Warum ich Pläne für gut halte

  • Warum ich Pläne für gut halte (Du bist gerade hier)
  • Große Pläne – kleine Schritte
  • Mit dem Bullet Journal die Pläne schmieden
  • Deadlines können toll sein
  • Meine Pläne für 2019

Hei, hallo und herzlich willkommen,

bald ist es soweit, das neue Jahr steht bevor. Für viele (auch für mich) bedeutet das, die Zeit zu nutzen, um eine Rückschau zu betreiben. Zugleich plane ich auch schon für das kommende Jahr, was ich dort alles erreichen möchte.

Warum ich Pläne schmieden sollte

Es gibt Menschen, die haben keine Probleme damit, sich etwas in den Kopf zu setzen und es dann umzusetzen. Und dann gibt es andere Menschen, die eben damit Probleme haben. Zu der zweiten Gruppe gehör eindeutig ich.

Seit einiger Zeit hege ich den Verdacht, dass ich doch ADS haben könnte. Diesen hatte ich schon vor einigen Jahren und mein damaliger Psychiater meinte, nein, ich habe es nicht. Doch als meine Teamleiterin mich darauf ansprach (sie hat in ihrer Familie einige Person, die ADS sind), informiere ich mich intensiver darüber.

Und was soll ich sagen, es trifft so vieles auf mich zu, dass es schon fast wehtut. Daher arbeite ich intensiver mit meinem Bullet Journal. Seit Jahren arbeite ich daran, überhaupt einen Roman fertig zu schreiben. Wenn ich tatsächlich ADS haben sollte, erklärt sich damit auch, warum ich es bisher nicht auf die Reihe gekriegt habe.

Daher ist es für mich persönlich wohl notwendig, dass ich Pläne schmiede. Denn ich sehe immer dieses riesige Projekt, zum Beispiel einen Roman oder ein Sachbuch schreiben, stürze mich mit Elan und Energie darauf und breche zusammen. Denn es dauert natürlich, einen Roman zu schreiben. Und vor allem, es benötigt viele kleine Schritte.

Wenn man aber so ungeduldig ist wie ich, dann sieht die Sache natürlich anders aus. Da hat alles sofort zu gehen und zu funktionieren. Und das klappt so nicht.

Ein Beispiel?

Aktuell bin ich bei einem Schreibprojekt dabei und arbeite dort als Social Media Managerin mit. Das bedeutet, dass ich mich um die Facebook- und Twitterpräsenz kümmere.

Zuerst habe ich mich freudig darauf gestürzt und war voller Eifer dabei. Doch in den letzten zwei Wochen hatte ich nicht die Leistung gezeigt, die ich auch von mir selbst erwarte.

Immerhin liegt meine eigene Facebookseite seit einigen Wochen eher brach. Erst jetzt fange ich wieder an, sie zu beleben.

Also habe ich einen Tracker in mein BuJo eingetragen, mit dem ich meine Social Media Termine hoffentlich besser planen kann. In diesem Tracker hacke ich immer ab, wann ich welchen Kanal abgearbeitet habe. Und dann kann ich mich auf das nächste Projekt konzentrieren.

Wenn das also klappt, dann könnte es ja mit dem Roman auch klappen. Eben dann, wenn ich ihn in kleine Schritte aufteile und abarbeite.

Wie sieht es bei Dir aus?

Du musst es niemanden Offenbahren, aber sei ehrlich zu Dir selbst. Wie sieht es denn bei Dir so aus? Hast Du bisher alles erreicht, was Du Dir vorgenommen hast? Oder zumindest einen Bruchteil davon? Und bis Du zufrieden mit Dir?

Wenn Du das alles mit Ja beantworten kannst, brauchst Du voraussichtlich keine Pläne zu schmieden bzw. tust Du es bereits. Bist Du nicht zufrieden, ist es vielleicht Zeit für Dich mal eine Bestandsaufnahme zu machen, wie Du bisher die Sache angegangen bist.

Nimm Dir die Feiertage Zeit und überdenke mal, welche Ziele Du für 2018 hattest. Und dann überprüfe, was Du davon erreicht hast. Solltest Du Dich nicht an alle Ziele erinnern, ist das kein Problem. Die Großen reichen hier völlig aus.

Hast Du alles notiert, überlege genau, warum Du gescheitert bist. Es gibt immer gute Gründe, warum Du nicht auf Dein Ziel hinarbeiten kannst. Zum Beispiel hab ich dieses Jahr das erste Mal seit langem das #NaNoWriMo nicht gewonnen. Und Warum? Ich hatte einen Unfall und dadurch eine schwere Verletzung am rechten Auge. Somit durfte ich nicht am PC sitzen.

Da ein Kalenderjahr ziemlich lang sein kann, gibt es unzählige Gründe, warum Du ein Ziel nicht erfolgreich umsetzen konntest. Krankheit, Arbeitsbelastung, was auch immer. Schreib ruhig diese Dinge auf, wenn sie Dich betroffen haben.

Aber sei auch ehrlich, wenn Du selbst der Grund warst. Wenn Du nicht in der Lage warst richtig zu planen oder einfach nur zu faul warst, notiere es Dir. Natürlich kann das wehtun. Aber Ehrlichkeit bringt uns weiter.

Wenn Du die Schwächen Deines letzten Jahres erkannt hast, ist es Zeit herauszufinden, wie Du ihnen entgegentreten kannst. In den nächsten Wochen werde ich Dir ein paar Vorschläge machen. Aber nichts davon wird wirklich helfen, solange Du sie nicht für Dich adaptierst.

Überlege Dir also, wie Du Deine Ziele erreichen kannst. Bei mir hilft zum Beispiel das Bullet Journal sehr weiter. Aber es kann sein, dass Du damit Probleme hast. Daher ist es wichtig, dass Du Deinen Weg findest. Nur so kommst Du weiter.

Dein Plan steht?

Wenn Du Dir Gedanken gemacht hast, wie Du zukünftig Deine Ziele angehen möchtest, ist es Zeit dies auch umzusetzen. In welchem Zeitraum möchtest Du das alles erreichen?

Nehmen wir an, Du möchtest einen Roman schreiben. Wie lange brauchst Du dafür? Reicht ein Monat? Oder wirst Du das komplette nächste Jahr benötigen?

