Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du Dich mit den Preisen für Deine Bücher beschäftigst, wirst Du bestimmt auf Ratschläge stoßen, in denen es heißt, dass Du Dein Buch für eine kurze Zeit günstig oder gar umsonst anbieten sollst. Doch ist das wirklich logisch? Oder verliert man damit Geld? Daher hier eine theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Kurze Vorgedanken

Wenn man ein Buch veröffentlicht, bieten einige Distributoren an, diesen für einen vergünstigten Preis zu veröffentlichen. Oder gar für 0 Euro. Gerade in der Vergangenheit sind viele auf diesen Zug aufgesprungen. Doch zwischenzeitlich hat sich eine etwas kritischere Sicht auf diese Preisaktionen gebildet.

Doch gibt es immer wieder Autor*innen, die Preisaktionen anpreisen. Gerade im englischsprachigen Bereich sind diese nicht wegzudenken.

Was sind genau Preisaktionen?

Eine Preisaktion ist, wenn man ein Buch in einem bestimmten Zeitraum vergünstigt oder umsonst anbietet. Diese Zeiträume können zur Veröffentlichung, zum Buchgeburtstag oder dem eigenen Geburtstag sein, Feiertage oder andere besondere Tage.

So könnten Weihnachtsgeschichten im Dezember günstiger angeboten werden. Oder Liebesromane Ende Januar bis zum 14. Februar, also dem Valentinstag. Damit sollen potenzielle Leser*innen angelockt werden, um das Buch zu kaufen.

Außerhalb dieser Zeiträume werden die Bücher dann eben zum normalen Preis angeboten. Damit verbinden viele die Hoffnung, wenn das Buch gut ankommt, dass sie durchaus geneigt sind, auch weitere Bücher zu kaufen.

Der Vorteil von Preisaktionen

Gerade, wenn man mehrere Bücher veröffentlicht hat, könnte eine Preisaktion ein Lockmittel sein. Man kauft sich ein Buch zu einem günstigeren Preis oder bezahlt nichts davon, liest es sich durch und ist dann (hoffentlich) so begeistert, dass man die anderen Bücher ebenfalls kauft. Zum normalen Preis.

Damit soll Aufmerksamkeit generiert werden. Gerade für unbekannte Autor*innen kann es häufig schwierig sein, gekauft zu werden. Denn trotz Leseprobe und eventuell vorhandener Rezensionen können sich einige sagen, die oder den kenne ich nicht, also wird die Person nicht gekauft.

Ein günstiger Preis könnte wie ein Lockmittel funktionieren. Man sieht Dich als neue*n Autor*in und sieht dann den Preis. Und dann ist man vielleicht eher geneigt, Dir eine Chance zu geben. Denn statt 4,99 Euro kostet Dein Buch vielleicht nur 1,99 Euro. Die Hemschwelle Dir eine Chance zu geben sinkt dadurch.

Der Nachteil von Preisaktionen

Den Teil, dass Du damit eventuell weniger verdienst, klammere ich aus. Das kannst Du Dir sicherlich denken. Gerade, wenn das Buch für 0 Euro angeboten wird.

Einen großen Nachteil sehe ich darin, dass die Leute nur auf Dich aufmerksam werden, wenn Du Preisaktionen startest. Außerhalb bist Du den Preisjäger*innen zu teuer. Also warten sie darauf, dass Deine Bücher günstiger angeboten werden und greifen erst dann zu.

Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren eine*n Autor*in beobachtet, wie die Preise der Bücher immer wieder auf 0 Euro heruntergesetzt wurden. Zugegeben, ich habe mir irgendwann den Spaß erlaubt, die Bücher dann herunterzuladen. Einige Bücher konnte ich tatsächlich so “ergattern”. Hätte ich das weitergemacht, wer weiß, vielleicht hätte ich alle veröffentlichten Bücher bekommen, ohne auch nur 1 Cent zu bezahlen.

So etwas kann passieren, wenn man die eigenen Preisaktionen so ausarten. Und ich kann mir vorstellen, dass ich nicht die Einzige bin, die das gemacht hat.

Weiterhin kann das Gefühl eines Verlustes entstehen. Das habe ich mal im Rahmen eines Psychologiebeitrages erfahren. Wenn ich ein Buch für 2,99 Euro kaufe, dann ist das erst einmal in Ordnung für mich. Sollte ich aber erfahren, dass das Buch zuvor 1,99 Euro gekostet hat oder nach meinem Kauf der Preis reduziert wurde, fühle ich diesen Verlust. Immerhin hätte ich einen ganzen Euro sparen können.

Psycholog*innen können Dir das hier sicherlich besser erklären als ich. Daher werde ich keine Analyse starten, warum das so sein könnte. Aber Du kannst das an Dir selbst überprüfen. Wie würde es sich anfühlen, wenn das letzte Buch, dass Du gekauft hast, auf einmal günstiger werden würde. Da niemand Deine Antwort jemals erfahren wird, kannst Du ganz ehrlich sein.

Weiterhin kann es schwierig sein, wenn Du in einer Autor*innenvereinigung Mitglied bist. Eventuell könnte es sein, dass sie dort Preisaktionen nicht gut finden. Bestenfalls wirst Du dort nicht beworben. Vielleicht sind aber einige auch dafür, dass Du dann die Gruppe verlässt, wenn Du Preisaktionen planst.

Solltest Du also Mitglied in einer Autor*innenvereinigung sein und eine Preisaktion planen, erkundige Dich am besten vorher, inwiefern das dort möglich ist. Sicher ist hier definitiv sicher.

“Ich bin es mir wert”

Immer wieder fällt es mir auf, dass Autor*innen sich weigern, unter Wert zu verkaufen. Daher setzen sie für ihre Bücher Preise fest, die sie für realistisch halten. Und laden alle ein, fair zu kaufen.

Der Vorteil davon ist ganz klar, dass sie erklären, warum sie für ihre Bücher entsprechende Preise verlangen. Das ist transparent und viele neigen danach durchaus die entsprechenden Autor*innen zu unterstützen. Ein offener Umgang mit der Preispolitik kann durchaus positiv sein.

Eine mögliche Alternative

Erst einmal spricht nichts gegen Preiskationen. Damit kannst Du mögliche Lesende anlocken, damit sie Deine Bücher kaufen. Aber ich würde selbst das anders aufziehen.

Und zwar dauerhaft das eine oder andere Buch zu einem günstigeren Preis anbieten. Nehmen wir mein erstes Buch (dass hoffentlich dieses Jahr erscheint). Dieses würde ich um einiges günstiger anbieten, als alle nachfolgende Bücher. Und zwar dauerhaft.

Du könntest also Dein erstes Buch als ein Einstiegsbuch eben günstiger anbieten. Damit lockst Du die möglichen Lesenden, sodass sie sich dann auch für Deine anderen Bücher interessieren.

Wenn Du eine Reihe schreibst, dann könntest Du Band 1 dauerhaft entweder günstig oder eben kostenfrei anbieten. Das kannst Du auch als Lockmittel nutzen. Wenn ihnen Band 1 gefallen hat, werden sie auch die weiteren Bände kaufen, weil sie sehen wollen, wie es weitergeht. Auch hier würde ich überlegen, Band 1 dauerhaft zu diesem Preis anzubieten.

Da diese Preise dauerhaft angeboten werden, könntest Du auch dauerhaft die Leute locken. Also nicht nur zur Veröffentlichung Deines Buches, sondern eben auch danach, zu besonderen Tagen oder wann auch immer.

Deine Fanbase

Dauerhaft, als mögliche Lesende zu locken, ist, sich eine Fanbase aufzubauen. Diese werden Deine Bücher sofort kaufen, wenn es erschienen ist. Und sie werden Rezensionen für Dich schreiben, ohne dass Du sie vorher fragen musst.

Einige werden sogar Werbung für Dich machen, ohne dass Du sie darum bitten musst. Einfach, weil sie Dich unterstützen möchten. Und sie werden jeden Deiner Beiträge teilen, wenn Du was schreibst. Einfach, weil sie Dich und Deine Bücher mögen.

Daher ist es besser, wenn Du Dir Deine Fanbase aufbaust, damit sie Dich unterstützen können. Denn hierbei handelt es sich um eine Aktion, die dauerhafter wirken kann. Keine Preisaktion der Welt kann eine gute Fanbase aufwiegen.

Wann Du mit dem Aufbau Deiner Fanbase anfangen solltest? Eigentlich an dem Tag, an dem Du entschieden hast, einen Roman zu schreiben. Aber Du kannst heute, nachdem Du diesen Beitrag fertig gelesen hast, damit anfangen.

Abschlussgedanken

Preisaktionen können helfen. Gerade am Anfang Deiner Kariere. Das kann gut stimmen. Aber ich persönlich werde es eher mit fixen Preisen versuchen. Das erste Buch einer Reihe günstiger als die anderen. Und das erste Buch überhaupt ebenfalls günstiger.

Wichtiger ist auf alle Fälle, eine gute Fanbase zu haben. Wenn sie Dir zur Seite steht, dann wirst Du eher Erfolg haben, als wenn Du alle Deine Bücher verschenkst.

Beim Aufbau wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Dein richtiger Buchpreis

Dein richtiger Buchpreis

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im letzten Beitrag hatte ich Dich eingeladen, ein wenig über die Preise anderer Autor*innen zu recherchieren. In diesem Beitrag machen wir uns mal konkrete Gedanken über Deinen Buchpreis.

Natürlich geht es in diesem Beitrag nur um die, die Selfpublishing betreiben. Verlagsautor*innen dürften wenig bis gar keinen Einfluss auf den Buchpreis haben.

Kurze Vorgedanken

Der richtige Buchpreis bindet mehrere Gedanken. Zum einen, was bist Du Dir Wert. Gleichzeitig sollte der Preis Deine Kosten decken, die Du haben wirst. Und auch Lesende nicht abschrecken. Immerhin möchtest Du ja, dass sie am Ende Dein Werk kaufen, ohne Bauchschmerzen oder Grübeleien.

Harte Fakten

Distributoren sagen klar, wenn Du Dein Buch über uns anbietest, kostet es Dich nichts. Letztendlich tut es aber doch. Ein E-Book verschlingt zumindest Speicherplatz auf irgendwelchen Servern. Die wollen gepflegt werden, damit ich als Lesende jederzeit das Buch kaufen kann, ohne böse Überraschungen jeglicher Art.

Das gilt erst einmal auch für das Printbuch. Es lager irgendwo und wartet darauf, dass ich mich für das Buch entscheide. Sobald ich sage, ich kaufe es, wird es meistens gedruckt, verpackt und versandt. Das sorgt dann für weitere Kosten, eben Material- und Versandkosten.

Das solltest Du bedenken, wenn Du ein Buch anbietest. Bei einem E-Book fallen Material-, Druck- und Versandkosten weg. Aber eben nicht die Datenbankkosten. Würdest Du ein Buch zu günstig anbieten, machst Du schlichtweg Verlust. Und wer arbeitet schon für die roten Zahlen?

Du kannst Dir die verschiedenen Distributoren aufrufen und mit der Preisgestaltung spielen. Auch wenn Du keine fixen Daten hast, gib einfach die ein, die Deinem Werk am nächsten kommen. Und dann schau Dir mal, was Dir als Buchpreis empfohlen wird.

Du kannst auch mit dem Preis runtergehen, bis eine negative Marge entsteht. Die Distributoren wissen, was ein Printbuch mit Deinen Angaben kostet, wenn es gedruckt werden darf. Daher empfehlen sie Dir eine Mindestsumme, damit diese Kosten gedeckt sind.

Gerade hab ich den Test mit einem durchschnittlichen 300 Seitenbuch gemacht. Um einen minimalen Gewinn von einem Cent (also wirklich 0,01 EUR), müsste ich das Buch für 8,20 EUR anbieten. Je teurer ich das Buch dann anbieten würde, desto mehr würde für mich abfallen.

Würde ich aber das Buch für 7,99 EUR anbieten wollen, erfolgt eine Negativmarge. Inwiefern sich ein Distributor darauf einlassen würde, habe ich nicht getestet.

Mach Dir also bewusst, ein Printbuch verlangt immer ein Mindestpreis, damit es sich rentiert. Bei E-Books kannst Du stark mit dem Preis nach unten gehen. Häufig bieten Dir die Distributoren auch einen Gewinn an, selbst wenn Du das Buch nur für 0,99 EUR anbietest.

Deine Lesenden nicht verschrecken

Seit langem beschäftige ich mich mit E-Books. Besonders aus dem englischsprachigen Bereich. Denn dort gibt es häufig die Bücher, die ich suche und gerne lese. Egal ob Fiction oder Non-Fiction.

Dabei sind mir die individuellen Preisunterschiede aufgefallen. So gibt es Autor*innen, die für fünzfig Seiten durchaus ihre vier oder fünf Euros verlangen. Andere hingegen bieten Bücher mit einem Umfang von 300 Seiten und mehr für zwei oder drei Euros an (E-Books). Manchmal sitze ich dann schon da und überlege, wie die Autor*innen auf diese Preise kommen.

Aber das ist der Vorteil vom Selfpublishing, Du kannst die Preise so gestalten, wie es sich für Dich gut und wirtschaftlich vernünftig anfühlt. Trotzdem sitze ich als Lesende da, trotz dieses Wissens und muss schmunzeln. Eben, weil es diese Unterschiede geben kann.

Merke Dir eins: Es wird immer Lesende geben, die jeden noch so verrückten Preis bezahlen. Und, es wird immer Leute geben, die nur eine Summe X für Bücher ausgeben.

Tatsächlich gehöre ich zu den Leuten, die ein Buch kauft, wenn es mir zusagt. Sei es von der Geschichte her, oder von dem Sachbuchthema. Da kaufe ich in dem Monat eben mal ein Buch weniger, wenn ich mir sage, dass es sich lohnt.

Jedoch solltest Du Dir über kurz oder lang Gedanken zum Thema machen: Kannst und möchtest Du wirklich für ein 50 Seiten Buch 10 EUR verlangen? Die gibt es, daher empfehle ich Dir, Dich durchaus mit diesem Gedanken auseinanderzusetzen. Wenn für Dich ein klares Ja herauskommt, dann versuch es ruhig. Wichtig finde ich immer, sich darüber Gedanken zu machen und die Entscheidung bewusst zu treffen.

Eine mögliche Preisstrategie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einen fixen Preis anzubieten, mit dem Du arbeiten kannst. Eine Möglichkeit ist die Wortzahl.

Eine Normseite hat circa 250 Wörter. Das ist kein genauer Wert, weil manche Wörter länger sind und dazwischen unzählige Füllwörter auftauchen. So schwankt die reale Wortzahl von Seite zu Seite. Aber wir bleiben einfach bei dem Wert 250 Wörter pro Seite. Damit lässt sich besser rechnen.

Und nehmen wir an, Dein Erstlingswerk hat 10.000 Wörter. Das macht bei 250 Wörter etwa 40 Seiten. Aber nur in der Printversion, die einen festen Buchsatz hat. Bei einem E-Book kann ich die Schriftart verändern. Also entweder vergrößern oder verkleinern. So könnte theoretisch das Buch auf 100 Seiten anwachsen oder auf 10 schrumpfen.

Früher war ich tatsächlich eine Verteidigerin der Seitenzahlen. Heute sehe ich das anders, insbesondere seit ich mehr E-Books lese. Da finde ich die Wortzahlvariante um einiges passender.

Das bedeutet, wenn Du diese Methode ebenfalls wählst, setzt Du Wortzahlbereiche fest. Sagen wir, bis 15.000 Wörter kosten Deine E-Books 0,99 EUR. Von 15.000 bis 35.000 Wörter kosten sie 1,99 EUR und so weiter.

Das sind natürlich nur Beispielbereiche und Beispielpreise, die Du wählen kannst. Wenn Grafiken hinzukommen, kann alles teurer werden. In erster Linie bei der Printversion. Aber wenn Du viele Grafiken oder Tabellen (besonders bei Sachbüchern interessant), könnte auch der Preis bei einigen Distributoren für Dein E-Book in die Höhe gehen.

Abschlussgedanken

Das Tolle beim Selfpublishing ist, Du kannst immer wieder nachbessern. Wenn Dir ein Preis nicht zusagt, kannst Du ihn jederzeit erhöhen oder senken (zum Them Buchbindungspreis kommen wir noch). Es ist natürlich immer gut, wenn die Preise fix bleiben. Aber Du musst Dir keine Sorgen machen, falls Du doch mal falsch kalkuliert hast.

Von daher, setz Dich doch heute noch mal hin und überlege, wie Du Dein Preissystem aufbauen möchtest. Ändern kannst Du es ja. Aber dann hast Du wenigstens etwas, was Du ändern kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Lass uns mal über Deine Buchpreise sprechen

Lass uns mal über Deine Buchpreise sprechen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer bei einem Verlag veröffentlicht, hat bei einigen Themen durchaus Mitspracherecht. Wobei es hier auch auf den Verlag ankommt. Bei manchen Themen kannst Du mehr mitreden, bei anderen weniger. Die Wahrscheinlichkeit, dass Autor*innen beim Preis ein Mitspracherecht haben, halte ich für eher unwahrscheinlich. Hier geht es nämlich um knallharte Kalkulationen. Und nicht um Deine persönlichen Ansichten.

Anders sieht es aber bei Selfpublisher*innen aus. Sie dürfen nicht nur ihre Buchpreise bestimmen, sie müssen es sogar. Wer sollte es sonst tun?

Kurze Vorgedanken

Wenn Du endlich, endlich Deinen Roman fertig hast, liegt noch ein langer Weg vor Dir. Damit meine ich natürlich Lektorat, Korrektorat oder auch Coverdesign. Doch irgendwann haben wir das auch geschafft.

Was kommt dann? Der Weg zu Veröffentlichung. Du trägst alles ein, lädst alles hoch. Und dann? Irgendwann wird der Distributor, wo Du Dein Buch hochlädst, die eine entscheidende Frage stellen: Für wie viel Euro möchtest Du Dein Buch überhaupt anbieten? Was ist Dir Deine Geschichte eigentlich wert?

Deine innere Einstellung

In diesem Beitrag geht es eher um Deine Einstellung, als um die Suche nach einem vernünftigen Preis (die Beiträge kommen noch).

Gerade Erstautor*innen können manchmal das Gefühl bekommen, dass sie für ihre erste Geschichte nicht so viel verlangen dürfen. Immerhin ist es ihr erstes Buch, es ist ja noch nicht gut und überhaupt müssen sie sich ja eine Marke aufbauen.

Es werden viele Gründe gesucht und noch mehr gefunden, um sich selbst einzureden, dass man einen sehr niedrigen Preis nur verlangen könne. Wenn überhaupt. Zusätzlich kommen noch die Tipps von sogenannten Expert*innen, die Dir dann noch dieses oder jenes raten.

Da ist mit Garantie die Unsicherheit der Autor*innen vorprogrammiert. Und schlimmstenfalls bleibt diese auch bei weiteren Veröffentlichungen bestehen.

Ja klar

Eines möchte ich persönlich klarstellen. Natürlich ist Dein erstes Buch niemals so gut wie Dein Zweites. Und dieses ist wieder herum niemals so gut wie Dein Zehntes.

Jedes Buch wird immer besser sein, als das Vorherige. Aus dem einfachen Grund, weil Du an Erfahrungen gesammelt hast. Sowohl, was das Schreiben betrifft, als auch, was Dein Leben angeht.

Würden wir danach gehen, dürftest Du niemals einen höheren Preis verlangen. Denn Dein Buch ist nicht so gut wie Dein Nächstes.

Harte Fakten – rechnen wir einfach mal ein wenig

Keine Sorge, ich komme jetzt nicht mit komplizierten Rechnungen. Das Folgende ist eine einfache Additionsaufgabe.

Selbst, wenn Du noch keinen Roman veröffentlicht hast, kannst Du mitmachen. Wie viel kosten die Dienstleistungen, die Du (wahrscheinlich) in Anspruch nehmen möchtest und wirst? Wobei ich von einheitlichen Summen ausgehe. Diese können sich je nach Person und/oder Anbieter*in entsprechend unterscheiden. Und ich gehe davon aus, dass Du alles machen lässt und nichts davon selbst umsetzt. Dabei gehe ich von einem Buch von circa 300 Seiten aus.

  • Lektorat: 1.500 EUR
  • Korrektorat: 800 EUR
  • Buchsatz: 1.000 EUR
  • Cover: 250 EUR
  • Marketing: 500 EUR

Das machen 4.050 EUR. Lass Dir das Mal auf der Zunge zergehen. Für manche ist das eine ordentliche Urlaubsreise. Oder die Miete für ein halbes Jahr. Und es sind noch nicht einmal zwangsläufig alle Kosten aufgeführt.

Nun nehmen wir mal an, Du würdest für jedes verkaufte Buch einen ganzen Euro verdienen. Dann müsstest Du immerhin 4.050 Bücher verkaufen, nur um die Ausgaben wieder hereinzubekommen. Bis dahin hast Du noch nichts verdient.

Und vor kurzem habe ich in einem Buch gelesen, dass Verlagsautor*innen durchschnittlich um die 500 Bücher verkaufen.

Nein, ich will Dich nicht entmutigen. Auch wenn sich das erst einmal so lesen mag. Es ist eher ein Hinweis, wie die Realität aussieht. Das bedeutet also auch, je niedriger Du Deinen Preis ansetzt, desto mehr Bücher musst Du verkaufen, um Deine Ausgaben zu refinanzieren.

Es kann also sein, dass Du mit Deinem Erstlingswerk durchaus Schulden erwirtschaftest. Wenn Du Dich damit abgefunden hast, ist das in Ordnung.

Trotzdem, kannst Du es Dir wirklich leisten, Dich und Deine harte Arbeit unter Wert zu verkaufen?

Zum schnuppern

Jetzt werden einige sagen, dass das erste Werk sowieso dafür da sein, um Dich als Autor*in kennenzulernen. Also den ersten Schritt nach draußen zu wagen. Und Verkaufszahlen sind sowieso völlig überbewertet. Wichtiger ist, dass Du gelesen wirst.

Beides stimmt, auf ihre eigene Art und Weise.

Zum einen können Verkaufszahlen dann wichtig sein, wenn Du dauerhaft vom Schreiben leben willst. Hast Du kein Einkommen, bleibst Du erst einmal in Deinem Brotjob. Daher kann es erst einmal wirklich wichtiger sein, wenn Du gelesen wirst. Diese Lesende werden Dich dann hoffentlich immer wieder weiterempfehlen. Dann kann es sein, dass sie Deinem nächsten Buch sogar eine Chance geben.

Aber wie sieht es mit Deinem Erstlingswerk aus? Wie machst Du es sichtbar? Über den Preis? Da gäbe es durchaus Alternativen.

Veröffentliche als Erstes eine längere Kurzgeschichte. Damit meine ich durchaus eine Geschichte, die um die dreißig oder vierzig Seiten lang ist. Damit können Dich die Lesenden kennenlernen. Und eventuell Deine Welt. Denn die Kurzgeschichte könnte in der Welt spielen, in der Deine Erstveröffentlichung spielt.

Du könntest aber auch eine Novelle veröffentlichen, die um die hundert Seiten lang ist. Das hat auch mehrere Vorteile. Zum einen können Dich die Lesenden auch hier kennenlernen. Eben von Deiner Schreibart und Deinem Stil her. Du benötigst nicht so viel Zeit, um diese Geschichte zu schreiben. Zudem ist das Lektorat hier nicht ganz so teuer. Immerhin gibt es weniger Normseiten.

Weiterhin brichst Du damit das Eis für Dich selbst. Du hast etwas veröffentlicht. Etwas Übersichtliches, etwas, was Du aufführen kannst. Danach bist Du ein*e veröffentlichte*r Autor*in. Das kann schon ein ganz anderes Gefühl für Dich geben.

In diesem Fall würde ich damit rechnen, dass nicht die Kosten eingefahren werden. Gerade, wenn Du es günstiger anbietest. Damit sollen Dich die Lesenden kennenlernen. Es soll eine Art Lockmittel sein. Und eben nicht etwas, womit Du das ganz große Geld verdienst.

Solltest Du Dich trotzdem entscheiden, Dein Hauptwerk als Erstes zu veröffentlichen, ist das natürlich auch in Ordnung. Es darf auch ein wenig günstiger sein, als Deine späteren Werke. Aber wie günstiger soll es am Ende sein?

Recherche, Recherche … schau genau hin

Wie lang ist Deine Geschichte? Sagen wir, die oben erwähnten 300 Seiten. Nun schau Dich bei den verschiedenen Onlineshops um, was andere Selfpublisher*innen für diese Werke verlangen. Versuch dabei die Erstlingswerke ausfindig zu machen.

Notiere Dir diese Preise. Welche hältst Du für realistisch und welche sind Deiner Meinung nach völlig übertrieben?

Du kannst auch mit der Hilfe von Distributoren Deinen möglichen Preis errechnen. Was empfehlen Sie Dir, für Deine gewünschte Seitenanzahl für einen Preis? Oder was sagt dieser Generator zu Deinem Buch?

Sprich auch mit anderen Autor*innen, die Du kennst. Was würden sie Dir empfehlen? Als Inspiration kannst Du Dir auch diese Meinungen anhören. Auf alle Fälle ist es wichtig, dass Du selbst mit Deinem Buchpreis am Ende zufrieden bist.

Und in meinen Augen ist es auch wichtig, dass Du Dir selbst nicht das Gefühl gibst, Dich unter Deinem Wert zu verkaufen.

Abschlussgedanken

In meinen Augen finde ich es wichtig, dass man für sich und die eigene Arbeit ein Gefühl des Respekts bekommt. Häufig haben wir das Gefühl, dass wir es nicht Wert sind, das zu verdienen, was wir verdienen. Damit respektieren wir aber nicht unsere eigene Arbeit.

Daher sei realistisch, aber nicht niederschmetternd gegen Dein eigenes Werk.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Verlagsautor*innen versus SPautor*innen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sie sitzen da, Stunde um Stunde, ringen mit den Sätzen, Formulierungen, einzelnen Wörtern. Schauen auf den Kalender, schauen auf die Uhr, denn sie kommt näher, immer näher und näher, die gefürchtete Deadline die tödliche Stunde. Die Nächte, nein, sie sind nicht zum schlafen da, es wird geschrieben, was der Geist und die Finger hergeben. Und doch reicht es nicht. Es reicht ihrem Ego nicht, es reicht ihren hohen Anforderungen nicht, es reicht einfach nicht. Doch irgendwann, irgendwann ist es so weit, irgendwann haben sie es geschafft, irgendwann ist ihre Geschichte fertig. Bereit in die Welt entlassen zu werden, bereit Menschen Freude zu bereiten, bereit veröffentlicht zu werden.

Obwohl sich sicherlich eine Menge Schriftsteller*innen in diesem kleinen Text irgendwie wiederfinden, sind sie doch nicht alle gleich.

Kurze Vorgedanken

Wer sich als (angehende) Autor*in im Netz tummelt, wird früher oder später auf Aussagen stoßen, die bei mir immer wieder kopfschütteln auslösen. Da stößt eine Berufsgruppe aufeinander, die nichts Besseres zu tun hat, als sich das Leben schwer zu machen.

Auf der einen Seite finden wir die Verlagsautor*innen und auf der anderen Seite die SPautor*innen. Obwohl beide letztendlich die gleiche Arbeit leisten, behandeln sie sich nicht gleich. Dass die Gesellschaft beide Wege unterschiedlich behandeln, nun gut, das ist irgendwo verständlich. Aber dass eine Autorin die andere verbal runter zu putzen versucht, das ist dann doch einzigartig. Zumindest empfinde ich es so.

Daher möchte ich auf den Unterschied eingehen, den Beide wirklich trennen und dann, warum sich beide Gruppen nicht leiden können. Zu guter Letzt möchte ich noch darüber schreiben, warum das sinnlose Zeitverschwendung ist, dieses Bashing zu betreiben.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf meinem alten Blog, dem “schreibkasten” am 30. September 2016. Sollte sich etwas geändert haben, passe ich den Beitrag entsprechend an. Ansonsten ist es der Originalbeitrag. Zudem ist er eine Ergänzung zum Beitrag “Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus“.

Was sie trennt

Eigentlich nur der Vertriebsweg. Beide Gruppen schreiben eine Geschichte und sind (hoffentlich) mit Herzblut dabei. Sie lieben das Schreiben, haben sich aber aus individuellen Gründen dafür entschieden, entweder bei einem Verlag oder bei einem Distributor (für Selfpublishing) zu veröffentlichen.

Der Verlag übernimmt sehr viele Arbeiten für die Autor*innen, wenn sie das nötige Geld bereitstellen (können). Natürlich, Lektorat, Korrektorat, Cover und Veröffentlichung gehört bei einem Verlag dazu. Inwiefern die Werbung da eine Rolle spielt, kommt immer auf das Budget an, dass sich ein Verlag einzeln leisten kann.

Wer Selfpublishing betreibt, muss das alles selbst machen und in Vorleistung gehen. Das bedeutet, zuerst muss das Lektorat bezahlt werden, dass Korrektorat, die Coverdesigner*in und so weiter. Und das alles geschieht mit dem Risiko, dass die Kosten nicht durch den Verkauf reingefahren werden.

Natürlich kann das bei einem Verlag passieren. Nur das die ein ganz anderes finanzielles Polster haben. Immerhin veröffentlichen sie nicht nur ein Buch, sondern ein paar Dutzend in einem Jahr (wenn nicht sogar noch mehr). Und auch wenn nicht alle Bestseller werden, so tragen sie meistens die Kosten ein oder decken sich gegenseitig. Natürlich ist es für einen Verlag auch nicht schön, wenn sie Ausgaben haben, die sie nicht einfahren können. Aber wenn es mal passiert, ist es natürlich schlimm. Jedoch kann ein Verlag das anders abfedern, als eine Privatperson. Wenn eine Privatperson 4.000 Euro ausgibt (wie Marah Woolf zum Beispiel hat diese Summe mal angegeben) und die nicht reinkommen, sieht das Ganze anders aus.

Man kann also sagen, es trennt sie die Ansicht, was das Beste für sie und für ihre Geschichte ist. Und das ist in diesem Fall der Vertriebsweg. Denn bei Verlagen hat man ganz andere Möglichkeiten, als, wenn man sich selbst um die Veröffentlichung kümmert.

Bei einem Verlag wird alles übernommen. Unter anderem auch die Auszahlung des Geldes. Wer Selfpublishing betreibt, muss selbst ein Auge darauf werfen, was reinkommt und was für Ausgaben man hat, um das gegeneinander abzuwägen. Wer über einem Verlag veröffentlicht, kann sich in der Tat auf das Schreiben konzentrieren. Die andere Gruppe hingegen muss noch viel hinter der Bühne machen. Da kann man sich leider nicht den ganzen Tag hinsetzen und schreiben. Man muss halt für sich auch werben. Und das massiver, als wenn man sagt, ich habe beim Verlag XYZ veröffentlicht.

Was sie eint

Ganz klar, das Schreiben, die Liebe zum Schreiben und den Wunsch, dass die Geschichte veröffentlicht und gelesen wird. Natürlich, man will dafür auch noch Geld verdienen, idealerweise können die Schriftsteller*innen von ihrer Liebe und ihrer Arbeit sogar leben.

Beide einen, dass sie schreiben wollen und es auch tun. Und beide möchten für ihre Arbeit respektiert werden. Und letztendlich, beide veröffentlichen. Das macht also kein großer Unterschied. Nur eben der Weg. Die einen gehen den Weg des Verlages, die anderen gründen einen Verlag.

Und doch schreiben beide. Ich finde, das ist das Wichtigste.

Der Grund des “Streites”

Ob man das jetzt wirklich einen Streit nennen kann oder will, ich bin mir nicht so ganz sicher. Doch immer wieder fällt es mir auf, dass SPautor*innen häufig wie Schriftsteller*innen zweiter Klasse behandelt werden.

Sie dürfen nicht an einigen Wettbewerben teilnehmen oder bei Vereinigungen mitmachen. Immerhin haben sie kein Verlagsvertrag. Dabei wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass SPautor*innen keine Qualität haben. Und aus diesem Grund dürfen sie nicht mitspielen. Ihre Bücher sind automatisch schlecht. Sonst hätten sie einen Verlag.

Wie ich zwischenzeitlich lesen durfte, sollte man mit solchen Aussagen aber erst einmal vorsichtig sein, da das zu Schadensersatzforderungen eventuell führen könnte (ob das stimmt, ich bin keine Anwältin und kann das nicht verifizieren, daher bei Bedarf eine Anwältin oder einen Anwalt kontaktieren).

Aber immer wieder lese ich, dass SPautor*innen ja keine Qualität veröffentlichen. Und das gilt natürlich für alle. Ausnahmslos. Eine Tatsache, die mich ärgert. Denn ich lese sehr gerne Bücher von Selfpublisher*innen und kann sagen, das stimmt nicht.

Natürlich, halt, stopp, es stimmt teilweise. Klar, wenn man veröffentlichen kann, wie man lustig ist und Laune hat, dann kommen auch Perlen unter die Bücher, die man normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Aber gilt das automatisch für alle SPbücher? Wenn man einigen Kritiker*innen glauben mag, dann ist dem so.

Dass es aber wahrlich Perlen unter den Selfpublishing Titeln gibt, das interessiert viele gar nicht. Und das auch Verlage Schrott veröffentlichen, das kann es natürlich nicht geben. Immerhin gelten noch heute Verlage als Wächter der guten Literatur. Aber ich würde glatt mit Dir Wetten, dass Du mindestens ein Buch, wenn nicht sogar mehrere, gekauft und sicherlich auch gelesen hast, die das Papier nicht Wert waren, auf denen sie gedruckt wurden. Bei mir war es schon öfters so.

Doch werden gleich alle Verlagsautor*innen in einem Topf geworfen, dass Verlage nur noch schlechte Literatur veröffentlichen? Dass man bestimmte Verlage meiden sollte, weil sie einige schlechte Titel veröffentlicht haben? Ich kann man nicht daran erinnern, so etwas gelesen zu haben.

Skandale, die gibt es

Natürlich, es gibt sie, die kleinen und großen Skandale des Selfpublishing. Wenn niemand ein Auge darauf wirft, dann können Plagiate veröffentlicht werden und Bücher, mit minderwertigem Inhalt.

Doch auch wenn es die Wächterfunktion gibt, welche die Verlage für sich beanspruchen, bedeutet das nicht, dass dort niemals Plagiate auftauchen. Dafür gab es auch in den letzten Jahren durchaus beweise.

Niemand zwingt aber die Verlage deswegen an den Pranger. Die Selfpublishingszene hingegen macht sich dann einen Kopf, wie so etwas geschehen und wie man sich distanzieren kann. Man steht dann, mal wieder, unter Generalverdacht.

Sie distanzieren sich öffentlich, dass sie keine Plagiate schreiben, dass sie alles selbst erledigen und was weiß ich. So etwas habe ich von Verlagsautor*innen noch nie erlebt. Und auch unter ihnen gibt es sie, die schwarzen Schafe. Und das nicht nur mit Plagiaten. Was ich in einigen Bücherforen erlebt habe, das möchte ich schon fast gar nicht mehr erzählen.

Die wichtigste Entscheidungsinstanz

Aber letztendlich entscheiden nicht Verlage oder die Autor*innen, was gelesen wird. Es sind die Leser*innen. Immerhin geben sie das Geld aus, um sich die Bücher zu kaufen. Daher entscheiden sie am Ende, was wirklich gut ist und was nicht (auch wenn einige an dieser Entscheidungsgewalt bei bestimmten Büchern wohl verzweifeln).

Und immer mehr Leser*innen entscheiden sich, dass sie Bücher die sowohl von Verlagen als auch im Selfpublishing veröffentlicht werden. Viele machen zwischenzeitlich schon gar keinen Unterschied mehr. Denn sie wollen nur eins, gut unterhalten werden. Wenn das ein Verlagsbuch schafft, toll. Schafft es dagegen ein Selfpublishingbuch, auch gut.

Immerhin können viele Leser*innen etwas, was Autor*innen nicht können, zwei Bücher auf einmal lesen. Versuch mal zwei Romane gleichzeitig zu schreiben. Das wird schwierig. Aber sie können lesen, kaufen und machen, wie es ihnen beliebt.

Ganz simpel ausgedruckt, in dem Warenkorb können sich also sowohl neben einem Verlagsbuch auch ein SPBuch tummeln. Darum brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen. Wenn gute Bücher geschrieben werden, dann werden sie auch gekauft und gelesen.

Ist es daher nicht egal, wie man veröffentlicht? Hauptsache die Leserin oder der Leser ist am Ende glücklich? Ist es nicht das, was wir alle wollen?

Was ich mir wünsche

Als ich den Beitrag damals veröffentlichte, war das Bashing noch sehr heftig am Gange. Zwischenzeitlich scheint es zumindest oberflächlich alles ruhig zu sein.

Trotzdem ist noch nicht alles Gold, was ruhig ist. Es gibt weiterhin Vereinigungen, welche Selfpublisher*innen nicht in ihren Reihen sehen wollen. Dort gelten sie immer noch als Autor*innen zweiter Klasse. Oder man bekommt einen Knochen hingeworfen, im Sinne von, wir sind dann mal gnädig und nehmen euch mal auf.

Zwischen den Autor*innen scheint es aktuell ruhig zu sein. Jetzt dürfen gerne noch die Vereinigungen nachziehen. Das ist mein Wunsch. Öffnet eure Türen für tolle Autorinnen und Autoren. Ihr werdet sehen, sie bereichern euren Kreis auf wunderbare Art und Weise.

Abschlussgedanken

Autor*innen sind Autor*innen. Dabei ist es absolut egal, wie sie veröffentlichen. Hauptsache sie tun es und erfreuen letztendlich ihre Leser*innen. Das darum jetzt ein Aufstand gemacht ist, wer nun in der ersten Klasse oder in der Zweiten sitzen darf, ich finde das unnötige Zeitverschwendung.

Dass die Presse und die Gesellschaft eventuell Probleme damit hat und immer wieder den Untergang des Selfpublishing beschwört, sollen sie. Aber wenigstens die Autor*innen sollten, meiner Meinung nach, sich respektieren und sich gegenseitig unterstützen. Oder wenigstens in Ruhe lassen.

Daher, veröffentliche tolle Geschichten. Und, meine Empfehlung, sollten wieder Grabenkämpfe entstehen, einfach nicht mitmachen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer veröffentlichen möchte, hat diverse Möglichkeiten dazu. Der Klassiker ist immer noch die Publikation über einem Verlag. Seit einigen Jahren ist das Selfpublishing eine feste Größe in der Welt der Veröffentlichung von Romanen geworden. Und das schwarze Schaf der Familie sind die sogenannten Druckkostenzuschussverlage.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 13. März 2017 auf meinem alten Blog “schreibkasten”. Heute möchte ich diesen ergänzen. Denn viele sind der Meinung, wer im Selfpublishing was veröffentlicht, gilt nicht als Autor*in. Daher schreibe ich meine persönliche Meinung dazu, wie ich das sehe.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht hast Du schon einen fertigen Roman in der Schublade und daher heiß darauf, Deine erste Geschichte auch an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Oder Du arbeitest gerade noch an Deinen nächsten Bestseller (seien wir doch ehrlich, in unserem Herzen arbeiten wir alle an DEN Roman schlechthin, was auch völlig in Ordnung ist).

Gerade wenn Du noch zur zweiten Gruppe gehörst, wirst Du Dich vielleicht fragen, warum bitte schön, sollte ich mich mit der Veröffentlichung beschäftigen? Dafür habe ich ja noch ewig Zeit. Das mag sogar so sein, aber ich gehöre zu der Sorte, was ich jetzt recherchieren kann, darum muss ich mich nicht später bemühen.

Zudem finde ich es auch interessant, wie andere dann Deinen Status sehen, wenn Du Deinen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Die einen werden sagen, Du gehörst zu den Autor*innen. Die anderen werden Dir diesen Status absprechen.

Aus diesem Grund schreibe ich diesen Beitrag, damit Du die ersten Schritte für Deine eigenen Recherchen hast. Wie auch immer Deine Entscheidung am Ende aussehen mag, sie gehört ganz allein Dir. Ich möchte Dir dabei nur als beratende Stimme zur Seite stehen.

Der Verlag

Der Klassiker, und für viele immer noch DAS Ziel vieler bei den Veröffentlichungswege, ist und bleibt der Verlag.

Der Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen, der in Deutschland immer noch einen verdammt guten Ruf hat. Wer bei einem Verlag veröffentlicht, hat es geschafft. Wie auch immer dieses es definiert wird, man hat es und dadurch wird man in vielen Bereichen als seriös angesehen und durchaus als echte Autorinnen und Autoren.

Nur müssen wir uns eingestehen, auch ein Verlag kann Fehler machen und vor allem, sie machen Fehler. So lehnen sie gute Manuskripte ab, die in anderen Verlagen dann einen wahnsinnigen Erfolg haben (ja, dem ist so). Veröffentlichen aber dafür Manuskripte, wo ich mich als Leserin frage, was hat die denn geritten, das Werk überhaupt zu Ende zu lesen. Und auch vor Plagiaten sind Verlage definitiv nicht sicher.

Doch egal was hinter den Kulissen gespielt wird, wer sein Baby (also das Manuskript) bei einem Verlag veröffentlicht, wird häufig bei Leser*innen und bei Zeitungen ernst genommen. Aber nicht nur das reizt viele Autor*innen, sich mit ihrem Roman bei einem Verlag zu bewerben.

Denn idealerweise kümmert sich ein Verlag vom ersten Kontakt bis hin zur Werbung um Dich ls Autorin und um Dein Baby. Sie besorgen Dir das Lektorat und das Korrektorat, für ein hübsches Cover und natürlich die Werbung.

Das bedeutet aber nicht, dass Du Dich zurücklehnen kannst, um Deinen nächsten Roman zu schreiben. Zwischenzeitlich verlangen die Verlage auch von Dir, dass Du Dich an Dein Marketing setzt. Das Grundmarketing werden sie Dir geben (notfalls erfragen). Der Rest ist nun Dein Job.

Grober Ablauf bei einem Verlag:

Wenn Du bei einem Verlag unterkommen möchtest, dann hat es (grob gesehen) einen vorbestimmten Ablauf. Dieser sieht meistens wie folgt aus:

  • Du recherchierst, bei welchem Verlag Dein Manuskript überhaupt unterkommen kann. Dazu gehört, unter anderem, dass Du weißt, in welchem Genre Dein Roman einzuordnen ist, dass Du ein klares Konzept hast und das Du durchaus auch weißt, warum Du bei einem bestimmten Verlag veröffentlichen willst.
  • Dann bewirbst Du Dich mit einem Exposé und einem Teil Deines Manuskripts.
    Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Lies Dir bitte genau die Bedingungen durch, die ein Verlag an die Zusendung des Manuskripts stellt. Wenn sie nur zwanzig Seiten haben wollen, Du aber den kompletten Roman schickst, kann das durchaus dazu führen, dass der Verlag sagt, danke aber nein danke. Wohlgemerkt kann, nicht muss.
  • Der Verlag prüft dann Dein Manuskript. Wie das genau läuft, ist durchaus von Verlag zu Verlag unterschiedlich und ich denke mal auch von Lektorin zu Lektorin.
    Wie lange das dauert, wann Du eine Antwort bekommst und wie diese aussieht, dazu kann Dir letztendlich niemand was Genaues sagen. Häufig findest Du auf der entsprechenden Internetseite etwas. Aber es kann auch sein, dass man sich längerfristig über Dein Manuskript unterhält, weil man sich noch nicht sicher ist oder andere Punkte hat, die man klären will. Da musst Du also ein wenig Geduld mitbringen.
  • Was dann passiert, ist unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, ob der Verlag Dein Manuskript will oder nicht. Entweder man verlangt das komplette Manuskript von Dir oder man schickt Dir eine neutrale Absage.
    Erwarte übrigens niemals, dass Du eine detaillierte Erklärung bekommst, warum Dein Manuskript nicht genommen wurde. Wenn Du sie bekommst, sei dankbar. Denn viele Verlage sagen sich, dass es einfach zu kräftezehrend ist. Denn viele Autorinnen und Autoren verstehen die Begründung als eine Art Kampfansage. Das bedeutet, dass danach erst die Diskussionen losgehen, warum ihr Manuskript nicht genommen wurde. Und es kann sogar so weit gehen, dass sie gegenüber dem Verlag pampig werden (was noch harmlos ist) oder sogar tote Ratten schicken (ja, das habe ich von einem kleinen Verlag sogar gelesen). Akzeptiere daher die neutrale Absage. Mehr wirst Du wohl nie bekommen.
  • Du hast es geschafft einen Verlag von Dir und Deinem Baby zu überzeugen? Herzlichen Glückwunsch. Wobei jetzt erst die Arbeit losgeht. Denn nun heißt es, dass Du ein Lektorat bekommst, ein Korrektorat, dann gibt es Diskussionen zum Cover und vieles mehr.
    Hat es nicht geklappt, tief durchatmen und weitermachen. So ist es halt im Leben.

Wächterfunktion

Man hört durchaus öfters, dass dem Verlag eine gewisse Wächterfunktion zukommt. Das bedeutet, dass ein Verlag die literarische Welt vor schlechten Geschichten bewahrt und gute, ja sogar ewige Bücher veröffentlicht.

Doch dem ist definitiv nicht immer so. Natürlich veröffentlichen Verlage immer wieder wunderbare Perlen, wo man sich nur denkt, wow, das war aber mutig. Oder auch, danke dafür, dass der Verlag dieses wunderbare Buch veröffentlicht hat. Doch häufig frage ich mich, warum mussten für diesen Roman Bäume sterben?

Mit anderen Worten also, auch ein Verlag greift ordentlich daneben (auch wenn das eine sehr subjektive Meinung von mir ist), was das Veröffentlichen von Geschichten betrifft. Aber ich gehe durchaus davon aus, dass sie ihre Gründe haben, warum sie das machen. Anders möchte ich mir das nicht erklären. Dabei stellt sich aber mir durchaus die Frage, wenn sie Romane veröffentlichen, die sich nicht verkaufen, weil sie eben nicht gut sind, inwiefern erfüllen sie dann ihre Wächterfunktion? Darüber kann man durchaus diskutieren.

Doch wenn Du die Hürde überwunden hast, dann hast Du es geschafft und der Verlag veröffentlicht Deine Geschichte. Und das Beste ist, dass sich dieser um alles drum herum kümmert. Vom ersten Schritt bis hin auch zum Verkauf der Lizenzen ins Ausland, wenn es dazu kommen kann (nicht alle Romane haben wohl das Zeug zu internationalen Bestsellern, das sollte Dir natürlich auch bewusst sein).

Knallharte Wirtschaft – Die Kosten

Man sollte sich aber immer bewusst sein, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Das bedeutet, dass dieser Dir nichts schenkt, bzw. nichts schenken kann. Würden sie es machen, würden sie ziemlich schnell pleitegehen.

Das Wichtigste vorneweg: Ein Verlag verlangt niemals von Dir, dass Du irgendwelche Kosten vorstreckst. Weder für die Prüfung Deines Romans noch für das Lektorat oder Korrektorat oder auch für das Cover und natürlich auch nicht für die Veröffentlichung. Ganz im Gegenteil, größere Verlage können es sich sogar leisten, Dir einen Vorschuss zu zahlen. Es mag sein, dass Du Dich als Neuautorin mit wenigen Hundert oder tausend Euro zufriedengeben musst. Aber immerhin kann es passieren, dass Du Geld für Deine Veröffentlichung bekommst. Kleine Verlage können sich das häufig nicht leisten. Erwarte es also dort nicht. Wenn Du doch was bekommst, sei gerne dankbar dafür.

Damit will ich ganz klar sagen: Das finanzielle Risiko trägt der Verlag. Er bezahlt wirklich alles aus eigener Tasche. Und wenn Dein Buch ein flopp wird, dann bezahlt er sogar die Zeche (wenn ich das Mal so ausdrücken darf). Letztendlich müssen sich die Verkaufszahlen rentieren, wenn Du weiterhin beim Verlag veröffentlichen möchtest.

Doch wie ich schon oben schrieb, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Er wird schon zusehen, dass er seine Ausgaben rein bekommt und mit Dir auch Gewinne macht. Und das geschieht über den Buchpreis. Hier ein kleines Beispiel, was ich damit meine (dafür nehme ich gerade Zahlen und ignoriere irgendwelche genauen Berechnungen und Steuern und ähnliche Dinge, ich bitte diese Vereinfachung zu entschuldigen):

Nehmen wir an, Dein Buch kostet 9,90 € (der Standardpreis für viele Bücher). Nach Abzug aller Steuern und was da noch alles kommt, stehen dem Verlag 8,00 € zur Verfügung (wie erwähnt, ich vereinfache das hier jetzt extremst, damit Du Dir ein Bild machen kannst).

Von diesen 8,00 € bekommst Du, sagen wir einfach mal, einen ganzen Euro. Die Restlichen 7,00 € nutzt der Verlag, um die ganzen Kosten, welche die Veröffentlichung Deines Romans gekostet hat, zu decken. Und natürlich möchte Dein Verlag an Deiner Geschichte auch etwas verdienen. Einerseits für den Gewinn am Ende des Jahres und auch, um andere Schriftsteller*innen die Veröffentlichung zu ermöglichen. Denn auch bei diesen tragen sie das finanzielle Risiko. Und Du hilfst dem Verlag dabei, dieses entsprechend auch zu schultern.

Aber davon merkst Du letztendlich gar nichts, weil Du dieses Geld ja nie siehst. Du siehst diesen einen Euro und gut ist. Wobei man natürlich sagen muss, wenn Du ein Euro kriegst, kann das durchaus viel sein. Denn bei vielen Verlagen kann es durchaus sein, dass Du zehn Prozent vom Bruttopreis des Buches bekommst. Das wären dann 99 Cent. Und davon musst Du dann noch eventuell Steuern bezahlen. Damit hättest Du weniger als diesen einen Euro. Schau Dir also ruhig den Vertrag genau an.

Leider gibt es nicht umsonst den Spruch: Bei einem Verlag können alle von dem Roman leben, nur nicht die Person, die ihn geschrieben hat. Für sehr viele eine traurige Wahrheit.

Wächterfunktion Agentur

Willst Du bei einem großen Verlag veröffentlichen (ich meine wirklich die Verlage, deren Namen Dir aller Wahrscheinlichkeit sofort einfallen), dann kommst Du an sie direkt selbst immer schlechter heran. Denn die Verlage werden mit Manuskripten förmlich überschwemmt, sodass sie nur noch Manuskripte nehmen, welche von Agenturen vorgestellt werden.

Wenn man es so will, musst Du Dich also zwei Mal bewerben. Einmal bei der Agentur. Und dann bewirbt sich die Agentur für Dich beim Verlag. Wobei ich wohl nicht schreiben muss, dass die Agentur auch etwas von Deinem Kuchen abhaben will. Gehen wir davon aus, dass Du den einen Euro bekommst, den ich oben erwähnte. Dann wollen die meisten Agenturen davon zwischen 15 bis 20 Prozent haben (das sind die gängigsten Preise, die ich kenne).

Das bedeutet, dass eine gute Agentur Dir hilft, dass Du bei den großen Verlagen Fuß fassen kannst. Gleichzeitig heißt das auch, dass sich Dein Gewinn noch einmal schmälert.

Dein Autor*innenstatus

Tatsächlich kenne ich niemanden, die oder der daran zweifelt, dass Du mit einer Verlagsveröffentlichung Autor*in bist. Das liegt wohl auch an der Tradition und das persönliche Gefühl, welche man mit dem Verlag verbindet.

Seit Jahrhunderten haben sich Verlage darum gekümmert, dass ein Buch veröffentlicht wird. Daher kann man schon behaupten, dass dies ins Fleisch und Blut der Lesenden übergegangen ist. Verlage veröffentlichen Autor*innen.

Abschlussgedanken zum Verlag

Wenn Du über einen Verlag veröffentlichst, musst Du Dir weniger Gedanken zu vielen Themen machen. Du bekommst eine Lektorin gestellt, das Cover und die Werbung werden häufig auch eingeleitet. Doch gerade am Anfang musst Du eine Menge mithelfen, damit sich der Erfolg für Dich wirklich einstellt. Denn das Budget für Deine Werbung kann gerade am Anfang Deiner Karriere eher klein ausfallen. Da bist Du gefragt.

Doch egal wie es hinter den Kulissen aussieht, nach außen hin erziehlst Du die größte Wirkung, wenn Du sagst, ich habe bei dem und dem Verlag veröffentlicht. Oder wie auch immer Du Dich am Ende selbst vorstellst.

Vor- und Nachteile

Nachteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du hast kein Mitspracherecht beim Cover.
    Denn Dein Verlag möchte die optimale Wirkung erzielen und beauftragt entsprechend Spezialist*innen mit dieser Arbeit.
  • Du bekommst nicht den ganzen Gewinn ausgezahlt, sondern nur einen Teil.
    Der Rest geht an den Verlag.
  • Im Rahmen des Veröffentlichungsprozesses hast Du ebenfalls kein Mitspracherecht.
    Das betrifft Lektorat und Korrektorat, aber auch wann Dein Roman veröffentlicht wird.
  • Der Verlag hat immer noch eine gewisse Wächterfunktion – Dein Manuskript kann daher abgelehnt werden (was zwischenzeitlich bei der Menge sogar wahrscheinlicher ist).
  • Eine Veröffentlichung kann, nach der Zusage, bis zu einem Jahr dauern. Gelegentlich sogar Länger.
  • Und Punkte, die mir spontan nicht einfallen wollen.

Vorteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du kannst Dich auf den Schreibprozess konzentrieren, um den Rest kümmert sich Dein Verlag.
  • Du erhälst die Gelder, die Dir wirklich zustehen (laut Deinem Vertrag).
  • Es ist nicht notwendig in Vorkasse zu gehen, um Dein Manuskript zu veröffentlichen.
  • Dein Buch kommt in den Buchhandel.
  • Für viele bist Du nur dann eine Schriftsteller*in, wenn Du in einem Verlag veröffentlicht hast – das hast Du damit erreicht (siehe oben).
  • Und Punkte, die mir auch hier spontan nicht einfallen.

Selfpublishing

Selfpublishing ist erst in den letzten Jahren zu einem Wort der Öffentlichkeit geworden. Dabei ist das Selbstverlegen keine neue Erfindung. Tatsächlich haben Goethe und Heine auch im Selbstverlageinige Werke veröffentlicht.

Der Anbieter BoD ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Und auch viele andere Anbieter gibt es. Doch erst mit amazon Creatspace ist das Selbstverlegen auf einer neuen Stufe angekommen. Und das bedeutet für Dich ganz klar, dass Du nun eine zweite Möglichkeit bekommen hast, Deine Geschichte zu Deinen Leserinnen und Leser zu bringen. Und das durchaus mit positiven Erfolgen.

Was bedeutet jetzt genau Selfpublishing?

Selfpublishing bedeutet ganz klar, Du kümmerst Dich um alles. Vom Schreiben des ersten Satzes, bis hin zur Überarbeitung, die Suche nach dem geeigneten Lektorat und Korrektorat, Cover, Titel und die Veröffentlichungswege. Und ja, das alles bezahlst Du auch aus eigener Tasche.

Das bedeutet also, dass Du Dich nicht nur auf das Schreiben konzentrieren kannst, sondern auch auf das alles, was danach kommt. Und Du musst um einiges mehr delegieren oder auch organisieren. Immerhin will der Fiskus Steuern von Dir haben. Also musst Du Dich um die Buchhaltung kümmern. Oder auch Marketing, wie machst Du am besten Werbung. Und vieles mehr. Das alles, was vielleicht ein Verlag übernehmen würde (ich kenne nicht alle Leistungen eines Verlages, was sicherlich auch Verhandlungssache ist), musst Du Dich selbst darum kümmern.

Mit diesem Kostenrechner kannst Du mal sehen, wie viel Dich so ein professionelles Buch kosten kann (nicht muss!). Du kannst ja mal aus Spaß die Kosten berechnen und dabei verschiedene Variablen eingeben. Natürlich kannst Du bei einigen Punkten sparen und bei anderen mehr Geld ausgeben. Aber dieser Rechner sorgt erst einmal, dass die große Überraschung, wenn Du Dich auf dieses Abenteuer einlässt, ausbleibt. Denn Du kannst sehen, dass durchaus dreistellige Summen im höheren Bereich zusammenkommen können.

Zwischenzeitlich hat Katrin Ils ein Video veröffentlicht, was sie die Veröffentlichung kostet. Auch hier lohnt sich ein Blick:

Warum sollte ich denn diesen Weg gehen?

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, warum Du bitte schön diesen Weg gehen sollst. Denn es bedeutet nicht nur sehr viel Arbeit und damit auch sehr viel Selbstdisziplin. Sondern auch, dass Du ab sofort anfängst zu sparen, damit Du die Kosten stemmen kannst. Und der Erfolg ist ja auch nicht gewiss. Vor allem, Du kannst das finanzielle Risiko auf niemanden anderen abwälzen. Denn, wenn man es so will, Du selbst trägst die finanziellen Risiken zu einhundert Prozent.

Wenn ich die Gründe von Autorinnen und Autoren lese, die im Selfpublishing veröffentlichen, dann kommen häufig zwei Argumente immer und immer wieder:

  1. Die (kreative) Freiheit.
    Bei einem Verlag kann es passieren, dass Dein Roman deswegen nicht genommen wird, weil es der aktuellen Mode nicht entspricht. Vor einigen Jahren waren Vampirromane der letzte Schrei. Wer was auf sich hielt, hat die Untoten ins Rennen geschickt. Wolltest Du aber, zum Beispiel, über Werwölfe schreiben, konnte es durchaus passieren, dass Du nicht genommen wurdest.
    Doch dann passierte es, dass die Vampire nicht mehr gewollt wurden und die anderen Wesen waren auf einmal sehr begehrt. Dumm nur, wenn Du dann doch über Vampire schreiben wolltest.
    Wenn Du aber selbst Deine Romane veröffentlichst hast Du keine Einschränkugen. Du kannst heute einen Vampirroman schreiben, morgen einen Krimi und nächste Woche einen Fantasyroman (um es mal bildlich zu beschreiben). Du hast die vollständige kreative Freiheit über Deine Arbeit.
    Und weitere Freiheiten sind auch, dass Du entscheiden kannst, mit wem Du zusammenarbeiten möchtest. Dir gefällt eine Lektorin nicht? Dann kündige die Arbeit mit ihr und such Dir jemand anderen. Du schwärmst von einem bestimmten Cover? Dann kauf ihn Dir, lass ihn anpassen und gut ist. Und Du kannst sogar entscheiden, wo Du veröffentlichen möchtest. Bei amazon, bei BoD oder bei anderen Anbietern.
  2. Mehr vom Verkaufspreis
    Je nach Distributor bekommst Du teilweise bis zu 70 Prozent des Preises, den Du selbst bestimmen kannst. Und wenn Du noch gute Werbung machst, Dich um Dein Marketing kümmerst und eine gewisse Anzahl von Verkäufen vermelden kannst, ist es durchaus möglich, dass Du die Kosten rausbekommst und sogar noch Gewinn machst.
    Wichtig ist natürlich, dass Du Dich um Dein Baby kümmerst und immer wieder nach außen trittst. Aber wenn, dann kann es passieren, dass Du von dieser Arbeit sogar leben kannst. Das ist leider nicht immer möglich, wenn Du Dich für den Verlagsweg entscheidest.

Durch diese Freiheiten kann es natürlich sogar passieren, dass Du einen Trend setzt. Das betrifft die Art der Geschichten die Du schreibst oder die Art der Werbung, die Du machst. Es kommt in erster Linie darauf an, wie viel Mut Du an den Tag legst.

Natürlich trägst Du auch alle Konsequenzen für die Entscheidungen, die Du triffst. Es gibt niemanden (außer Deine Familie und Deine Freunde, wenn überhaupt), die oder der Dir Deinen Rücken stärkt. Setzt Du Deine Geschichte in den Sand, musst Du damit leben. Hast Du Erfolg, musst Du auch damit leben (was aber sicherlich leichter ist). Aber egal wie Dein Weg aussehen mag, Du gehst ihn hier komplett alleine (mit der Unterstützung Deiner PartnerInnen, die letztendlich von Dir pünktlich und in vollem Umfang bezahlt werden wollen).

Immer mehr wanderen von den Verlagen ab

Da ich mich mit dem Thema Selfpublishing schon seit einigen Jahren beschäftige, bekomme ich viele Meinungen von Autorinnen und Autoren mit, welche diesen Weg gegangen sind oder gehen. Und dabei kommen ungewöhnliche Geschichten zusammen, wo ich selbst nur staunen kann.

So las ich vor einigen Jahren, dass eine Autorin ihren Roman in einem Kleinverlag veröffentlich hatte. Während dieser Zeit hat sie etwa zweitausend Euro verdient (ich glaube, der Verlag hatte für zwei Jahre die Rechte inne). Als sie die Veröffentlichungsrechte zurückbekommen hat, entschied sie sich die Geschichte neu zu veröffentlichen, eben im Selfublishing. Diese zweitausend Euro hat sie in den ersten zwei bis drei Monate verdreifacht. Ein gewaltiger Unterschied.

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum immer mehr Autor*innen sich sagen, schön das ich bei einem Verlag bin, aber ich habe dadurch mehr Nachteile als Vorteile, ich bin dann mal weg. So erzählte eine Autorin von einer Kollegin, die erst im Selfpublishing veröffentlicht hat, dann einen Verlag fand und nach den Erfahrungen mit diesem reumütig zum Selfpublishing zurückkehrte. Für sie hat sich dieser Ausflug aus diversen Gründen nicht gelohnt.

Stopp – Bitte keine Seifenblasen aufbauen

Auch wenn sich hier alles so toll liest, sei bitte realistisch, wenn Du diesen Weg gehen möchtest. Denn es ist halt harte Arbeit und Du musst das wirklich alles alleine tragen. Und nur weil es tolle Geschichten von Autorinnen und Autoren gibt, welche finanzielle Freiheiten erlangt haben, bedeutet das nicht, dass es wirklich für alle gilt. Das sei Dir bitte immer bewusst. Ich gönne Dir jeden Erfolg, den Du bekommst. Aber der ist nicht selbstverständlich.

Der negative Ruf

Leider hat Selfpublishing einen noch immer negativen Ruf. Ich bin mir sicher, dass Du auch schon mal davon gehört hast, Dein Manuskript war nicht gut genug für einen Verlag, also hast Du ihn selbst veröffentlicht. Das wird schon seine Gründe haben. Und noch heute denken viele Leute so. Dabei entscheiden sich viele Autor*innen gleich von Anfang an dafür, es überhaupt nicht bei einem Verlag zu versuchen. Sie gehen gleich den Weg des Selfpublishing und veröffentlichen hier. Das wird aber sehr gerne von den Kritiker*Innen übersehen, leider.

Weiterhin glauben viele, dass die Autor*innen, die diesen Weg gehen, sowieso nur mangelhafte Ware abliefern. Aus diesem Grund sind sie seltener bereit einen höheren Preis für das Buch zu bezahlen, im Gegensatz zu einem Verlagsbuch. Dass die Autor*innen sich teilweise sogar noch intensiver um ihr Manuskript kümmern (das betrifft leider nicht alle Autor*innen, aber doch sehr viele und sie werden immer mehr), übersehen sie gerne. Dem ist aber durchaus so. Und natürlich wollen sie auch dafür entsprechend entlohnt werden. Aber noch ist das Thema Selfpublishing nicht so in der Gesellschaft angekommen, wie man es sich wünschen kann. Aber ich denke, das ist eine Frage der Zeit und wie sich die entsprechenden Autorinnen und Autoren geben.

Bedauerlicherweise machen es einige Autor*innen entsprechende Ambitionen zunichte, wenn sie Plagiate veröffentlichen. Natürlich hat die Entscheidung einer Autorin oder eines Autors nichts mit allen anderen zu tun. Das Problem ist aber, dass viele das nicht so sehen. Wenn eine Autorin, die zudem noch eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, zugibt, Werke abgeschrieben zu haben (also eben ein Plagiat veröffentlichten), dann heißt es bei vielen, natürlich Selfpublishing, die veröffentlichen ja alle Müll oder gestohlene Sachen oder was auch immer. Dabei gibt es durchaus Geschichten über Plagiate bei Verlagen. Die interessiert nur kaum jemanden.

Gerade weil sich viele nicht vorstellen können, wie es die Autor*innen schaffen, innerhalb kürzester Zeit eine hohe Anzahl von Büchern zu veröffentlichen. Dabei vergessen die Leute, einige dieser Autor*innen vor der ersten Veröffentlichung einige Bücher vorgeschrieben haben, auf diese sie dann zurückgreifen können. Weiterhin haben sie nicht die lange Veröffentlichungszeit eines Verlages (da kann es bis zu einem Jahr dauern, bis ein Manuskript veröffentlicht wird, was an der Planung liegt). Diese Zeiten muss eine Selfpublisherin nicht einhalten. Sie kann veröffentlichen so oft und soviel sie will.

Lesetipp: Schau mal bei dem Projekt “12 in 12” der Autorin J. Vellguth rein. Dort wirst Du sehen, dass es, theoretisch sogar möglich ist, innerhalb eines Jahres zwölf Bücher zu veröffentlichen.

Dein Autor*innenstatus

Nach den negativen Geschichten von oben kannst Du Dir sicherlich vorstellen, dass es um den Autor*innenstatus nicht gut bestellt ist. So verweigern einige schlichtweg Autor*innen im Selfpublishing anzuerkennen. Einige Autor*innenvereinigungen wollen diese auch nicht bei sich haben. Es muss eine Verlagsveröffentlichung sein. Ansonsten darf man nicht dabei sein.

Aber ich sag ganz klar, auch Selfpublisher*innen sind Autor*innen. Sie schreiben eine Geschichte, welche veröffentlicht wird. Was will man mehr? Die meisten sind sogar zwischenzeitlich so professionell, dass sie sich ein Lektorat/Korrektorat besorgen. Und ihr Marketing kann gelegentlich so gut sein, dass man nur zu staunen vermag.

Mit anderen Worten lass Dir bitte nicht einreden, Du seist kein*e Autor*in. Das bist Du nämlich sehr wohl.

Abschlussgedanken Selfpublishing

Auch wenn dieser Weg durchaus eine große Herausforderung ist, so kann sie sich für viele durchaus lohnen. In erster Linie aufgrund der vielen Freiheiten, die Autor*innen dabei bekommen, aber auch aufgrund der höheren Entlohnung, die sie pro verkauftem Buch erhalten.

Es lohnt sich also durchaus sich mit diesem Weg zu beschäftigen, wenn Du Dir überlegst, wie Du Deine Geschichte veröffentlichen möchtest. Gerade dann, wenn Du eine ungewöhnliche Geschichte schreibst, wäre es möglich, dass Du mit diesem Weg um einiges mehr erreichst, als wenn Du den traditionellen Weg beschreitest (also die Verlagsveröffentlichung).

Vor- und Nachteile

Nachteile des Selfpublishing:

  • Du musst Dich um alles selbst kümmern.
  • Du bist nicht nur Schriftsteller*in, sondern auch eine kleine Unternehmer*in (nicht unbedingt in diesem Sinne, aber im Bereich, dass Du die Buchhaltung machen musst, Marketing und so weiter).
  • Die Kosten musst Du im Voraus bezahlen.
  • Sollte Dein Roman ein Flop werden, trägst Du allein die Kosten und daher das komplette Risiko.
  • Und einige weitere Punkte.

Vorteile des Selfpublishing:

  • Du hast die komplette künstlerische Freiheit in allen Belangen.
  • Du kannst entscheiden, wann Du was schreibst, veröffentlichst und wie Du es bewirbst und ob überhaupt.
  • Wenn Du Experimente wagen willst, ist es leichter diesen zu wagen und umzusetzen.
  • Du brauchst nicht nach dem Markt zu schreiben (was also die Verlage vorgeben), sondern kannst nach der eigenen Nase schreiben (nach dem eigenen Geschmack).
  • Wenn Dein Roman ein Erfolg wird, trägst Du den kompletten Gewinn alleine.
  • Und noch so einige Punkte.

DKZV

Ein Hinweis vorneweg: Finger weg vom DKZV!!!
Oder ausgeschrieben: Druckkostenzuschussverlag!!!

Was ist ein DKZV?

Der Druckkostenzuschussverlag oder auch Selbstkostenverlag ist eine Variante des veröffentlichen, der keinen guten Ruf genießt. Doch was ist das genau?

Das Wichtigste vorneweg: Auch wenn ein Druckkostenzuschussverlag sich auf die Fahnen schreibt, sie seien ein Verlag, sind sie es nicht. Das liegt schlichtweg daran, dass die Bezeichnung Verlag nicht geschützt ist (es also keine Definition gibt, was ein Verlag ist bzw. nicht ist). Daher kann sich jedes Unternehmen, dass ein Buch veröffentlicht, als Verlag bezeichnen. Im Folgenden werde ich zwar vom DKZV schreiben (also dem Kürzel), aber ich möchte betonen, dass wir es hier nicht mit einem Verlag zu tun haben.

Ein DKZV sollte man eher als einen Dienstleister betrachten, der so tut, als sei er ein Verlag. Wie ich oben beschrieben habe, übernimmt ein Verlag sämtliche Kosten, die anfallen. Vom Lektorat bis hin zum Cover und auch die Werbung. Und damit trägt dieser das finanzielle Risiko, wenn sie eine Fehlentscheidung getroffen haben. Also wenn sie eine Geschichte veröffentlicht haben, die einfach nicht gut genug ist, um ein Bestseller zu werden.

Wenn Du Dich entscheidest, bei einem DKZV zu veröffentlichen, dann kann es noch sein, dass die Prüfung Deines Manuskripts kostenfrei ist (wie bei einem Verlag). Doch dann wird Dir ein Angebot gemacht, wo mir durchaus das hören und sehen vergangen ist, als ich von einigen Beispielen gelesen habe.

Denn Du als Autorin bzw. als Autor trägst alle Kosten selbst, die dann im Rahmen der Veröffentlichung entstehen. Lass ruhig mal diesen Satz auf Dich wirken: Du trägst wirklich sämtliche Kosten alleine.

Jetzt wirst Du Dir sagen, Moment, wenn ich mich für den Weg des Selfpublishing entscheide, bezahle ich doch auch alles. Wo ist also das Problem?

Wenn man so argumentiert, gebe ich Dir erst einmal recht. Erst einmal! Aber wenn wir uns die Sache genauer ansehen, wirst Du verstehen, warum viele Personen, Seiten und Vereine vor diesen Pseudoverlagen warnen.

Kommen wir zu den Kosten und damit zum Problem der Angelegenheit

Ein Verlag verlangt keine Kosten, sondern bezahlt Dich (im Idealfall) sogar, wenn Du Dein Manuskript in deren Hände gibst. Damit überträgst Du nicht nur das Recht zur Veröffentlichung dem Verlag, sondern eben auch das finanzielle Risiko. Beim DKZV hingegen überträgst Du auch das Recht zur Veröffentlichung, das finanzielle Risiko behältst Du aber. Und da ist der Hund begraben.

Denn ein DKZV ist eben kein Verlag. Denn Verlag kommt vom verlegen bzw. vom Vorlegen. Eben die Kosten, einen Vorschuss und die weiteren Punkte (entschuldige, wenn ich mich hier gerade ein wenig wiederhole). Diese Erklärung wirst Du im Internet immer wieder lesen. Und das stimmt auch.

Ein DKZV bittet zur Vorkasse. Und zwar mit Summen, wo Dir die Spucke wegbleibt. Ich habe von tausend Euro gelesen, bis, ja, Du liest richtig, zehntausend Euro. Und das für einen einzigen Roman. Wenn Du den obigen Preisrechner ausprobiert hast, wirst Du feststellen, dass eine professionelle Veröffentlichung so um die 1.500 Euro kosten mag (je nachdem welche Leistungen Du in Anspruch nimmst). Woher nimmt also der DKZV diese Summen?

Darüber lässt sich letztendlich spekulieren. Aber in den Paketen bekommst Du irgendwelche Versprechungen, die selten wirklich zu einem richtigen Bucherfolg führen.

Welche Versprechungen Sie Dir geben (eine Auswahl)

Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Sie veröffentlichen Dein Buch garantiert.
    Gut, das hört sich erst einmal harmlos an. Aber eigentlich sollte das selbstverständlich für ein Verlag sein, dass sie Dein Buch veröffentlichen (wenn sie es angenommen haben).
  • Hinweis auf deren Homepage
    Auch das sollte selbstverständlich sein. Immerhin wollen sie mit Dir zusammenarbeiten. Aber wer liest schon deren Homepage? Das ist die größere Frage. Wichtiger wäre es, wenn Dein Verlag bei den gängigen Onlineshops veröffentlicht wird und bei diversen Buchblogs (gerade die, mit einer sehr hohen Klickrate).
  • Dein Buch im Buchhandel
    Es gibt diverse Berichte im Internet, wo der Buchhandel gefragt wurde, ob sie Romane aus einem DKZV haben. Das wurde meistens verneint. Das mag unter anderem wohl daran liegen, dass niemand von diesem Psuedoverlag im Buchhandel auftaucht, um das Programm zu bewerben (ja, auch Verlage putzen klinken).

Auch gibt es Werbung, dass Du im Paket einen Fernsehauftritt bei einem Sender hast, von dem Du aller Wahrscheinlichkeit noch nie gehört hast. Und wenn Du noch nie davon gehört hast, warum sollten es bei Deinen potenziellen Leserinnen und Leser anders sein?

Wenn das für Dich attraktiv anhört, dann lies Dir bitte den folgenden Bericht durch.

Ein Beispiel aus dem DKZV

Vor Jahren war ich noch in einem kleinen Schreibforum sehr aktiv. Dort erzählte eine Autorin, dass ihr Bekannter bei einem DKZV veröffentlicht hat. Er soll wohl ziemlich über Agenturen und Verlage geschimpft haben, weil er der Meinung war, sie würden nur abzocken und sein hart verdientes Geld haben wollen (die oben erwähnten 15 bis 20 Prozent für die Agentur und dann noch die Summen, die ein Verlag haben möchte). Aus diesem Grund habe er sich für den Weg des DKZV entschieden.

Und immerhin verdient er mit der Veröffentlichung des fünften Buches (!) auch Geld.

An dieser Stelle sei angemerkt, wenn ich bei einem angeblichen Verlag erst ab dem fünften Buch Geld verdiene, dann läuft etwas schief. Denn bei einem richtigen Verlag oder im Selfpublishing verdiene ich mit dem ersten verkauften Exemplar mein Geld. Und nicht erst nach gut fünftausend verkauften Büchern (eine durchschnittliche Auflage kann sich so um 1.000 Bücher drehen).

Wilde Geschichten des DKZV

Es gibt verschiedene Pseudoverlage und einige von denen erzählen wirklich haarige Geschichten, warum man unbedingt bei ihnen veröffentlichen soll. Unter anderem wird dabei den Verlagen vorgeworfen, sie setzen ihre Autorinnen und Autoren unter Druck, damit die Verwandten und Freundschaften die Bücher kaufen sollen. Oder sie überhaupt nicht über die Vertragdetails erzählen dürfen. Und weitere Geschichten, wo man nach dem eigenen Aluhut sucht (Verschwörungstheorien lassen grüßen).

Wenn Du also auf eine Seite kommst, wo steht, dass Du nur mit einem DKZV eine Möglichkeit auf eine Veröffentlichung hast, dass Verlage Neulingen keine Chance gibt oder Du nur einen Teil der Kosten zu tragen hast, dann tue Dir selbst einen Gefallen – schließ die Seite.

Lies Dir gerne einfach mal einige Beschreibungen der Verlage durch, ich denke, Du wirst wunderbar schmunzeln können.

Vorteil, Verlagsbegriff

Auch wenn das Wort “Verlag” nicht definiert und nicht geschützt ist, erzeugt er viele positive Gefühle. Eben aus historischen Gründen. Daher benutzen zweifelhafte Verlage ebenfalls dieses Wort. Um diese positiven Gefühle auf sich zu übertragen.

In diesem Fall sollten sie ehrlich sein und sich als Dienstleister bezeichnen. Denn, über kurz oder lang, sind sie das nämlich.

Verbranntes Manuskript – Verbrannte Autorin und verbrannter Autor

Vielleicht hast Du schon mal gehört, dass Dein Manuskript verbrannt ist, wenn Du es im Internet veröffentlicht hast. Das bedeutet also, dass ein Verlag sich nicht mehr dafür interessieren mag, wenn es irgendwie online schon mal stand (auch wenn Du es gelöscht hast). Das mag sein.

Aber es ist so gut wie sicher, dass sowohl Dein Manuskript und aller Wahrscheinlichkeit sogar Du als Autorin für einen seriösen Verlag nicht mehr interessant bist, wenn Du einen solchen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Denn immerhin hast Du für eine Verlagsveröffentlichung bezahlt. Und die anderen Verlage kennen die schwarzen Schafe ihrer Branche sehr gut. Wenn sie also lesen, Du hast bei dem Verlag XYZ veröffentlicht, dann bist Du automatisch nicht mehr für sie interessant. Und das bedeutet für Dich nicht nur harte Arbeit, sondern eine fast unüberwindliche Hürde, um bei den Verlagen noch ernst genommen zu werden.

Kleiner Tipp: Erwähne das einfach nicht und such Dir einen neuen Pseudonym. Dann kannst Du das alles noch retten.

Wie erkenne ich ein DKZV Angebot?

Es gibt Hinweise, die sehr wahrscheinlich auf einen Pseudoverlag hinweisen. Hier sind die drei wahrscheinlichsten Punkte:

  • Verlag sucht Autor (bzw. Autorin)
    Natürlich ist dieser Hinweis nicht automatisch mit einem DKZV zu verbinden. Denn viele kleine Verlage suchen auch Autorinnen. Doch wenn Du das liest, solltest Du schon einmal aufhorchen.
    Die meisten Verlage geben Hinweise darauf, wie Du Dein Manuskript einreichen kannst. Aber sie fordern Dich nicht (immer) explizit auf, das auch zu tun. Denn je größer ein Verlag ist, desto mehr unverlangte Manuskripte liegen ihnen vor. Daher arbeiten die großen Verlage eher mit Agenturen zusammen, als das sie noch Direktbewerbungen annehmen.
    Kleine Verlage hingegen nehmen gerne Manuskripte an, weil sie ihr Angebot ausbauen wollen. Aber sie weisen meistens noch darauf hin, dass Dir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kosten entstehen. Solltest Du daran Zweifeln, schreib dem Verlag eine freundliche Mail und erkundige Dich nach den Kosten. Oder recherchiere im Internet nach dem Verlag. Dort findest Du aller Wahrscheinlichkeit Hinweise, ob es sich bei Deinem Wunschverlag um ein DKZV handelt.
  • Du bezahlst nur einen Teil der Kosten.
    Viele DKZV reagieren auf die kritischen Berichte im Internet und behaupten, dass man nicht mehr die kompletten Kosten bezahlt, sondern nur noch ein Teil. Auch das ist schon zu viel, wenn sie sich weiterhin als Verlage hinstellen. Dann sollen sie ehrlich sein, sich als Dienstleister bezeichnen und schon ist das Problem aus der Welt geschaffen. Doch solange sie von Dir Geld verlangen und sich als Verlag hinstellen, ist das durchaus ein Hinweis, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vermeide also deren Angebot.
  • Wir bringen Sie in den Buchhandel, auf unsere Homepage, groß raus!
    Wie oben schon beschrieben, der Buchhandel hört selten bis gar nichts von solchen Pseudoverlagen. Aus diesem Grund ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass gerade Deine Geschichte im Buchhandel landet.
    Weiterhin sollte es selbstverständlich sein, dass Dein Buch auf deren Homepage landet. Immerhin hast Du bei denen veröffentlicht. Aber wer liest schon solche Seiten, wenn man den Verlag nicht kennt? Daher wären andere Seiten (wie oben erwähnt, Onlineshops oder Buchblogs) um einiges interessanter.
    Und einen Erfolg kann ein Verlag nicht garantieren. Es gibt zwar Faktoren, welche den Erfolg begünstigt, aber wenn man die großspurig verspricht, dass Du die nächste Bestsellerautorin wirst, geh noch einmal in Dich und frag Dich, ob das wirklich seriös ist.

Wie sieht es hier mit Deinem Autor*innenstatus aus?

DKZV werden von den meisten zwischenzeitlich abgelehnt. Häufig fehlt es an der Qualität des Lektorats und Korrektorats. Zudem haben viele Lesende selbst ein Gespürt entwickelt, dass man einem DKZV nicht vertrauen sollte.

Meistens richtet sich die Ablehnung jedoch nicht gegen die Autor*innen, sondern gegenüber dem sogenannten Verlag. Und in meinen Augen sind die Personen, die über einen DZKV veröffentlichen, trotzdem Autor*innen. Sie haben eine Geschichte geschrieben und einen zweifelhaften Weg gewählt, diese zu veröffentlichen.

Selbst wenn das Werk mies sein sollte (seien wir ehrlich, auch Verlage und Selfpublisher*innen können zuweilen miese Geschichten veröffentlichen), ändert das nichts am Status. Hier wurde geschrieben.

Abschlussgedanken zum DKZV

Beim besten Willen, ich kann eigentlich nichts gutes über den DKZV schreiben. Das liegt wohl daran, dass sie kein Angebot haben, dass Du nicht über gute Dienstleister bekommst. Und zwar für weniger Geld. Leider sprießen gerade in letzter Zeit mehr solcher Pseudoverlage aus dem Boden, als früher. Manche vermuten, dass es daran liegt, das durch das Selfpublishing die Hemmschwelle für eine Veröffentlichung zu bezahlen, geringer geworden ist.

Bevor Du Dich für einen DKZV entscheidest, solltest Du lieber die oben beiden Varianten probieren oder lieber Deine Geschichte im Internet kostenfrei veröffentlichen. Alles andere ist eher selbstzerstörerisch.

Vor- und Nachteile

Nachteile des DKZV:

  • Du trägst alleine das finanzielle Risiko – obwohl Du in einem Verlag veröffentlichst.
  • Du zahlst meist mehr, als Du es vielleicht im Rahmen des Selfpublishing oder bei einem Diensleister (wie zum Beispiel BoD) tun würdest.
  • Dein Roman und eventuell sogar Dein Name kann für seriöse Verlag verbrannt sein, wenn Du in einem DKZV veröffentlichst.
  • Dein Manuskript wird genommen – egal wie gut oder wie schlecht es ist (und das sehe ich nicht gerade als Werbung an).
  • Und noch so einiges mehr.

Vorteile des DKZV:

  • Dein Buch wird veröffentlicht – mehr oder weniger.

Abschlussgedanken zum gesamten Beitrag

Du hast heutzutage die große Auswahl zwischen verschiedenen Verlagen (von den großen Verlagen, bis hin zu den kleinen Verlagen, Indieverlagen und noch vielen mehr), an die Du Dein Manuskript schicken kannst. Wenn sie Deine Geschichte nicht nehmen oder Du gar nicht die Enge des Verlagslebens haben möchtest, gibt es noch die Alternative der Selbstveröffentlichung. Und dort hast Du sogar noch mehr Möglichkeiten, als Dir jetzt vielleicht bewusst ist.

Das sind auch die einzigen Wege, die ich Dir ans Herz legen kann. Denn DKZV’s sind einfach keine alternative. Daher wiederhole ich mich in diesem Fall sehr gerne: Bitte, bitte Finger weg vor DKZV’S. Sie sind keine gute Alternative zu einer Veröffentlichung.

Informiere Dich daher, welcher Verlag für Dich infrage kommt oder wie das mit dem SelfPublishing funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass Du Dein Weg machen wirst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Dürfen Autor*innen noch andere Bücher rezensieren?

Dürfen Autor*innen noch andere Bücher rezensieren?

Vielleicht mag diese Frage für Dich ein wenig seltsam lesen, aber letztes Jahr wurde tatsächlich diese Frage mal auf Twitter gestellt. Sofort antwortete ich, warum soll das denn nicht möglich sein. Doch dann kam ein Einwand, dass die Antwort doch nicht so leicht ist, wie man meinen mag.

Rezensionen

Kurze Vorgedanken

Wer Geschichten schreibt, soll lesen. Zumindest ist Stephen King der Meinung, dass man nur gut schreiben kann, wenn man viel liest. Und wenn man viel liest, entwickelt man auch eine Meinung zu den entsprechenden Büchern. Eben diese Meinung möchten einige dann auch kundtun.

Das bedeutet, dass sie auf Onlineportalen die Rezensionen schreiben oder sogar eigene Blogs aufbauen, um diese zu veröffentlichen. Und natürlich, auch Autor*innen, die andere Bücher rezensieren, sind Menschen. Das bedeutet, dass ihnen Bücher gut gefallen und andere nicht. Und wenn sie ehrlich zu ihren Blogleser*innen sind, dann werden sie auch genau DAS schreiben.

Da kann aber schon das Problem beginnen.

Rezensionen

Warum Du rezensieren kannst/solltest

Wenn Du Bücher liest, dann lernst Du automatisch dazu. Natürlich an Erfahrungen, weil Du ein anderes Leben gelesen und für einige Stunden sogar gelebt hast. Aber auch für Dein Schreiben. Du wirst sehen, was andere gut machen und was nicht. Und entweder entscheidest Du für Dich aktiv, dies für Deine Werke zu übernehmen. Oder Du überlegst Dir, für Dich und Deine Arbeit etwas nicht zu machen.

Daher empfiehlt es sich auf alle Fälle, so viel zu lesen, wie Deine Zeit hergibt.

Doch warum solltest Du es dann rezensieren?

Reflektion

Wenn Du eine Rezension schreibst, dann reflektierst Du noch einmal darüber, was Du gelesen hast. Was hat Dir gefallen und was nicht. Du denkst noch einmal nach, was Du gelesen hast und notierst Dir alles.

Eventuell machst Du Dir sogar schon während des Lesens Notizen und denkst darüber in Ruhe nach. Und dann trägst Du alles zusammen, um einen Beitrag zu schreiben. Damit kannst Du für Dich und für andere schreiben, warum ein Buch (nicht) lesenswert ist.

Aber in erster Linie ist die Rezension für Dich gedacht, damit Du selbst weißt, was Dir gefallen hat. Damit lernst Du am meisten. Daher empfehle ich Dir an dieser Stelle, Dir durchaus Notizen zu machen.

Warnung/Empfehlung

Wie oben schon erwähnt, kannst Du natürlich auch Bücher empfehlen oder Leser*innen warnen, bestimmte Bücher zu kaufen. Klar, das ist immer ein persönlicher Geschmack, ob ein Buch gut ist oder nicht. Aber wenn man gut argumentiert, dann kann man erklären, warum Du ein Buch empfiehlst oder den Leuten rätst, die Finger davon zu lassen.

Denn es gibt sie, Bücher die jede*r lesen muss. Und Bücher, die man am besten verbannen sollte (gefühlt). Daher ist es doch in Ordnung, wenn Du genau darüber schreibst.

Das Buch respektieren

Gut, die Überschrift hört sich vielleicht ein wenig albern an, aber lass es mich erklären.

Wenn man ein Buch ausgelesen hat, dann legen die meisten es zur Seite, suchen nach ein neuem Buch und fangen an dieses zu lesen. Dabei entschwindet die gelesen Geschichte und man vergisst schnell, was man gelesen hat.

War die Geschichte auch nicht wirklich einprägsam, kann es sein, dass man nach einigen Tagen noch nicht einmal mehr die Namen der Charaktere sagen kann. Zumindest ist es mir schon einige Male passiert. Bei einem oder zwei Bücher kann ich noch nicht einmal mehr mit Sicherheit sagen, ob ich sie überhaupt gelesen habe.

Wenn Du Dich aber hinsetzt und eine Rezension schreibst, sei es für Dich oder für Dein Blog, dann sieht das ein wenig anders aus. Noch einmal musst Du Dich mit der Geschichte auseinandersetzen und dann bleibt der Roman und die Charaktere in Deiner Erinnerung.

Solltest Du also einige Zeit oder auch Jahre später den Roman oder Dein Rezensionsbuch zur Hand nehmen, bleibt alles um einiges lebendiger. Natürlich nicht so, wie zu der Zeit, als Du das Buch gelesen hast. Aber eher, als wenn Du gar keine Rezension geschrieben hättest.

Und wenn Du die Rezension öffentlich machst, haben alle anderen auch etwas davon.

Unterstützung

Midlistautor*innen oder Selfpublisher*innen bekommen nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Dabei sind unter diesen Büchern wahre Perlen dabei.

Daher tut es gut, wenn für Sie Rezensionen geschrieben werden, damit potenzielle Leser*innen auf diese Werke aufmerksam werden. Und solltest Du einen gutlaufenden Blog haben, sieht die Außenwirkung natürlich noch einmal ganz anders aus.

Häufig findet man über Blogs kleine Perlen. Das tut den Autor*innen gut und die Leser*innen freuen sich. Tatsächlich sind viele Leser*innen müde von den ganzen Bestsellerlisten. Sie möchten daher Perlen jenseits von Klischees und Hitlisten lesen. Da kannst Du ihnen durchaus helfen (sofern Du eben diese Bücher liest).

Die Unterstützung kann sehr wertvoll sein. Und eventuell ergeben sich auch Kooperationen zwischen Dir und den Autor*innen. Man weiß ja nie.

Rezensionen

Warum Du keine Rezensionen schreiben solltest

Eigentlich gibt es keine Gründe, warum Du sie nicht schreiben solltest. Aber es gibt Gründe, warum Du sie nicht veröffentlichen solltest. Zumindest, wenn man den Leuten glaubt, die damit sogar entsprechende Erfahrungen gemacht haben.

Einschmeicheln

Wenn ich deutschsprachige Autor*innen gut bewerte und diese Bewertungen noch mit denen teile, könnte man doch auf die Idee kommen, dass man sich bei denen einschmeicheln will. Oder schreiben wir es direkter, man will sich einschleimen.

Häufig lese ich, dass zwischen Blogger*innen und Autor*innen eine besondere Verbindung herrscht. Man kennt sich, man mag sich, man tauscht sich aus. Trifft man sich auf Messen, dann umarmt man sich und hängt miteinander herum. Das finde ich schön. Andere hingegen könnten darauf eifersüchtig reagieren.

Und wenn Autor*innen das tun, dann wollen sie natürlich sich bei den anderen einschmeicheln. Gerade dann, wenn diese erfolgreicher sind, als man noch selbst.

Hochziehen lassen

Wenn ich mich also erfolgreich bei den anderen Autor*innen eingeschleimt habe, dann kommen wir zum nächsten Punkt. Bewege ich mich im Kreise von erfolgreichen Autor*innen, dann komme ich auch mit deren Fans ins Gespräch. So zumindest die mögliche Vorstellung.

Und wenn ich da mal bin, was könnte passieren? Na klar, ich werde empfohlen und meine Bücher werden gekauft. Damit werde ich dann entsprechenden Erfolg haben.

Jetzt kann es bei einigen das Gefühl aufkommen, dass es sich hierbei um ein sehr konstruiertes Beispiel handelt. Aber schau Dich mal im Internet um, wenn zwei Autor*innen miteinander in Kontakt treten. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich gegeneinander empfiehlt, ist dabei sehr groß.

Wenn ich also das von langer Hand vorbereite, dann kann ich auch in diesen Dunstkreis gelangen und entsprechend davon profitieren.

“Du bist ja nur neidisch!”

Die eben genannten Punkte beziehen sich darauf, wenn Du ein Werk gut bewertest. Aber was ist, wenn Dir ein Roman überhaupt nicht gefällt? Und Du es noch wagst, dies öffentlich zu machen?

Natürlich ist es nicht so, dass Du das Buch schlecht bewertet hast, weil es Dir nicht gefallen hat. Wie kommen wir nur darauf? Es liegt nur daran, dass Du neidisch bist. An nichts anderem.

Leider ist es im deutschsprachigen Raum so, dass man kein Werk oder Person negativ kritisieren kann, ohne dass dann gleich der Vorwurf des Neids kommt. Man kann förmlich die Uhr danach stellen.

Wenn Du also ein Buch negativ rezensierst, dann musst Du leider damit rechnen, dass sich irgendwer beschwert. Dabei ist es der Person egal, ob Du Recht hast oder nicht. Immerhin wagst Du es ja, den Liebling der besagten Person zu kritisieren. Das geht nun einmal gar nicht.

Rezensionen

Solltest Du nun schreiben oder nicht?

Natürlich kann man solch eine Frage nicht abschließend beantworten. Für mich selbst spricht sehr viel dafür, Rezensionen zu schreiben, als dagegen.

Natürlich ist es toll, wenn man mit anderen Autor*innen zusammenarbeiten könnte. Oder auch von denen empfohlen zu werden. Darüber will ich nichts Negatives sagen. Aber wenn ich ein Buch rezensieren, dann tue ich es aus eigenem Willen. Und nicht, weil ich mir dafür irgendwelche Vorteile erhoffe.

Und wenn ich ein Buch kritisieren möchte, dann tue ich es, weil ich das Buch nicht gut fand. Ganz bestimmt nicht, weil ich jemanden schlecht machen möchte oder gar neidisch bin.

Ja klar, es gibt Bücher, die würde ich auch am liebsten in der Luft zerreißen. Auch ich bin nur ein Mensch (meistens zumindest). Nur weiß ich mich zu benehmen und halte mich zurück.

Letztendlich musst Du das mit Dir ausmachen. Reicht Deine Leidenschaft dazu, dass Du regelmäßig nicht nur Bücher liest, sondern diese auch rezensieren möchtest (das verlangt ein Buchblog durchaus). Natürlich solltest Du gelegentlich auch mit etwas Gegenwind rechnen.

Aber ansonsten, wenn Du Lust darauf hast, leg doch einfach drauf los. Meine Empfehlung ist ganz klar, wenn Du eine Behauptung aufstellst, solltest Du diese belegen können. Und schreib ganz klar Deine eigene Meinung. Du kannst nur Deinen Geschmack darstellen. Und dieser muss nicht mit meinem übereinstimmen.

Sonst ist es wirklich so, entscheide für Dich, wie Du damit umgehen möchtest. Und dann leg los.

Rezensionen sind wichtig und können auch Spaß machen.
Rezensionen

Abschlussgedanken

Wie geschrieben, es gibt Punkte die dafür sprechen, dass auch Du als Autor*innen Rezensionen schreibst. Und eben, die dagegen sprechen. Auch wenn ich sicherlich noch nicht einmal alle Punkte angesprochen habe.

Auch wenn Du nicht Deine Rezensionen veröffentlichen möchtest, ich kann Dir nur empfehlen, sie trotzdem zu schreiben. Damit reflektierst Du das Buch noch einmal. Vor allem, was Du für Dich und Deine Arbeit übernehmen möchtest und was nicht.

Dabei wünsche ich Dir sehr viel Erfolg

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Mit diesem Beitrag lehne ich mich so richtig schön aus dem Fenster. Warum? Weil ich mich nur allzu gut kenne und weiß, wie ich reagiere, wenn ich eine schlechte Rezension bekommen würde. Daher ist er für Dich als Ratschlag und für mich als Mahnung gedacht.

Vorgedanken

Weißt Du, was ich Dir wirklich richtig wünsche? Wenn Dein erster Roman veröffentlicht wird, dass Deine allererste Rezension eine ausführliche und wunderbare fünf Sterne Rezension wird. Ausführlich, wohlwollend und auch hilfreich. Und das wirklich in jeglicher Hinsicht.

Denn eins ist sicher, sie wird bald kommen. Sie wartet sogar auf Dich. Im Schatten ruhend. Und sie wird zuschlagen, wenn Du es am wenigsten erwartest: die negative Rezension, die Rezension mit dem Angst Erfüllendem einem einzigen Stern. Oder womöglich ein herzzerreißender Verriss.

Niemals werden alle Leserinnen und Leser Dein Buch lieben. Das ist ein Fakt und sollte uns als Autor*innen nicht stören. Wir schreiben trotzdem weiter, und zwar für diejenigen, die unsere Bücher lieben. Aber es wird halt passieren, dass mal ein*e Leser*in sagt, dass das Buch ihr nicht gefallen hat und dieses nicht gefallen in einer negativen Rezension ausdrückt.

Und der Grund, warum ich Dir wünsche, dass Deine erste Rezension eine sehr ehrliche aber auch Positv ist, ist ganz einfach: Du sollst Dich immer an sie wohlwollend erinnern. Andere Bewertungen kommen und gehen, aber die Erste wird immer einen besonderen Platz in Deinem Leben einnehmen. Das ist ein Fakt. Vielleicht druckst Du sie Dir auch aus und rahmst sie ein. Wer weiß das schon. Und daher wäre es doch schön, wenn sie die glatte Punktzahl hat.

Ich selbst unterteile die verschiedenen Rezensionen nach drei großen Oberthemen:

  • die nichtssagenden Rezensionen,
  • die positiven und/oder ausführlichen Rezensionen
    und
  • die negativ und/oder ausführlichen Rezensionen.

In dem folgenden Beitrag möchte ich Dir diese drei Typen vorstellen und was ich darunter verstehe und wie ich selbst darauf reagieren würde. Und natürlich geht es auch um die Frage, wie könnte man überhaupt auf Rezensionen reagieren, sowie, sollte man auf diese reagieren?

Rezensionen

Die nichts sagenden Rezensionen

Die Positiven

Sicherlich bist Du über Bewertungen gestoßen, die zwischen vier und fünf Sterne vergeben, aber meistens aus einem oder zwei Sätzen bestehen. Diese Beiträge sagen nichts über das Buch aus und sind weder eine Hilfe für Dich als Autor*in, um genauer festzustellen, was Du richtig gemacht hast, noch als Käufer*in, ob sich das Buch wirklich lohnt, erworben zu werden.

Sie haben in etwa folgenden Tenor:

  • Das Buch war total klasse. Ich habe richtig lachen können und die Figuren waren total realistisch und toll.
  • Mir hat das Buch viel Spaß gemacht, leider war es so schnell vorbei.
  • Ich liebe diesen Roman. Der Plot war klasse, die Figuren haben mich zu Tränen gerührt und ich war so schnell durch, ich brauche unbedingt den nächsten Teil.

So oder zumindest so ähnlich sind diese positiven, kurzen Beiträge. Wenn man dafür vier oder fünf Sterne bekommt, natürlich darfst Du Dich deswegen freuen. Aber sei jetzt mal ganz ehrlich, was könntest Du daraus wirklich mitnehmen?

Die Figuren sind toll. Wunderbar. Was aber genau? Ist es der Charakter, ihr Charakterbogen oder das Zusammenspiel von Heldin und Held? Das Mal so als Beispiel genannt. Oder was war denn so realistisch an den Figuren, dass die Rezensentin darüber lachen musste. Oder lachte sie über etwas anderes?

Solche Rezensionen kann man gerne auch Bauchstreichler bezeichnen. Sie kraulen Dir also den Bauch (wie bei einer Katze) und Du kannst dabei gerne schnurren. Aber ich könnte damit nichts anfangen. Denn sie helfen mir gerade Mal, mein Schreiben stabil zu halten. Mehr aber auch nicht. Denn diese Leser*innen sagen mir nicht, was genau ich richtig gemacht habe. Und wenn ein Stern fehlen sollte, was ich da hätte besser machen können. Oder erklären mir nicht, wieso es nur vier Sterne sind. Denn es gibt einige, die nur exzellente Bücher mit fünf bedenken. Aber das kann ich ja schwerlich riechen.

Mögliche Reaktion

Als Dankeschön würde ich ein anonymes Like hinterlassen. Mehr nicht. Einerseits würde es mich freuen, wenn meine Leserinnen und Leser das Buch so gut gefallen hat, dass sie sich entscheiden immerhin einen Dreizeiler zu hinterlassen. Auch das kostet durchaus seine paar Minuten.

Zudem kann ich als Autorin nicht immer erwarten, dass jede Leserin oder Leser sich hinsetzt und eine ausführliche Rezension schreibt. Egal wie sehr wie uns das Wünschen. Daher darf man gerne auch diese Rezensionen mit einem ganz kleinen Dankeschön bedenken. Aber mehr auch nicht.

Die Neutralen und Negativen

Wenn man eine Bewertung mit drei Sternen sieht, dürfte der Schock schon einmal da sein. Auch wenn eine drei Sterne Rezension kein Weltuntergang ist. Man kann sie als neutral einstufen. Aber darüber musst Du nicht verzweifeln.

Zwei und ein Stern, die Welt dürfte dann zusammenbrechen, mindestens. Aber wenn Du sie Dir dann genauer ansiehst, dann siehst Du, dass sie eine ähnliche Tendenz haben, wie die Positiven, von denen Du nichts lernen kannst.

  • Das Buch war nicht das Geld wert, zum Glück habe ich es kostenfrei bekommen.
  • Es war eine absolute Frechheit, es hatte einen schlechten Stil, die Figuren waren absolut unrealistisch und das Ende, nun ja.
  • Kein Wunder, dass das Buch kein Verlag gefunden hat (als Self Publishing Titel).
    alternativ
    Ein Wunder, dass das Buch überhaupt einen Verlag gefunden hat, so schlecht, wie es ist.

Auch hier könnte ich nur schwerlich etwas mitnehmen. Hier hat ein*e Leser*in sich nicht gut unterhalten gefühlt und möchte diesem Gefühl Ausdruck verleihen. Das ist völlig in Ordnung. Aber für Dich nicht gerade hilfreich.

Mögliche Reaktion

Akzeptier diese Bewertungen und freue Dich, dass Du zumindest eine negative hast. Nicht lachen, aber das meine ich tatsächlich ernst. Eine negative Rezension ist erst einmal kein Beinbruch.

Denn häufig ist es so, dass nur vier oder fünf Sterne Bewertungen kein gutes Bild abgeben. Wenn dann doch mal eine schlechte Bewertung auftaucht, dann haben die Leser*innen nicht das Gefühl, dass alle anderen reine Gefälligkeitsrezensionen sind, bzw. sein könnte. Auch wenn Du sie Dir alle ehrlich verdient hast, indem Du niemanden um eine Bewertung batest, so kommt zwischenzeitlich (dank einiger Skandale) doch leider dieses Gefühl auf.

Selbst würde ich mir darüber keine Gedanken machen, sondern einfach weiterschreiben. Kein Gefällt mir und auch kein Gefällt mir nicht. Mag zwar auf dem ersten Blick arrogant wirken, dass man Rezensionen ignoriert. Aber in diesem Fall ist das durchaus in Ordnung. Reg Dich deswegen nicht auf oder tu etwas Dummes deswegen. Was ich meine, liest Du weiter unten.

Die „Was soll das“ Rezensionen

Das Buch wurde ordentlich geliefert, man weiß aber nicht, ob es gut ist, weil man es verschenken möchte. Oder auch, man konnte das E-Book nicht herunterladen und man wurde um das Geld betrogen.

Es gibt sie, die Beiträge, welche das entsprechende Feld mit dem Kommentarfeld für die Verkäuferinnen und Verkäufer verwechselt wurden, bzw. mit dem des Supports. Und seien wir mal ehrlich, was sollen wir bitte schön mit solchen Bewertungen anfangen? Sie meinen ja nicht uns als Autorinnen und Autoren, sondern es dreht sich hier rein um die Kaufabwicklung.

Mögliche Reaktionen

Kurz und schmerzlich ignoriere sie einfach. Sie haben mit Dir nichts zu tun, warum solltest Du Dich also mit ihnen wirklich beschäftigen? Das ist nicht arrogant, sondern lediglich zeitsparend. So einfach ist das.

Natürlich könntest Du durch den Portalbetreiber eine Löschung des Kommentars beantragen lassen. Aber Du könntest auch auf Deine potenziellen Käufer*innen vertrauen, die eine solch sinnlose Rezension von einer sinnvollen Rezension unterscheiden können und nichts darauf geben. In dem Fall brauchst Du Dir nicht zu viele Gedanken machen.

Es stand doch da!

Der Titel spricht Bände, das Cover ist eindeutig, die Beschreibung sagt es klar, die Kategorisierung (wo das Buch einsortiert ist – gut, die kann ignoriert werden), natürlich steht die Leseprobe für sich und auch die anderen Rezensionen bestätigen es. Es ist, zum Beispiel, ein erotischer Roman. Die*der Leser*in kauft das Buch und was für eine Überraschung, es ist ein erotischer Roman.

Und dafür verdienst Du natürlich Minus drei Sterne, immerhin hast Du die*den Käufer*in schamlos getäuscht. Da kann sie nicht anders reagieren.

Mögliche Reaktion

Nachdem Du darüber den Kopf geschüttelt hast, hast Du zwei Möglichkeiten.

  1. Du ignorierst diese Rezension.
    Immerhin hätte die*den Käufer*in sich genauer informieren können. Wenn alles auf ein entsprechendes Genre hinweist, womöglich hast Du sogar geschrieben, dass es ein FSK 18 Buch ist (wie es aktuell bei Büchern amerikanischer Autor*innen gang und gäbe ist), dann kannst Du nichts dafür. Soll sie*er sich doch das nächste Mal bitte besser informieren.
  2. Du antwortest darauf.
    Vermeid aber bitte auf alle Fälle irgendwelche Anschuldigungen oder Beleidigungen. Alles Weitere wie Du Dich verhalten könntest und wie Du es besser nicht machen solltest, kannst Du weiter unten lesen.
    Lies Dir zuerst durch, was für einen Roman die*der Käufer*in erwartet hat. Wollte sie*er eigentlich einen Liebesroman lesen? Dann kannst Du sie doch gerne darauf hinweisen, dass Du ja noch andere Romane hast (sofern dem so ist), vielleicht gibst Du ihr*ihm auch ein Buchtipp, welcher vielleicht eher nach dem Geschmack sein könnte. Und gerne kannst Du bedauern, dass dieses Buch nicht ihren* seine Geschmack getroffen hat.
    So reagierte Emily Bold (laut ihrem Kommentar auf der LLC) auf einen solchen Beitrag. Das Ergebnis war, dass die Kundin die Bewertung abmilderte, das vorgestellte Buch kaufte und diesen sogar positiv bewertete.

Und ja es gibt sie

Es gibt sie durchaus, die Neidrezensionen von Kolleginnen und Kollegen, also anderen Autor*innen. Sie bewerten prinzipiell Dein Buch schlecht, weil sie wohl anerkennen müssen, dass es besser bei den Leser*innen ankommt. Und sie wollen es aus Prinzip schlecht machen.

Sehr häufig verwenden sie Fachwörter wie Lektorat oder Korrektorat und sind durchaus sehr böswillig geschrieben. Aber ein Schema F, wie man sie erkennen kann, gibt es nicht. Wenn Du klare Beweise hast, wer sich dahinter verbergen könnte, sprich die Person an und frag sie, warum sie das getan hat. Aber eine wirklich handhabe hast Du nicht unbedingt dagegen. Denn immerhin könnte es durchaus eine ehrliche Meinung sein und die kann man eben nicht verbieten.

Rezensionen

Die positiven und durchaus ausführlichere Rezensionen

Natürlich ist es eine reine Definitionssache, was hier unter ausführlich gemeint ist. Das können 1.000 Wörter sein, aber auch nur 100 Wörter. Trotzdem kannst Du hier viel mehr mitnehmen, als bei den oben genannten Bauchstreichlern.

Der Unterschied hier ist ganz klar, dass Du nicht nur erfährst, dass der*dem Leser*in Dein Buch gefallen hat, sondern vor allem auch warum. Und darauf kommt es letztendlich an. Sie*Er wird Dir schreiben, dass ihr*ihm die Figuren gefallen haben, weil ihre Charakterzüge realistisch sind, die Dialoge spritzig und der Plot durchaus nachvollziehbar ist.

Sie*er wird sich vielleicht ebenfalls nicht die Mühe machen und eine extrem ausführliche Rezension schreiben. Aber Du wirst auf alle Fälle mehr mitnehmen, als Du es bei den oben aufgeführten Beiträgen zusammen könntest.

Mögliche Reaktion

Ehrlich gesagt, ich würde mir diese Rezension definitiv ausdrucken und analysieren. Denn das sind die Beiträge, auf die ich als Autorin nur hoffen kann. Immerhin hast sich da jemand Mühe gemacht und Dir aufgezeigt, was Du gut gemacht hast. Finde genau das heraus und überlege Dir, ob Du das wirklich erreichen wolltest.

Wenn ja, dann bleib dabei und überlege Dir, wie Du diese positiven Punkte auch bei Deinem nächsten Roman erreichen kannst. Wenn Du das jedoch nicht wolltest, dann überlege Dir, ob es Dir nicht doch gefällt und Du dabei bleibst. Oder es zukünftig änderst. Lies Dir dazu durchaus Deine eigene Geschichte durch und überprüfe das, was Du da erreicht hast.

Ob Du jetzt hier unbedingt eine Antwort schreiben sollst oder nicht, darüber diskutieren wir unten weiter.

Rezensionen

Die ausführliche negative Rezension

Das Schreckensgespenst einer jeden Autorin und eines jeden Autors. Irgendwann wirst Du einen bestimmten Buchanbieter aufrufen, nach Deinen Büchern (oder anders ausgedrückt, nach Deinen Babys) schauen und sehen, dass die fünf vollen Sterne auf einmal an Farbe verloren haben. Du rufst die Bewertungen auf und siehst, jemand hat Dein Baby mit zwei oder gar nur mit einem einzigen Stern bewertet.

Unverschämtheit!

Eins ist klar, früher oder später wird dieser Tag kommen. Und meine klare Empfehlung ist, am besten wappnest Du Dich innerlich auf diesen „besonderen Tag“. Denn wenn Du damit rechnest, ist diese Enttäuschung nicht ganz so groß, als wenn Du der festen Überzeugung bist, dass die schlechteste Rezension gerade mal drei Sterne sein dürfte.

Aber egal ob Du damit rechnest oder nicht, halte Dich zurück, bevor Du in irgendeiner Art und Weise reagierst. Notfalls entspann SOFORT Deine Muskeln. Denn, um wütend zu sein, musst Du angespannt sein. Wenn Du aber sofort die Muskeln entspannst, verpufft regelrecht die Wut. Das habe ich einige Male ausprobiert und war selbst überrascht, dass es so gut funktioniert.

Dann lies Dir in aller Ruhe die Rezension noch einmal durch. Wenn ich aufgebracht bin, dann lese ich Dinge in Texte hinein, die gar nicht dastehen. Denn immerhin wagt es ja jemand mich zu kritisieren, also ist der Text eine reine Kampfansage. Doch wenn ich einmal kurz durch die Wohnung laufe und dann zurück an den PC kehre, um mir noch einmal den Text durchzulesen, merke ich, dass es gar nicht so schlimm ist, wie ich es beim ersten Mal geglaubt habe.

Daher nutze die Gelegenheit des Internets und lese Dir die Rezension durchaus ein zweites Mal durch. Was will Dir die Autorin oder der Autor mit dieser Rezension sagen? Was hat ihr*ihm nicht gefallen, dass sie*er der Meinung ist, Dir solch eine schlechte Rezension zu schreiben? Immerhin ist das ja auch eine Art der Kontaktaufnahme und nicht nur ein Versuch Dich niederzumachen (auch wenn es sich vielleicht anfühlt).

Das ist die Gelegenheit, um Dein Werk noch einmal kritisch zu beurteilen. Ist der Plot wirklich so schwach, wie die*der Rezensent*in behauptet? Oder hat sie*er eventuell einen anderen kritischen Blick. Oder sind die Charaktere wirklich so oberflächlich beschrieben? Hättest Du Dir noch mehr Mühe geben können, um dieses harte Urteil abzuwenden?

Notfalls hole Dir Hilfe von Leuten, die Dein Buch kennen, und frage sie, wie sie die Kritik sehen. Ideal ist es natürlich, wenn Du Leute fragst, die nicht zu den Heavyfans gehören, also diejenigen, die alles von Dir lesen, Hauptsache es ist von Dir. Die sind nicht kritisch genug dabei und können Dir also nicht helfen.

Sei aber nicht ZU selbstkritisch. Es kann sein, dass die Leserin oder der Leser auch die Sache selbst extrem kritisch gesehen hat und daher Dir das so mitteilen wollte. Ich sehe es als wichtig an, dass Du Dich auch mit einer negativen Rezension auseinandersetzt. Es gibt aber Punkte, die sind den Leser*innen sehr wichtig, Dir aber nicht. Wenn Du sie also nicht übernehmen möchtest, dann mache es nicht. Weißt Dich aber eine Leserin, ein Leser auf etwas Gutes hin, dann übernehme es wieder herum.

Es kommt immer auf den Inhalt der Kritik an, was Du damit letztendlich machst.

Rezensionen

Deine Reaktion auf Rezensionen

Es gibt die verschiedensten Meinungen, ob man überhaupt auf Rezensionen reagieren soll oder nicht. Dabei ist es egal, ob diese auf einem gewissen Onlineportal veröffentlicht werden oder auf Bücherblogs.

Die einen reagieren auf jede Rezension, während die anderen sagen, in der Zeit könnte ich einen neuen Roman geschrieben haben, in der ich zu allem ein Kommentar abgebe. Dann gibt es Leute, die nur auf gute Rezensionen reagieren und andere nur auf negative. Und das kann auch wieder in den falschen Hals gelangen.

Reagierst Du nur auf Gute, heißt es, Du ignorierst die kritischen Stimmen. Wenn Du aber nur auf die Negativen reagierst, sehen da wieder, dass Du eine schlechte Rezension nicht ertragen kannst.

Wie Du siehst, egal wie Du es machst, Du machst es sowieso falsch. Also mach es auf alle Fälle, wie Du es selbst für richtig hältst.

Überlege Dir also heute schon einmal, ob Du überhaupt auf Rezensionen reagierst und wie Du es machen willst. Nur auf Bücherblogs oder überall (was natürlich schwierig wird, weil Du aller Wahrscheinlichkeit nicht alle mitbekommen wirst, die geschrieben werden). Oder hältst Du es wie die Verlagsautorinnen, genieß die Rezensionen und schweigst.

Das absolute No-Go

Es gibt aber etwas, was Du niemals machen solltest. Und ich meine das wirklich niemals. Auch wenn es Dir in den Fingern juckt und Du gerne die Leute auf den Mond schießen würdest, aber jetzt kommen ein paar Punkte, von denen Du trotzdem Abstand halten solltest. Mindestens ein ganzes Sonnensystem Abstand.

Selbst wenn die*der Rezensent*in Dich als dilettantische*n Autor*in, als ein Missgeschick der Natur oder was auch immer bezeichnen sollte, beleidige niemals zurück. Niemals! Wenn Beleidigungen fallen, dann kannst Du gerne eine Strafanzeige überprüfen, aber verfalle niemals auf ein solches Niveau.

Und auch sonst beleidige niemals irgendeine Leserin oder einen Leser. Du schießt Dir damit nur ein Eigentor. Ich habe das schon zwei oder drei Mal erlebt, dass Autorinnen und Autoren die Rezensentin beleidigt und angegriffen haben. Das war nicht unbedingt förderlich für die entsprechenden Autorinnen und Autoren. Ganz im Gegenteil. Häufig verbünden sich die Leser*innen und unterstützen die angegriffene Person. Und schlimmstenfalls kann es noch passieren, dass andere aus Prinzip Dein Werk schlecht bewerten. Einfach deswegen, weil Du Dich daneben benommen hast.

Bei anderen Autor*innen kann es dann einfach passieren, dass man deren Bücher nicht kauft. Denn es kann ja sein, dass die Bücher einer ebenfalls nicht gefallen und man möchte das eventuell auch negativ bewerten. Dann muss man ja auch mit einem sogenannten Shitstorm rechnen. Das macht dann keinen Spaß und man hält sich damit zurück. Unter anderem dann auch mit dem Kauf.

Eine weitere blöde Idee ist es, wenn Du Deine Fans in die Spur schickst. Sei es, dass Du sie bittest, die Bewertung runter zu voten, die*den Rezensent*in anzugreifen oder bitte ganz viele positive Beiträge zu schreiben. Das zeugt einfach von keinem guten Stil.

Am besten ist, dass Du die negative Rezension akzeptierst. Atme tief durch, respektiere die Meinung der anderen Menschen und schreib weiter. Alternativ kannst Du auch Kekse backen.

Natürlich kannst Du die Bewertung analysieren, es kann ja trotzdem was Brauchbares dabei sein. Sollte sie Dich aber nur Aufregen, schließ das Fenster und schreib Deinen nächsten Roman. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Rezensionen sind wichtig, die Reaktion darauf manchmal sogar noch wichtiger.
Rezensionen

Abschlussgedanken

Ich wünsche Dir natürlich ganz viele ehrliche Rezensionen, die Deine Bücher für die anderen interessant machen und die Deiner Seele streicheln. Aber früher oder später müssen wir uns alle mit dem Thema negative Kommentare halt auseinandersetzen. Und das solltest Du spätestens mit der Phase der Veröffentlichung berücksichtigen.

Überlege Dir, ob Du überhaupt Rezensionen kommentieren möchtest oder es lieber lässt. Es ist ganz Dir überlassen. Aber es ist immer gut, wenn Du dabei Deinen eigenen Weg findest.

Ich weiß aber nicht, wie ich mich verhalten soll

Es gibt da eine ganz einfache Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen: Lies gar keine Rezensionen. Punkt.

Ansonsten, alles Liebe für Dich.

Deine frau schreibseele.

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