bisexualität, Polysexualität und Pansexualität

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Bisexualität und Pansexualität geht in eine sehr ähnliche Richtung. Daher bespreche ich beide sexuelle Ausrichtungen in einem Beitrag, auch wenn sie grob gesehen, nicht das gleiche sind.

Kurze Vorgedanken

Ursprünglich wollte ich in diesem Beitrag nur über die bisexuellen Charaktere schreiben. Doch dann viel mir ein, dass es, unter anderem, auch noch die Pansexualität gibt. Nein, natürlich gibt es noch viel mehr Ausrichtungen. Aber mit diesen beiden Begriffen dürften die meisten von uns sicherlich etwas anzufangen wissen. Daher schreibe ich in erster Linie darüber.

Du kannst die Informationen als Grundlage für weitere Recherchen verwenden und dann sehen, was Du daraus machst.

Bisexualität

Was bedeutet eigentlich Bisexualität?

Bisexuelle Menschen haben sexuelles Interesse nicht nur in ein Geschlecht, sondern in zwei. Und zwar in Cis-Frauen und Cis-Männer.

Kurze Erklärung: Cis-Menschen sind Menschen deren gefühltes Geschlecht mit dem übereinstimmen, was in der Geburtsurkunde steht.
Das bedeutet, wenn eine Frau oder ein Mann sich auch als solche empfinden und dieses Geschlecht auch in der Geburtsurkunde steht, dann handelt es sich dabei um Cis-Menschen.

Das bedeutet also, dass eine bisexuelle Frau sich sowohl in Frauen als auch in Männern verliebt. Bei Männern ist es auch so, also er verliebt sich in Frauen und Männern. Jedoch nicht in weiteren Geschlechtern. Das bedeutet, sollten bisexuelle Menschen auf einen Mensch treffen, die*der Genderfluid ist, dann würde sie*er sich nicht in diese Person verlieben.

“Bisexuelle lieben nicht das Geschlecht, sondern den Menschen”

Vielleicht kennst Du diesen Spruch, dass bisexuelle nicht das Geschlecht liebt, sondern den Menschen. Dass das Lesben und Schwule sicherlich nicht gerne lesen oder hören, kann ich verstehen. Letztens meinte eine Dame, dass sie sich bestimmt nicht in die Brüste oder in die Vagina ihrer Liebsten verliebt hätte, sondern in den Menschen.

Das stimmt natürlich.

Andererseits kann man auch sagen, würde man das Geschlecht der Person ändern, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Lesbe oder ein Schwuler dann in sie*ihn verliebt? Der Spruch mag nicht fair sein, aber bis zu einem kleinen Grad hat er durchaus seine Daseinsberechtigung. Es wäre aber interessant diesen Spruch in einem Roman zu verwenden und dann die Charaktere darüber diskutieren zu lassen.

Bisexuelle haben mit dem eigenen Geschlecht Spaß und heiraten das andere Geschlecht

Das ist ein Problem, warum bisexuelle Menschen so einen schweren Stand haben. Denn vielen wirft man vor, dass sie mit dem eigenen Geschlecht eben sexuellen Spaß haben. Aber wenn es dann darum geht sich zu binden, entscheiden sie sich für das andere Geschlecht. So wie es die Gesellschaft letztendlich auch erwartet.

Man kann sagen, man weiß nicht, woran man bei ihnen ist. Während Lesben und Schwule sich eindeutig einem Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, kann man das bei bisexuellen Menschen nicht sagen. Theoretisch können sie jederzeit sich in das andere Geschlecht verlieben und sind dann womöglich auf und davon und lassen den Schatz sitzen.

Nur sind bisexuelle Menschen genauso treu oder untreu wie alle anderen auch. Die sexuelle Ausrichtung selbst hat nichts damit zu tun.

Wie kann man über bisexuelle Charaktere schreiben?

Tatsächlich habe ich selbst bisher noch kein Buch über einen bisexuellen Charakter gelesen. Dabei gibt es durchaus welche. Dabei werden gerade Frauen zu bisexuellen Charaktere erklärt, damit sie auch wirklich Sex haben können (Stichwort zum Thema Klischee, dass Lesben keinen Sex haben).

Um einen bisexuellen Charakter darzustellen, würde ich selbst darauf zugreifen, dass ich sie*ihn für beide Geschlechter schwärmen lassen. Man muss sie*ihn nicht in eine Beziehung packen. Aber wenn der Charakter auf eine gutaussehende Figur trifft, würde ich meinen Charakter schwärmen lassen. Wie gut die Figur aussieht, was für einen Knackarsch sie hat und so weiter. Und in einem Gespräch oder in einer weiteren Schwärmerei würde ich das für das andere Geschlecht dann klären.