Setze Dir Deadlines für Deine Projekte. Bis zu einem bestimmten Tag hast Du also mit Projekt X fertig zu werden. Wenn nicht, dann wird in den meisten Fällen keine Katastrophe passieren. Aber Du würdest wahrscheinlich mit Deinen anderen Projekten in Verzug geraten.

Eventuell wäre eine Idee, dass Du für Dich selbst eine Vertragsstrafe überlegst. Wie diese aussehen könnte, das entscheidest letztendlich Du. Aber ein Gedanke wäre es Wert.

Eventuell setzt Du einen Vertrag mit Dir auf

Du kannst auch mit Dir einen Vertrag abschließen über all die Dinge, die Du im kommenden Jahr erreichen möchtest. Das hat durchaus seine Vorteile:

  • Es hat einen offiziellen Charakter. Einfach so sagen, man möchte diverse Dinge erreichen, ist das eine. Es dann vertraglich festhalten hingegen eine andere.
  • Du wirst nicht übereifrig. Wenn Du nur so sagst, was Du alles erreichen möchtest, könnte die Liste ziemlich lang werden. Hältst Du alles schriftlich fest, wirst Du Deine Liste eher hinterfragen. Du kannst immer noch mehr erreichen. Aber versuch dann halt, dass in dem Vertrag umzusetzen.

Übrigens, Du musst natürlich kein hochkompliziertes Vertragswerk aufsetzen. Es geht nur dabei, dass Du Dich verpflichtest alles Mögliche zu tun, um kommendes Jahr Deine Projekte umzusetzen.

Das hängst Du dann sichtbar auf oder packst es dorthin, wo Du es regelmäßig siehst und Du Dich daran erinnern kannst. Und dann legst Du los.

Abschlussgedanken

Natürlich gibt es keine Garantie, dass Du trotz aller Vorbereitung alles schaffst, was Du möchtest. Aber wenn Du Dich einfach so auf das Abenteuer 2019 stürzt, dann könnte es sein, dass es in die Hose geht.

Probier es aus und sieh, wie es Dich weiterbringt.

Und ein wichtiger Hinweis. Wenn es nicht klappt, dann kannst Du alles einfach umwerfen und neu anfangen. Das ist alles erlaubt.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Klischees in Liebesromanen

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Klischees waren am Anfang ihrer Entwicklung eine neue und innovative Idee. Vorher gab es diese Idee noch nicht und jemand hat sich da etwas überlegt und zum ersten Mal in einer Geschichte eingeführt. Das fanden andere Autor*innen ebenfalls toll und verwendeten die Ideen für ihre eigenen Geschichten. Und nach und nach hat sich diese einst so tolle Idee regelrecht abgenutzt, sodass man sie nicht mehr lesen mag.

Kurze Vorgedanken

Sicherlich hast Du es schon mal gehört oder es sogar selbst gesagt, das etwas klischeehaft sei oder das ist ein totales Klischee. Wenn man ein Thema zu oft benutzt und dabei noch nicht einmal Varianten verwendet, dann kann aus einer tollen Idee eben ein Klischee werden (ist aber kein Muss).

Doch manchmal verwenden wir Ideen und ahnen noch nicht einmal, dass es ein Klischee sein könnte. Daher habe ich einige aus dem romantischen Bereich zusammengesucht, damit Du diese Klischees kennst. Wobei ich ganz klar sagen muss, diese Liste ist nicht erschöpfend oder abschließend oder Sonstiges. Es ist ein Anfang. Sobald ich weitere Klischees finde (gerne kannst Du mich auch auf welche hinweisen), wird diese Liste erweitert.

Es bedeutet übrigens nicht, dass Du die Klischees nicht verwenden kannst. Du kannst sie und vielleicht solltest Du das eine oder andere sogar verwenden. Aber eben mit anderen Varianten und Möglichkeiten. Mach gerne aus einem Klischee etwas komplett Neues. Deine neue und eigene Innovation eben.

Der perfekte Typ und das Mauerblümchen

Er ist heiß, total beliebt und unglaublich sexy. Wenn man es so will, benötigt er für sein Aussehen sogar schon einen Waffenschein. Zudem ist er noch von anderen, sehr heißen Frauen umgeben. Theoretisch könnte er mindestens sieben an einem Finger haben. Und sie mag vielleicht hübsch aussehen, aber ist total unsicher und fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut.

Trotzdem verliebt er sich genau in sie und sie werden ein Paar. Zudem leben sie noch gemeinsam bis an ihr Lebensende.

Natürlich wünschen wir uns alle, dass der eine Mann oder die eine Frau über unseren Weg läuft und uns so erkennt, wie wir wirklich sind. Und klar, es kann auch genau das passieren. Doch die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass der heiße Typ mit dem heißen Auto und der heißen Villa und den ganzen heißen Frauen eben die nicht so ganz heiße Mauerblume übersieht. Vielleicht sogar ein Leben lang.

Wenn er sich in sie verliebt, dann lass es aus einem guten Grund sein. Wie kann sie ihn auf sich aufmerksam machen (ohne sich anzubiedern), damit er sich in sie verlieben kann? Es kann sein, dass sie erst einmal notgedrungen zusammenarbeiten müssen. Dadurch lernt er sie kennen und sieht hinter ihre Fassade. Und andersherum ist es genauso. Denn auch Mauerblümchen können Vorurteile haben.

Der perfekte Typ

Er sieht gut aus, hat die Muskeln an den richtigen Stellen und das berühmte Zahnpastalächeln. Zudem die angesagten Klamotten. Weiterhin die perfekte Karriere und die schicke Frisur. Ein tolles Auto, die Freunde, die zu ihm halten, eine Traumwohnung in bester Lage und was auch immer er noch braucht.

Perfektion ist zwar für viele erstrebenswert, aber zumindest für uns Menschen nicht umsetzbar. Wir haben nun einmal irgendwelche Schwächen. Sei es eben nicht die perfekte Karriere oder den perfekten Charakter. Es könnte auch mit der Wohnung nicht stimmen oder unser sexy Kerl hat einen kleinen Waschbärbauch.

Seien wir ehrlich zu den Männern, warum sollten sie auch perfekt sein? Sie sind Menschen, keine Götter. Und selbst die Götter haben ihre Schwächen.

Such daher nach der Schwäche in Deinem Charakter und zeig diese mir als Leserin. Dann wird Dein perfekter Typ ein tatsächlicher Mensch.

Kleine Anmerkung: Von diesem Klischee sind tatsächlich fast ausschließlich nur Männer betroffen. Von Frauen erwarten die Liebesromanleser*innen, dass sie nicht perfekt sind. Da hast Du mehr Freiheiten.

Sexy Mollige

Natürlich gibt es mollige Frauen, die ich selbst total sexy finde. Genauso, wie es schlanke Frauen gibt, die ich nicht attraktiv finde. Das ist total natürlich. Nur nicht in Liebesromanen. Dort findest Du erst einmal überhaupt sehr selten mollige Frauen. Das sehe ich schon einmal als Manko an.

Aber wenn es mollige Frauen gibt, dann haben wir das gleiche Problem, wie bei den schlanken Frauen. Sie sehen einfach zu gut aus. Jedes Pfund sitzt an der richtigen Stelle, sodass das Gesamtbild stimmig ist. Dabei ist es bei keinem Menschen garantiert so, dass der Körper perfekt ist. Die eine Frau hat eine Falte zu viel und ein Mann hat vielleicht eine Narbe.

Es gibt mollige Frauen, deren Körper nicht harmonisch aussehen. Und trotzdem hatten sie eine erotische Ausstrahlung, die ich bei anderen Frauen vermisst habe. Daher wäre es schon schön, wenn auch mollige Frauen nicht zwangsläufig perfekt aussehen müssen. (1)

Der Plot verläuft im Sande

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass ein Liebesroman niemals den Liebesplot als Hauptplot haben soll. Es braucht einen Hauptplot (wie immer der aussehen mag) und als Subplot eben die Liebesgeschichte. Bei vielen Geschichten muss ich sagen, es wäre besser gewesen, wenn man sich mehr auf einen anderen Hauptplot konzentriert hätte.

Manchmal passiert es, dass ein Liebesroman vom Plot her sehr stark anfängt und man richtig Spaß hat, der Geschichte weiter zu folgen. Und dann passiert es, der Hauptplot wird von dem Liebesplot brutal zur Seite gestoßen und übernimmt das Ruder. Am Ende kommen wir irgendwo wieder zum Hauptplot zurück, aber der wird dann in ein oder zwei Seiten abgehandelt und das war es auch schon.

Und ja, von diesen Büchern habe ich schon einige gelesen.

Der Romanceplot sollte nebenbei verlaufen und nicht den Hauptplot vertreiben. Oder Du konzentrierst Dich eben nur auf den Romanceplot. Aber wenn Du Dich auf eine Geschichte konzentrierst und nebenbei eine Liebesgeschichte laufen lassen möchtest, dann sollte sie halt nur die zweite Geige spielen.

Aber es macht in meinen Augen keine gute Figur, wenn zuerst mit einem Krimi angefangen wird, dann kommt nur der Liebesteil und am Ende wird der Mörder ganz nebenbei gefunden. Das ist nicht sonderlich überzeugend.

Liebe auf dem ersten Blick

Sie trifft ihn oder er trifft sie und schon ist es um beide geschehen. Dabei wissen die beiden nichts, aber auch rein gar nichts übereinander und doch wissen sie, dass die bzw. der andere ihre große, wahre und unendliche Liebe ist. Von mir aus auch Seelengefährten. Und sie wissen, dass sie in den letzten Leben ebenfalls zusammengehörten.

Natürlich kann es Liebe auf dem ersten Blick geben. Aber manchmal wirkt das in den Liebesromanen mehr als nur konstruiert. In einem Roman hat man nicht immer die Zeit, eine langsame Beziehung aufzubauen, die in manchen Fällen sogar Jahre braucht, um zu einer Liebesbeziehung zu werden. Aber im Grunde genommen wäre es doch schön, ein wenig länger die Liebe sich aufbaut und nicht innerhalb eines Satzes da ist. Überleg Dir daher, ob Du der Liebe in Deinem Roman nicht ein wenig Zeit geben möchtest.

Vor einiger Zeit habe ich „Ein stachliger Gefährte“ von Piper Vaughn und Kenzie Cade gelesen. Dort geht es auch um diese ganze Seelenverbindung und Gefährtennummer. Und doch wurde hier das Klischee ausgehebelt und die beiden Helden (es ist eine Gay Romance) tanzen seit gut zwei Jahren umeinander herum. Das gefällt mir mal richtig gut.

Das emotionale Wrack und die Seelengefährt*innen

Jeder zweite Typ, der in den Romanen auftaucht, ist ein Wrack und muss geheilt werden. Dabei hat er so viele seelische Verletzungen, dass das schon gar nicht mehr statistisch aufgehen kann. Sie hingegen hat so eine gesunde Seele, dass man meinen könnte, dass unsere Heldin gerade frisch aus dem Ei geschlüpft ist. Und natürlich schafft nur seine Seelengefährtin, ihn zu heilen und alles vergessen zu lassen. Sie treffen sich und schon wird seine Seele nach und nach geheilt.

Diese Superheilung findet auch innerhalb weniger Wochen oder gar Tage statt, wo eine psychotherapeutische Behandlung vielleicht Jahre benötigte.

Im Grunde genommen wird ihr die Aufgabe einer Psychotherapeutin aufgebürdet. Und das ist durchaus eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit. Aus diesem Grund kann man das als ziemlich unfair bezeichnen. Zur Abwechslung wäre es auch mal nett, wenn er mal kein Wrack ist. Oder er sucht sich professionelle Hilfe. Alternativ hat sie eine entsprechende Ausbildung.

Nur das Äußere zählt

Er hat mehr Muskeln als Bauch, sie mehr Titten und Arsch als Haar. Häufig basiert die Liebe zwischen der Heldin und dem Helden lediglich darüber, wie heiß die oder der Andere aussieht. Das schlimmste ist dann noch, dass sie das immer und immer und immer wieder erwähnen. Er sieht so heiß aus, sie ist eine scharfe Schnitte. Und so weiter.

Dass ein Mensch auch einen Charakter hat, scheinen manche Autor*innen noch nicht mitbekommen zu haben. Oder sie vergessen es, während des Schreibens. Aber das ist ja völlig egal. Denn sie sind füreinander bestimmt. Sie gehören zusammen, sie lieben sich. Da ist alles andere völlig egal.

Vom Charakter her könnten die beiden vielleicht arrogant sein, selbstsüchtig oder egozentrisch. Doch das ist egal, Hauptsache sie sind schön.

Daher wäre es schön, wenn Du zeigst, dass Deine Figuren auch einen Charakter haben, bei dem es sich lohnt, sich in diese Person zu verlieben. Denn Schönheit allein reicht auf Dauer nicht aus, um eine dauerhafte Beziehung zu führen. Immerhin altern sie auch eines Tages. Und dann kommt es darauf an, was für eine charakterliche Beziehung sie tatsächlich führen. Das Innenleben ist das, was auf Dauer zählt.

Ich kenne dich nicht, schlaf mit mir

Nichts gegen einen gepflegten One-Night-Stand. Davon gibt es, meiner Meinung nach, noch nicht genügend in den Romanen. Besonders nicht für die weiblichen Charaktere. Jedoch wird das in Liebesromanen doch ein wenig übertrieben. Man sieht sich, findet die andere Person heiß und dann, keine vierundzwanzig Stunden später, landen sie gemeinsam im Bett. Wenn das Mal reicht, ich hatte schon Romane gelesen, da ging es noch schneller.

Natürlich wird sich danach auch noch die ewige Liebe geschworen. Als ob man nicht einfach auch mal Spaß haben darf. Denn dafür ist Sex auch da.

Manchmal und immer häufiger vermisse ich das Knistern zwischen den beiden und das hinauszögern. Klar, wenn ich einen erotischen Liebesroman lese, will ich auch, dass die Charaktere (egal in welcher Konstellation) ins Bett gehen. Doch immer wieder werden die beiden ins Bett gescheucht, wo ich mich frage, wirklich? Jetzt schon? Echt jetzt?

In den oben erwähnten Roman finde ich das Gewünschte knistern. Es knisterte ordentlich und die Charaktere haben bis zu 50 Prozent nicht miteinander geschlafen. Das ist logisch und passt.

Natürlich dürfen und sollen Deine Charaktere ins Bett. Aber muss das sofort sein, bevor sie sich kennen?

Wo ist der Plot geblieben?

In der Tat habe ich einige Romane gelesen, die kaum bis gar keinen Plot hatten. Von, sagen wir mal, zehn Kapiteln waren zwei Kapitel mit einem Plot versehen, der Rest war nur Sex (da wurde noch nicht einmal ein Plot übernommen, wie ich es oben schon beschrieben habe, denn wo kein Plot ist, kann auch nichts übernommen werden).

Es mag und es gibt Leute, die gerne so etwas lesen. Aber aus meiner Sicht kann ich nur sagen, auf Dauer ist das tatsächlich ermüdend. Wenn der komplette Roman sich nur darum dreht, wie die Charaktere sich heiß finden, miteinander ins Bett gehen, sich nicht haben wollen, miteinander ins Bett gehen, sich streiten und mal wieder miteinander ins Bett gehen, das ist mir zu wenig.

Sex darf und soll auch gerne in einen Liebesroman rein. Genauso darf und soll noch mehr ein halbwegs vernünftiger Plot in der Geschichte vorkommen. Das muss jetzt nicht die ausgefeilteste Geschichte der Welt sein. Aber es wäre schön, wenn es überhaupt was gäbe, worüber wir nachdenken könnten.

Sie braucht keinen Mann, kriegt aber einen – egal wie

Es gibt Geschichten, da ist die Frau ihre eigene Heldin und braucht keinen Kerl. Toll, perfekt, warum nicht. Doch dann kommt ein Mann daher, nennen wir ihn unseren Helden, den sie nicht immer nett behandelt. Immerhin braucht sie keinen Mann, um glücklich zu sein oder um gerettet zu werden.

Es kann dann passieren, dass sie ihn sogar mies behandelt, warum auch immer. Vielleicht, um ihre Unabhängigkeit damit zu beweisen? Oder um zu sehen, wie er sich abmüht, sie zu bekommen? Was ihn eigentlich auch wie einen Deppen dastehen lässt, wenn er sich mies behandeln lässt und dann trotzdem der Frau, nennen wir sie Heldin, hinterher rennt.

Wenn sie sich am Ende kriegen, was trotz der Aussage, sie braucht keinen Kerl, um glücklich zu sein, durchaus passieren kann, dann kann sie ihn die ganze Zeit auch einfach nett behandeln. Klar, sie dürfen sich in die Haare kriegen. Aber auf eine respektvolle Art und Weise.

Dann sieht es auch schöner aus, wenn die beiden zusammenkommen.

Die Dreiecksbeziehung

Unsere Heldin trifft auf Held A. Der ist ja so heiß und so süß und so sexy. Und natürlich kann sie sich vorstellen, mit ihm eine Beziehung anzufangen, ihn zu heiraten und auch Sex zu haben. Immerhin will sie ja mit ihm Kinder haben.

Aber Moment mal, da kommt ja Held B vorbei. Der ist auch heiß und so süß und so sexy.

Klar, Dreiecksbeziehungen können eine ordentliche Portion Spannung in eine Geschichte bringen. Denn am Ende erwartet unsere Gesellschaft, welche die monogame Beziehung hochhält, dass sie sich entscheidet. Zumal sie es ja nicht ertragen kann, beide quasi hinzuhalten und sich nicht entscheiden zu können. Denn beide sind ja, Du weißt schon.

Noch schlimmer ist es, wenn man eigentlich schon weiß, für wen sie sich entscheidet und das alles hinausgezögert wird. Denn sie verbringt die meiste Zeit eben mit Held A und dementsprechend wissen wir schon, er ist der Glückliche. Held B bekommt entweder eine andere Frau an die Seite, akzeptiert es, dass er der Verlierer ist, oder opfert sich für unser Paar.

Dreiecksbeziehungen sind zwischenzeitlich sehr ausgelutscht. Da darf gerne was Neues her. Wie wäre es, wenn sie mit beiden Helden ungefähr die gleiche Zeit verbringt und die Beziehung in etwa gleich intensiv ist. Da wäre die Entscheidung eine wirkliche Herausforderung. Oder es gibt kein Held B. Sondern sie muss sich tatsächlich mal um einen Typen bemühen.

Alternativ wäre es auch möglich, dass sie beide Herren kriegt. Eine Polyandre Beziehung wäre tatsächlich was Neues (2).

Sex heilt jedes Fehlverhalten

Er lügt sie an, benimmt sich mies und hat sonst noch irgendein negatives Verhalten an den Tag gelegt (tatsächlich gibt es dazu Bücher). Aber hei, der Sex ist so geil, dass sie ihm das alles verzeihen kann. Häufig gibt es kein klärendes Gespräch dazu. Und wenn, dann ist es eher halbherzig.

Nach einem Streit ist Sex natürlich schön. Aber das sollte nicht als Entschuldigung für ein Fehlverhalten dienen. Wenn sich jemand aus der Beziehung mies verhalten hat, dann ist das erst einmal so in Ordnung. Nun müssen beide das irgendwie klären. Egal wie. Und notfalls muss die Person, welche sich nicht schön benommen hat, auf der Couch schlafen.

Wenn dann die Sache geklärt ist, dann dürfen sie ausgiebig Sex haben. Es spricht nichts dagegen.

Übergriffiges Verhalten

Sie hat eine Meinung. Und es kann sogar sein, dass sie studiert hat, um sich diese Meinung bilden zu können. Oder eben entsprechende Lebenserfahrungen gesammelt hat. Egal wie, sie hat eine Meinung.

Problem, es interessiert ihn überhaupt nicht.

Er will seine Meinung, seine Ansichten und was auch immer durchbringen. Notfalls geht er über ihre Seele und ihre Selbstbestimmung. Egal was, nur seine Meinung zählt. Und wehe, sie wagt es, sich dagegen aufzulehnen. Entweder er entzieht ihr seine Liebe. Schlimmer noch, er könnte dann körperlich übergriffig werden.

Egal wie, übergriffiges Verhalten, sei es mit Worten oder mit Taten, ist alles andere als sexy. Schau mal auf Twitter, was kritische Menschen zu solchen Themen sagen. Es werden immer mehr, die sich davon nicht mehr angesprochen fühlen (einige fühlten sich noch nie davon angesprochen). Respektiere, dass Deine Charaktere unterschiedliche Ansichten haben. Und schön wäre es, wenn es auch Deine Charaktere tun. Daraus kann sich schönes Konfliktpotenzial ergeben. Noch mehr, als wenn er der Bestimmer ist.

Stalking

Sie kann kein Schritt machen, ohne das er es weiß. Er liegt zu Hause, ist in der Bibliothek oder auf der Arbeit, sie weiß Bescheid.

Im realen Leben sind stalkende Menschen beängstigend. Bestenfalls werden diese Menschen aufgehalten, schlimmstenfalls können sie sogar soweit gehen, dass sie die Person, die sie verfolgen, sogar töten.

Was bitte schön ist daran so romantisch?

Wenn mich jemand stalken würde, ich würde alles tun, damit das aufhört. Und ganz bestimmt mich nicht in diese Person verlieben. Denn, wenn sie oder er etwas von mir möchte, gibt es andere Wege, um dies mitzuteilen.

Es kann natürlich passieren, dass Personen immer wieder dort auftauchen, wo man selbst ist. Unsere Heldin könnte an einen Ort gehen und dort ist schon unser Held. Nicht, weil er auf sie gewartet hat, sondern weil er dort etwas zu erledigen muss. Als Beispiel. Und ja, in einem Roman darf das öfters vorkommen. Eben alls rein zufällig.

Aber echtes Stalking, das ist in meinen Augen nicht sexy. Daher sollte man darüber, meiner Meinung nach, nicht romantisierend schreiben.

Die Frau muss immer mit dem Kerl zusammenkommen

Das mag sich vielleicht für einen Liebesroman ein wenig seltsam anhören, aber tatsächlich stört es durchaus viele Leser*innen. Gerade in Büchern, wo Gruppen auftauchen. Meistens sind es zwei Frauen und drei Männer (es gibt immer ein Männerüberschuss). Und beide Frauen werden verkuppelt, aber ein Mann darf sehr wohl Single bleiben.

Und wenn eine Frau einen Mann abweist, dann ist er meistens ein Nebencharakter. Da tut es uns nicht sonderlich weh, wenn sie sagt, danke, aber nein danke. Denn er ist uns sowieso nicht wirklich ans Herz gewachsen.

Bei einem Einzelroman wird es natürlich schwierig sein zu verkaufen, dass sie keinen Mann möchte. Brauchen tut sie keinen, darüber sind wir uns sicherlich einig. Aber es geht um die Frage, möchte sie denn einen Mann in ihrem Leben haben? Bei einer Serie oder in bestimmten Genres könntest Du tatsächlich ein “Nein” als Antwort geben.

Sie muss nicht mit einer Frau zusammenkommen, sondern bleibt tatsächlich Single.

Oder wenn sie ein Teil einer Gruppe ist, dann muss sie nicht zwangsläufig mit jemanden aus der Gruppe zusammenkommen, nur damit sie nicht allein zurückbleibt. Es ist völlig in Ordnung, wenn sie (erst einmal) weiter Single bleibt. Besser, als sie in eine Beziehung zu zwingen, Hauptsache sie bleibt als Frau nicht allein.

Abschlussgedanken

Unter dem Hashtag #Buchbingo findest Du auf Twitter sehr viele Beispiele, was es für Klischees es noch so geben kann. Und dabei sind einige noch sehr Miese dabei. Für diesen Beitrag hab ich auf Twitter selbst nach Klischees gefragt und einige Antworten sind hier eingeflossen. Ein Update steht diesem Beitrag definitiv noch bevor.

Ansonsten kannst Du Dir mal überlegen, wie diese ganzen Klischees aussehen könnten, wenn man aus ihnen etwas komplett Neues macht. Vermutlich wirst Du damit nicht allen Leser*innen einen Gefallen tun. Aber ich denke, es werden immer mehr, die das langweilig finden und was Neues suchen.

Und wieso nicht ihnen das bieten? Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

(1) Zum Thema Selbstbild und Mollige habe ich noch einen Beitrag zu Verfügung, den ich zu gegebenem Zeitpunkt veröffentlichen werde. Daher gehe ich hier auf das Selbstbild von Mollige nicht weiter ein.

(2) Was das ist, werde ich in einem gesonderten Beitrag erläutern.

Einen Liebesroman schreiben – Eine Fragestellung und 5 Schritte

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Mai 2017 startete die sogenannte #Autorinnenzeit. Das war ein ganzer Monat, in dem die Bücher von Autorinnen (tatsächlich nur die Frauen) vorgestellt wurden. Der Monat wurde von Frauen (und auch einigen Männern) durchaus positiv aufgenommen. Man muss es aber so sagen, dass es durchaus einige Männer gab (mehrheitlich die Herren der Schöpfung), welche gegen diesen Monat übelst wetterten.

Dabei gab es immer wieder Wünsche und Aufforderungen von Leserinnen, dass sich die Autorinnen mit sogenannten “ernsten” Genres bitte beschäftigen mögen. Und es kristallisierte sich schnell heraus, dass der Liebesroman nicht zu diesen Genres gehört, mit den frau sich auseinandersetzen möge. Wie man sich vorstellen kann, mochten das einige Autorinnen weniger. Gerade, wenn sie Liebesromane schreiben. Denn sie lieben dieses Genre und sie lieben ihre Geschichten.

Daher möchte ich diesen Monat unter dem Zeichen des Liebesromans stellen. Schauen wir uns an, wie man einen Liebesroman schreiben kann, sowie einige andere Punkte, die dazu gehören. Eben für die Autorinnen (und auch Autoren), die gerne einen Liebesroman schreiben möchten. Liebesromane können toll sein, können spannend sein und ein schönes Leseerlebnis bieten. Und das ist es doch, was wir als Leser*innen möchten und freuen uns, wenn wir dieses Lob als Autor*innen bekommen.

Kurze Vorgedanken

Bei Liebesromanen geht es letztendlich natürlich durchaus darum, dass sich zwei Menschen finden, sich ineinander verlieben, sich streiten und daher trennen (wenn auch nicht immer physisch) und am Ende wieder zusammenkommen. Aber es gibt bestimmte Fragestellungen, um einen Liebesroman in der ersten Stufe zu planen.

Daher habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie die Grundfragestellung dabei ist. Darauf möchte ich zuerst eingehen. Und danach stelle ich Dir fünf Schritte vor, wie Du theoretisch einen Liebesroman schreiben kannst.

Eine Fragestellung zum Liebesroman

Wer ist die Heldin? Wer ist der Held?

Es sollte schon recht frühzeitig klar sein, wer ist unsere Heldin und wer ist unser Held in der Geschichte. Alternativ Deine beiden Heldinnen in einem lesbischen Roman bzw. Helden in einem Gay Romance oder welche Varianten Du auch immer anstrebst (Stichwort Intersexuelle oder auch alternative Beziehungen). Viele empfehlen, dass die Heldin und der Held (aus Einfachheit bleibe ich bei dieser Konstellation) sich mindestens im ersten Kapitel schon treffen sollten. Kapitel 2 ist da schon zu spät.

Andererseits, ich habe schon Romane gelesen, in dem sich das Paar erst in Kapitel 2 getroffen haben. Zudem gibt es durchaus auch Beispiele, bei denen sich die Charaktere sogar noch ein wenig später treffen. Aber es sollte schon recht frühzeitig sein. Ausnahme wäre ein Epos von über 1.000 Seiten oder die über mehrere Bänder läuft und wo die Liebesgeschichte ein Teilaspekt ist. Solche Beispiele gibt es und bilden nie die Regel ab. Daher werde ich solche Ausnahmen nicht weiter berücksichtigen.

Überlege Dir also wann und wie die Heldin und der Held sich treffen und wie dieses Treffen aussieht. Idealerweise führst Du schon beim ersten Treffen den Konflikt der beiden ein, damit es gleich von Anfang an spannend ist.

Was führt sie zusammen?

Irgendeinen Grund gibt es ja, warum die Heldin und der Held sich ineinander verlieben. Was ist dieser Grund? Ja, es darf ruhig das Aussehen erst einmal sein. Aber irgendetwas an der Persönlichkeit sollte natürlich überzeugen, damit sie sich ineinander verlieben. Das Aussehen ist halt nur ein oberflächlicher Aspekt. Wenn unter dieser Oberfläche nichts ist, was man lieben kann, werden Deine Leser*innen sich fragen, was die voneinander wollen. Und solltest Du sie nicht überzeugen können, dürfte es gut möglich sein, dass Dein Buch eine Reise gegen die nächste Wand macht.

Definiere dieses etwas. Was ist der Grund, warum sie sich überhaupt füreinander interessieren und warum sie umeinander herumtanzen? Wenn Dir das klar ist, wie die Anziehungskraft zwischen diesen beiden Figuren aussieht, dann kannst Du es entsprechend in Deine Geschichte einbauen.

Was trennt sie?

Du darfst es für Deine Heldin und Deinen Helden nicht leicht machen, dass sie zueinanderfinden. Also muss es irgendeinen Grund geben, warum es mehr als 3/4 des Buches dauert, bis sie wirklich zusammenkommen.

Der Anfang Deiner Geschichte ist halt das Treffen zwischen der Heldin und dem Helden. Dann kommt der Tanz zwischen den beiden. Sie kommen sich näher, sie entfernen sich, aber nicht zu weit, damit sie wieder zusammenkommen, um dann wieder zu trennen, damit es am Ende zum Happy End kommt.

Finde also einen überzeugenden Grund, warum Deine Heldin und Dein Held nicht richtig zusammenkommen. Diese Hürde darf nicht ZU hoch sein. Denn ich habe einen Roman gelesen, da war diese Hürde extrem hoch und ich war von der Beziehung am Ende überhaupt nicht mehr überzeugt. Denn am Anfang erklärte sie, sollte er bestimmte Dinge tun, würde sie ihn nicht mal mehr mit dem Popo ansehen. Und er hat genau DAS getan. Natürlich musste er sie überzeugen, dass er doch der Typ ist, mit dem sie glücklich wird. Aber diese Überzeugungsarbeit scheiterte eigentlich. Daher ließ die Autorin einfach diese Hürde fallen und damit hatte sich das ganze Thema erledigt. Bei aller Liebe, mich hat das nicht überzeugt. Übrigens ist das auch der Grund, warum ich bisher der Autorin keine zweite Chance gegeben habe. Die Enttäuschung sitzt noch ziemlich fest.

Aber sie darf auch nicht ZU niedrig sein, sodass ich mich frage, warum sie nicht gleich ins Bett gehen und Du kannst mich mit der Geschichte in Ruhe lassen. Immerhin willst Du ja, dass ich Deinen Charakteren einige Seiten folge. Also musst Du mir natürlich etwas bieten.

Überzeuge mich also mit dem Grund und dann gewinnst Du mich auch für Deinen nächsten Roman als Leserin.

Was führt sie letztendlich richtig zusammen?

Was sie trennt, muss irgendwann einmal überwunden werden. Also musst Du auch etwas finden, was sie beide nun endgültig zusammenführt. Welche Kraft bringen die beiden auf, um die Hürde zu überwinden und um am Ende zusammenzukommen?

Diese Kraft muss natürlich stärker sein, als das, was sie trennt. Was ist diese Kraft und wie schaffen sie es, die Kraft der Trennung zu überwinden? Definiere es und schreibe es auch auf. Hier noch ein wichtiger Hinweis: Diese Kraft muss von den beiden Charakteren kommen. Es darf niemand von außen erscheinen und sagen, dass sie oder er sich um das Problem kümmert und unser Paar glücklich bis an ihr Lebensende miteinander leben darf. Die Überwindung aller Probleme muss am Ende von ihnen kommen.

Klar, sie dürfen Unterstützung erhalten. Aber der Endkampf ist ihnen bestimmt. Niemanden sonst.

In 5 Schritten zu Deinem Liebesroman

Kommen wir nun zu den fünf Schritten, die Du anwenden kannst, um einen Liebesroman zu schreiben.

1. Starke Charaktere

Jeder Roman, egal ob Krimi oder Liebesroman, braucht starke Charaktere. Ohne sie hast Du am Ende keine starke Geschichte. Daher ist es empfehlenswert hier besonders viel Zeit zu investieren und starke, aber auch logische Charaktere zu schaffen, welche glaubwürdig herüberkommen und Deine Leserinnen und auch Leser emotional berühren.

Immerhin möchtest Du, dass Deine Leserinnen und Leser Deinen Figuren so durch mindestens dreihundert Seiten und mehr folgen. Wenn Du sie aber so anlegst, dass man gar keine Lust hat, auch nur drei Seiten zu verfolgen, dann hast Du leider verloren.

Gib ihnen Stärken und wirkliche Schwächen, gib ihnen Ziele, eine Motivation, sorge für innere Konflikte. Schreibe darüber, wer sie sind, woher sie kommen, welche Geschichte sie haben, was für Träume sie begleiten, welche sie beendet haben und welche neu geboren wurden. Und natürlich die wichtigen Eckdaten: wo sind Deine Heldin und Dein Held geboren, was für ein Gewicht haben sie, wie groß sind sie, was für Haar- und Augenfarben haben sie und so weiter und so fort.

Schaffe also alles, was Du wissen musst, um realistische und überzeugende Charaktere zu kreieren, die mich als Leserin so fesseln, dass ich gerne dabei bleibe.

2. Schaffe das gewisse Kribbeln

Wenn sich Deine beiden Hauptfiguren das erste Mal treffen, dann darf es gerne ein wenig knistern. Denn immerhin möchtest Du uns erklären, warum die Heldin und der Held zusammenkommen und die ganzen Widrigkeiten Deiner Geschichte gemeinsam durchstehen. Dafür muss es letztendlich einen guten Grund geben.

Überlege Dir genau, welche Eigenschaften, sowohl innere als auch äußere, bei der jeweils andere Figur dafür sorgt, dass sie sich ineinander verlieben. Bleibe dabei ruhig auf dem Boden der Realität. Ein absolut überirdisches Wesen, das in jeglicher Hinsicht so dermaßen perfekt ist, das ist doch für manche ein wenig zu extrem, dass sie dann sagen, Danke aber nein danke. Aber Du darfst ruhig ein wenig ausholen. Immerhin ist es hier Fiktion, also dürfen die Charaktere ein wenig perfekter sein. Aber nicht zu perfekt.

Auf YouTube gibt es ein Video, in denen Wonder Woman und die BlackWidow gemeinsam auftreten. Da Wonder Woman eine unsterbliche, superstarke Amazone ist, kann ich mich mit ihr nicht so dermaßen identifizieren, als mit der sterblichen und durchaus schwachen BlackWidow. Sollte sie eine Kugel treffen, könnte sie daran sterben. Wonder Woman ist so schnell mit ihren Reaktionen, dass sie diese abwehren kann. Die BlackWidow ist da Überzeugender. Zwar hat sie ihre Stärken und Besonderheiten. Zugleich aber auch ihre Schwächen. Und damit meine ich nicht nur, dass sie nicht kugelsicher ist.

Die Heldin hat es in einigen Dingen ein wenig leichter. Da sich die meisten Leserinnen mit ihr identifizieren, muss sie nicht perfekt sein. Ganz im Gegenteil hat sie ein paar Problemzonen, ist das sogar ideal. Denn seien wir mal ehrlich, welche Frau hat denn heutzutage denn keine Problemzonen? Sie gehören zum Alltag. Daher ist es für sie besser, wenn sie über eine Frau lesen dürfen, die ihnen ähnlicher ist. Also nicht perfekt.

Männer haben es hier nicht ganz so leicht. Denn die Leserinnen sehen in ihm nicht ein Identifikationsobjekt, sondern jemanden, mit dem sie gerne zusammen sein würden. Schon öfters habe ich von intensiven Liebesromanleserinnen gehört, dass sie sich beschweren, warum die realen Männer nicht so sind, wie die fiktiven Männer. Gerne kann man über das Bild des Mannes diskutieren und ob es sexistisch ist. Das möchte ich nur nicht an dieser Stelle tun, weil es schlichtweg den Rahmen des Beitrages sprengen würde.

Natürlich darf der Held ein wenig perfekter sein. Aber ich würde Dir sehr ans Herz legen, dass Du ihn trotzdem nicht zu einer Art Superman verkommen lässt. Denn solche Helden sind auf Dauer extrem langweilig. Und sicherlich möchtest Du, dass Deine Leserinnen sich in den Helden verlieben und nicht von ihm gelangweilt sein, oder?

Notiere Dir daher, was die Heldin an dem Helden attraktiv findet und andersherum. Welche Gestiken verwenden sie, um ihre Gefühle zu zeigen (auf die Unterlippe beißen, mit den Haaren spielen) und wie sie mit dem anderen flirten. Und beschreibe auch, wie heiß sie die jeweils andere Figur finden. Auch wenn sie es am Anfang vermutlich nicht zugeben würden. Dabei ist es noch nicht einmal zwingend notwendig, dass er tatsächlich heiß aussieht (also wie ein Pin Up Boy aussieht). Es reicht aus, wenn sie ihn heiß findet.

3. Konflikte und Hindernisse

Egal was für eine Geschichte Du schreibst, Du benötigst Konflikte und Hindernisse, welche Deine Figuren überwinden müssen, damit es ein beruhigendes Ende für sie gibt. Das ist ein Fakt. Denn niemand möchte einen Roman lesen, der von Anfang an perfekt für die Charaktere läuft. Diese Regelung gilt übrigens für alle Genres, also nicht nur speziell für Liebesromane.

Überlege Dir, welche Konflikte und Hindernisse Deine Figuren überwinden müssen. Sowohl die Persönlichen, als auch Äußere. Die inneren Konflikte und Hindernisse sind der Grund, warum Deine Figuren erst einmal nicht zusammenkommen. Irgendetwas ist da tief in ihrem Inneren, in ihrer Seele, dass verhindert, dass sie sagen, hei, komme her, ich liebe dich. Finde heraus, was es ist.

Aber es muss einen guten Grund geben, warum sie nicht einfach auseinandergehen. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht mit dem heißen Typen oder der Wahnsinns Frau zusammenkommen kann, warum sollte ich es mir also antun, in ihrer bzw. seiner Nähe zu bleiben? Das muss einen guten Grund haben, äußere Konflikte zählen dazu.

Schreibe Dir daher auf, welche Gründe es gibt, dass beide nicht voneinander weggehen können und wie Du immer die Spannung aufrecht halten kannst. Denn wenn irgendwann Deine Leserinnen und Leser merken, da ist keine Spannung mehr, dann läufst Du Gefahr, dass sie Deine Geschichte nicht mehr verfolgen wollen.

Ein Beispiel? Beide arbeiten an einem Projekt. Würden sie sich trennen, würde das Projekt den Bach runter gehen und sie wären am Ende pleite. Das ist durchaus eine starke Motivation, dass sie beieinanderbleiben.

4. Die persönlichen Hindernisse überwinden

Ich habe mal einen Roman gelesen, da waren die Hindernisse zwischen der Heldin und dem Helden so dermaßen groß, dass sie eigentlich nicht überwunden werden konnten. Die Autorin hatte es so dermaßen übertrieben, dass es einfach nicht mehr möglich war, realistisch glaubhaft zu machen, dass die beiden füreinander bestimmt waren.

Das schien sie dann selbst bemerkt zu haben. Denn die Lösung empfand ich dann eher peinlich, als wirklich überzeugend. Denn sie hat das riesige Hindernis einfach fallen gelassen und es war alles gut. Das war für mich die Entscheidung, danke aber nein danke. Die Autorin kommt mir nicht noch einmal in meinem Bücherregal.

Wenn Du also Hindernisse aufbaust, dann sollten sie zwar groß sein, aber eben nicht ZU groß. Denn wenn Du an dem Punkt angekommen bist, wo sie nun diese überwinden sollen und Du hast es übertrieben, kaufe ich Dir die große Liebe nicht ab. Hast Du es aber harmonisch gestaltet, dann bist Du nun an den Punkt gelangt, wo die Hindernisse überwunden werden können. Der äußere Konflikt ist überwunden, der Tag ist für alle gerettet, nun müssen Heldin und Held sich kriegen. Der letzte Punkt ist erreicht. Wenn das geschafft ist, dann darf ich als Leserin das Buch zufrieden zuklappen.

Überlege Dir also, wie die persönlichen Hindernisse überwunden werden können und was Deine Figuren sagen oder tun müssen, um das zu erreichen. Das kann ein Heiratsantrag sein, die Höhenangst überwinden oder was auch immer Deiner Heldin letztendlich zeigt, dass er der Richtige ist und die beiden füreinander bestimmt sind.

Konflikt und Lösung müssen zueinanderpassen. Das ist hier das Wichtigste. Wenn Dein Konflikt verlangt, dass die Figuren aktiv diesen lösen, dann reicht es nicht aus, wenn sie sich hinsetzen und reden. Und wenn Du noch schaffst, das wunderschön zu beschreiben, die Gefühle einfließen zu lassen, dann wird das eine schöne Schlussszene.

5. HEA – das Happily ever after

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben (und lieben) sie sich noch heute. Natürlich endet ein Liebesroman glücklich. Unsere Heldin muss nicht zwangsläufig den Helden bekommen. Es kann auch sein, dass sie für sich entscheidet, alleine zu leben und einen neuen Job anzunehmen. Aber sie muss auf alle Fälle mit ihrem Leben zufrieden sein. Dafür benötigt sie keinen Mann. Er ist aber das Sahnehäubchen in einem perfekten Leben. Frauen müssen keine Männer an ihrer Seite haben, um Ganz zu sein. Aber sie dürfen, das ist der Unterschied.

Kreiere also ein schönes Happy End für Deine Figuren und löse alle offenen Fragen auf. Nicht, dass am Ende noch eine Frage stehen bleibt und wir uns Fragen, was war denn da noch? Das macht kein Spaß. Ich schreibe aus Erfahrung.

In einem Liebesroman hatte die Autorin eine Frage in den Raum geworfen. Es ging darum, wie der Held an die Telefonnummer der Heldin gekommen ist. An sich eine unbedeutende Frage. Doch die Autorin hatte mehrere Kapitel darauf herumgeritten, dass ich es eben nun auch wissen wollte. Wie ist der Held an diese verdammte Telefonnummer gekommen. Und dann hat sie einfach diese Frage unter dem Tisch fallen lassen. Am Ende wusste weder die Heldin noch ich, wie der Held an die Nummer der Heldin gelangt ist. Und das frustriert mich. Es mag eine harmlose Sache sein, aber daran können sich einige regelrecht aufhängen.

Idealerweise schaffst Du nicht nur ein HEA für Deine Charaktere, indem sie am Ende glücklich sein dürfen. Schaff auch für Deine Leser*nnen ein HEA, indem Du keine Frage offen lässt und sie sich einfach gut fühlen. Den Roman habe ich vor etwa zwei Jahren gelesen. Und noch heute kreist diese Frage in meinem Kopf herum (obwohl die Geschichte selbst gut war).

Abschlussgedanken

Liebesromane können mit allen Beziehungsmöglichkeiten und Geschlechtern geschrieben werden. Hier findest Du einen möglichen Rahmen für Deine Geschichte. Deine Arbeit ist, diesen Rahmen mit einem wunderschönen Bild zu füllen, eben Deiner Geschichte. Dieses Bild malst Du natürlich nach Deinem Geschmack. Aber am Ende darf es gerne so faszinierend sein, dass ich davor stehen bleibe, um es mir ansehen zu wollen.

Daher, leg los, besorg Dir Deinen Rahmen und fang an zu malen.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

P.S. Erotik oder Sex kann zwar ein Teil der Geschichte sein, muss es aber nicht.