Es reicht häufig aus klar zu machen, dass Dein Charakter mehr als nur ein Geschlecht sexuell attraktiv und anziehend findet. Dann muss sie*er noch nicht einmal mit beiden Geschlechtern am Ende ins Bett gehen. Das ist eben kein muss.

Was kann man über sie schreiben?

Eigentlich stellt sich diese Frage schon gar nicht. Bisexuelle Charaktere entsprechen natürlich einem Menschen. Mit anderen Worten, Du kannst über alles Schreiben, über was Du auch immer möchtest. Es gibt keine Grenzen. Erst recht, da es kaum Bücher mit sehr aktiven bisexuellen Charakteren geben. Zwar werden häufig Frauen als bisexuelle Charaktere eingeführt, damit sie keine Lesben sein müssen. Aber selbst das ist eher mager.

Das bedeutet also, dass Du noch sehr viele Möglichkeiten hast, um tolle Geschichten mit bisexuellen Charakteren zu schreiben. Hier steht Dir also eine Menge Potenzial offen.

Polysexualität

Was ist die Polysexualität?

Das bedeutet, dass sich ein Mensch zu mehr als nur zwei Geschlechtern hingezogen fühlen. Also mindestens drei müssen es sein. Jedoch betrifft das nicht alle Geschlechter, die es gibt (Facebook stellt zum Beispiel 60 Möglichkeiten zur Verfügung, aus denen man das eigene Geschlecht wählen kann).

Die literarische Bearbeitung

Um Polysexualität darzustellen, müsste man mehr als nur die Cis-Frau und den Cis-Mann in Geschichten vorstellen. Gelegentlich gibt es noch transsexuelle Charaktere. Aber da wird es schon selten. Bei meiner kleinen Spontanrecherche nach entsprechenden Büchern bin ich auf einige Sachbücher gestoßen, die aber auch schon etwas älter sind.

Um eine Geschichte mit einem polysexuellen aktiven Charakter zu schreiben, benötigt man tatsächlich ein wenig mehr. Selbst dann, wenn Du die Sexualität nur im Kopf Deines Charakters abspielen lassen möchtest. Und zwar die Akzeptanz in der Geschichte, dass es eben mehr als nur das Cis-Geschlecht gibt. Wenn das fehlt, wird es schwierig sein, diesen Charakter überzeugend umzusetzen.

Meine Empfehlung ist daher, recherchiere nach den verschiedenen Geschlechtern und baue sie zumindest in der Theorie ein. Dann kannst Du über einen solchen Charakter schreiben. Und vielleicht bist Du auch so mutig und schreibst über diese verschiedenen Geschlechter. Und ja, heutzutage muss man tatsächlich schreiben, dass dazu viel Mut gehört.

Pansexualität

Was bedeutet nun Pansexualität?

Man könnte fast, aber auch nur fast, sagen, dass pansexuelle Menschen es auf die Spitze treiben. Denn sie machen gar keinen Unterschied bezüglich des Geschlechtes ihrer romantischen oder auch sexuellen Partner*innen. Sie können also theoretisch mit allen der oben erwähnten sechzig Geschlechtern eine Beziehung eingehen.

Pansexuelle Charaktere sind mir persönlich noch nicht untergekommen. Aber auch hier gilt, wenn Du über sie schreiben möchtest, ist über kurz oder lang die Akzeptanz anderer biologischer Geschlechter notwendig. Bleibst Du bei zwei Geschlechtern, bringt es nicht viel, den Charakter pansexuell zu nennen. Diese*r wäre schlichtweg bisexuell. Und schlimmstenfalls würden Leute, welche die Unterschiede kennen, das auch entsprechend anprangern.

Eine Geschichte schreiben

Wie schon öfters erwähnt (daher halte ich mich hier tatsächlich etwas kürzer), Du kannst über diese Charaktertypen genauso schreiben, wie über alle anderen. Nur wäre es schön, wenn Du uns zeigst, dass sie eben eine andere sexuelle Orientierung haben. Damit hat es sich auch schon. Und natürlich ist es überlegenswert, mehr als nur die Cis-Geschlechter darzustellen.

Abschlussgedanken

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wenn Du über Charaktere schreibst, die zumindest bisexuell sind. Zwar kann Dein Charakter monogam leben. Aber das ist nicht zwangsläufig notwendig. Was ich damit genau meine, das wirst Du in den nächsten beiden Wochen noch genau lesen. Du hast aber hier durchaus Möglichkeiten interessante Geschichten zu schreiben.

Bei der Planung Deiner Geschichte und vor allem Deiner Charaktere viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele