Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für viele gehört zum Marketing, dass ihre Bücher auf Bücherblogs rezensiert werden. Doch erfolgreiche Blogs haben ein Problem, ihr SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist extrem hoch. Das bedeutet, sie müssen Bücher ablehnen. Aber gibt es doch eine Möglichkeit bei ihnen mit einer Rezension zu erscheinen?

Rezensionen

Kurze Vorgedanken

Vor einiger Zeit hab ich den Beitrag „Wie bringe ich Blogger dazu, mein Buch zu lesen?“ von Stehlblüten gelesen. Ich empfehl Dir, diesen Beitrag durchzulesen, da er aus der Sicht der Buchblogger*innen erklärt, was viele Autor*innen bei der Bewerbung für eine Rezension falsch machen. Beim ersten #litcamphh (2018) wurde diese Ansicht noch einmal von diversen Bloger*innen bestätigt.

Ja, Du hast richtig gelesen, Bewerbung. Viele Blogger*innen, die schon länger dabei sind, haben sehr viele Bücher, die sie lesen sollen, dass sie gar nicht mehr hinterherkommen. Die Bücher stammen nicht nur von einer exzessiven Einkaufstour, es gibt auch viele Verlage, die Rezensionsexemplare verteilen. Letztendlich wollen die auch gelesen und natürlich rezensiert werden.

Daher kann es passieren, dass nach einer gewissen Zeit die Blogger*innen sagen, Schluss, bis hierhin und nicht mehr weiter. Ich lese nur noch Bücher, die mir gefallen oder auch Bücher von Autor*innen, die sich korrekt beworben haben.

Mit anderen Worten, Du konkurrierst also mit anderen Autor*innen um die Zeit der Blogger*innen. Mag vielleicht unfair klingen, aber ist nur logisch. Denn die meisten Blogger*innen betreiben ihre Blogs nicht des Ruhms oder gar des Geldes wegen (sofern sie überhaupt Geld bekommen). Sie betreiben es als Leidenschaft neben ihrem alltäglichen Leben. Und da haben sie nicht Zeit jedes Buch zu lesen, welches ihnen angeboten wird. Das ist leider ein Fakt.

Doch was können wir Autor*innen tun, um bei unserer Bewerbung erfolgreich zu sein? Darüber hab ich mir heute Gedanken gemacht, wie ich die Sache angehen würde.

Rezensionen

Die Suche

Bevor Du eine E-Mail losschickst, um Dein Buch zu bewerben, solltest Du natürlich wissen, welche Blogs überhaupt infrage kommen. Es bringt überhaupt nichts, wenn Du willkürlich Bücherblogs anschreibst, welche gar nicht Dein Genre liest.

Nehmen wir an, Du schreibst einen Thriller. Dann ist es absolute Zeitverschwendung Blogs anzuschreiben, die sich auf Liebesromane oder Fantasy spezialisiert haben. Es mag sein, dass Dein Klappentext und Dein Schreiben so dermaßen interessant klingen, dass sie es probieren werden. Aber viele bleiben ihrem Genre treu und möchten einfach nichts anderes ausprobieren. Und darüber brauchst Du auch erst gar nicht zu diskutieren. Denn die Blogger*innen sitzen am längeren Hebel.

Daher such Bücherblogs, die Rezensionen geschrieben haben, welche Deinem Genre entsprechen. Gerade auch, wenn Du ein eher Selteneres bedienen möchtest (wie ich zum Beispiel mit Steampunk). Dann schau bei Deinem Genre noch einmal genau hin und überprüf, ob er nicht auch andere Genres bedient, wie zum Beispiel dem Krimi oder dem Liebesroman.

Wenn Du einen Blog gefunden hast, schau auch in deren Linklisten nach. Denn häufig vernetzen sich die Buchblogs untereinander. Und über diese findest Du dann weitere Bücherblogs, die Dich vielleicht interessieren könnten.

Vielleicht magst Du Dir auch eine Excel- oder Word-Tabelle anlegen, in denen Du die wichtigsten Eckdaten notierst.

Dazu zähle ich den Namen des Blogs, den Namen der Blogger*innen, die Mailadresse, welche Genres dort gelesen und veröffentlicht werden (markiere auch Dein Genre), wann die Beiträge erscheinen und sonstige für Dich wichtige Informationen.

Übrigens, Du kannst und solltest durchaus anfangen jetzt zu suchen, auch wenn Du noch gar kein Buch veröffentlicht hast. Was Du jetzt schon recherchiert hast, musst Du nachher nicht. Zumal Du dann den nächsten Schritt vornehmen kannst.

Rezensionen

Auf Dich aufmerksam machen

Wenn Du Deine Wunschblogs gefunden hast, wird es Zeit, dass Du auf Dich aufmerksam machst. Du willst was von den Blogger*innen? Kein Problem, dann gib erst einmal etwas. Und zwar Kommentare, Verlinkungen, Likes, was auch immer angesagt ist.

Wie schon erwähnt, am besten fängst Du damit an, wenn Du diesen Beitrag fertig gelesen hast. Mit kommentieren meine ich übrigens nicht nur, dass Du schreibst, toller Beitrag und so weiter. Damit meine ich, dass Du Dich mit dem Beitrag durchaus auseinandersetzt und auf den Inhalt eingehst.

Sicherlich wünschst Du Dir auch eine ausführliche Rezension. Daher ist es durchaus in Ordnung, wenn Du einen ausführlichen Kommentar schreibst. Widme dem Beitrag durchaus einige Minuten und kommentiere ausführlich. Und das bitte von nun an regelmäßig.

Natürlich musst Du nicht jeden Beitrag kommentieren. Gerade, wenn Du nichts zu sagen hast. Aber wenn Du das Bedürfnis hast Dich zu äußern, dann mach es gerne.

Rezensionen

Deine Bewerbung

Dann ist es so weit, Dein Buch ist fertig und bereit veröffentlicht zu werden. Schmeiß Deine Marketingmaschinerie an und bewirb Dich rechtzeitig bei Deinen Wunschblogs.

Denn denk bitte daran, ein Buch will natürlich auch gelesen werden, bevor es rezensiert wird. Daher solltest Du durchaus ein paar Wochen vor der Veröffentlichung die Blogger*innen anschreiben, damit sie auch die Möglichkeit haben, es zu lesen und auf ihre individuelle Art zu besprechen. Manche machen sich nämlich ausführliche Notizen oder haben andere Besonderheiten, mit dem Buch umzugehen.

Bei Stehlblüten hab ich ein Media-Kit entdeckt und überlege mir, ebenfalls ein solches zu erstellen.

Was ist ein Media-Kit

Eigentlich ist es eine Zusammenstellung von Informationen, um zu zeigen, dass es sich lohnt, dem Blog ein Rezensionsexemplar zu Verfügung zu stellen (als Beispiel). Denn Verlage oder auch Autor*innen möchte natürlich eine gewisse Reichweite haben, wenn sie kostenfrei ein Buch stellen. Denn so sollen so viele Leser*innen wie nur möglich erreicht werden, damit sich das Buch entsprechend verkauft.

Mit Deinem eigenen Media-Kit könntest Du theoretisch die Buchblogger*innen kurz und prägnant über Dein Buch informieren. Dazu könnten folgende Elemente gehören:

  • das Cover
  • der Klappentext
  • eine kurze Zusammenfassung der Geschichte
  • Genrezuordnung
  • Seitenzahl / Wortzahl
  • was Du sonst noch liefern würdest
  • Optional (sofern schon vorhanden): Leser*innenstimmen
  • Lektorat und Korrektorat (wichtiger bei SP-Autor*innen)
  • wenn vorhanden: Der Verlag
  • was Dir sonst noch wichtig ist

Zum Cover und Klappentext muss ich sicherlich nichts schreiben. Bei der Zusammenfassung der Geschichte geht es wirklich um eine kurze Übersicht, worum es sich bei der Geschichte handelt, welche Charaktere auftreten und weitere wichtige Informationen. Das darf ausführlicher sein als der Klappentext, aber nicht übertrieben lang.

Bei der Genrezuordnung geht es darum, dass die*den Blogger*in sofort sehen kann, ob es überhaupt zu ihren Interessen passt. Bei der Seitenzahl (Wortzahl ist optional) denke ich in erster Linie daran, dass Du die*den Blogger*in informierst, wie lang es ist, damit sie abschätzen kann, wie lang sie fürs Lesen braucht.

Bei dem „Was Du sonst noch liefern würdest“ denke ich an Interviews, Gewinnspiele, Blogtouren und derartiges. Viele Blogs bestehen nicht nur aus Rezensionen (wie Du sicherlich schon festgestellt hast). Und viele Blogger*innen möchten durchaus, dass die Autor*innen sich ein wenig mehr einbringen, damit der Buchblog etwas präsentieren kann.

Aber Vorsicht. Gleichzeitig schätzen die Bloger*innen es nicht, wenn Du alles fest hast und sie wie Angestellte behandelst. Also, indem Du denen sagst, was sie zu tun haben und sie selbst kein Mitspracherecht mehr haben. Erst recht, wenn es um ihren eigenen Blog geht.

Letztendlich haben beide Seiten etwas davon, weil Du Werbung für Dich machen kannst und dadurch auch neue Leser*innen lockst. Und der Buchblog hat einen weiteren Beitrag, der veröffentlicht werden kann und ebenfalls für sie Werbung bringt. Denn es zeigt, dass die*der Blogger*in sich auch anderweitig mit dem Thema auseinandersetzt.

Wenn Du gar keine Ahnung hast, was Du liefern könntest, erkundige Dich bei anderen Autor*innen, was sie gemacht haben. Oder schau Dir die Blogs an. Und die wenigsten Blogger*innen werden Dich schräg anschauen, wenn Du sie fragst, was sie sich von Dir wünschen. Immer miteinanderreden. Das ist wichtig.

Bei den Leser*innenstimmen denke ich eher an Personen, die bekannt sind. Vielleicht hast Du bereits Kontakt zu einer bekannteren Autorin, die Dein Buch gelesen und eine Meinung kundgetan haben. Warum das nicht für Dich verwenden? Das könnte der*dem Blogger*in zeigen, dass es sich doch lohnt, sich mit Deinem Buch auseinanderzusetzen.

Beim Lektorat und Korrektorat lohnt es sich eher, wenn Du als Selfpublisher*in auftrittst. Denn viele Blogger*innen haben immer noch das Vorurteil, dass beim SP jeder Schund veröffentlicht wird. Zeigst Du aber, dass Du Dir professionelle Hilfe geholt hast, könnte es diese Hürde vielleicht sogar abbauen. Immerhin dürfte Deine Geschichte dann nicht vor lauter Rechtschreibfehler überquellen.

Zum Thema Verlag denke ich mal, dass es selbsterklärend ist. Und zum letzten Punkt, es könnte ja sein, dass Dir noch etwas wichtig ist. Dann füge es ein.

Wobei ich empfehlen würde, dass Dein persönliches Media-Kit entweder als Flyer aufgebaut wird oder nicht länger als zwei DIN-A4-Seiten lang ist. Denn immerhin willst Du Deine Blogger*in nicht erschlagen.

Deine Bewerbung

Auch wenn Du ein Media-Kit erstellt hast, reicht es nicht aus, die Datei einfach anzuhängen und einen Dreizeiler zu verfassen. Ein wenig Mühe sollte schon dabei sein. Wenn Du ein Media-Kit erstellst, kannst Du Dich in der Mail auf andere Dinge konzentrieren.

Und hier kommt der Grund, warum Du Dich rechtzeitig bei den Blogs in Form der Kommentare vorstellen könntest, vielleicht sogar solltest. Denn in Deiner E-Mail kannst Du nun schreiben, dass Du schon länger den Blog verfolgst und die Beiträge toll/interessant/kritisch oder was auch immer siehst.

Hast Du unter einem anderen Namen kommentiert, dann erwähne dies auch in Deiner E-Mail, sodass die Bloggerin bzw. der Blogger Dich zuordnen kann.

Das Wichtigste zuerst, schreib bitte nicht als Begrüßung „Hallo Blogger“ oder „Hallo Bloggerin“. Das wirkt unpersönlich und unhöflich. Und vor allem, es zeigt, dass Du Dir wohl gar keine Mühe gemacht hast herauszufinden, mit wem Du es zu tun hast.

Jede Internetseite und jeder Blog muss ein Impressum führen. Wenn Du keine Informationen gesammelt hast, dann solltest Du spätestens jetzt herausfinden, wie der korrekte Name lautet. Dann kopier ihn in Deine E-Mail, falls er doch kompliziert sein sollte. Und kürz bitte auch den Namen nicht ab. Also, aus Samira wird bitte keine Sam. Denn Du weißt nicht, ob sie so genannt werden möchte. Nutz also den vollen Namen. Wenn sie Dir anbietet, dass Du sie Sam nennst, ist das etwas anderes.

Danach kannst Du erwähnen, sofern Du es getan hast, dass Du schon länger den Blog folgst und unter einen bestimmten Internetnamen öfters kommentiert hast. Damit baust Du eine ganz andere Bindung zu der Bloggerin / dem Blogger auf. Von einer fremden Person wirst Du dann zu einer Art Bekannten. Und ich kann mir gut vorstellen, dass man dann ganz anders reagiert.

Zumindest war es bei mir so. Denn die Autorin Nora Bendzko hat auch zuerst auf meinem Blog einige Beiträge kommentiert. Und dann kam sie privat auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihr etwas onlinemäßig zu unternehmen. Zuerst eine Beitragsreihe und dann eine Blogtour. Da ich sie schon vorher kannte, hatte ich einen ganz anderen Bezug zu ihr, als wenn sie mich spontan angeschrieben hätte.

Dann stellst Du kurz Dein Buch vor, unabhängig, ob Du ein Media-Kit erstellt hast oder nicht. Wiederhol Dich jedoch nicht nur, was in Deinem Kit steht, biete immer völlig eigene, unabhängige Informationen an. Notfalls kannst Du auf Dein Media-Kit verweisen. Und vor allem auch erklärst Du bitte, warum Du glaubst, dass Dein Buch und ihr Blog zusammenarbeiten könnten.

Wenn Du damit fertig bist, schick notfalls Dein Text durch den Duden Korrektor. Der findet zwar nicht alle Fehler, aber die gröbsten. Und das ist mehr, als wenn Du einen fehlerhaften Text losschickst.

Wichtig ist auch, ob es einen bestimmten Stichtag gibt, wann Du gerne die Rezension sehen würdest. Meine Empfehlung, gib es als Wunsch an, nie als Bedingung. Denn Du kannst einfach nicht über die Zeit der Blogger*innen verfügen. Aber wenn sie weiß, wann die Veröffentlichung ist, kann sie*er für sich entscheiden, ob sie*er Dein Buch liest und es sogar vorzieht.

Denn trotz allem, viele Blogger*innen sind durchaus daran interessante Neulinge zu unterstützen. Und das tun sie eben mit einer Rezension.

Ganz wichtig sei noch erwähnt: wie bei einer Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle solltest Du versuchen immer individuelle Mails zu schreiben. Denn jeder Blog ist individuell und sollte daher auch behandelt werden. Während Du bei einer Stellenbewerbung auf viele Stilmittel achten musst, ist bei dieser Mail doch möglich, lockerer zu sein. Das ist eindeutig der Vorteil.

Aber reine Copy & Paste Mails kommen nicht gut an. Denn das merkt man und die Blogger*innen bekommen das Gefühl, dass Du einfach nur Blogs ausgesucht, Dich nicht weiter mit ihnen beschäftigt hast und einfach nur anschreibst. Merke Dir, das kann zu Ablehnungen führen.

Es gibt durchaus Teile, die Du kopieren kannst, zum Beispiel die Zusammenfassung zu Deiner Geschichte. Warum solltest Du das Rad immer wieder neu erfinden? Aber das Anschreiben selbst sollte im Idealfall individuell sein.

Und noch ganz wichtig, Du bittest um eine Rezension, niemals um eine Rezession. Mit Letzteren können die Buchblogger*innen Dir nicht dienen.

Überwachung der Bewerbungen

In Deiner Liste, die Du vielleicht erstellt hast, kannst Du nun noch einige Spalten hinzufügen. Die Autorin Tanja Hanika hat in ihrem Schreibratgeber “Arbeitsbuch für Schriftsteller” eine entsprechende Vorlage eingefügt. Vielleicht ist dies auch für Dich interessant.

Füge das Datum hinein, wann Du Deine Bewerbung losgeschickt hast. Sollte eine Zwischenmeldung kommen in Form von, ich melde mich, kannst Du das ebenfalls vermerken und sobald eine Antwort gekommen ist. Und natürlich, ob überhaupt eine gekommen ist.

Eins ist Fakt, Du kannst Dir noch so viel Mühe geben, es werden nicht alle Antworten. Natürlich könntest Du jetzt sagen, dass dann die Zeit, die Du in dem Blog investiert hast, umsonst war. Und ich antworte, mag sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist höher, wenn Du Zeit investierst, weil Dich die Blogger*innen kennen.

Auf alle Fälle musst Du herausfinden, was sich für Dich lohnt. Und ob Du dann mit den Blogs, welche Dir nicht geantwortet haben, noch weiter irgendwie zusammenarbeiten möchtest. Auch das musst Du für Dich klären.

Sie hat Ja gesagt

Dann sag ich erst einmal, herzlichen Glückwunsch.

Wenn Dein*e Wunschblogger*in ja gesagt hat, heißt das natürlich, dass ihr nun einiges gemeinsam klären müsst. Und vor allem, Du musst zuverlässig sein. Das gilt für die Versendung Deines Buches sowie über das ganze Zusatzmaterial, worüber ihr euch dann einigt.

Klär ab, ob Du ein Printbuch senden sollst oder ein E-Book. Und wenn es ein Printbuch sein darf, ob es signiert sein soll. Bei Gewinnspielen gilt auch, welche Bücher zur Verfügung gestellt werden und ob Du noch Zusatzmaterial hast. Dazu zähle ich Autogrammkarten, Lesezeichen und was auch immer Dich als Autor*in ausmacht.

Dann besorg die Bücher und schick sie rechtzeitig los. Nur so kannst Du garantieren, dass das Buch rechtzeitig ankommt, von der*dem Blogger*in gelesen, individuell betrachtet und dann die Rezension veröffentlicht wird.

Wenn ihr noch andere Themen abgesprochen habt, dann liegt es an Dir, Dich darum zu kümmern. Soll es ein Interview geben, dann füll die Fragen aus. Hier ein kleiner Tipp: Fragen wiederholen sich immer und immer wieder, das kannst Du nicht verhindern. Versuch aber trotzdem jede Frage individuell zu beantworten.

Denn Deine (zukünftige) Leser*innen wollen etwas über Dich erfahren. Und das bedeutet, dass Du ihnen immer wieder etwas Neues bieten solltest. Immerhin machst Du Werbung für Dich, nutz sie also bitte.

Die Veröffentlichung ist da

Wenn dann Dein Buch rezensiert und veröffentlicht wurde, bist Du natürlich noch nicht entlassen. Je nachdem, was ihr zuvor abgemacht habt, geht es natürlich nun zum Gewinnspiel oder zum Interview und so weiter.

Aber es geht natürlich auch um das Teilen des Beitrages auf allen sozialen Netzwerken, an denen Du teilnimmst. Also Facebook, Twitter, Instagram und so weiter. Es geht darum, dass nicht nur der Buchblog für Dich etwas tut, sondern Du auch für den Buchblog. Also wieder gegenseitige Werbung.

Und klar, ein Danke schön sollte natürlich auch drin sein. Persönlich per E-Mail oder wie ihr beide auch immer Kontakt habt. Auch wenn ihr euch auf Augenhöhe getroffen habt, so ist zeugt es von Respekt, wenn Du einfach mal danke sagst.

Keine Rezension

Ja, das kann auch passieren. Du und Deine Bloggerin habt euch gut verstanden und es sah danach aus, dass sie über Dein Buch was schreiben wird. Und dann passiert es, die Rezension bleibt aus.

Was könnte passiert sein?

Es kann eine Menge geschehen sein. Unter anderem, auch wenn das schwer zu glauben ist, dass ihr schlicht Dein Buch nicht gefallen hat. Und einige entscheiden sich, bevor sie eine negative Rezension schreiben, dass sie gar nichts schreiben. Das hab ich tatsächlich schon öfters gelesen.

Bitte merke Dir immer eines, Geschmäcker sind verschieden. Und auch wenn hundert Menschen sagen, dass sie Dein Buch lieben, wird die hundertunderste Person sagen, nein, es ist nicht mein Buch, ich liebe es nicht. Und damit musst Du halt klarkommen. Tut mir leid, das sagen zu müssen. Aber das ist halt ein Fakt.

Wenn die*der Blogger*in sich ein wenig vor der Wahrheit drückt, sprich sie*ihn freundlich an und erkundige Dich, warum es keine Rezension gibt. Und sei fair ihr*ihm gegenüber. Denn sie*er hat wahrscheinlich durchaus Dein Buch gelesen, um sich eine Meinung zu bilden.

Vielleicht könnt ihr euch darauf einigen, dass sie doch eine Rezension schreibt, aber dazu eine neutrale Meinung zum Buch gibt. Dann kann sie*er auch gerne schreiben, warum es ihr*ihm persönlich nicht gefallen hat. Denn denke bitte daran, auch eine negative Rezension kann für Dich gut sein.

Warum?

Viele lesen allein aufgrund einer negativen Rezension doch ein Buch, um zu sehen, ob die Meinung stimmt. Und gelegentlich kann es auch passieren, dass sie ganz anderer Meinung sind und dies auch öffentlich kundtun möchten. Daher lehne eine negative Rezension nicht ab, solange sie offen, ehrlich und fair geschrieben ist.

Rezensionen

An die Blogger*innen

Immer wieder lese ich, dass ihr überlastet seid. Und sicherlich stimmt das auch. Es sind ja nicht nur eure Bücher auf den SuBs, sondern auch viele Verlagsbücher und andere von Autor*innen, die alle darauf warten, dass sie gelesen werden wollen.

Und das ist völlig in Ordnung. Gut, zumindest für die meisten Autor*innen. Wir wissen alle, dass manche ihre gute Kinderstube vergessen und unhöflich werden, wenn es um sie und ihre Babys geht, leider.

Doch leider müsst ihr Blogger*innen auch an die eigene Nase fassen, was die Höflichkeit betrifft. Nicht alle, glücklicherweise, aber es gibt sie, die unhöflichen Bloggerinnen.

Was meine ich damit?

Immer wieder lese ich von Autor*innen, dass sie nicht wissen, was sie machen sollen. Da haben sie einem Blog ein Rezensionsexemplar als Printversion zur Verfügung gestellt und bekommen einfach keine Antwort, was denn nun mit der Rezension ist.

Der Grund der Verzweiflung ist einfach, es kommt nichts. Es gibt weder eine Rezension noch eine E-Mail, was los ist. Und einige der Autor*innen haben sogar öfters nachgefragt.

Mit anderen Worten, hier wurde ein Buch abgegriffen und es gab keine Rezension dafür. Natürlich sind Blogger*innen nicht verpflichtet, eine Rezension zu liefern, nur weil sie ein Buch geschenkt bekommen haben. Das will ich nicht sagen.

Aber hei, seien wir doch mal ehrlich, eine kurze E-Mail, dass man das Buch nicht öffentlich rezensieren kann oder das es noch dauert, das tut einfach nicht weh. Damit wissen die Autor*innen Bescheid und können sich entsprechend darauf einstellen.

Aber nichts zu schreiben, keine Reaktion zu zeigen, nichts gar nichts, es tut mir leid, das ist aber alles andere als unhöflich.

Und hier noch ein kleiner Hinweis liebe Blogger*innen. Es heißt, dass ihr sehr gut untereinander vernetzt seid. Und es heißt auch, dass ihr wisst, wenn sich eine Autor*in daneben benimmt. Das Gleiche trifft auch auf Autor*innen zu.

Wenn ich erfahren würde, dass ein Buchblog eher Bücher abgreift und nicht rezensiert (und das auch regelmäßig), ganz unter uns, ich würde um den dann einen ganz schön großen Bogen machen.

Wie geschrieben, Du bist zu keinem Zeitpunkt verpflichtet, eine Rezension zu schreiben. Noch nicht einmal Dich zu melden, wenn Du es nicht willst. Aber auf Dauer wäre das eine gute Idee, damit Du weiterhin guten Kontakt zu den Autor*innen behalten kannst. Zudem, es ist einfach höflich.

Daher meine Bitte melde Dich.

Rezensionen

An die Autor*innen

Es reicht nicht nur aus, einfach ein Buch zur Verfügung zu stellen und dann den Blogger*innen die restliche Arbeit zu überlassen. Es geht auch nicht, dass ihr den Blogger*innen vorschreibt, was sie wann zu bloggen haben.

Es geht um eine Gemeinschaftsaufgabe. Das bedeutet, dass ihr gemeinschaftlich arbeitet. Redet miteinander und schaut euch an, was ihr bieten könnt und was die Blogger*innen sich wünschen. Auf einem Blog zu erscheinen kann eine große Sache sein. Und kann auch eine Aufgabe sein. Respektiert das.

Und ja, es wird Rezensionen geben, die Dir nicht gefallen werden. So ist halt das Leben. Es macht aber keinen guten Eindruck, wenn Du dann den Höllenschlund öffnest und über die entsprechenden Blogger*innen herziehst. Erst recht, wenn Du Selfpublishing betreibst. Damit reißt Du nicht nur Dich in die Misere, sondern gleich alle anderen. Dann gibt es wieder diesen Tenor, dass alle Selfpublisher*innen keine Kritik ertragen können.

Lerne, professionell zu arbeiten und zu handeln. Und das in erster Linie für Dich.

Rezensionen

Abschlussgedanken

Eigentlich ist es einfach, sich bei den Bücherblogs zu bewerben. Mach Dich vorher sichtbar, danach schreib eine persönliche und individuelle Mail und zu guter Letzt versuch ein wenig Geduld mitzubringen. Wenn Du das berücksichtigst, dürfte es wahrscheinlicher sein, dass es mit Deinem Wunschbuchblog eher klappt.

Natürlich ist dieses Vorgehen keine Garantie, dass es wirklich klappt. Wobei, bei mir funktionierte es. Und letztendlich, was hast Du zu verlieren? Probier es aus und mach Deine eigenen Erfahrungen.

Dabei wünsche ich Dir allen Erfolg dieser Welt.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Dürfen Autor*innen noch andere Bücher rezensieren?

Dürfen Autor*innen noch andere Bücher rezensieren?

Vielleicht mag diese Frage für Dich ein wenig seltsam lesen, aber letztes Jahr wurde tatsächlich diese Frage mal auf Twitter gestellt. Sofort antwortete ich, warum soll das denn nicht möglich sein. Doch dann kam ein Einwand, dass die Antwort doch nicht so leicht ist, wie man meinen mag.

Rezensionen

Kurze Vorgedanken

Wer Geschichten schreibt, soll lesen. Zumindest ist Stephen King der Meinung, dass man nur gut schreiben kann, wenn man viel liest. Und wenn man viel liest, entwickelt man auch eine Meinung zu den entsprechenden Büchern. Eben diese Meinung möchten einige dann auch kundtun.

Das bedeutet, dass sie auf Onlineportalen die Rezensionen schreiben oder sogar eigene Blogs aufbauen, um diese zu veröffentlichen. Und natürlich, auch Autor*innen, die andere Bücher rezensieren, sind Menschen. Das bedeutet, dass ihnen Bücher gut gefallen und andere nicht. Und wenn sie ehrlich zu ihren Blogleser*innen sind, dann werden sie auch genau DAS schreiben.

Da kann aber schon das Problem beginnen.

Rezensionen

Warum Du rezensieren kannst/solltest

Wenn Du Bücher liest, dann lernst Du automatisch dazu. Natürlich an Erfahrungen, weil Du ein anderes Leben gelesen und für einige Stunden sogar gelebt hast. Aber auch für Dein Schreiben. Du wirst sehen, was andere gut machen und was nicht. Und entweder entscheidest Du für Dich aktiv, dies für Deine Werke zu übernehmen. Oder Du überlegst Dir, für Dich und Deine Arbeit etwas nicht zu machen.

Daher empfiehlt es sich auf alle Fälle, so viel zu lesen, wie Deine Zeit hergibt.

Doch warum solltest Du es dann rezensieren?

Reflektion

Wenn Du eine Rezension schreibst, dann reflektierst Du noch einmal darüber, was Du gelesen hast. Was hat Dir gefallen und was nicht. Du denkst noch einmal nach, was Du gelesen hast und notierst Dir alles.

Eventuell machst Du Dir sogar schon während des Lesens Notizen und denkst darüber in Ruhe nach. Und dann trägst Du alles zusammen, um einen Beitrag zu schreiben. Damit kannst Du für Dich und für andere schreiben, warum ein Buch (nicht) lesenswert ist.

Aber in erster Linie ist die Rezension für Dich gedacht, damit Du selbst weißt, was Dir gefallen hat. Damit lernst Du am meisten. Daher empfehle ich Dir an dieser Stelle, Dir durchaus Notizen zu machen.

Warnung/Empfehlung

Wie oben schon erwähnt, kannst Du natürlich auch Bücher empfehlen oder Leser*innen warnen, bestimmte Bücher zu kaufen. Klar, das ist immer ein persönlicher Geschmack, ob ein Buch gut ist oder nicht. Aber wenn man gut argumentiert, dann kann man erklären, warum Du ein Buch empfiehlst oder den Leuten rätst, die Finger davon zu lassen.

Denn es gibt sie, Bücher die jede*r lesen muss. Und Bücher, die man am besten verbannen sollte (gefühlt). Daher ist es doch in Ordnung, wenn Du genau darüber schreibst.

Das Buch respektieren

Gut, die Überschrift hört sich vielleicht ein wenig albern an, aber lass es mich erklären.

Wenn man ein Buch ausgelesen hat, dann legen die meisten es zur Seite, suchen nach ein neuem Buch und fangen an dieses zu lesen. Dabei entschwindet die gelesen Geschichte und man vergisst schnell, was man gelesen hat.

War die Geschichte auch nicht wirklich einprägsam, kann es sein, dass man nach einigen Tagen noch nicht einmal mehr die Namen der Charaktere sagen kann. Zumindest ist es mir schon einige Male passiert. Bei einem oder zwei Bücher kann ich noch nicht einmal mehr mit Sicherheit sagen, ob ich sie überhaupt gelesen habe.

Wenn Du Dich aber hinsetzt und eine Rezension schreibst, sei es für Dich oder für Dein Blog, dann sieht das ein wenig anders aus. Noch einmal musst Du Dich mit der Geschichte auseinandersetzen und dann bleibt der Roman und die Charaktere in Deiner Erinnerung.

Solltest Du also einige Zeit oder auch Jahre später den Roman oder Dein Rezensionsbuch zur Hand nehmen, bleibt alles um einiges lebendiger. Natürlich nicht so, wie zu der Zeit, als Du das Buch gelesen hast. Aber eher, als wenn Du gar keine Rezension geschrieben hättest.

Und wenn Du die Rezension öffentlich machst, haben alle anderen auch etwas davon.

Unterstützung

Midlistautor*innen oder Selfpublisher*innen bekommen nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Dabei sind unter diesen Büchern wahre Perlen dabei.

Daher tut es gut, wenn für Sie Rezensionen geschrieben werden, damit potenzielle Leser*innen auf diese Werke aufmerksam werden. Und solltest Du einen gutlaufenden Blog haben, sieht die Außenwirkung natürlich noch einmal ganz anders aus.

Häufig findet man über Blogs kleine Perlen. Das tut den Autor*innen gut und die Leser*innen freuen sich. Tatsächlich sind viele Leser*innen müde von den ganzen Bestsellerlisten. Sie möchten daher Perlen jenseits von Klischees und Hitlisten lesen. Da kannst Du ihnen durchaus helfen (sofern Du eben diese Bücher liest).

Die Unterstützung kann sehr wertvoll sein. Und eventuell ergeben sich auch Kooperationen zwischen Dir und den Autor*innen. Man weiß ja nie.

Rezensionen

Warum Du keine Rezensionen schreiben solltest

Eigentlich gibt es keine Gründe, warum Du sie nicht schreiben solltest. Aber es gibt Gründe, warum Du sie nicht veröffentlichen solltest. Zumindest, wenn man den Leuten glaubt, die damit sogar entsprechende Erfahrungen gemacht haben.

Einschmeicheln

Wenn ich deutschsprachige Autor*innen gut bewerte und diese Bewertungen noch mit denen teile, könnte man doch auf die Idee kommen, dass man sich bei denen einschmeicheln will. Oder schreiben wir es direkter, man will sich einschleimen.

Häufig lese ich, dass zwischen Blogger*innen und Autor*innen eine besondere Verbindung herrscht. Man kennt sich, man mag sich, man tauscht sich aus. Trifft man sich auf Messen, dann umarmt man sich und hängt miteinander herum. Das finde ich schön. Andere hingegen könnten darauf eifersüchtig reagieren.

Und wenn Autor*innen das tun, dann wollen sie natürlich sich bei den anderen einschmeicheln. Gerade dann, wenn diese erfolgreicher sind, als man noch selbst.

Hochziehen lassen

Wenn ich mich also erfolgreich bei den anderen Autor*innen eingeschleimt habe, dann kommen wir zum nächsten Punkt. Bewege ich mich im Kreise von erfolgreichen Autor*innen, dann komme ich auch mit deren Fans ins Gespräch. So zumindest die mögliche Vorstellung.

Und wenn ich da mal bin, was könnte passieren? Na klar, ich werde empfohlen und meine Bücher werden gekauft. Damit werde ich dann entsprechenden Erfolg haben.

Jetzt kann es bei einigen das Gefühl aufkommen, dass es sich hierbei um ein sehr konstruiertes Beispiel handelt. Aber schau Dich mal im Internet um, wenn zwei Autor*innen miteinander in Kontakt treten. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich gegeneinander empfiehlt, ist dabei sehr groß.

Wenn ich also das von langer Hand vorbereite, dann kann ich auch in diesen Dunstkreis gelangen und entsprechend davon profitieren.

“Du bist ja nur neidisch!”

Die eben genannten Punkte beziehen sich darauf, wenn Du ein Werk gut bewertest. Aber was ist, wenn Dir ein Roman überhaupt nicht gefällt? Und Du es noch wagst, dies öffentlich zu machen?

Natürlich ist es nicht so, dass Du das Buch schlecht bewertet hast, weil es Dir nicht gefallen hat. Wie kommen wir nur darauf? Es liegt nur daran, dass Du neidisch bist. An nichts anderem.

Leider ist es im deutschsprachigen Raum so, dass man kein Werk oder Person negativ kritisieren kann, ohne dass dann gleich der Vorwurf des Neids kommt. Man kann förmlich die Uhr danach stellen.

Wenn Du also ein Buch negativ rezensierst, dann musst Du leider damit rechnen, dass sich irgendwer beschwert. Dabei ist es der Person egal, ob Du Recht hast oder nicht. Immerhin wagst Du es ja, den Liebling der besagten Person zu kritisieren. Das geht nun einmal gar nicht.

Rezensionen

Solltest Du nun schreiben oder nicht?

Natürlich kann man solch eine Frage nicht abschließend beantworten. Für mich selbst spricht sehr viel dafür, Rezensionen zu schreiben, als dagegen.

Natürlich ist es toll, wenn man mit anderen Autor*innen zusammenarbeiten könnte. Oder auch von denen empfohlen zu werden. Darüber will ich nichts Negatives sagen. Aber wenn ich ein Buch rezensieren, dann tue ich es aus eigenem Willen. Und nicht, weil ich mir dafür irgendwelche Vorteile erhoffe.

Und wenn ich ein Buch kritisieren möchte, dann tue ich es, weil ich das Buch nicht gut fand. Ganz bestimmt nicht, weil ich jemanden schlecht machen möchte oder gar neidisch bin.

Ja klar, es gibt Bücher, die würde ich auch am liebsten in der Luft zerreißen. Auch ich bin nur ein Mensch (meistens zumindest). Nur weiß ich mich zu benehmen und halte mich zurück.

Letztendlich musst Du das mit Dir ausmachen. Reicht Deine Leidenschaft dazu, dass Du regelmäßig nicht nur Bücher liest, sondern diese auch rezensieren möchtest (das verlangt ein Buchblog durchaus). Natürlich solltest Du gelegentlich auch mit etwas Gegenwind rechnen.

Aber ansonsten, wenn Du Lust darauf hast, leg doch einfach drauf los. Meine Empfehlung ist ganz klar, wenn Du eine Behauptung aufstellst, solltest Du diese belegen können. Und schreib ganz klar Deine eigene Meinung. Du kannst nur Deinen Geschmack darstellen. Und dieser muss nicht mit meinem übereinstimmen.

Sonst ist es wirklich so, entscheide für Dich, wie Du damit umgehen möchtest. Und dann leg los.

Rezensionen sind wichtig und können auch Spaß machen.
Rezensionen

Abschlussgedanken

Wie geschrieben, es gibt Punkte die dafür sprechen, dass auch Du als Autor*innen Rezensionen schreibst. Und eben, die dagegen sprechen. Auch wenn ich sicherlich noch nicht einmal alle Punkte angesprochen habe.

Auch wenn Du nicht Deine Rezensionen veröffentlichen möchtest, ich kann Dir nur empfehlen, sie trotzdem zu schreiben. Damit reflektierst Du das Buch noch einmal. Vor allem, was Du für Dich und Deine Arbeit übernehmen möchtest und was nicht.

Dabei wünsche ich Dir sehr viel Erfolg

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Mit diesem Beitrag lehne ich mich so richtig schön aus dem Fenster. Warum? Weil ich mich nur allzu gut kenne und weiß, wie ich reagiere, wenn ich eine schlechte Rezension bekommen würde. Daher ist er für Dich als Ratschlag und für mich als Mahnung gedacht.

Vorgedanken

Weißt Du, was ich Dir wirklich richtig wünsche? Wenn Dein erster Roman veröffentlicht wird, dass Deine allererste Rezension eine ausführliche und wunderbare fünf Sterne Rezension wird. Ausführlich, wohlwollend und auch hilfreich. Und das wirklich in jeglicher Hinsicht.

Denn eins ist sicher, sie wird bald kommen. Sie wartet sogar auf Dich. Im Schatten ruhend. Und sie wird zuschlagen, wenn Du es am wenigsten erwartest: die negative Rezension, die Rezension mit dem Angst Erfüllendem einem einzigen Stern. Oder womöglich ein herzzerreißender Verriss.

Niemals werden alle Leserinnen und Leser Dein Buch lieben. Das ist ein Fakt und sollte uns als Autor*innen nicht stören. Wir schreiben trotzdem weiter, und zwar für diejenigen, die unsere Bücher lieben. Aber es wird halt passieren, dass mal ein*e Leser*in sagt, dass das Buch ihr nicht gefallen hat und dieses nicht gefallen in einer negativen Rezension ausdrückt.

Und der Grund, warum ich Dir wünsche, dass Deine erste Rezension eine sehr ehrliche aber auch Positv ist, ist ganz einfach: Du sollst Dich immer an sie wohlwollend erinnern. Andere Bewertungen kommen und gehen, aber die Erste wird immer einen besonderen Platz in Deinem Leben einnehmen. Das ist ein Fakt. Vielleicht druckst Du sie Dir auch aus und rahmst sie ein. Wer weiß das schon. Und daher wäre es doch schön, wenn sie die glatte Punktzahl hat.

Ich selbst unterteile die verschiedenen Rezensionen nach drei großen Oberthemen:

  • die nichtssagenden Rezensionen,
  • die positiven und/oder ausführlichen Rezensionen
    und
  • die negativ und/oder ausführlichen Rezensionen.

In dem folgenden Beitrag möchte ich Dir diese drei Typen vorstellen und was ich darunter verstehe und wie ich selbst darauf reagieren würde. Und natürlich geht es auch um die Frage, wie könnte man überhaupt auf Rezensionen reagieren, sowie, sollte man auf diese reagieren?

Rezensionen

Die nichts sagenden Rezensionen

Die Positiven

Sicherlich bist Du über Bewertungen gestoßen, die zwischen vier und fünf Sterne vergeben, aber meistens aus einem oder zwei Sätzen bestehen. Diese Beiträge sagen nichts über das Buch aus und sind weder eine Hilfe für Dich als Autor*in, um genauer festzustellen, was Du richtig gemacht hast, noch als Käufer*in, ob sich das Buch wirklich lohnt, erworben zu werden.

Sie haben in etwa folgenden Tenor:

  • Das Buch war total klasse. Ich habe richtig lachen können und die Figuren waren total realistisch und toll.
  • Mir hat das Buch viel Spaß gemacht, leider war es so schnell vorbei.
  • Ich liebe diesen Roman. Der Plot war klasse, die Figuren haben mich zu Tränen gerührt und ich war so schnell durch, ich brauche unbedingt den nächsten Teil.

So oder zumindest so ähnlich sind diese positiven, kurzen Beiträge. Wenn man dafür vier oder fünf Sterne bekommt, natürlich darfst Du Dich deswegen freuen. Aber sei jetzt mal ganz ehrlich, was könntest Du daraus wirklich mitnehmen?

Die Figuren sind toll. Wunderbar. Was aber genau? Ist es der Charakter, ihr Charakterbogen oder das Zusammenspiel von Heldin und Held? Das Mal so als Beispiel genannt. Oder was war denn so realistisch an den Figuren, dass die Rezensentin darüber lachen musste. Oder lachte sie über etwas anderes?

Solche Rezensionen kann man gerne auch Bauchstreichler bezeichnen. Sie kraulen Dir also den Bauch (wie bei einer Katze) und Du kannst dabei gerne schnurren. Aber ich könnte damit nichts anfangen. Denn sie helfen mir gerade Mal, mein Schreiben stabil zu halten. Mehr aber auch nicht. Denn diese Leser*innen sagen mir nicht, was genau ich richtig gemacht habe. Und wenn ein Stern fehlen sollte, was ich da hätte besser machen können. Oder erklären mir nicht, wieso es nur vier Sterne sind. Denn es gibt einige, die nur exzellente Bücher mit fünf bedenken. Aber das kann ich ja schwerlich riechen.

Mögliche Reaktion

Als Dankeschön würde ich ein anonymes Like hinterlassen. Mehr nicht. Einerseits würde es mich freuen, wenn meine Leserinnen und Leser das Buch so gut gefallen hat, dass sie sich entscheiden immerhin einen Dreizeiler zu hinterlassen. Auch das kostet durchaus seine paar Minuten.

Zudem kann ich als Autorin nicht immer erwarten, dass jede Leserin oder Leser sich hinsetzt und eine ausführliche Rezension schreibt. Egal wie sehr wie uns das Wünschen. Daher darf man gerne auch diese Rezensionen mit einem ganz kleinen Dankeschön bedenken. Aber mehr auch nicht.

Die Neutralen und Negativen

Wenn man eine Bewertung mit drei Sternen sieht, dürfte der Schock schon einmal da sein. Auch wenn eine drei Sterne Rezension kein Weltuntergang ist. Man kann sie als neutral einstufen. Aber darüber musst Du nicht verzweifeln.

Zwei und ein Stern, die Welt dürfte dann zusammenbrechen, mindestens. Aber wenn Du sie Dir dann genauer ansiehst, dann siehst Du, dass sie eine ähnliche Tendenz haben, wie die Positiven, von denen Du nichts lernen kannst.

  • Das Buch war nicht das Geld wert, zum Glück habe ich es kostenfrei bekommen.
  • Es war eine absolute Frechheit, es hatte einen schlechten Stil, die Figuren waren absolut unrealistisch und das Ende, nun ja.
  • Kein Wunder, dass das Buch kein Verlag gefunden hat (als Self Publishing Titel).
    alternativ
    Ein Wunder, dass das Buch überhaupt einen Verlag gefunden hat, so schlecht, wie es ist.

Auch hier könnte ich nur schwerlich etwas mitnehmen. Hier hat ein*e Leser*in sich nicht gut unterhalten gefühlt und möchte diesem Gefühl Ausdruck verleihen. Das ist völlig in Ordnung. Aber für Dich nicht gerade hilfreich.

Mögliche Reaktion

Akzeptier diese Bewertungen und freue Dich, dass Du zumindest eine negative hast. Nicht lachen, aber das meine ich tatsächlich ernst. Eine negative Rezension ist erst einmal kein Beinbruch.

Denn häufig ist es so, dass nur vier oder fünf Sterne Bewertungen kein gutes Bild abgeben. Wenn dann doch mal eine schlechte Bewertung auftaucht, dann haben die Leser*innen nicht das Gefühl, dass alle anderen reine Gefälligkeitsrezensionen sind, bzw. sein könnte. Auch wenn Du sie Dir alle ehrlich verdient hast, indem Du niemanden um eine Bewertung batest, so kommt zwischenzeitlich (dank einiger Skandale) doch leider dieses Gefühl auf.

Selbst würde ich mir darüber keine Gedanken machen, sondern einfach weiterschreiben. Kein Gefällt mir und auch kein Gefällt mir nicht. Mag zwar auf dem ersten Blick arrogant wirken, dass man Rezensionen ignoriert. Aber in diesem Fall ist das durchaus in Ordnung. Reg Dich deswegen nicht auf oder tu etwas Dummes deswegen. Was ich meine, liest Du weiter unten.

Die „Was soll das“ Rezensionen

Das Buch wurde ordentlich geliefert, man weiß aber nicht, ob es gut ist, weil man es verschenken möchte. Oder auch, man konnte das E-Book nicht herunterladen und man wurde um das Geld betrogen.

Es gibt sie, die Beiträge, welche das entsprechende Feld mit dem Kommentarfeld für die Verkäuferinnen und Verkäufer verwechselt wurden, bzw. mit dem des Supports. Und seien wir mal ehrlich, was sollen wir bitte schön mit solchen Bewertungen anfangen? Sie meinen ja nicht uns als Autorinnen und Autoren, sondern es dreht sich hier rein um die Kaufabwicklung.

Mögliche Reaktionen

Kurz und schmerzlich ignoriere sie einfach. Sie haben mit Dir nichts zu tun, warum solltest Du Dich also mit ihnen wirklich beschäftigen? Das ist nicht arrogant, sondern lediglich zeitsparend. So einfach ist das.

Natürlich könntest Du durch den Portalbetreiber eine Löschung des Kommentars beantragen lassen. Aber Du könntest auch auf Deine potenziellen Käufer*innen vertrauen, die eine solch sinnlose Rezension von einer sinnvollen Rezension unterscheiden können und nichts darauf geben. In dem Fall brauchst Du Dir nicht zu viele Gedanken machen.

Es stand doch da!

Der Titel spricht Bände, das Cover ist eindeutig, die Beschreibung sagt es klar, die Kategorisierung (wo das Buch einsortiert ist – gut, die kann ignoriert werden), natürlich steht die Leseprobe für sich und auch die anderen Rezensionen bestätigen es. Es ist, zum Beispiel, ein erotischer Roman. Die*der Leser*in kauft das Buch und was für eine Überraschung, es ist ein erotischer Roman.

Und dafür verdienst Du natürlich Minus drei Sterne, immerhin hast Du die*den Käufer*in schamlos getäuscht. Da kann sie nicht anders reagieren.

Mögliche Reaktion

Nachdem Du darüber den Kopf geschüttelt hast, hast Du zwei Möglichkeiten.

  1. Du ignorierst diese Rezension.
    Immerhin hätte die*den Käufer*in sich genauer informieren können. Wenn alles auf ein entsprechendes Genre hinweist, womöglich hast Du sogar geschrieben, dass es ein FSK 18 Buch ist (wie es aktuell bei Büchern amerikanischer Autor*innen gang und gäbe ist), dann kannst Du nichts dafür. Soll sie*er sich doch das nächste Mal bitte besser informieren.
  2. Du antwortest darauf.
    Vermeid aber bitte auf alle Fälle irgendwelche Anschuldigungen oder Beleidigungen. Alles Weitere wie Du Dich verhalten könntest und wie Du es besser nicht machen solltest, kannst Du weiter unten lesen.
    Lies Dir zuerst durch, was für einen Roman die*der Käufer*in erwartet hat. Wollte sie*er eigentlich einen Liebesroman lesen? Dann kannst Du sie doch gerne darauf hinweisen, dass Du ja noch andere Romane hast (sofern dem so ist), vielleicht gibst Du ihr*ihm auch ein Buchtipp, welcher vielleicht eher nach dem Geschmack sein könnte. Und gerne kannst Du bedauern, dass dieses Buch nicht ihren* seine Geschmack getroffen hat.
    So reagierte Emily Bold (laut ihrem Kommentar auf der LLC) auf einen solchen Beitrag. Das Ergebnis war, dass die Kundin die Bewertung abmilderte, das vorgestellte Buch kaufte und diesen sogar positiv bewertete.

Und ja es gibt sie

Es gibt sie durchaus, die Neidrezensionen von Kolleginnen und Kollegen, also anderen Autor*innen. Sie bewerten prinzipiell Dein Buch schlecht, weil sie wohl anerkennen müssen, dass es besser bei den Leser*innen ankommt. Und sie wollen es aus Prinzip schlecht machen.

Sehr häufig verwenden sie Fachwörter wie Lektorat oder Korrektorat und sind durchaus sehr böswillig geschrieben. Aber ein Schema F, wie man sie erkennen kann, gibt es nicht. Wenn Du klare Beweise hast, wer sich dahinter verbergen könnte, sprich die Person an und frag sie, warum sie das getan hat. Aber eine wirklich handhabe hast Du nicht unbedingt dagegen. Denn immerhin könnte es durchaus eine ehrliche Meinung sein und die kann man eben nicht verbieten.

Rezensionen

Die positiven und durchaus ausführlichere Rezensionen

Natürlich ist es eine reine Definitionssache, was hier unter ausführlich gemeint ist. Das können 1.000 Wörter sein, aber auch nur 100 Wörter. Trotzdem kannst Du hier viel mehr mitnehmen, als bei den oben genannten Bauchstreichlern.

Der Unterschied hier ist ganz klar, dass Du nicht nur erfährst, dass der*dem Leser*in Dein Buch gefallen hat, sondern vor allem auch warum. Und darauf kommt es letztendlich an. Sie*Er wird Dir schreiben, dass ihr*ihm die Figuren gefallen haben, weil ihre Charakterzüge realistisch sind, die Dialoge spritzig und der Plot durchaus nachvollziehbar ist.

Sie*er wird sich vielleicht ebenfalls nicht die Mühe machen und eine extrem ausführliche Rezension schreiben. Aber Du wirst auf alle Fälle mehr mitnehmen, als Du es bei den oben aufgeführten Beiträgen zusammen könntest.

Mögliche Reaktion

Ehrlich gesagt, ich würde mir diese Rezension definitiv ausdrucken und analysieren. Denn das sind die Beiträge, auf die ich als Autorin nur hoffen kann. Immerhin hast sich da jemand Mühe gemacht und Dir aufgezeigt, was Du gut gemacht hast. Finde genau das heraus und überlege Dir, ob Du das wirklich erreichen wolltest.

Wenn ja, dann bleib dabei und überlege Dir, wie Du diese positiven Punkte auch bei Deinem nächsten Roman erreichen kannst. Wenn Du das jedoch nicht wolltest, dann überlege Dir, ob es Dir nicht doch gefällt und Du dabei bleibst. Oder es zukünftig änderst. Lies Dir dazu durchaus Deine eigene Geschichte durch und überprüfe das, was Du da erreicht hast.

Ob Du jetzt hier unbedingt eine Antwort schreiben sollst oder nicht, darüber diskutieren wir unten weiter.

Rezensionen

Die ausführliche negative Rezension

Das Schreckensgespenst einer jeden Autorin und eines jeden Autors. Irgendwann wirst Du einen bestimmten Buchanbieter aufrufen, nach Deinen Büchern (oder anders ausgedrückt, nach Deinen Babys) schauen und sehen, dass die fünf vollen Sterne auf einmal an Farbe verloren haben. Du rufst die Bewertungen auf und siehst, jemand hat Dein Baby mit zwei oder gar nur mit einem einzigen Stern bewertet.

Unverschämtheit!

Eins ist klar, früher oder später wird dieser Tag kommen. Und meine klare Empfehlung ist, am besten wappnest Du Dich innerlich auf diesen „besonderen Tag“. Denn wenn Du damit rechnest, ist diese Enttäuschung nicht ganz so groß, als wenn Du der festen Überzeugung bist, dass die schlechteste Rezension gerade mal drei Sterne sein dürfte.

Aber egal ob Du damit rechnest oder nicht, halte Dich zurück, bevor Du in irgendeiner Art und Weise reagierst. Notfalls entspann SOFORT Deine Muskeln. Denn, um wütend zu sein, musst Du angespannt sein. Wenn Du aber sofort die Muskeln entspannst, verpufft regelrecht die Wut. Das habe ich einige Male ausprobiert und war selbst überrascht, dass es so gut funktioniert.

Dann lies Dir in aller Ruhe die Rezension noch einmal durch. Wenn ich aufgebracht bin, dann lese ich Dinge in Texte hinein, die gar nicht dastehen. Denn immerhin wagt es ja jemand mich zu kritisieren, also ist der Text eine reine Kampfansage. Doch wenn ich einmal kurz durch die Wohnung laufe und dann zurück an den PC kehre, um mir noch einmal den Text durchzulesen, merke ich, dass es gar nicht so schlimm ist, wie ich es beim ersten Mal geglaubt habe.

Daher nutze die Gelegenheit des Internets und lese Dir die Rezension durchaus ein zweites Mal durch. Was will Dir die Autorin oder der Autor mit dieser Rezension sagen? Was hat ihr*ihm nicht gefallen, dass sie*er der Meinung ist, Dir solch eine schlechte Rezension zu schreiben? Immerhin ist das ja auch eine Art der Kontaktaufnahme und nicht nur ein Versuch Dich niederzumachen (auch wenn es sich vielleicht anfühlt).

Das ist die Gelegenheit, um Dein Werk noch einmal kritisch zu beurteilen. Ist der Plot wirklich so schwach, wie die*der Rezensent*in behauptet? Oder hat sie*er eventuell einen anderen kritischen Blick. Oder sind die Charaktere wirklich so oberflächlich beschrieben? Hättest Du Dir noch mehr Mühe geben können, um dieses harte Urteil abzuwenden?

Notfalls hole Dir Hilfe von Leuten, die Dein Buch kennen, und frage sie, wie sie die Kritik sehen. Ideal ist es natürlich, wenn Du Leute fragst, die nicht zu den Heavyfans gehören, also diejenigen, die alles von Dir lesen, Hauptsache es ist von Dir. Die sind nicht kritisch genug dabei und können Dir also nicht helfen.

Sei aber nicht ZU selbstkritisch. Es kann sein, dass die Leserin oder der Leser auch die Sache selbst extrem kritisch gesehen hat und daher Dir das so mitteilen wollte. Ich sehe es als wichtig an, dass Du Dich auch mit einer negativen Rezension auseinandersetzt. Es gibt aber Punkte, die sind den Leser*innen sehr wichtig, Dir aber nicht. Wenn Du sie also nicht übernehmen möchtest, dann mache es nicht. Weißt Dich aber eine Leserin, ein Leser auf etwas Gutes hin, dann übernehme es wieder herum.

Es kommt immer auf den Inhalt der Kritik an, was Du damit letztendlich machst.

Rezensionen

Deine Reaktion auf Rezensionen

Es gibt die verschiedensten Meinungen, ob man überhaupt auf Rezensionen reagieren soll oder nicht. Dabei ist es egal, ob diese auf einem gewissen Onlineportal veröffentlicht werden oder auf Bücherblogs.

Die einen reagieren auf jede Rezension, während die anderen sagen, in der Zeit könnte ich einen neuen Roman geschrieben haben, in der ich zu allem ein Kommentar abgebe. Dann gibt es Leute, die nur auf gute Rezensionen reagieren und andere nur auf negative. Und das kann auch wieder in den falschen Hals gelangen.

Reagierst Du nur auf Gute, heißt es, Du ignorierst die kritischen Stimmen. Wenn Du aber nur auf die Negativen reagierst, sehen da wieder, dass Du eine schlechte Rezension nicht ertragen kannst.

Wie Du siehst, egal wie Du es machst, Du machst es sowieso falsch. Also mach es auf alle Fälle, wie Du es selbst für richtig hältst.

Überlege Dir also heute schon einmal, ob Du überhaupt auf Rezensionen reagierst und wie Du es machen willst. Nur auf Bücherblogs oder überall (was natürlich schwierig wird, weil Du aller Wahrscheinlichkeit nicht alle mitbekommen wirst, die geschrieben werden). Oder hältst Du es wie die Verlagsautorinnen, genieß die Rezensionen und schweigst.

Das absolute No-Go

Es gibt aber etwas, was Du niemals machen solltest. Und ich meine das wirklich niemals. Auch wenn es Dir in den Fingern juckt und Du gerne die Leute auf den Mond schießen würdest, aber jetzt kommen ein paar Punkte, von denen Du trotzdem Abstand halten solltest. Mindestens ein ganzes Sonnensystem Abstand.

Selbst wenn die*der Rezensent*in Dich als dilettantische*n Autor*in, als ein Missgeschick der Natur oder was auch immer bezeichnen sollte, beleidige niemals zurück. Niemals! Wenn Beleidigungen fallen, dann kannst Du gerne eine Strafanzeige überprüfen, aber verfalle niemals auf ein solches Niveau.

Und auch sonst beleidige niemals irgendeine Leserin oder einen Leser. Du schießt Dir damit nur ein Eigentor. Ich habe das schon zwei oder drei Mal erlebt, dass Autorinnen und Autoren die Rezensentin beleidigt und angegriffen haben. Das war nicht unbedingt förderlich für die entsprechenden Autorinnen und Autoren. Ganz im Gegenteil. Häufig verbünden sich die Leser*innen und unterstützen die angegriffene Person. Und schlimmstenfalls kann es noch passieren, dass andere aus Prinzip Dein Werk schlecht bewerten. Einfach deswegen, weil Du Dich daneben benommen hast.

Bei anderen Autor*innen kann es dann einfach passieren, dass man deren Bücher nicht kauft. Denn es kann ja sein, dass die Bücher einer ebenfalls nicht gefallen und man möchte das eventuell auch negativ bewerten. Dann muss man ja auch mit einem sogenannten Shitstorm rechnen. Das macht dann keinen Spaß und man hält sich damit zurück. Unter anderem dann auch mit dem Kauf.

Eine weitere blöde Idee ist es, wenn Du Deine Fans in die Spur schickst. Sei es, dass Du sie bittest, die Bewertung runter zu voten, die*den Rezensent*in anzugreifen oder bitte ganz viele positive Beiträge zu schreiben. Das zeugt einfach von keinem guten Stil.

Am besten ist, dass Du die negative Rezension akzeptierst. Atme tief durch, respektiere die Meinung der anderen Menschen und schreib weiter. Alternativ kannst Du auch Kekse backen.

Natürlich kannst Du die Bewertung analysieren, es kann ja trotzdem was Brauchbares dabei sein. Sollte sie Dich aber nur Aufregen, schließ das Fenster und schreib Deinen nächsten Roman. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Rezensionen sind wichtig, die Reaktion darauf manchmal sogar noch wichtiger.
Rezensionen

Abschlussgedanken

Ich wünsche Dir natürlich ganz viele ehrliche Rezensionen, die Deine Bücher für die anderen interessant machen und die Deiner Seele streicheln. Aber früher oder später müssen wir uns alle mit dem Thema negative Kommentare halt auseinandersetzen. Und das solltest Du spätestens mit der Phase der Veröffentlichung berücksichtigen.

Überlege Dir, ob Du überhaupt Rezensionen kommentieren möchtest oder es lieber lässt. Es ist ganz Dir überlassen. Aber es ist immer gut, wenn Du dabei Deinen eigenen Weg findest.

Ich weiß aber nicht, wie ich mich verhalten soll

Es gibt da eine ganz einfache Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen: Lies gar keine Rezensionen. Punkt.

Ansonsten, alles Liebe für Dich.

Deine frau schreibseele.

Marketing Buch: Die Leseprobe

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

noch 8 Prozent der Teilnehmenden an meiner Umfrage sagten, dass eine Leseprobe ihnen beim Kaufentscheid hilft. Das mag auf dem ersten Blick nicht viel sein. Aber wenn Du Dir den Twitterthread durchliest (das kannst Du machen, auch wenn Du nicht bei Twitter angemeldet bist), dann siehst Du, dass viele eine Reihenfolge haben. Erst lassen sie sich vom Cover ködern, dann vom Titel, dann den Klappentext und dann die Leseprobe. Oder sie haben eine andere Reihenfolge.

Aber man kann sagen, eine Leseprobe sollte, trotz allem, nicht unterschätzt werden.

Kurze Vorgedanken

Es gibt genügend Leute, die Du mit Deinem Cover und Klappentext überzeugen kannst. Die öffnen häufig gar nicht das Buch und machen sich mit dem Schreibstil vertraut. Zu diesen Kamikazeleserinnen gehöre ich übrigens auch. Man hofft irgendwie, dass es schon gut ausgehen wird, und kauft sich das Buch. Zumal sich der Horror eines Buches auch eher hinten befindet.

In letzter Zeit habe ich zwei Bücher abgebrochen, die sich anfänglich gut gelesen haben. Doch dann gab es Elemente, bei denen ich mir dachte, ehrlich jetzt? Das war dann der Grund, die Bücher nicht mehr weiterzulesen. Mit einer Leseprobe hätte ich das wohl nicht herausgefunden. Es bleibt also immer ein gewisses Restrisiko. Zumal es durchaus passieren kann, dass Kapitel 1 hervorragend ist und dann brach die Qualität fast in sich zusammen.

Im folgenden möchte ich daher erklären, wo und wie Du eine Leseprobe veröffentlichen könntest. Und vor allem, was Du bei einem Non-Fiction Buch veröffentlichen solltest. Da gibt es für mich einen gewissen Unterschied.

Kurzdefinition: Leseprobe

Eine Leseprobe ist, ganz klar, ein Ausschnitt aus Deinem Buch, den Du öffentlich machst und kostenfrei zum Lesen anbietest. In einem Buchladen haben die Leser*innen die Möglichkeit das Buch aufzumachen und zu lesen. Im Internet ist dies nicht möglich. Daher sind die Lesenden darauf angewiesen, dass ihnen zumindest ein Ausschnitt angeboten wird.

Die meisten Onlineshops bieten eine Möglichkeit an, damit man die ersten Seiten lesen kann. Zudem kann man auf der eigenen Internetseite eine Leseprobe veröffentlichen.

Die Länge

Wie lang eine Leseprobe sein soll, darüber kann man keine eindeutige Aussage machen. Nehmen wir an, Du würdest zehn Prozent veröffentlichen wollen. Das wäre bei einhundert Seiten zehn Seiten. Bei 400 schon vierzig und bei 1.000 Seiten dann satte 100 Seiten. Das sind schon nicht wenige Seiten. Diese Anzahl könnte man schon fast als XXL-Leseprobe bezeichnen.

In erster Linie empfehle ich Dir, vertrau Deinem Bauchgefühl. Gerade dann, wenn Deine Geschichte eher kurz ist. Bei langen Geschichten kann es sich schon lohnen, wenn Du Kapitel 1 bzw. Dein Prolog veröffentlichst. Aber an pauschalen Vorgaben würde ich mich nicht halten. Auf Dauer bringen die nichts.

Wenn Du auf einem anderen Marktplatz die Leseprobe veröffentlichst, musst Du Dich an deren Regeln halten. Überprüf genau, wie viel von Deiner Geschichte veröffentlicht werden soll. Wenn es noch im humanen Bereich ist, dann solltest Du diese Möglichkeit nutzen. Ansonsten gibt es andere Wege, eine Leseprobe zur Verfügung zu stellen.

Aber gehen wir die einzelnen Möglichkeiten kurz durch.

Onlineshops

Zumindest beim größten Onlinebuchhändler gibt es meistens die Möglichkeit, einen Blick ins Buch zu werfen. Dort werden automatisch eine gewisse Prozentanzahl des anfänglichen Buches veröffentlicht, wenn man es einrichtet. Und dann können die Leser*innen sich einen Eindruck vom Buch machen.

Diese Funktion muss ausgewählt werden, da ich häufig Bücher finde, in die man nicht schauen kann. Auch wenn vielleicht nicht viele diese Möglichkeit nutzen, solltest Du diese trotzdem zur Verfügung stellen. Einfach aus dem Grund, dass auch die Kamikazeleser*innen ab und an einen Blick in Deine Geschichte werfen wollen. Und dann kannst Du sie damit überzeugen.

Daher würde ich auf dieses Marketingmittel nicht verzichten.

Die Beschreibung

Erst vor kurzem hab ich entdeckt, dass jemand einen Blick ins Buch gewährt und trotzdem eine Leseprobe in der Beschreibung zur Verfügung gestellt hat. Das kann tatsächlich nützlich sein, wie ich finde.

Denn einige dürften durchaus den Blick ins Buch meiden. Aber wenn Du eine Leseprobe auf Augenhöhe zum Klappentext anbietest, könnten einige eher neigen, sich diese durchzulesen. Und damit könntest Du tatsächlich die Leute entsprechend noch ködern. Wenn ich aber ehrlich bin, ich würde diese Leseprobe eher kürzer halten. Denn ich kenne mich. Sehr lange möchte ich nicht auf dem Monitor lesen. Und entweder mich fesselt die Leseprobe (wenn ich sie schon mal lese) oder das Buch wird nicht gekauft.

Deine Internetseite

Deine Internetseite bietet sich für eine vernünftige Leseprobe geradezu an. Dort kannst und solltest Du Deine Bücher bewerben. Und neben den Fakten (wie Klappentext oder ISBN-Nummer) kannst Du dort eben einen Textauszug präsentieren. Das Besondere hier ist, dass Du nicht zwangsläufig den Anfang Deiner Geschichte posten musst. Du könntest eine besonders tolle Szene aus Deinem Buch nehmen und kurz vor dem Höhepunkt abbrechen. Also einen bösen Cliffhanger posten.

Wie Du Deine Leseprobe auf der Internetseite präsentierst, ist Dir überlassen. Entweder Du kopierst diesen einfach auf die Seite oder bindest es mit irgendwelchen Spielereien ein. Aber Achtung: Bei den Spielereien könnte es schlimmstenfalls passieren, dass Deine Leser*innen diese gar nicht aufrufen könnten. PDF mag weit verbreitet sein. Aber ich kenne tatsächlich einige Leute, welche den Reader gar nicht auf ihrem PC haben und somit solch eine Datei nicht öffnen können. Nur, um mal ein Beispiel zu nennen.

Andere Portale

Es gibt unzählige andere Portale, bei denen Du eine Leseprobe hochladen kannst. Während Du auf Deiner Internetseite noch eine alternative Szene posten kannst, würde ich nicht zu viele verschiedene Szenen überall posten. Nicht, dass am Ende Deine Leser*innen sich dadurch das Buch zusammenreimen können. Dann müssen sie es nicht mehr kaufen. Und das wäre doch schade.

Daher entscheide Dich für eine einheitliche Leseprobe und veröffentliche diese. Sofern nicht eine besondere Seite aus Deinem Buch verlangt wird. Seite 99 zum Beispiel möchte Deine, wie der Name schon verrät, 99 Seite haben. Das wäre dann eine Ausnahme. Oder Du arbeitest eben mit dieser Seite auf den anderen Portalen.

Hier schau Dir genau an, was die Portale verlangen und entscheide dann. Notfalls kannst Du Dich auch mit anderen Autor*innen beratschlagen, wie sie es handhaben bzw. handhaben würden. Über solche Kontakte kannst Du mehr erfahren, als über jede FAQ-Seite.

Dein Buch

Wenn Du Deinen ersten Roman veröffentlichst, dann hat sich dieses Thema erst einmal für Dich erledigt. Aber spätestens beim zweiten Roman solltest Du diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Oder auch bei Reihen.

Am Ende Deines Romans kannst Du gerne ein Nachwort schreiben. Und dann das erste Kapitel eines anderen Romans veröffentlichen. Manche machen es sogar so, dass sie aus mehreren Romanen Kapitel 1 dazu packen. Kann man machen, man sollte es nur nicht übertreiben.

Auf alle Fälle solltest Du Dich entscheiden, ob Du genreähnliche Kapitel veröffentlichst. Oder sogar genrefremde Kapitel. Also, wenn Du eine Fantasiegeschichte geschrieben hast, könntest Du natürlich die ersten Kapitel aus anderen Fantasiegeschichten reinpacken. Alternativ wäre es auch möglich, aus Deinem Krimi was zu nehmen. Damit könntest Du Deine Leser*innen darauf aufmerksam machen, dass Du mehr schreibst, als eben nur Fantasie. Vorausgesetzt natürlich, Du veröffentlichst in verschiedenen Genres.

Bei einer Reihe kann es sich durchaus lohnen, Kapitel 1 des Nachfolgebandes mit zu veröffentlichen. Damit sorgst Du dafür, dass Deine Leser*innen weiterhin in der Welt gefangen bleiben und bekommen Lust auf mehr. Und das bietest Du ihnen. Damit besteht die Möglichkeit, dass sie unbedingt das nächste Band wollen und es kaufen wollen.

Solltest Du bei der Veröffentlichung des aktuellen Bandes die Nachfolgegeschichte noch nicht fertig haben, ist das kein Problem. Zum einen kannst Du es auch auf Deiner Internetseite bewerben. Und beim Selfpublishing kannst Du die Datei entsprechend anpassen. Oder Du veröffentlichst erst die Geschichte, wenn Du den Anfang des Nachfolgebandes sicher fertig hast. Das kann natürlich ein Risiko sein, wenn Du es doch veränderst, aber so kannst Du Lust auf mehr machen. Oder Du schreibst die Geschichte komplett und veröffentlichst dann die Vorgeschichte.

Achtung: Non-Fiction

Zu den Non-Fiction Büchern zähle ich Ratgeber, Sachbücher un Fachbücher. Hier herrscht ein anderes Gesetz, als bei den Romanen. Diese kannst Du verkaufen, auch ohne eine Leseprobe, aber mit einem sehr guten Klappentext. Bei Non-Fiction Büchern sieht das ein wenig anders aus.

Denn diese sollen ein Problem lösen. Entweder, indem sie Dir Wissen anbieten oder auf eine Lebensfrage einen konkreten Rat anbieten. Daher kaufen die meisten Lesenden ein Buch, um dieses Problem zu lösen. Und schlimmstenfalls nur eines, damit sie das Problem gelöst bekommen.

Daher finde ich es hier sehr wichtig, dass Du das Inhaltsverzeichnis veröffentlichst. Und zwar das komplette Inhaltsverzeichnis wohlgemerkt. Dort kann ich als Leserin dann sehen, worum es sich bei Deinem Non-Fiction Buch handelt und entscheiden, ob mich diese Themen ansprechen. Finde ich nicht im Inhaltsverzeichnis das, was mein Problem löst, könnte es sein, dass ich das Buch nicht kaufe. Wenn doch, kann allein das schon ein Kaufargument sein. Ohne das Buch weiter zu lesen.

So hab ich auch schon Non-Fiction Bücher nicht gekauft, weil ich nicht nachvollziehen konnte, um was es sich dabei handelte. Also, ich konnte nicht ins Inhaltsverzeichnis schauen. Man sollte sich dabei immer bewusst sein, jemand anderes wird dieses Thema auch aufgreifen. Vielleicht Schlechter. Aber diese Person wird vielleicht das Inhaltsverzeichnis zur Verfügung stellen und damit das Buch verkaufen.

Abschlussgedanken

Bei Leseproben kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Außer vielleicht, gar keine anzubieten. Daher kann ich Dir empfehlen, Dir Gedanken zu machen, wo, wie und welchen Teil Deiner Geschichte Du als Leseprobe anbietest. Und dann kann es schon losgehen.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

 

 

 

Marketing Buch: Das Klappentext

Hei, hallo und herzlich willkommen,

immerhin haben 33 Prozent der Teilnehmende gesagt, dass bei einem Buchkauf der Klappentext für sie wichtig ist. Und ich bin da völlig dabei. Jedes Mal, wenn ich mich für ein Buch interessiere, weil mich das Cover gefangen hat, kommt als Nächstes der Klappentext. Und da kann man mich als Leserin gewinnen oder verlieren. Andererseits, mit einem Klappentext kann man auch sehr, sehr vieles falsch machen.

Kurze Vorgedanken

Als Indieautorin oder Indieautor ist das Thema Klappentext spätestens dann ein Thema für Dich, wenn Dein Buch fertig ist und Du bereit bist, diesen zu veröffentlichen. Aber wenn Du noch ganz am Anfang bist, also in der groben Planung oder beim Plotten und planen, dann kannst Du Dich auch schon mit diesem Thema beschäftigen.

Dein fertiges Projekt

Bist Du fertig, willst Du es sicherlich richtig präsentieren. Das Cover ist ein erster und wichtiger Anreiz. Das stimmt. Hast Du Deine potenziellen Leserinnen und Leser dazu gebracht, Dein Baby in die Hand zu nehmen oder online anzuklicken, reicht das bei Weitem nicht aus. Du musst sie nun mit Deinem Klappentext überzeugen und dazu verführen, dass sie die ersten drei Seiten lesen (wenn Du erlaubst, in Dein Buch zu schauen). Oder das Buch sofort in den Warenkorb zu legen, um damit zur Kasse zu gehen.

Und dafür hast Du gerade mal 150 bis 200 Wörter Zeit (mehr dazu unten). Länger sollte ein Klappentext nicht sein. Wobei ich hierbei den Klappentext auf dem Rücken Deines Buches meine. Wenn Du ein Umschlag hast, dann kannst Du Dir mehr Zeit bzw. Zeilen nehmen. Das Problem hierbei ist jedoch, wie bringst Du die potenziellen Leserinnen und Leser überhaupt, so weit zu gehen. Sofern Du überhaupt ein Umschlag hast.

Dein Klappentext solltest Du nicht unterschätzen.

Du stehst noch am Anfang

Dir leuchtet sicherlich ein, warum es wichtig ist, am Ende Deines Projektes Dich mit diesem Thema zu beschäftigen. Auch wenn für viele Autorinnen und Autoren das Thema Klappentext ein rotes Tuch ist. Und ich kann es verstehen. Denn ich habe für meine Novelle auch versucht ein Klappentext zu schreiben, es ist nicht leicht. Um es mal nett auszudrücken.

Warum solltest Du Dich gleich am Anfang Deines Projektes dann bitte schön darum bemühen? Einige könnte es entmutigen.

Erst einmal bitte ich Dich, nimm am Anfang Deines Projektes den Klappentext nicht ZU ernst. Das ist nicht Sinn dieses Beitrages. Sinn ist, dass Du eine Orientierung hast, wohin sich genau Dein Roman hinbewegen soll. Wenn Du jetzt schon den roten Faden hast, dann wird es leichter sein, Deine Geschichte zu planen und zu plotten. Und am Ende kannst Du Deinen Klappentext sogar nutzen, um die finale Version zu schreiben.

Deswegen siehe bitte in diesem Stadion den Klappentext als Mittel für Deinen Plot und nicht als Folterinstrument an. Auch wenn es sich sicherlich so anfühlt. Es ist eine Unterstützung. Und er muss noch nicht einmal perfekt sein. Ganz im Gegenteil. Am Ende wirst Du ihn sicherlich noch einmal überarbeiten oder vielleicht sogar völlig neu schreiben. Das ist in Ordnung. Aber nutz ruhig die Möglichkeiten, welche Dir der Klappentext ermöglicht.

Und damit Du weißt, wie man einen schreiben kann, kommen hier meine Vorschläge dazu.

Wie kann ich einen Klappentext schreiben?

Die fünf Elemente in Deinem Klappentext

Gute Klappentexte haben fünf Elemente, mit denen Du die Leserinnen und Leser anziehen kannst. Wenn Du diese Elemente aufführst, kannst Du zugleich Deinen Plot überprüfen, ob Du diesbezüglich an alles Wichtige gedacht hast. Wenn nicht, dann ist es spätestens jetzt Zeit Dich daran zu machen und Dein Plot und Deine Charakterarbeit zu überprüfen. Ein guter Grund, warum Du Dich also schon am Anfang mit Deinem Klappentext beschäftigen kannst.

Doch welche fünf Elemente sind das nun?

Du hast eine Heldin oder einen Helden. Dieser befindet sich in einer Situation, aus dieser will sie oder er sich befreien, um das eigene Ziel zu erreichen. Der Antagonist oder die Antagonistin will unsere Heldin bzw. unseren Helden natürlich davon abhalten dieses Ziel zu erreichen. Sollte unser Antagonist oder unsere Antagonistin gewinnen, endet die Reise für unseren Helden oder unsere Heldin am Ende in einer Katastrophe.

Wenn man das so liest, dann ist dieses Monstrum Klappentext mit einem Mal nicht mehr so monströs, oder? Aber schauen wir uns jedes Element noch einmal in aller Ruhe an. Dann wird dieses ganze Thema noch einmal kleiner und klarer.

Die Heldin oder der Held

Wer ist nun wirklich Deine Heldin oder Dein Held. Diese Frage ist durchaus ernst gemeint. Gerade bei Liebesromanen kann das schon mal ein wenig verwirrend werden. Muss ich beide in meinen Klappentext nehmen, oder reicht nur die Heldin? Und wenn ich einen ganzen Blumenstrauß an Figuren habe, wen muss ich da nun wirklich nehmen? Da nenne ich als Beispiel einen Fantasyroman.

Finde heraus, wer am wichtigsten ist und lasse dann diese Figur am Ende in Deinem Klappentext auftauchen. Alle anderen Figuren sind natürlich auch wichtig, aber Dein Klappentext soll am Ende nicht von Figuren überquellen und Deine Leserinnen und Leser verwirren. Immerhin willst Du sie ja zum Kauf anregen und nicht dazu, dass sie das Buch wieder weglegen.

Die Situation

Am Anfang der Geschichte befindet sich Deine Heldin oder Dein Held in irgendeiner Situation, aus die sie/er sich befreien möchte. Beschreibe sie an dieser Stelle genau, damit ich als Leserin überhaupt Interesse habe, mich näher mit Deiner Geschichte zu beschäftigen. Schau also genau hin, wo sich gerade Deine Hauptfigur befindet und was es mit ihr/ihm macht.

Das Ziel

Deine Hauptfigur hat ein Ziel. Und dieses Ziel hilft ihr oder ihm, sich aus dieser Situation zu befreien. Welches ist dieses Ziel? Es sollte groß genug sein, damit man es nicht ZU leicht erreichen kann. Aber es sollte auch nicht zu groß sein, sodass man es überhaupt nicht erreichen kann oder nur mit einem Trick, der mich als Leserin dann nicht mehr überzeugt.

Und leider gibt es solche Geschichten wirklich.

Die Antagonistin oder der Antagonist

Es gibt immer etwas oder jemanden, die unserer Hauptfigur im Weg steht. In vielen Geschichten ist diese Figur ein Mensch. Das muss aber nicht sein. Als antagonistische Kraft kommen auch gesellschaftliche Konventionen oder Naturkatastrophen in Betracht, um zwei Beispiele zu nennen. Bestimme, wer oder was Deiner Hauptfigur im Weg ist.

Und definiere auch, warum diese Person oder diese Kraft überhaupt will, dass unsere Heldin oder unser Held nicht ans Ziel kommt.

Die Katastrophe

Deine Heldin oder Dein Held erreicht nicht das angestrebte Ziel, um aus der Situation herauszukommen. Was für uns normale Menschen nicht allzu schlimm ist, ist für eine Romanfigur eben eine Katastrophe und muss irgendwelche Konsequenzen haben. Und jetzt stellt sich natürlich die Frage, was ist die Katastrophe für Deine Figur, wenn sie ihr Ziel nicht erreicht?

Bearbeitungstipp

Schreib alle fünf Elemente erst einmal einzeln auf. Wie viele Wörter Du dafür brauchst, ist egal. Es geht um die Grundlage. Wenn Du bei einem oder anderen Punkt stockst oder stolperst, dann hat das vermutlich einen guten Grund. Denn es könnte sein, dass Du hier noch nicht genug weißt. Daher schau Dir die Punkte an und überlege, warum Du da gestockt hast. Weißt Du schon genug oder fehlt noch etwas? Notfalls arbeite genau da noch einmal ordentlich daran.

Noch ein paar Tipps für Dich und Deinem Klappentext

Mit den oben genannten Punkten kannst Du schon einmal einen Klappentext schreiben. Aber vielleicht sagst Du Dir, dass Du gerne noch ein paar Ratschläge hättest. Einfach, um ganz sicher zu sein, dass Du auch alles richtig machst. Oder auch nur deswegen, weil Du eine Initialzündung brauchst, um überhaupt anfangen zu können.

Gut schauen wir mal, ob ich Dir da weiterhelfen kann.

Bring es auf den Punkt

Wie oben schon geschrieben, mehr als 150 bis 200 Wörter sollte Dein Klappentext nicht sein. Das ist schon heftig. Und das gilt für alle Romanlängen. Also, egal ob Dein Roman 100 Seiten oder 1.000 Seiten hat.

Versuche daher Deinen Roman auf einen einzigen Kernsatz zu bringen. Was macht Deine Geschichte aus, warum hast Du Dich entschieden überhaupt diesen Roman zu schreiben?

Ein Beispiel wäre „Der Herr der Ringe“: Frodo Beutlin, ein Hobbit aus dem Auenland, muss seine Heimat verlassen, um den einen Ring zu vernichten. Dabei trifft er auf viele Verbündete und Feinde.

All die liebenswerten Details, welche aus einer einfachen Geschichte das Buch machen, welches wir kennen, gehören hier nicht rein. Sie sind wichtig für die Geschichte, aber nicht für Deinen Klappentext.

Was ist also die Kernaussage Deiner Geschichte?

Aus der Praxis!

Als ich nach der maximalen Wortanzahl für den Klappentext recherchiert habe, erhielt ich die oben genannte Angabe von 150 bis 200 Wörter. Und erst einmal habe ich es so hingekommen, weil ich mir dachte, das ist ja nicht viel. Das kommt gerade so hin.

Pustekuchen!

Als ich meine ersten Klappentexte schrieb, hatte meine erste Version 52 Wörter und die zweite Version 99 Wörter. Und bei der zweiten Version hatte ich das Gefühl, dass da sehr viel BlaBla herauskommt.

Dann habe ich einige Bücher genommen und die Wortanzahl der Klappentexte gezählt. Zwischen 42 und 172 Wörter war alles dabei. Und ich gestehe, da war ich dann doch ein wenig überrascht.

Mein Vorschlag ist daher, wenn Du den Klappentext als Vorübung schreibst, um damit Deine Geschichte zu plotten, kannst Du mehr als 150 Wörter benutzen. Ist das die finale Version, mit der Du am Ende Deine Geschichte bewerben willst, kannst Du unter 150 Wörter bleiben (mit Ausnahmen natürlich).

Was ist die Hauptgeschichte?

„Der Herr der Ringe“ hat viele Nebengeschichten und noch mehr Nebencharaktere (auch wenn andere Geschichten diesen Roman schon lange in den Schatten stellen). Das ist nicht nur bei diesem Roman so, sondern bei so gut wie allen Geschichten (einige Ausnahmen gibt es immer).

Schaue also genau nach, was die Hauptgeschichte Deines Romans ist. Was ist also der Kern Deiner Geschichte? Geht es um Liebe, geht es um die Geschichte einer Auserwählten oder worum genau? Je genauer Du das Benennen kannst, desto eher wirst Du die richtigen Leute anziehen. Denn Du willst ja keine falschen Hoffnungen wecken.

Wenn sie eine bestimmte Geschichte erwarten, dann wollen sie diese auch lesen, eben aufgrund Deines Klappentextes. Und wenn sie enttäuscht werden, kann sich das gelegentlich auch in einer negativen Rezension niederschlagen. Zumindest kann es bedeuten, dass die Leute bei Deinem nächsten Roman durchaus vorsichtiger sind.

Mir ist das jetzt tatsächlich mehrere Male passiert. Der Klappentext bot mir eine wirklich tolle Geschichte. Da dachte ich mir, wenn Du das Buch nicht kaufst, dann verpasst Du etwas. Also hab ich es gekauft. Und hab es bedauert. Denn der Klappentext hat mir mehr verkauft, als es letztendlich halten konnte. Und dementsprechend werde ich tatsächlich gegenüber den Autor*innen vorsichtiger sein. Also werde ich eher dazu neigen, da nicht unbedingt blind das Buch zu kaufen.

Die Zeitform Deines Textes

Egal, in welcher Zeitform Du Deinen Roman schreibst, es gibt die Regel, dass der Klappentext selbst immer in der dritten Person Präsens verfasst wird. Du kannst Dir also vorstellen, dass der Klappentext mit mir als Leserin sprechen soll. Es erzählt mir grob, was der Inhalt ist und will mich zum Kauf ermutigen. Und diese Erzählung geschieht eben in der Gegenwartsform.

Die Sprache des Klappentextes

Idealerweise passt sich die Sprache des Klappentextes Deiner Geschichte an. Wenn Du also ein Kinderbuch geschrieben hast, sollte es natürlich nicht in hochtrabendes Juristendeutsch geschrieben sein. Und wenn Du einen Historical geschrieben hast, warum nicht ein wenig die Sprache der entsprechenden Zeit anpassen?

Hier kannst Du ein wenig spielen und schauen, was letztendlich gut ankommt.

Marketing! Marketing!

Wenn Du Dich entscheidest, Deine Geschichte in einem Verlag zu veröffentlichen, kümmert sich dieser um Deinen Klappentext. In diesem Zusammenhang wäre das also kein Thema für Dich (außer als Vorübung). Wenn Du zu den Indies gehören möchtest, dann kannst Du von den Verlagen lernen.

Dazu gehört unter anderem auch, dass Du gerne Vorabrezensionen nutzen kannst, um Werbung für Dich zu machen. Vielleicht hast Du ja Dein Buch einem großen Rezensionsblog gegeben, damit dieser es sich schon einmal durchlesen kann, um rechtzeitig einen Beitrag darüber zu verfassen. Vielleicht könntest Du auch eine berühmte Kollegin oder einen berühmten Kollegen bitten, ein Kommentar zu Deinem Buch zu verfassen.

Wenn Du solch ein Zitat hast, warum dann nicht nutzen? Das ist durchaus Gold Wert. Jedoch kommt dann die Frage, wie viele Zitate dürfen es denn sein?

Vielleicht hast Du ja schon einmal ein amerikanisches Buch gelesen. Viele von denen fangen mit vielen, teilweise sehr vielen Zitaten an. Das nennt sich „Praise for the Book“, also „Lob für das Buch“. Die amerikanischen Verlage kleckern nicht, sie klotzen. Da kann es schon sein, dass ein oder zwei Seiten voller Zitate von bekannten oder auch weniger bekannten Autorinnen und Autoren dort stehen, die sich das Buch durchgelesen haben. Ich bin sogar der Meinung ein Buch in den Händen gehabt zu haben, wo es vier Seiten gab.

In Deutschland ist man in dieser Hinsicht zurückhaltender. Wenn geklotzt wird, dann übertreibt man schlichtweg. Zumindest sind viele der Meinung, dass man niemals übertreiben darf. Unter gar keinen Umständen. Ein oder zwei Zitate sind genug, manchen ist das schon zu viel. Wenn Du also ein paar Zitate hast, such Dir die aus, die am stärksten für Dich und Deine Geschichte stehen. Oder entscheide Dich dafür, wie bekannt die Verfasserin oder der Verfasser des Zitats ist.

Oder Du wagst es doch zu klotzen.

Wecke Gefühle

Häufig kaufen wir nicht deshalb ein Buch, weil uns der Klappentext von der logischen Seite her überzeugt hat, sondern weil es unsere Gefühlsebene ansprach. Und das ist durchaus ein gutes Mittel für Dich (siehe das Beispiel oben).

Schau Dir noch einmal Deinen Hauptplot an und überlege Dir, welche Adjektive zu dieser Geschichte passen könnte. Denn nicht alle Adjektive passen logischerweise zu allen Arten der Geschichten. Wenn Du gerade gar keine Idee hast, welche Du verwenden könntest, im Internet gibt es genügend Listen mit Adjektiven, die Du durchsuchen kannst. Du wirst in dieser Hinsicht also nicht allein gelassen.

Bei einem Text von 150 Wörtern kannst Du durchaus acht bis zwölf emotionale Adjektive verwenden. Je kürzer Dein Text am Ende werden sollte, desto mehr musst Du auch bei den Adjektiven streichen.

„Ich brauche Hilfe!“

Bevor Du die Flinte in den Korn wirst, weil Du das Gefühl hast, dass da so viel zu beachten gibt, versuche Dich noch heute an den Klappentext zu Deinem Roman. Denn Übung macht die Meisterin und auch den Meister. Wenn Du aber das Gefühl hast, dass Du absolut nicht weiter kommst, keine Sorge. Für den einen oder anderen Euro bekommst Du professionelle Hilfe.

Häufig sind das Leute, die das schon länger machen und durchaus wissen, was sie tun. Setze Dich mit denen in Verbindung und lasse Dir helfen bzw. Dir von denen Deinen Klappentext schreiben. Das kann aber schon um die 100 Euro oder auch mehr an Geld verschlingen. Aber bevor Du einen halb garen Klappentext in die Welt setzt, eventuell wäre diese Hilfe nicht ganz unnütz.

Ansonsten lerne von den Großen. Also von Büchern, die in Deinem Regal stehen und die Du aufgrund der Klappentexte gekauft hast. Warum waren es gerade diese Texte, die Dich angesprochen haben?

Und im Internet gibt es viele Leute, die bereit sind, Dir zu helfen (also Freundschaften, Laien und so weiter). Du bist also nicht alleine auf diesen Weg. Ich würde Dir aber wirklich empfehlen, es erst einmal zu versuchen. Du musst es ja nicht sofort veröffentlichen.

Abschlussgedanken

Der Klappentext kann ein gutes Instrument für die Arbeit an Deinen Roman sein. Und zugleich ist es eines der wichtigsten Marketingmittel, wenn Du Dich dran machst, Werbung für Deine Geschichte zu machen. Denn je besser es ist, desto eher wird es eine Leserin oder Leser auch kaufen, auch wenn diese Person nur zufällig über Deine Geschichte stolpert.

Daher ist es durchaus in Ordnung, wenn Du für diesen wichtigen Punkt die eine oder andere Stunde investierst. Hauptsache das Endergebnis lässt mir als Leserin das Wasser im Mund zusammenlaufen und den Wunsch entstehen, ich muss das Buch unbedingt haben. Unter allen Umständen.

Wenn dann noch Dein Buch überzeugen kann, geschieht es häufig, dass Du Dir so treue Leserinnen und Leser erarbeitest. Und das ist das wichtigste Marketingmittel, was Du haben kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und noch mehr Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Marketing Buch: Das Cover

Hei, hallo und herzlich willkommen,

bei meiner Umfrage gaben 56 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie als erstes auf das Cover achten. Mit anderen Worten, mehr als die Hälfte orientieren sich visuell beim Kauf eines Buches. Wenn ich bei der Umfrage hätte abstimmen können, mein Klick wäre auch beim Cover gelandet. Daher fangen wir die Buchmarketingreihe auch mit dem Cover an.

Zuerst möchte ich kurz mit einigen Vorgedanken zum Thema Cover anfangen. Danach geht es weiter, welche unterschiedlichen Typen es gibt, samt ihrer Vor- und Nachteile. Dann gibt es ein paar Hinweise, was Du beim Coverkauf beachten und wie Du es am besten gestalten lassen kannst.

Vorgedanken

Irgendwann ist es (hoffentlich) soweit. Du hast Deine Geschichte beendet und möchtest es veröffentlichen. Es gehören durchaus noch einige Punkte vor der Veröffentlichung dazu, die noch zu beachten gilt. Die Wahl, ob Du ein Lektorat oder ein Korrektorat möchtest, bei welchen Distributoren Du veröffentlichen möchtest oder auch zu welchem Preis.

Früher oder später kommt dann das Thema Cover auf Deinen Schirm. Und dann heißt es die Qual der Wahl zu haben, was man letztendlich auf dem Buchdeckel packt, um das eigene Baby zu präsentieren.

Wenn ich aber von einem sehr persönlichen Gefühl sprechen darf, dann ist es der, dass in Deutschland sich die Autorinnen und Autoren eher wenig Gedanken um die Hülle gemacht wird. Also um das Cover. Da wird wochenlang, monatelang, manchmal sogar über Jahre hinweg an einer Geschichte geschrieben. Häufig auch Geld dafür ausgegeben (zum Beispiel für Schreibkurse, Programme und was weiß ich) und vor allem viel Zeit investiert. Und dann wird beim Cover gesparrt.

Einige von diesen Autorinnen und Autoren erstellen ihre eigenen Covers. Und für die lohnt es sich. Denn sie können das sehr gut. Sie brauchen keinen professionellen Coverdesigns, weil sie es selbst schaffen. Andere hingegen nehmen ein Bild, am besten aus einer Datenbank, wo sie sich nicht sicher sein können, ob die Quelle wirklich legal ist, klatschen den Namen rauf und fertig.

Und das sieht man diese Covers durchaus an. Oder man gönnt sich durchaus etwas und bezahlt für das Grundlagenbild (zum Beispiel von einer der verschiedenen Bilddatenbanken) und verschandelt es dann mit der eigenen Überarbeitung. Irgendwann schaut man sich dann die Verkaufszahlen an und wundert sich, warum das Buch ein Ladenhüter ist. Natürlich gibt es auch die Profis unter den Autor*innen, die wissen, was sie tun. Aber das sind eher wenige unter uns, die das wirklich können.

Kleiner Hinweis

Bei diesem Beitrag müssen wir jedoch eine Einschränkung machen. Nicht alle Autor*innen können sich ihr Cover selbst aussuchen. Willst Du bei einem großen Verlag unterkommen, musst Du erst einmal damit leben, was für ein Cover Dir präsentiert wird. Natürlich hast Du gewisse Mitsprachemöglichkeiten. Aber in erster Linie entscheidet der Verlag. Und sie meinen, zumindest zu wissen, was sich gut verkauft. Ob das letztendlich stimmt, ist etwas anderes.

Bei kleinen Verlagen oder auch Indie-Verlagen kann das anders aussehen. Hier kommt es auf die Verlagsleitung an. Hier hab ich häufiger gelesen, dass die Autor*innen sehr viel Mitspracherecht haben. Gegebenenfalls darfst Du Dich auch selbst komplett um das Cover kümmern. Da musst Du natürlich mit Deinem Verlag sprechen.

Wenn Du Dich für den Weg des Selfpublishing entscheidest, darfst Du alles machen, was Du willst. Du kannst das Cover selbst basteln oder auch eines kaufen. Du entscheidest, wie es aussieht und wer es für Dich designen darf. Beim Selfpublishing hast Du die größte Freiheit, was dieses Thema betrifft.

Meine persönliche Ansicht zu diesem Thema

Wenn ich in Onlinebuchladen oder auch in realen Buchläden nach Büchern Ausschau halte, gehe ich dabei unterschiedlich vor. Entweder ich suche gezielt nach einem bestimmten Buch oder ich schaue wahllos herum und entdecke dabei durchaus interessante Bücher und kleine Perlen. Am Ende kann es passieren, dass ich dann wieder neue Bücher auf meiner Wunschliste habe, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte (oder in meinem Bücherbeutel).

Dabei ist mir irgendwann Mal aufgefallen, nach welchen Kriterien ich online oder in einem Buchladen nach Büchern direkt schaue. Es geht, ganz simpel geschrieben, nach den Covern.

Dein erster Satz kann noch so spannend oder Dein Klappentext noch so gut geschrieben worden sein, wenn Deine potenziellen Leserinnen und Leser nicht zum Buch greifen, liest das niemand. Das bedeutet für Dich also, dass Du sie irgendwie einladen musst, Dein Buch faszinierend zu finden, es anklicken oder hochheben und dann anfangen zu lesen.

Gerade dann, wenn Du ganze Listen durchsuchst (wie es bei Goodreads möglich ist), kannst Du kein Klappentext durchlesen oder die erste Seite. Da ist es zwangsläufig so, dass das Cover hier ein wichtiges Kaufargument wird.

Bewerte nie ein Buch nach dem Cover

Natürlich sollte man das nicht machen. Wie oft habe ich kleine Perlen entdeckt, obwohl das Cover, gelinde gesagt, Schrott war. Natürlich kann auch ein ganz mieses Cover ein Anreiz sein, um zu einem Buch zu greifen. Aber ich würde nicht damit rechnen. Nicht mehr. Da gehört mehr dazu, damit ein schlechtes Cover überzeugen kann.

Denn wir sind alles nur Menschen. Und dementsprechend hat die visuelle Aufnahme ein ordentliches Wörtchen mitzureden. Damit will ich sagen, wenn uns etwas nicht optisch anspricht, dann dürfte es eher wahrscheinlich sein, dass wir nicht zugreifen. Natürlich kann es sein, dass jemand doch das Buch liest und es empfiehlt. Im Thread meiner Umfrage hatte jemand geschrieben, dass er auf Empfehlung auch miesen Covern eine Chance gibt. Das Problem ist nur, jemand muss sich wirklich hinsetzen und der Geschichte eine Chance geben.

Es ist ganz klar, wir haben allesamt einen anderen Geschmack. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Arten von Covern, auch wenn sie im gleichen Genre angesiedelt sind. Aber letztendlich kommt es darauf an, dass die Geschichte ordentlich verpackt wurde. In einem ansehnlichen Kleid (also Cover).

Wenn Du die Leute angelockt hast, werden sie mit vielen anderen Themen weitaus gnädiger umgehen. Negative Rezension, vielleicht eine etwas schwache Geschichte, all das können sie verzeihen. Wenn Du ihnen erst einmal die Möglichkeit gibst, Deine Geschichte näher kennenzulernen. Gerade im Internet ist die Hürde mal ein Buch anzuklicken und in eine Leseprobe zu stöbern, weitaus höher (zumal es die nicht immer gibt). Daher ist es umso wichtiger, dass Deine Leserinnen und Leser irgendwie angesprochen werden.

Verschiedene Arten von Covertypen

Ich habe selbst in den letzten Jahren drei Typen von Coverarbeiten festgestellt, die gerne und viel genutzt werden.

Die selbst erstellten

Bei den selbst erstellten, sollte man, meiner Meinung nach, eher vorsichtig sein. Wenn Du selbst Design studierst oder es Dir selbst beigebracht hast, dann leg los. Solange das Ergebnis gut aussieht, ist alles im grünen Bereich. Und warum sollst Du nicht Deine eigenen Covers erstellen?

Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine Menge Spaß macht. Und sicherlich ist man am Ende um einiges stolzer auf das eigene Werk, wenn man wirklich alles allein gemacht hat. Und zudem gibt es keine Diskussionen mit den Designerinnen, was Du wirklich haben willst, was machbar ist oder nicht. Du weißt selbst sehr gut, was Du kannst, was Du haben willst und vor allem, wie Du es umsetzen kannst.

Es gibt einige Autor*innen, welche ihre Covers selbst erstellen. Und ich hab keinen Unterschied zwischen ihren und den Covers aus der Designstube gesehen. Wenn Du also mit dem Bildbearbeitungsprogramm umgehen kannst, hab viel Spaß dabei.

Beherrschst Du jedoch nur die Grundlagen eines Bearbeitungsprogramms, ich würde Dir empfehlen, Dir lieber die Hilfe einer guten Designerin oder eines guten Designers zu holen. Oder zumindest einen Kurs besuchen, damit Du Deine Grundlagen ausbauen kannst.

Leider ist es bei einigen Leserinnen und Lesern zwischenzeitlich so, dass sie Bücher mit schlechten Covern schlichtweg nicht mehr ansehen. Das mag ein Vorurteil sein. Denn trotz schlechten Cover kann sich dahinter eine wundervolle Geschichte verbergen. Aber aufgrund vieler Erfahrungen, wo das Gegenteil bewiesen wurde, haben sich einige zur Regel gemacht, solche Bücher nicht mehr zu kaufen.

Und diese Erfahrungswerte haben sich bei anderen Leserinnen und Leser verbreitet, sodass sie ebenfalls solche Bücher nicht kaufen. Auch wenn sie selbst damit keine schlechten Lesegenüsse hatten.

Daher ist es durchaus empfehlenswert, dass Du nicht am falschen Ende sparst. Gönn Dir lieber ein sogenanntes Premade-Cover (siehe bitte weiter unten), wenn Du schon keine Auftragsarbeit haben willst. Aber wenn Du keine Erfahrung in Coverdesign hast, lass es bitte. Tu Dir selbst den Gefallen.

Auftragsarbeiten

Es könnte aber auch sein, dass Du Dir sagst, gut, ich werde nicht selbst mein Cover gestalten, ich beauftrage jemanden damit. Und zwar mit einem ganz individuellem Cover.

Hier kannst Du Dein*e Wunschdesigner*in gerne in den Wahnsinn treiben, mit Deinen Wünschen. Da Du sie beauftragst, wird sie durchaus versuchen, Deine Wünsche zu realisieren. Aber akzeptiere auch, dass sie Dir sagt, was gut ist und was weniger gut ist. Und meistens wissen sie auch, was wirklich gut ankommt und realisiert werden kann. Verliere nicht Deine Vision aus den Augen, aber höre auch auf die Vorschläge Deiner Wunschdesignerin. Vielleicht bekommst Du am Ende ein Cover, von dem Du noch nicht einmal zu träumen gewagt hast.

Von einer Designerin hab ich mal gelesen, dass sie ein Cover nach den Wünschen einer Autorin angefertigt hat. Dabei hatte sie die Autorin mehrere Male darauf hingewiesen, dass das Cover so nicht gut wird. Aber sie fügte sich am Ende den Wünschen, um unnötige Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Am Ende hat sie sich sogar darauf bestanden, dass ihr Name nicht im Buch als Designerin steht. Zwar hat sie dazu nichts gesagt, aber ich kann selbst nur vermuten, dass eine zukünftige Zusammenarbeit nicht gegeben ist. Und soweit sollte es dann doch nicht kommen.

Mache Dir im Vorfeld Gedanken, wie Dein Cover aussehen könnte. Damit geht es schlichtweg schneller und ihr beide müsst nicht von ganz Anfang an zu arbeiten beginnen. Mach Skizzen, wo ungefähr was sein soll. Dafür brauchst Du noch nicht einmal zeichnerisches Talent.

Du kannst Dir auch Covers aus Deinem Genre anschauen und überlegen, was Dir besonders gut gefällt und was Du auf keinen Fall haben willst. Sammel die Covers und zeige sie notfalls als Referenz vor. Gegebenenfalls kannst Du auch fertige Covers von anderen Designer*innen abspeichern, um zu zeigen, was Du gerne hättest. Das mache ich gerade für meine aktuelle Geschichte. Da hab ich auch ein Bild vor Augen und speichere alles, was ich kriegen kann und in die richtige Richtung geht.

Was am Ende herauskommt, werdet ihr dann sehen. Je nach Arbeitsaufwand kann das Cover zwischen einem günstigen Preis bis hin zur Preisexplosion alle Preisklassen haben. Dabei kommt es darauf an, wie viel Zeit investiert werden muss und welche Materialien eingekauft werden (unter anderem eben auch die Stockfotos, Schriftarten und so weiter). Ja, es gibt durchaus die Möglichkeit um die 1.000 EUR für ein einziges Cover zu bezahlen. Nur ist das eher selten die notwendig. Rechne eher mit 200 bis 300 EUR als Durchschnittspreis.

Der Vorteil ist aber definitiv, dass Du ein sehr individuelles Cover bekommst, welche zu Deiner Geschichte passt. Denn hier haben zwei kreative Menschen (mindestens) zusammengearbeitet, um das Beste herauszuzerren. Die Figuren passen zum Roman, der Hintergrund. Alles fügt sich hier harmonisch zusammen.

Premade Covers

Die letzte Möglichkeit, und durchaus auch eine kostengünstige Variante, ist der Kauf eines sogenannten Premade-Covers. Das sind Covers, welche die Designer*innen ohne einen Auftrag erstellt haben, aber der Meinung sind, dass diese durchaus auf ein Buch passen könnte.

Da gibt es noch einen kleinen Unterschied. Viele der Bilder werden mit Stockfotos gemacht. Das bedeutet, dass Dein Cover nicht ganz so individuell ist, wie Du es vielleicht gerne hättest. Zwischenzeitlich hat sich auch der Trend dahin gewandelt, dass viele Premade-Covers mit eigenen Bildern angeboten werden. Das bedeutet, dass Du auch hier einmalige Covers bekommen kannst. Aber das ist nicht immer die Regel (was bei Auftragsarbeiten aber auch gelten kann).

Wenn also ein Cover weg ist, ist damit auch das Bild weg. Denn die Designerinnen garantieren häufig (nicht immer), dass die dazugehörigen Bilder nur einmal verwendet werden.

Und das ist keine schlechte Idee. Momentan sind die Haremsgeschichten sehr beliebt (eine Frau mit mindestens zwei Männer). Mir wurden dann zwei Geschichten dazu angeboten (da ich diese Art von Romanen gerade sehr gerne lese) mit dem fast gleichen Cover. Eine Frau liegt auf den Boden/Bett und hat ihre Arme nach oben ausgestreckt. Links und rechts von ihr hocken zwei Männer, welche sie anstarren. Es ist klar, was gleich passieren soll. Die jeweiligen Romane stammen von zwei verschiedenen Autorinnen und trotzdem sehen sich die Covers so ähnlich aus, dass es verwirren kann. Wenn ich nicht genau hinsehe, dann sind das für mich zwei gleiche Geschichten. Erst bei genaueren hinsehen, kann man erkennen, dass ein Bild etwas herangezoomt wurde. Aber beim Vorbeiscrollen achtet man nicht unbedingt darauf.

Auf Facebook gibt es zwischenzeitlich einige Gruppen, in denen Du diverse Covers und die dazugehörigen Designer*innen findest. Aber auch mit dem Suchbegriff „Premade-Covers“ bei den bekannten Suchmaschinen wirst Du sicherlich fündig werden (gerne alle möglichen Schreibvarianten dazu verwenden).

Wenn Dir ein Cover zusagt, dann kannst Du es, so wie es ist, kaufen. Angepasst werden Titel, eventuell Untertitel und Autorinnenname. Gelegentlich kannst Du auch Änderungen am Cover direkt vornehmen lassen. Das kommt immer auf die Designer*innen selbst an. Gelegentlich verlangen sie für weitere Änderungen auch einen Aufpreis. Wenn Du Dir dabei nicht sicher bist, frag nach. Die Designer*innen, mit denen ich selbst Kontakt hatte, waren sehr freundlich und entgegenkommend. Also keine Sorge, sie beißen nicht.

Premade-Cover haben ihre Vorteile. Sie sind fertig und Du bekommst genau das, was Du im Bild siehst. Das bedeutet, dass Du Dir keine Gedanken machen musst, wie Dein Cover aussehen könnte, ob Du Dich mit der Designerin verständigen kannst und Deine Wünsche gut rüberbringst. Dass alles ist im Grunde genommen erledigt. Denn das Cover ist ja fertig.

Ein weiteres unschlagbares Argument ist eindeutig der Preis. Während Auftragsarbeiten ihren Preis haben, kosten die meisten Premade-Covers um die 100 Euro. Mal mehr und mal weniger. Es kommt immer darauf an, was die Designer*innen investiert haben. Damit meine ich die sogenannten Stockfotos, die ihren Preis haben, dann möglicherweise gekaufte Schriftarten und die Arbeit natürlich.

Ich habe schon sehr gute Coverarbeiten gesehen, die um die 25 Euro kosten. Zwar verlangen ausgebildete Designer*innen durchaus ihr Geld (was ich auch berechtigt finde). Aber ab und an kommen sie Dir preislich auch entgegen, sodass auch der kleine Geldbeutel ein schönes Cover bekommen kann. Wenn Du also noch einen sehr kleinen Geldbeutel hast, kann das für Dich sicherlich interessant sein.

Natürlich sind Premade-Covers auch Werbung für die*den Designer*in. Damit wollen sie zeigen, hei schaut her, so arbeite ich. Es gefällt dir? Dann melde dich bei mir, wir können auch an einem Wunschcover arbeiten.

Lohnen sich Premade-Covers?

Aus meiner Sicht sage ich, ja. Aber das ist jetzt eine Meinung von einer Person, die noch keine Geschichte veröffentlicht hat, aber diese Sache schon länger beobachtet. So habe schon gesehen, dass jemand ein Buch bereits herausbrachte, aber mit dem Cover (Auftragsarbeit) nicht zufrieden war. Dann lief dieser Person das richtige Premade-Cover über den Weg, verliebte sich in das Bild, kaufte es und der Verkauf läuft seitdem besser.

Auf alle Fälle lohnen sich professionelle Covers immer. Da solltest Du nicht sparen.

Und mit diesen Covers sparst Du nicht an Qualität, sondern erst einmal an Geld (die professionellen Covers, die nach Deinem Wunsch hergestellt werden, kannst Du Dir dann auch gerne später holen).

Ich kann Dir jedoch nur empfehlen, Dir nur dann ein Premade-Cover zu kaufen, wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass Du die Geschichte auch veröffentlichen möchtest. Wenn nicht, ist das eher Geldverschwendung. Aber wenn Du DEIN Cover gefunden hast, ich werde mir nicht noch einmal die Frage stellen, ob ich es mir kaufen würde. Ich werde es einfach tun. Dazu werde ich Dir natürlich nicht raten, da es auch eine finanzielle Angelegenheit ist. Und das ist eben eine reine Entscheidung, die Du alleine treffen musst.

E-Book vs. Print-Cover

Wenn Du Dir ein Cover kaufst, dann musst Du zwischenzeitlich darauf achten, was es für eines ist. Denn die Designer*innen zeigen meistens ein Cover für E-Books. Aber damit kannst Du noch lange kein Printbuch bestücken. Daher hier einige kleine Hinweise zu dem Unterschied.

E-Book Cover

Wenn man es grob sagen will (und gedanklich bezeichne ich es auch so), dann ist ein E-Book Cover eine Seite, die man auf die Geschichte packt. Das war es. Bei E-Books muss man sich über die Seitenanzahl keine Gedanken machen, da sie alle auf den Reader passen. Hier spielt die Größe auch nur minimal eine Rolle. Die Größe wird erst dann interessant, wenn Du das Cover als Vorschau hochladen möchtest.

Ansonsten ist es nur eine Seite, welche Du vor die Geschichte packst. Hier ist weniger zu beachten. Vertrau hier aber auf alle Fälle Deinen Designer*innen, wenn sie Dir die Vorlagen geben. Notfalls sag ihnen klar, wo Du das Cover alles hochladen möchtest, sodass sie sich darauf einstellen können.

Printcover

Bei einem Printcover musst Du ein wenig mehr beachten. Denn hier benötigst Du nicht nur das, was vorne ist, sondern auch hinten und eben am Rücken. Das bedeutet, dass Dein*e Designer*in ein paar Daten mehr benötigt. Unter anderem die genaue Seitenzahl. Damit berechnet sich auch die Dicke des Buches. Und dafür muss natürlich die Geschichte fertig sein. Und zusätzlich musst Du noch wissen, welche zusätzliche Seiten dazu kommen.

Dazu zähle ich Werbung für andere Romane, welche Du geschrieben hast. Oder von anderen Autor*innen. Oder eine Leseprobe aus einer anderen Geschichte. Was auch immer. Deine Designer*innen sollten wissen, was sie mit diesen Daten anfangen. Daher sprich Dich mit ihnen ab und gib ihnen alle Daten, die sie benötigen. Damit fährst Du sicherer.

Wie Du mit dem Thema Cover umgehen kannst

Meine klare Empfehlung, auch wenn ich mich damit wiederhole, ist: Spare nicht am falschen Ende. Und damit ist hier natürlich das Cover gemeint. Gönne Dir lieber ein individuelles Cover oder zumindest ein Premade-Cover, anstatt Deine potenziellen Leserinnen zu verschrecken.

Vielleicht sagst Du Dir jetzt, Moment mal, ich kann mir beim besten Willen keine 100 oder gar 500 Euro für ein Cover leisten. Dann muss ich es doch selbst machen. Nein, musst Du natürlich nicht. Zum einen gibt es die Möglichkeit, dass Du jetzt, ab heute und sofort anfängst zu sparen. Wenn Du noch beim Schreiben bist, wirst Du sowieso nicht nächste Woche Deinen Roman veröffentlichen. Also hast Du noch ein bisschen Zeit ab sofort jeden Monat zehn oder auch zwanzig Euro zu sparen. Auch wenn Dein Budget eng ist, spare jeden Euro, den Du erübrigen kannst und investiere es in Deine mögliche Zukunft.

Trink lieber zu Hause Deinen Kaffee, als draußen den überteuerten zu kaufen. Schwenk auf E-Books um, anstatt die Printausgaben zu kaufen (manchmal sparst Du nur einen Euro, aber das ist mehr, als wenn Du die Printausgabe kaufst, und kannst diesen in Deine Spardose stecken – Ausnahme ist, wenn Du keinen Reader hast, dann müsstest Du erst einmal investieren). Oder besuche öfters eine Bibliothek. Dort musst Du meistens eine Semestergebühr bezahlen und kannst ansonsten so viele Bücher wie möglich leihen. Mal so als Beispiel.

Ich bin mir sicher, dass Du selbst so viele Spartipps finden kannst, ohne, das Du gleich Dein Leben einschränken musst. Schau einfach nur genauer hin.

Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit mit den Designer*innen zu reden. Nicht nur über das Design, sondern auch über eine Ratenzahlung. Ich habe ein Premade-Cover von einer Designerin gekauft, die eigentlich noch nie Ratenzahlungen abgesprochen hatte. Und was war? Sogar sie ist da mitgegangen. Natürlich, letztendlich wollen sie auch mit Dir Geld verdienen. Daher kommen die meisten Dir gerne entgegen. Hauptsache das Geld stimmt am Ende.

Wie könnte Dein Cover aussehen?

Gegenfrage, was hat Dir bei den anderen Covern gefallen bzw. geärgert? Das könnte durchaus ein Maßstab für Dein eigenes Cover sein.

Mich zum Beispiel ärgert es immer, wenn das Bild auf der Geschichte gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Denn dadurch werden bei mir durchaus gewisse Erwartungen geweckt, welche die Geschichte nicht halten kann. Da kann sogar eine Enttäuschung vorprogrammiert sein.

Tina Folsom hatte mal auf einer LoveLetter Convention gesagt, dass deutsche Covers viel zu kleine Autorinnennamen haben. Sie empfiehlt, dass viel größer zu machen, damit man auch wirklich sieht, mit wem man es zu tun hat.

Natürlich soll das Cover zur Geschichte passen, aber irgendwie auch zum Genre. So hat es sich bei den Romantasygeschichten eingebürgert, auf den Covern immer einen halb nackten Mann zu sehen. Ob das so eine gute Idee ist, sei dahingestellt. Das wäre aber die Ausgangslage. Jetzt stellt sich die Frage, was Du daraus machst.

Wie oben schon geschrieben, lass Dich gerne von anderen Covern inspirieren und schau, was Dir zusagt und was nicht. Kombiniere es dann mit Deinen eigenen Wünschen und dem, was machbar ist. Letzteres wird Dich Dein*e Designer*in sicherlich gerne informieren. Und am Ende kann nur noch was Gutes herauskommen.

Ein paar Hinweise noch

Hier noch einige Hinweise, was Du bei Deinem Cover beachten solltest. Frage nach, sofern es nicht von vornherein klar ist, ob das Cover so noch einmal verkauft wird oder es einmalig bleibt. Gerade darauf solltest Du achten.

Wie oben schon beschrieben, hab ich schon gesehen, dass ein Bild (Stockfoto) auf zwei verschiedene Bücher als Cover verwendet wurde. Die große Gefahr ist hierbei natürlich, dass beide Bücher miteinander verwechselt werden (was mir dann auch passiert ist). Daher könnte es sein, dass die Leute eines der beiden Bücher ignorieren, weil sie glauben, dass sie es gekauft haben. Es mag einigen seltsam kommen, warum ein Buch zwei Mal aufgeführt wird. Aber ich befürchte, die meisten werden diesen Gedanken beiseiteschieben und nicht genauer hinsehen. Und schlimmstenfalls ignorieren sie gerade Deine Geschichte.

Und zudem könnte es Dich einfach nur ärgern, wenn Du Geld für ein Cover ausgegeben hast und jemand andere das gleiche Bild nutzt. Mir ist das passiert, ich hab vor einiger Zeit gesehen, dass ein Bild, was ich als Cover habe, auf ein anderes verwendet wurde und ehrlich gesagt, mich ärgerte es ein wenig.

Erkundige Dich also, ob Dein*e Designer*in das Bild wirklich nur einmalig verwendet hat. Eventuell wäre es daher besser, wenn das Bild selbst erstellt wurde. Sei es als Fotografie oder am PC mit irgendwelchen Programmen. Da musst Du Dir keine Gedanken machen, ob das Bild noch einmal verwendet wird.

Und ich würde Dir auch empfehlen die Printausgabe gleich mit anfertigen zu lassen. Das bedeutet, dass Dein*e Designer*in Dir das Cover so aufbereitet, dass Du es als Vorlage für eine Printversion nutzen kannst. Da die meisten Designer*innen die ganzen Abmessungen kennen und wissen, wie man die Vorlage erstellt, solltest Du es gleich mitbestellen. Auch wenn Du Dir erst einmal überlegst, nur ein E-Book herauszugeben, könnte es sein, dass Du zum Beispiel für Lesungen oder Conventions die Printausgaben drucken lässt. Dann ist es natürlich gut, wenn Du von vornherein die Druckdatei hast. Und sehr häufig ist der Aufpreis eher geringer Natur.

Wenn Du Dein Klappentext fertig hast (lasse es auf alle Fälle vorher von jemandem überprüfen und gegenlesen), dann kannst Du es auch gleich mitgeben, damit dieser eingefügt werden kann. Dann kannst Du theoretisch mit der Veröffentlichung auch schon beginnen.

Sollte es aber noch eine kleine Ewigkeit hin sein bis zu Deiner Veröffentlichung und Du verliebst Dich trotzdem schon jetzt in einem Cover, kein Problem. Mir ist das auch passiert und ich habe sie gekauft. Damit gehören sie mir und ich kann jederzeit die Anpassungen vornehmen lassen. Aber so kann ich auch sicher sein, dass sie niemand anderes hat. Gerade bei individuell aussehenden Covers kann das wichtig sein.

Sparen mag in manchen Bereichen durchaus Sinn machen, aber es heißt ja auch so schön, spare nicht am falschen Ende. Beim Lektorat, Korrektorat und am Cover zu sparen ist definitiv das falsche Ende. Wenn Du noch in der Schreibphase bist, dann fange ab heute an, Geld wegzulegen. Jeden Monat zehn Euro sind durchaus machbar. Innerhalb eines Jahres sind das 120 € und kann schon für ein Cover reichen. Oder für die Anzahlung eines Lektorats (sicherlich werden auch diese mit sich reden lassen bezüglich einer Ratenzahlung, wenn Du höflich bei Deiner Anfrage bleibst).

Ansonsten schau Dich ruhig um. Wie sehen die Covers anderer Romane in Deinem Genre aus? Was steht im Mittelpunkt, was ist drum herum? Und wie darf am Ende Dein Cover aussehen?

Wenn Du möchtest, kannst Du schon mal anfangen zu basteln (werde ruhig kreativ). Bastele Dir Dein Cover und ändere es mit jeder Phase Deines Schreibens. Am Ende kannst Du Deine Ideen auch Deiner Designerin zeigen. Eventuell kann sie damit was anfangen.

Aber auch sonst kann solch ein gebasteltes Cover Deine Motivation steigern. Du hast etwas, worauf Du hinarbeiten kannst. Eben das dieses Cover am Ende auf Deiner Geschichte prangert und in jedem Onlineshop und vielleicht sogar in dem einen oder anderen Buchladen zu finden ist.

Kurzer Hinweis – So etwas wie rechtliche Sachen

Nein, es ist keine Rechtsberatung, da ich keine Anwältin bin. Wenn Du Zweifel hast, frag Dein*e Designer*in oder Dein*e Anwält*in.

Du erwirbst mit dem Kauf eines Covers niemals die Urheberrechte, sondern nur die Nutzungsrechte. Das bedeutet, dass Du nur das Cover dafür verwenden darfst, wofür die Desinger*innen es freigeben. Erkundige Dich genau, wofür Du das Cover alles verwenden darfst. Damit meine ich, darfst Du es für T-Shirts, Tassen oder derartiges verwenden. Wenn ja, dann mach es. Hast Du nicht diese Erlaubnis, dann solltest Du es auch nicht machen. Schlimmstenfalls kriegst Du eine Klage ins Haus.

Erkundige Dich genau, was Du mit dem Cover machen darfst und was nicht. Und wenn Du das Cover auf andere Merchandisingprodukte packen möchtest, erkundige Dich nach dem Preis. Gegebenenfalls lohnt sich der Preis durchaus, dafür zu bezahlen.

Aber noch wichtiger ist, dass Du herausfindest, für wie viele Buchverkäufe Du das Cover verwenden darfst. So hab ich bei einer Desingerin gelesen, dass man maximal 100.000 Bücher mit dem Cover verkaufen darf. Ist man drüber, muss man eine erweiterte Lizenz erwerben.

Mit anderen Worten erkundige Dich, was Du mit dem Cover machen darfst und was nicht. Auf Dauer ersparst Du Dir damit möglichen Ärger.

Abschlussgedanken

Vor etwa zwei Jahren habe ich beobachtet, wie jemand ein Cover in Auftrag gab. Dabei konnte ich die Entstehung, die letztendlich Auswahl und die erneute Veröffentlichung beobachten. Das Cover kostete so um die 400 Euro.

Auf die Frage, ob sich der Preis gelohnt hat, antwortete der Autor, dass er innerhalb von zwei oder drei Wochen diese Summe wieder eingenommen hatte. Für ihn hatte es sich definitiv gelohnt.

Mit anderen Worten, ein gutes Cover lohnt sich immer. Such Dir Deine Lieblingsbücher raus und überleg Dir, sofern Du sie wegen den Covern gekauft hast, warum. Und was von diesem Cover möchtest Du auf Deinem eigenen haben.

Es kann richtig Spaß machen, darüber zu grübeln. Gerade dann, wenn Dein Roman fertig ist. Das bedeutet, dass Du mit großen Schritten auf die Veröffentlichung hinarbeitest. Und das ist doch toll, oder nicht?

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Kreativität.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Die Arbeit mit den Betas

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

natürlich kannst Du ein Lektorat selbst machen. Besser ist es, wenn Du Dir Unterstützung suchst. Du kannst dafür auf die Alpha-,Beta- und Gammaleser*innen zurückgreifen. Doch vielleicht fragt sich doch die eine oder der andere, was das jetzt genau ist und vor allem, wie man zu guten Testleser*innen wird. Denn das kann durchaus heftig zugehen.

Darüber habe ich einiges recherchiert und mir Gedanken gemacht. Und die möchte ich Dir heute vorstellen.

Kurze Vorgedanken

Gerade Betaleser*innen gehören für viele Autor*innen zum festen Inventar, wenn es um die Überarbeitung ihres Romans geht. Man liest häufig davon, dass Kapitel zu den Betaleser*innen gegangen ist oder man suche welche. Und es gibt Gruppen oder auch Foren für entsprechende Leute.

Diesen Beitrag kannst Du gerne an Deine Betaleser*innen weiterleiten, wenn Du für sie Inspirationen benötigst, wie sie Dir helfen können. Oder für Dich, wenn Du selbst die Möglichkeit hast, andere Werke zu bearbeiten. Und das kann ich Dir nur sehr ans Herz legen. Denn durch die Kritik an anderen Werken lernt man mehr, als beim lesen und bearbeiten von zehn Ratgebern.

Ich selbst unterteile zwischenzeitlich zwischen drei verschiedenen Lesestadien (eben Alpha, Beta und Gamma). Aber hier möchte ich, aus vereinfachenden Gründen, nur die Bezeichnung Betaleser*in verwenden, weil sie schlicht am bekanntesten ist. Trotzdem eignet sich der Beitrag für alle Formen von Lesetypen.

Was genau sind jetzt BetaleserInnen?

Betaleser*innen sind die ersten Kritiker*innen für Deine Geschichte. Sie bekommen von Dir eine Fassung Deines Romans und dürfen sich diesen durchlesen. Jedoch ist das kein reiner Lesespaß für sie. Denn ihre wichtige Aufgabe ist es, kritische Anmerkungen zu Deinem Text zu verfassen.

Das bedeutet, sie sollen Dir nach dem Lesen sagen, was nicht gut war und unbedingt überarbeitet werden muss oder gar, wo die logischen Fehler sind. Aber auch, was Dir wirklich gut gelungen ist. Seien wir ehrlich, nichts ist frustrierender, als wenn man andauernd liest, was schlecht ist. Wohlmöglich über mehrere Seiten hinweig. Daher darf Lob ruhig sein.

Sie sind im Idealfall also die kritischsten Leser*innen, die Du jemals haben wirst. Denn auch wenn Du Leser*innen bekommst, die Dein Werk auseinandernehmen, theoretisch sind Deine Betaleser*innen noch schlimmer. Denn sie suchen wie Adler nach den Fehlern. Und im Idealfall entgeht ihnen nichts.

Brauche ich wirklich Betaleser*innen?

Wie lange, ungefähr, brauchst Du, um Dein Manuskript fertig zu schreiben? Sicherlich schon den einen oder anderen Monat. Und dabei kann es passieren, dass wir einfach betriebsblind werden.

Mit betriebsblind meine ich, dass wir die Dinge nicht mehr so objektiv sehen, wie wir es sehen müssten. Für uns sind die Dinge klar, weil wir ein inneres Bild von den Charakteren oder einer Szene haben. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass dies für die anderen genauso gilt. Zudem sehen wir nicht mehr mögliche Logikfehler, die sich eingeschlichen haben. Es kann sein, dass Du denkst, moment, dass ist gerade unlogisch. Aber diese Momente können schlimmstenfalls immer mehr und mehr abnehmen.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, Du hast eine Szene beschrieben, in denen zwei Charaktere miteinander agieren und vor Deinem Auge war das ein leidenschaftlicher Streit, bei dem einer der Charaktere sehr kunstvoll zu Tode gekommen ist. Diese Szene ist vor Deinem inneren Auge so unendlich klar und eindeutig. Das bedeutet aber nicht, dass Du es wirklich so beschrieben hast, dass es auch vor meinem Auge klar wird.

Nein, das hat nicht zu bedeuten, dass Du eine schlechte Schriftstellerin oder ein schlechter Schriftsteller bist. Du hast diese Szene noch nicht DAS Leben eingehaucht, was nötig wäre, um Deine Vision klar zu machen.

Oder Deine Charaktere kommen nicht einheitlich rüber. Wenn sie größtenteils als liebevoll und manierlich daherkommen und einmal sind sie zickig, fällt das auf. Und viele Leser*innen stolpern dort und fragen sich, ob Du als Autor*in Deine Geschichte überhaupt noch unter Kontrolle hattest. Auch da können Deine Betaleser*innen helfen.

Auch bei vielen anderen (logischen) Ungereimtheiten oder gar Fehlern können sie Dir hilfreich zur Seite stehen. Und das gilt nicht nur für Selfpublisher*innen. Auch wenn Du die Arbeit mit einem Verlag anstrebst, solltest Du Dir überlegen, Dein Roman durch den Spießrutenlauf Deiner Betaleser*innen zu jagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass danach Dein Roman besser wird, ist ungemein größer.

Gute Schriftsteller*innen benötigen keine Betaleser*innen

Unglaublich aber wahr, diesen Satz hab ich mal gelesen. Schön wäre es, aber selbst Profis können die Hilfe von Betaleser*innen ruhig annehmen. Und wenn allein ein kruder Satzbau geändert wird, hat sich das Ganze schon gelohnt. Denn auch erfahrene Schrifsteller*innen können sich in einer Vision verlieren und sind dieser nicht so gefolgt, wie sie es gerne hätten.

Das ist alles völlig normal. Und aus diesem Grund ist eine fremde Meinung durchaus gut und sollte willkommen sein. Wenn man sich Hilfe holt, bedeutet das nicht, dass man schlecht ist. Es bedeutet bloß, man hat sich Hilfe geholt. Das ist alles. Man kann einfach nicht in jedem Bereich gut sein. Du bist in einem Bereich gut (hier wohl das Schreiben). Dafür sind andere im korrigieren gut (zum Beispiel der Rechtschreibung).

Im Laufe der Zeit kannst Du Dir einen festen Stamm an Betaleser*innen aufbauen, auf deren Hilfe Du bei jedem Romanprojekt zurückgreifen kannst. Alternativ kannst Du aber auch jedes Mal neue Leser*innen bitten, Dir zu helfen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Wenn Du einen festen Stamm hast, brauchst Du nicht jedes Mal aufs Neue nach jemandem zu suchen. Sie kennen Dich und Deine Schwächen nur zu genau. Und da kann auch schon der Nachteil liegen. Wenn sie Dich so gut kennen, dann könnte es sein, dass sie sich auf bestimmte Fehler konzentrieren und alles andere versehentlich übersehen.

Zudem ist es fraglich, ob sie immer Zeit haben, wenn Du deren Hilfe benötigst. Und man kann das auch nicht von ihnen erwarten.

Deine neuen Leser*innen musst Du jedoch immer und immer wieder finden. Da bedeutet, dass Du ein wenig Zeit dafür investieren musst. Jedoch haben sie normalerweise Zeit für Dich, wenn Du deren Hilfe benötigst. Du kannst daraus eine Bewerbung machen und ich behaupte jetzt, dass sich niemand bewirbt, wenn sie oder er für Dich dann keine Zeit hat.

Aber einige müssen sich erst einmal in diese Arbeit hineinversetzen, weil einige noch nie Betaleser*innen waren. Zudem kann es auch Zeit, dass sie die Arbeit unterschätzen und sich nicht an Fristen halten. Doch häufig haben sie einen frischen Blick auf Deine Arbeit und können Dinge mitteilen, an die Du zuvor noch nicht gesehen hast.

Was macht gute Betaleser*innen aus?

Betaleser*innen müssen nicht zwangsläufig Autor*innen sein, auch wenn das durchaus hilfreich ist. Aber nicht jede*r Autor*in ist bereit Deinen Text kritisch auseinanderzunehmen. Denn letztendlich benötigen sie die Zeit auch, um selbst an ihren nächsten Roman zu schreiben. Wenn Du also ein*e Autor*in erwischst, dann Glückwunsch dazu.

Jedoch sollten Deine Betaleser*innen sonst viel lesen. Vor Jahren habe ich mein Buchprojekt an zwei Freunden gegeben, die durchaus gelesen haben, aber nicht so viel, dass man sie als Leseratten bezeichnen kann (auch wenn sich der eine in diese Richtung inzwischen entwickelt hat). Aber von beiden habe ich niemals eine Rückmeldung erhalten. Das spricht für sich. Aber wir sind weiterhin befreundet.

Idealerweise sind Deine Betaleser*nnen auch Deine Zielgruppe. Wenn Du also einen Liebesroman schreibst, der sich an Frauen zwischen 21 bis 49 Jahre richtet, dann wäre es gut, wenn Du aus dieser Gruppe die Betaleserinnen findest. Wenn Dein Roman im Bereich historisch einzuordnen ist, sollten Deine Betaleserinnen auch dort gerne ihre Romane lesen. Und so weiter.

Sie sollten zudem keine Angst haben, Dir Deine Meinung zu sagen. Es gibt Leute, die lieber auf Kuschelkurs gehen, als Dir dann wirklich eine ehrliche Kritik zu liefern. Ganz ehrlich? Verzichte lieber auf solche Leute. Denn sie helfen Dir nicht weiter. Sie sollen Dir wirklich sagen, was Du gut gemacht hast und was nicht.

Aber auf Leute, die Dich regelrecht runterputzen und fertigmachen, würde ich auch ganz klar verzichten. Und ja, es gibt sie wirklich. Von vielen, meist Jungautor*innen, habe ich das schon öfters gelesen. Selbst hatte ich auch schon dieses zweifelhafte Vergnügen. Nicht nur Leser*innen, sondern auch gestandene Autor*innen haben scheinbar eine diabolische Freude daran, andere mit ihrer Kritik zu verunsichern oder gar fertigzumachen. Jeder Fehler wird lang und breit ausgeschlachtet und es gibt nichts, aber auch wirklich rein gar nichts, was ihnen gefällt. Und noch schlimmer, sie attestieren Dir vielleicht sogar noch, dass Du bloß aufhören sollst zu schreiben. Wenige sagen das direkt, andere verhalten sich dabei eher subtil.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du an jemand geraten bist, die oder der auf die oben aufgeführte Beschreibung trifft, trenne Dich von der Person. Notfalls frag bei anderen nach, ob Du zu empfindlich bist, wenn Du das brauchst. Aber lass Dich nicht runterputzen. Dafür ist Deine Geschichte viel zu wichtig. Und vor allem, dafür bist Du zu wichtig.

Wichtig ist auch, dass Deine Betaleser*innen nicht aus Deinem sozialen Umfeld kommen. Meine Mama ist zwar eine sehr kritische Leserin. Und ich traue ihr auch zu, dass sie mir sagt, wenn ihr etwas gefällt und nicht gefällt. Damit mag sie eine Ausnahme sein. Aber viele Eltern, Geschwister oder auch die eigenen Kinder lieben Dich zu sehr, als das sie Dich verletzen wollen. Also heißt es meistens, ja, es war toll, schreib weiter.

Sie dürfen sich gerne am Endergebnis erfreuen, Dich bis dahin unterstützen (und die Wäsche bügeln oder das Essen kochen). Aber bürde ihnen nicht auf, Deine Werke zu kritisieren. Sie werden Dir zuliebe das nicht richtig machen. Daher such Dir Leute aus, die keine Angst haben, ein wenig härter zu sein und Dir ihre ehrliche Meinung sagen.

Wichtig ist jedoch auch, dass Deine Betaleser*innen wissen, was ein gutes Buch wirklich ausmacht. Es kommt nicht immer auf die ganz kleinen Details an, die eventuell wichtig sein könnten. Sondern auf das große Ganze und das alles Hand in Hand greift und funktioniert. Deine Leser*innen haben halt Erfahrungen oder sogar Kenntnisse, was zu einer guten Geschichte gehört. Das ist wichtig, damit sie sich nicht auf jedes noch so kleine Detail stürzen und das kritisieren, aber das große Ganze aus den Augen verlieren.

Weiterhin finde ich es wichtig, dass sie sich nicht sklavisch an den Vorgaben eines guten Textes halten, was wir wohl alle in der Schule gelernt haben. Damit meine ich, dass ein guter Text ja diese oder jene Elemente enthalten muss, damit man eine halbwegs gute Note in Deutsch bekommt. Wichtig ist hier, dass sie einen guten Text erkennen und diesen auch fördern und nicht wollen, dass Du diesen Text genauso schreibst, damit Du eine Eins in der Schule bekommst.

Solltest Du noch ein*e Expert*in unter Deinen Betaleser*innen haben, welche sich auf Deinen Schreibgebiet auskennt, wundervoll. Dann bitte diese Person, sich besonders auf diesem Gebiet umzusehen und Dir Tipps zu geben.

Hier ein kleines Beispiel: Wenn Du über den amerikanischen Bürgerkrieg geschrieben hast, hast Du aller Wahrscheinlichkeit sehr viel recherchiert. Aber es könnte trotzdem sein, dass Du ein Detail nicht richtig dargestellt hast. Da könnte Deine Expertin oder Dein Experte ein Blick darauf werfen und dieses Detail korrigieren. Oder Dir Informationen geben, an die Du nicht gedacht oder die Du einfach nicht gefunden hast.

Solche Betaleser*innen können Deinem Roman noch einmal eine informatorische Tiefe verleihen, an die Du vorher nicht gedacht hast. Wenn Du also Korrekturen oder Vorschläge bekommst, dann überleg Dir, ob Du diese nicht übernehmen möchtest.

Was machen schlechte Betaleser*innen aus?

Schlechte Betaleser*innen gibt es genügend. Und wenn Du viel Glück hast, gerätst Du nicht an diese. Aber es kann immer passieren, dass unter den ganzen Perlen doch jemand dabei ist, bei der oder dem Du Dir denkst, muss das jetzt wirklich sein?

Gerade Leser*innen, welche Dir nicht helfen DEINE Geschichte zu schreiben, sondern Dich überreden oder gar zwingen wollen, dass Du deren Geschichte schreibst, solltest Du meiden. Damit meine ich, dass sie so lange an Deinem Text rummäckeln, bis Du deren Idee umsetzt und Dich dabei mehr und mehr von Deiner Grundidee entfernst.

Das hatte ich vor Jahren mit einer Schreibtrainerin. Wenn ich eine Idee hatte, wurde diese von ihr regelrecht abgeschmettert und sie wollte, dass ich ihre Ideen letztendlich einbaue und umsetze. Es waren halt ihre Ideen und nicht meine. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich bis heute nicht mehr so richtig an meine Geschichte rangekommen bin. Und das ist zwischenzeitlich mehrere Jahre her.

Und natürlich die Runterputzer*innen. Also die Leser*innen, die nichts Besseres zu tun haben, als Dein Werk (und damit letztendlich Dich selbst) fertig und kaputtzumachen. Auch wenn Du um eine ehrliche Meinung bittest, sollten sie so viel Respekt vor Dir und Deiner Arbeit haben, damit sie Dich nicht fertigmachen müssen. Ehrliche Meinung bedeutet eben nicht, dass ein Verriss am Ende steht.

Tipps an die Leser*innen selbst

Nur, weil man selbst viel liest, bedeutet das nicht automatisch, dass man sich automatisch als Betaleser*in eignet. Denn es gibt Bücher und es gibt Bücher. Hier sind ein paar Tipps für Dich, die Dir vielleicht bei der Wahl des Buches helfen, welchen Du gegenlesen sollst.

Lies nur das, was Du auch gerne liest

Wenn Du eine absolute Liebesromanleserin bist, Dir aber Thriller nicht gefallen, lies keine Thriller. So einfach ist das. Was Du nicht magst, brauchst Du auch nicht lesen. Denn Du kennst Dich in diesem Genre nicht aus und weißt daher nicht, was wirklich funktioniert. Zudem wirst Du Dich wahrscheinlich schwertun, überhaupt das Manuskript zu lesen.

Was für eine Kritik sollst Du liefern?

Damit meine ich natürlich nicht, dass Du nur wohlwollende Kritik abzuliefern hast. Sondern frag die Autorin oder den Autor, auf welche Punkte Du genau ein Auge werfen sollst. Ist es eher der Plot, dann konzentriere Dich mehr darauf, als auf die Charakteristik oder den Dialog.

Natürlich darfst Du auch das anmerken, wenn Dir etwas auffällt. Aber wenn der Plot hier wichtiger ist, dann solltest Du hier mehr Energie investieren.

Hier lohnt es sich eventuell einen Feedbackbogen zu erstellen. Schreib auf, worauf Du besonderen Wert legst, worauf sie achten sollen. Das kann ein spezieller Charakter sein oder ob sie herausfinden, wer gemordet hat. Egal was es ist, schreib es auf.

Du schreibst NICHT dieses Buch

Auch wenn es uns manchmal schwerfallen mag, gerade wenn Du selbst eine Geschichte schreibst, so hat die Autorin oder der Autor das Recht, ihre Geschichte nach der eigenen Nase zu schreiben. Denn sie oder er schreibt diesen Roman und nicht Du.

Das bedeutet, dass Du versuchen sollst, den Roman in ihrem/seinen Sinne zu kritisieren. Und nicht so, wie Du es geschrieben hättest.

Dialoge sind besser als Ratschläge

In dem Wort Ratschlag kommt das Wort „Schlag“, also schlagen, vor. Und das kann manchmal sehr unangenehm werden. Aus diesem Grund ist es besser, wenn Du keine Ratschläge erteilst, sondern mit der Autorin / dem Autor in einen Dialog trittst und sagst, was Dir nicht gefällt und was doch.

Sprich mit der Person und warte auf eine Antwort. Reagiere darauf und rede mit ihr oder ihm. Dann habt ihr beide etwas davon.

Sei konstruktiv, nicht befehlend

Das Beste ist immer, wenn Du erklärst, wo man etwas besser machen kann und nicht, wie sie oder er es gefälligst es besser zu schreiben hat. Ihr seit einem Team und wollt zusammenarbeiten. Und das bedeutet auch, dass Du durchaus Vorschläge machen darfst, aber belass es auch dabei.

Nimm Dir Zeit oder sei ehrlich und sag Nein!

Zugegeben, aktuell bin ich eine Betaleserin und eigentlich habe ich keine Zeit dafür. Aber ich werde sie mir jetzt endlich nehmen und dafür Sorgen, dass ich die letzten Kapitel des Romans zu Ende lese.

Es gibt nichts Frustrierenderes, als wenn man auf die Ergebnisse der Kritik wartet. Sei daher zu Dir selbst ehrlich und überprüf Deine Zeiten. Bist Du wirklich in der Lage den Text zu lesen und auch zu kritisieren? Wenn ja, dann mach es. Wenn nein, dann sag es ihr oder ihm ehrlich. Du würdest es gerne machen, aber gerade hast Du keine Zeit dafür. Das ist besser, als etwas halb gares abzugeben.

Gib eine ausführliche Kritik

Am besten in der E-Mail, die Du zurücksendest und im Text selbst. Damit kann man dann am besten etwas anfangen.

15 Fragen für Dich als BetaleserIn

Natürlich gibt es noch viele weitere Fragen, die Du im Hinterkopf behalten kannst und solltest. Aber ich habe irgendwann mal fünfzehn gefunden, mit denen man jeden Text überarbeiten kann.

  1. Hält Dich die Geschichte von Anfang an gefangen? Wenn nein, wo ist das Problem?
  2. Konntest Du Dich von Anfang an leicht orientieren? Dabei geht es um die Fragen des Ortes, der Zeit, wer sind die Held*nnen, was für eine Art Geschichte ist das?
  3. Kannst Du mit den Hauptcharakteren mitfühlen? Fühlst Du ihre Schmerzen, ihr Leid, aber auch ihre Freude und ihr Glück?
  4. Interessiert Dich die Umgebung oder fühlst Du Dich von den Beschreibungen eher gelangweilt?
  5. Welcher Punkt war es, als Du das Gefühl hattest, dass die Geschichte nun wirklich losgeht. Oder wann hattest Du das Interesse an der Geschichte verloren, vor allem daran, was als Nächstes passiert? Was ist da genau passiert?
  6. Gab es irgendwelche Teile, die Dich einfach nur verwirrt haben? Zum Beispiel wegen den Erklärungen, oder haben Dich diese Teile sogar irgendwie frustriert?
  7. Gibt es irgendwelche unlogischen Fehler in der Zeit, am Ort, bei den Charakteren oder irgendwelchen anderen Details?
  8. Sind die Charaktere glaubwürdig? Könnten die Charaktere durchaus weitaus mehr interessanter oder mehr liebevoller sein?
  9. Gab es Momente, wo Dich die Charaktere verwirrt haben? Gab es sogar zu viele Charaktere oder zu wenige? Konntest Du sie alle auseinanderhalten oder waren sie einander zu ähnlich? Könnte eine Namensänderung hier vielleicht helfen? Oder müsste sogar ein Charakter gestrichen werden?
  10. Wie sieht es mit den Dialogen aus? Klingen sie natürlich und interessant? Wenn nicht, was würdest Du daran ändern wollen, damit es so klingt? Mach trotzdem Vorschläge. Und wie sieht es mit Dialekten aus?
  11. Gab es in der Eröffnungsszene zu viele Erklärungen und Ausführungen? Oder vielleicht sogar zu wenig? Wo waren zu viele oder zu wenige Dialoge?
  12. Gab es genügend Konflikte, Spannung und auch Intrigen, um die Spannung zu halten? Wo war es zu wenig?
  13. War das Ende zufriedenstellend und auch glaubwürdig?
  14. Wie sieht es mit der Grammatik aus? (Sofern Du hier helfen kannst, wenn nicht, ist das auch kein Problem.)
  15. Glaubst Du, dass der Schreibstil zum Genre passt? Wenn nicht, warum nicht?

Zu Frage 15 noch ein kleiner Hinweis. Man darf und sollte durchaus neue Wege gehen. Daher sei gerne offen, wenn Du es mit einem Schreibstil zu tun hast, den Du in dem Genre noch nie gelesen hast. Man darf auch gerne abseits der bekannten Wege mal laufen.

Sollte es aber eine sehr zuckersüße mit Blumen verzierte Sprache sein, aber Du hast es mit einem Thriller zu tun, dann denke ich, ist es in Ordnung darauf aufmerksam zu machen.

Abschlussgedanken

Auf beiden Seiten sollte eine Sache immer im Hinterkopf sein, die Person mit gegenüber ist ein Mensch. Und dieser Mensch hat Gefühle und möchte nicht unnötig verletzt werden.

Autor*innen sollten immer wissen, dass sich Betaleser*innen die größte Mühe geben. Aber sie sind nun einmal keine Profilektor*innen, sondern geben ihre persönliche Meinung wieder. Wenn sie mal ein wenig zu streng ausfällt, akzeptiere es, bitte aber gerne das nächste Mal, dass die Kritik durchaus offen und ehrlich sein darf. Aber Du musst Dich nicht runtermachen lassen.

Als Autor*in musst Du früher oder später lernen mit Kritik klarzukommen. Innerhalb der Betalesephase ist der beste Moment um das zu lernen. Daher nutze diese Möglichkeit, um nicht nur Deinen Roman zu verbessern, sondern auch Deine Fähigkeit mit negativen Meinungen umzugehen.

Und denk bitte immer daran, die Betaleser*innen machen diese Arbeit unentgeltlich. Daher ist es immer eine tolle Idee, dass Du Dir was einfallen lässt, um Dich bei ihnen dafür zu bedanken. Ein Freiexemplar ist das Mindeste, was Du ihnen geben solltest. Und natürlich ein Dankeschön im Buch, neben dem persönlichen Dankeschön.

Und ich danke Dir fürs lesen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Lektorat? Nein danke, das mache ich selbst

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

leider reicht es nicht aus, einfach nur einen Roman zu schreiben, und dann hat sich die Arbeit erledigt. Danach geht diese nämlich erst richtig los. Dabei hat jede Autorin und jeder Autor eine eigene Methode, wie sie oder er mit der Überarbeitung umgeht. Gerade dann, wenn Du für Dich entscheidest, kein Lektorat für Dich in Anspruch zu nehmen. Dann musst Du härter mit Deinem Text ins Gericht gehen, als wenn Du das jemand anderen überlässt.

Daher möchte ich den heutigen Beitrag in zwei Teile aufteilen. Im ersten Beitrag zeige ich Dir, in welchen Phasen Du Dein Romanprojekt einteilen kannst. Und im zweiten gebe ich Dir ein paar Tipps, wie Du den Text überarbeiten kannst.

Kurze Vorgedanken

Über kurz oder lang wirst Du Deine Methode finden, wie Du Deine Geschichten überarbeitest. Das ist ganz normal. Aber es könnte halt sein, dass Du noch gar keine Ideen hast, wie das theoretisch gehen könnte. Wie oft solltest Du Deinen Roman überarbeiten, bevor Du es an eine Lektorin schickst? Oder wann solltest Du fremde LeserInnen bitten, Dir zu helfen? Oder welche Schritte könntest Du vornehmen, bevor Du Deinen Text allein veröffentlichst?

Letztendlich musst Du das für Dich entscheiden. Aber trotzdem kommt hier mein Vorschlag.

Kurze Anmerkung noch, bevor es losgeht: Einige Phasen greifen nahtlos ineinander über. Du wirst sicherlich schon merken, wo Du diese gleichzeitig bearbeiten kannst, auch wenn ich sie hier (zur Übersicht) getrennt aufführe.

Und die Bezeichnungen der Alpha-, Beta- und Omega-Leser*Innen und ihre Erklärungen stammen von mir. Andere werden diese anders bezeichnen (meistens nur Betas) und sie anders definieren. Das ist in Ordnung, für mich werde ich die folgenden Erklärungen verwenden.

Deinen Roman schreiben (Deine erste Fassung)

Dazu muss ich sicherlich nicht viel schreiben. Ohne eine fertige Geschichte kannst Du nichts überarbeiten. Daher meine klare Empfehlung, schreib Deine Geschichte, und das so schnell, wie es Dir nur möglich ist.

Warum?

Eine der Gründe ist einfach, um Dich selbst zu überlisten. Denn je schneller Du die Geschichte geschrieben hast, desto eher bist Du noch geneigt, diese auch zu überarbeiten. Du fühlst Dich nicht von Deinem eigenen Roman gelangweilt, wenn Du über Wochen oder Monate daran arbeitest, einfach weil Du Deine Geschichte so gut kennst.

Angela Knight hatte in ihrem Buch „Passionate Ink“ noch einen sehr guten Hinweis geliefert, wie man garantiert niemals einen Roman veröffentlicht. Und ich muss mir eingestehen, dass ich diesen Fehler auch am Anfang gemacht habe. Der Fehler ist der, dass man einem Kapitel schreibt und diesen dann so lange überarbeitet, bis er scheinbar perfekt ist.

Dabei passiert eben das, was ich oben beschrieben habe. Dadurch wird die eigene Geschichte irgendwann langweilig und man möchte sich nicht mehr damit beschäftigen. Und was passiert? Man fängt einen neuen Roman an und macht dann den gleichen Fehler. Am Ende veröffentlicht man gar nichts.

Wenn Du also Deinen Roman fertig hast, geht es in die Runde der ersten Überarbeitung.

Deine erste Überarbeitung

Wenn Du Deine Geschichte geschrieben hast, geht es an die erste Überarbeitung. Das bedeutet, dass Du hier Deine Geschichte mit Hammer und Säge und Bohrmaschine gerade rückst. Sämtliche Plotlöcher sollen jetzt gestopft werden, unsinnige Sätze gestrichen und Dopplungen gelöscht werden. Es geht hierbei erst einmal darum, dass Du eine Fassung hast, über die Du glücklich bist und zu Dir sagen kannst, ja, das gefällt mir.

Das bedeutet nicht, dass Dein Text perfekt ist. Aber Du kommst diesem durchaus näher. Denn mit dieser Version hast Du dann eine Grundlage, mit der Du arbeiten kannst, um sie auch anderen zu geben.

Meine Empfehlung für die zweite Fassung ist ganz klar, halte Dich an der Geschichte auf, nicht an anderen Dingen wie der Rechtschreibung oder der Recherche. Das alles ist wichtig, keine Frage, aber nicht jetzt. Wenn Du merkst, dass Du noch etwas recherchieren musst, notiere es Dir an der entsprechenden Stelle in einer sehr auffälligen Farbe. Und dann mach weiter.

Es geht hierbei darum, dass Du mit der zweiten Fassung fertig wirst. Hierbei kannst Du Dir auch ein wenig Zeit lassen, sodass Du am Ende wirklich eine Geschichte hast, die nur noch den letzten Feinschliff braucht.

Deine zweite Überarbeitung

Wenn Du dann die erste Überarbeitung fertig hast, geht es darum, dass Du Dich nun um kleinere Details kümmerst. Also, welche Fragen sind noch offen, was musst Du noch recherchieren und was will noch eingefügt werden.

Falls Du Dich um eine schwierige Szene gedrückt hast, ist jetzt die Zeit. Entweder Du schmeißt die Szene komplett raus oder schreibst sie endlich. Jetzt ist keine Zeit mehr, sich davor zu drücken. Deine Geschichte will erzählt werden, also, erzähl sie.

Jetzt ist es auch Zeit, dass Du Dich um Deine Rechtschreibung kümmerst (so gut es Dir persönlich möglich ist) oder auch um Füllwörter. Schau nach, welche Formulierung Dir gefällt und schreib den Text so, dass Du am Ende damit zufrieden bist. Hier geht es als um den Text.

Such auch nach Schwächen im Text. Wo benutzt Du zu viele passive Formulierungen, die nicht passen. Oder wo könntest Du Infodump rausschmeißen. Tu an dieser Stelle so, als würdest Du den Text so überarbeiten wollen, dass Du ihn veröffentlichen könntest. Dass es dem nicht so ist, ist eine andere Sache.

Deine Alpha-Leser*Innen

Jetzt musst Du ganz mutig sein. Und zwar richtig. Denn nun wird es Zeit, dass Du Dir einige Leser*Innen suchst (sofern Du es nicht bereits getan hast), denen Du auch Dein Manuskript zusendest. Wie viele es sind, das ist Dir selbst überlassen. Meine Empfehlung ist, mindestens drei Personen bzw. eine ungerade Zahl.

Der Grund ist einfach. Wenn eine Person sagt, dass ihr eine Szene gefällt und die andere hingegen, dass diese rausgeschmissen werden soll, kann die dritte Person letztendlich die Entscheidung herbeiführen. Ist die Szene gut oder nicht? Wenn Dir die Szene gefällt und zwei Personen sie ebenfalls mögen, hast Du eine entsprechende emotionale Rückendeckung.

Das bedeutet nicht, dass die dritte Person unrecht hat. Ihr gefällt die Szene nicht. Damit musst Du rechnen. Lies Dir ihre Argumente durch, warum sie die Szene nicht mag und überleg, was Du davon übernehmen willst oder nicht.

Eines solltest Du immer bedenken. Es ist Deine Geschichte, also entscheidest auch letztendlich Du, was Du von den Kritiken übernimmst und was nicht.

Deine dritte Überarbeitung

In der dritten Überarbeitung arbeitest Du dann die Punkte, welche Deine Alpha-Leser*Innen Dir mitgeteilt haben (und Du für gut befunden hast) in Dein Manuskript ein. Beide Punkte können durchaus parallel laufen, sodass Du nicht zu viel Zeit verlierst.

Und zudem kannst Du Dich auch jetzt schon auf die Suche nach Deiner Lektorin machen (vorausgesetzt natürlich, dass Du eine haben möchtest). Frag ruhig in den sozialen Medien nach, wer da so infrage kommt. Such dann die Internetseiten heraus und schau sie Dir an. Gefällt Dir deren Auftritt und was sagt Dein Bauchgefühl?

Da Du einer wildfremden Person Deine Geschichte anvertraust, sollte natürlich ein gewisses Vertrauen da sein. Daher entscheide Dich nicht zu schnell für jemanden, mit der oder dem Du am Ende vielleicht noch nicht einmal glücklich wirst.

Gegebenenfalls vertrau der Person einige Seiten für ein Probelektorat an. Wenn Kosten auf Dich zukommen, ich würd Dir empfehlen, diese zu tragen. Lieber vorher ein wenig Geld ausgeben, als am Ende viel zu verlieren und ein halb gares Etwas in den Händen halten, dass man nicht ein lektoriertes Manuskript bezeichnen kann.

Dein Lektorat – Optional
(gilt nur dann, wenn Du eines haben möchtest, ich führe es hier vollständigerweise auf)

Dann ist es so weit. Du hast Dich hoffentlich für eine Lektorin entschieden und die Angelegenheit mit dem Preis und der Zahlung ist auch geklärt. Dann schick ihr nun Dein geliebtes Manuskript zu. Je nachdem, was ihr ausgemacht habt, dauert es nun natürlich seine Zeit, bis Du Dein Manuskript zurückbekommst.

In der Zwischenzeit würde ich Dir nicht empfehlen, an Dein Manuskript weiterzuarbeiten. Akzeptiere, dass Du jetzt keine Kontrolle mehr darüber hast. Jetzt ist jemand anderes dran und wird Dir hoffentlich zeigen, was Du nun besser machen kannst.

Eventuell wäre jetzt der beste Zeitpunkt, um am nächsten Manuskript zu arbeiten. Sei es am Plot oder das Du den Roman schreibst. Oder Du machst ein paar Tage Urlaub. Was auch immer, genieß die Zeit, so gut es Dir eben möglich ist.

Deine vierte Überarbeitung

Wenn Du das Ergebnis Deiner Lektorin zurückbekommst, kann es sein, dass Du sehr viel Buntes siehst. Das habe ich schon öfters von Autor*Innen gelesen, dass sie dann vor lauter Schreck erst einmal die Datei zugemacht haben. Und auch als mein Probelektorat zurückkam, musste ich schlucken. Denn so gut wie überall war irgendetwas markiert und eine Notiz hinterlassen.

Das ist durchaus verständlich. Denn wir sehen Lektor*innen als Profis an, die wissen, was sie tun (oder es zumindest sollten). Und dann kommt genau solch eine Person daher und sagt uns, was an unserem eigentlich doch so genialen Werk nun auf einmal nicht ganz so perfekt ist. Das kann erst einmal wehtun.

Wenn Du den ersten Schrecken überstanden hast, schau Dir die Kommentare in aller Ruhe an. Viele Lektor*innen schreiben nicht nur auf, was sie schlecht fanden, sondern auch, was sie als gut empfunden haben. Daher lies Dir die ersten Kommentare durch und arbeite die ein, welche Dir zusagen. Alle anderen kannst Du dann einfach ignorieren.

Denk daran, es ist Dein Buch. Und Du entscheidest, wie sich Deine Geschichte ändert. Hör ruhig auf Dein*e Lektor*in, aber auch auf Dein Gefühl. Zu dritt werdet ihr aus der Geschichte das Beste herausholen.

Deine Beta-Leser*innen

Wenn Du es geschafft und alle Anmerkungen eingearbeitet hast, dann kannst Du Dich beglückwünschen. Denn der Löwinnenanteil an der Arbeit ist jetzt erledigt. Trotzdem würde ich selbst jetzt noch zu den Betaleser*innen greifen.

Sie machen noch einmal die Arbeit der Alphaleser*innen. Da aber das Buch mindestens zwei Profidurchgänge hinter sich hat (den der Alphaleser*innen und eben den der*s Lektor*in), sollte es hier nun um einiges schneller gehen.

Deine Betaleser*innen sollen im Grunde genommen auf zwei Dinge achten:

  1. Ist nun der Roman sauber überarbeitet, und zwar so, dass sie den auch lesen würden, wenn er nicht von Dir ist (also in einer Buchhandlung stehen würde)?
    Wenn nicht, was soll, derer Meinung nach, noch geändert werden? Oder wo hapert es noch?
  2. Idealerweise ist mindestens eine Person dabei, die absolut sicher in der deutschen Rechtschreibung ist und nun so gut wie alle Fehler auslöscht, die sich noch eingeschlichen haben.
    Zwar korrigiert ein*e Lektor*in durchaus Rechtschreibfehler. Aber häufig ignoriert sie*r diese auch, da es sich hierbei um Extrakosten handelt. Und wenn Du sie nicht bezahlt hast, sollte das jemand anderes übernehmen. Zudem gibt es noch das Problem der Betriebsblindheit. Irgendwann sieht man die Fehler einfach nicht mehr und dann rutschen sie durch.

Deine Betaleser*innen können sehr gerne die Gleichen sein, wie Deine Alphaleser*innen. Die kennst Du letztendlich schon und weißt, wie sie arbeiten. Solltest Du andere wollen, dann kümmere Dich rechtzeitig darum, dass Du da jemanden findest. Vielleicht schon dann, wenn Dein Roman im Lektorat ist.

Deine fünfte Überarbeitung

Immer dann, wenn Du etwas von Deinen Betaleser*innen zurückbekommst, arbeitest Du die Rückmeldungen (gerade die Korrekturen zu Rechtschreibfehlern) in Dein Manuskript ein.

Meine Empfehlung ist, während Du über die Meinung Deiner Betaleser*innen gerne diskutieren kannst, gilt dies nicht für die Korrektur der Rechtschreibfehler. Wenn Du Dir sicher bist, dass Dein*e Leser*innen davon Ahnung haben, vertrau ihnen und korrigiere Deinen Text. Denn Leser*innen können sehr grausam sein, wenn sie auch nur einen Rechtschreibfehler finden. Daher ist es besser, wenn Du Dich darum besonders kümmerst.

Dein Korrektorat

Wenn Du kein Lektorat möchtest, ist das in Ordnung. Meine Empfehlung ist aber, dass Du niemals auf ein Korrektorat verzichten solltest. Das bedeutet, dass Du jemanden dafür bezahlst. Deine Betaleserin kann da eine Expertin drin sein, aber eine Korrektorin kümmert sich nicht nur darum.

Sie schaut sich auch noch einmal den Satzbau an und versucht noch einmal das Beste aus Deinem Text herauszukitzeln, sodass Du den perfekten Text am Ende bekommst. Solltest Du eine*n hervorragende*n Betaleser*in haben, dann kannst Du Dir überlegen diesen Punkt zu überspringen. Aber gerade bei der Erstveröffentlichung würde ich Dir schon empfehlen, zumindest darüber nachzudenken. Denn es heißt nicht umsonst, der erste Eindruck zählt.

Deine sechste Überarbeitung

Hier geht es wieder darum, dass alle Änderungsvorschläge Deines Korrektorats einzuarbeiten. Im Idealfall waren das nicht viele, geh aber hier gerne gewissenhaft vor und schau, was für Änderungen sie*r Dir vorgeschlagen hat. Und dann sieh weiter, was Du davon übernehmen willst.

Wie geschrieben, bei Rechtschreibfehlern würde ich keine Kompromisse machen, bei dem Satzbau können wir gerne darüber diskutieren.

Deine Omega-Leser*innen

Die Bezeichnung Omegaleser*in stammt von mir und ich sehe sie als die letzten Leser*innen, welche mein Werk dann noch einmal in die Hand bekommen. Sie sollen noch einmal drüber schauen, ob wirklich alles in Ordnung ist oder sich der eine letzte Rechtschreibfehler eingeschlichen hat. Oder was auch immer sein könnte, dass am Ende quer im Lesefluss liegt.

Meine Empfehlung ist, dass es Personen sind, die zuvor noch nie Dein Werk in den Händen gehalten haben. Die sind frisch, unvoreingenommen und kennen die vorherigen Fassungen nicht. Sie sollen einfach nur lesen, wie gut das Buch ist und ob Du es danach veröffentlichen kannst.

Deine letzte Fassung

Jetzt lies noch einmal selbst über Deine Geschichte und schau nach, ob sie Dir wirklich gefällt oder Du noch den einen oder anderen Satz ändern möchtest. Setz Dir hier eine Deadline, damit Du es nicht übertreibst. Sorg dafür, dass Du vielleicht maximal eine Woche daran arbeitest und danach wird Deine Geschichte veröffentlicht. Ende der Diskussion ?

Tipps für die Überarbeitung

Es gibt einige Tipps, wie Du Dein Text überarbeiten kannst, damit es am Ende so professionell aussieht, dass man zumindest meinen mag, es habe ein Lektorat gesehen. Wichtig ist, sei kritisch gegenüber Dein Text. Du darfst es lieben, aber das bedeutet, dass Du notfalls alles streichen musst, was Deinem Text nicht guttut. Auch wenn es toll klingt.

Legen wir also los.

Dateiformatierung

Ob Du das als Erstes macht oder als Letztes, ist egal. Wichtig ist, dass die Datei Veröffentlichungsreif gemacht wird. Das gilt für den Abstand, Schrifttyp und so weiter. Informier Dich zum Thema Normseite und richte Deine Datei entsprechend ein.

Starker Anfang

Bisher habe ich einige Texte gegenlesen dürfen. Und mir ist aufgefallen, dass einige einen Fehler haben. Und zwar, dass sie mit sehr viel Infodump starten. Das bremst Dein Text völlig aus. Und aus der Sicht einer Leserin kann ich Dir garantieren, dass ich nicht weitergelesen hätte, wenn ich nicht darum gebeten wurde. Bei dem einen oder anderen Text hab ich mich sogar gequält weiterzulesen. Nur, um dann positiv überrascht zu werden.

Natürlich ist es wichtig, dass jede Seite stark ist. Jeder Satz sollte die Geschichte weiterbringen und jeder Dialog gut sein. Aber gerade am Anfang finde ich persönlich wichtig, dass man Spaß hat, weiterzulesen. Wenn aber immer und immer und immer und immer wieder irgendwelche Erklärtexte eingebaut werden, warum sollte ich weiterlesen?

Versuch das zu meiden. Kenne ich die Charaktere, bin ich selbst gegenüber Erklärtexten gnädiger eingestimmt.

Zeigen oder beschreiben (Show vs tell)

Sicherlich kennst Du das Schlagwort Show Don’t Tell. Das bedeutet, dass Du alles zeigen sollst, was Deine Charaktere erleben und nicht erklären. Er fühlte sich schlecht, wäre ein tell. Dass er sich gerade übergeben hat, zeigt, dass es ihm schlecht geht. Um ein Beispiel zu nennen.

Jedoch kann man nicht immer alles zeigen. Wenn Deine Figuren zehn Jahre lang durch das All gereist sind und nichts erlebt haben, ist hier ein Tell durchaus angebracht. Erklär mir in einem Absatz oder, von mir aus, in einem Kapitel, was in den zehn Jahren passierte. Und dann geht es mit der Geschichte weiter. Hier ein Show anzubieten, wäre Wahnsinn.

Überprüf also genau, wo Du mir als Leserin etwas zeigen kannst und wo Du doch nur beschreiben solltest. Und dann ändere diese Textstellen in Deinem Manuskript.

Laut vorlesen

Während ein Text im Kopf logisch klingt, kann es anders sein, wenn Du es laut vorliest. Da kann sich ein vermeintlich toller Satz auf einmal ziemlich schräg anhören. Daher lies Deinen Text ruhig laut vor und überprüf, wie sich dieser anhört.

Kleine Alternative für Technikfreaks: Es gibt dafür auch Programme. Du fügst Deinen Text ein und dann liest eine vorher festgelegte Stimme (meistens bei kostenfreien Programmen) oder eine ausgewählte Stimme (bei kostenpflichtigen Programme) den Text vor. Dann kannst Du Dich auf die Überarbeitung konzentrieren und jemand anderes macht für Dich die Arbeit.

Wenn Du Dich dafür interessierst, dann kann ich Dir nur eine Suche bei diversen Onlinehändlern oder Deiner Lieblingssuchemaschine empfehlen. Es gibt da wirklich sehr viel zur Auswahl.

Sagen oder nicht sagen?

Wie leitet man ein Dialog ein oder beendet diesen? Darüber scheiden sich die Geister. Darf man sagen benutzen? Oder ist das zu viel? Sollte man Abwechslungen einbauen oder soll man das flüstern, das betteln oder was auch immer herauslesen?

Du wirst hier auf verschiedene Meinungen stoßen. Die einen sind der Meinung, dass sagen völlig ausreicht. Die anderen hingegen nicht. Schau genau hin, was Dir zusagt und wozu Du stehst. Und dann ändere das in Deiner Geschichte.

Vorsicht bei den Beschreibungen

Man kann Beschreibungen untertreiben, indem man nichts beschreibt. Das ist definitiv nicht gut. Man kann es auch übertreiben, indem man jedes Staubkorn erwähnt. Besonders dann, wenn dieses Staubkorn keine relevante Bedeutung für die Geschichte hat. Überprüf also genau, welche Beschreibungen Du in Deiner Geschichte hast und überarbeite sie gegebenenfalls noch einmal.

Vorsicht: Adverb!

Adverben ist ein Thema für sich. Die einen verwenden sie zu oft und die anderen wissen noch nicht einmal genau, was das ist. Daher meine Empfehlung, informier Dich, was Adverben sind (und ja, das meine ich ernst), wenn Du nicht weißt, was das ist. Und dann überprüf Deinen Text daraufhin, diese zu löschen und durch stärkere Wörter auszutauschen.

Aktiv vs. passiv

Wenn jemand beißt oder gebissen wird, da ist ein gewaltiger Unterschied. Achte daher darauf, dass Du dann immer aktive Sätze und Beschreibungen einbaust, wo es notwendig ist. Es kann ja auch sein, dass man ein passiver Satzbau wichtig ist, um zu zeigen, dass der Charakter eben nicht aktiv ist. Da ist es in Ordnung. Ansonsten sind aktive Sätze immer ein Gewinn für Deine Geschichte.

Die liebe Rechtschreibung

Natürlich ist es wichtig, sich mit der Rechtschreibung auseinanderzusetzen. Wenn Du nicht zu den Rechtschreibkönig*innen gehörst, dann ist hier Hilfe notwendig. Es gibt Programme, die Du dafür benutzen kannst. Notfalls kauf sie Dir und arbeite mit denen. Hier ist es auch wichtig, dass andere darüber schauen, die sicherer in der Rechtschreibung sind.

Über den Geschmack einer Geschichte kann man streiten und wird auch häufig gestritten. Aber noch nie habe ich von jemanden gelesen, dass sie*r sich über Rechtschreibfehler gefreut hat. Da kommst Du also nicht drum herum, Dich damit zu beschäftigen.

Arbeite mit Menschen zusammen, denen Du vertrauen kannst

Damit meine ich nicht nur, dass sie Dir nicht Deine Geschichte klauen. Sondern, dass sie Dich respektieren und Dein bestes wollen. Von einigen habe ich schon gehört, dass ihre Schreibfreundschaften sie solange manipulieren wollten, bis sie deren Geschichte schreiben sollten. Das ist nie gut. Es ist Deine Geschichte und nicht deren.

Such Dir Autor*innen, mit denen Du darüber reden kannst. Und idealerweise könnte ihr euch auch austauschen.

Wo bleiben die Inhalte?

Wo bleiben die Figuren? Der Plot? Und diese Dinge? Natürlich kannst und sollst Du auch diese Punkte überarbeiten. Schau genau hin, handeln Deine Figuren durchgehend einheitlich? Ist jeder rote Faden abgeschlossen? Das alles gehört ebenfalls zu der Überarbeitung einer Geschichte.

Abschlussgedanken

Niemand hat behauptet, dass die Überarbeitung eines Manuskripts einfach ist. Du musst Dich dahinter setzen und hart daran arbeiten. Aber auf alle Fälle lohnt es sich, weil Du am Ende ein Ergebnis in den Händen hältst. Und hoffentlich auch eines, worauf Du stolz sein kannst.

In dem Sinne, viel Erfolg bei Deiner Überarbeitung und alles Liebe

Deine frau schreibseele

Auf der Suche nach einem Lektorat

Hei, hallo und herzlich willkommen,

gehen wir davon aus, dass Du ein Lektorat für Dich in Anspruch nehmen möchtest. Da stellen sich mir zwei Fragen. Wie finde ich ein*e Lektor*in und wie finanziere ich das überhaupt? Denn ein Lektorat für einen Text um die 250 Seiten kann durchaus um die 1.000 € kosten. Und seien wir mal ehrlich, das ist nicht gerade wenig.

Kurze Vorgedanken

Alle reden darüber und doch stellt sich am Ende die Frage, wie komme ich an mein*e Lektor*in heran? Einige Autor*innen scheinen ihre Lektor*in zu haben und schwören auf diese. Andere hingegen wechseln diese, wie unsereins ihre Unterhose. Und natürlich gibt es noch die Leute, die für sich ein Lektorat ablehnen. Diese bekommen noch einen eigenen Beitrag. Aber heute möchte ich mit Dir darüber reden, wie Du ein*e Lektor*in findest. Und vor allem, wie Du das Ganze theoretisch finanzieren könntest.

Die Suche

Der Verband

Beim Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren findest Du viele Informationen rund um das Lektorat, Kosten und einiges mehr. Und natürlich auch eine Datenbank, bei der Du nach Deiner*m Lektor*in suchen kannst. Im Grunde genommen kann man davon ausgehen, wer dort gelistet ist, sollte eine gewisse Qualität mit sich bringen.

Schau Dich dort um und dann natürlich auf den Seiten der Lektor*innen. Wenn Dich jemand besonders anspricht, könnte das was bedeuten.

Internetrecherche

Du kannst auch Deine Lieblingssuchmaschine auf machen und nach Lektor*innen suchen. Dort wirst Du dann die Internetseiten finden, welche Du Dir anschauen kannst. Meine Empfehlung ist ganz klar, schau Dir die Referenzen an.

Vor einiger Zeit hab ich eine Lektorin gefunden, die zwar hochgelobt wurde, aber scheinbar bisher nur ein einziges Buch lektoriert hatte. Inwiefern dies gute Werbung ist, sei dahingestellt. Mich hat das eher abgeschreckt, wenn ich ehrlich sein darf. Natürlich fängen wir alle mal klein an, das will ich nicht in Abrede stellen. Aber wenn ich mich als Lektorin positionieren möchte, sollte ich idealerweise im Vorfeld schon einige Bücher bearbeitet haben. Und die alle gehören dann auf meine Referenzseite.

Wenn genügend Referenzen vorhanden sind, schau Dir die Bücher bei den Onlinehändlern an. Werden sie gut besprochen oder beschwert man sich über das Lektorat? Hast Du an jemand besonders viel Interesse, lohnt es sich durchaus ein Buch zu kaufen und es zu lesen. Du könntest auch die*en Autor*in anschreiben und fragen, wie die Zusammenarbeit war.

Bleib bei Deinen Anfragen immer höflich, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Du auch eine Antwort bekommst.

Blick ins Buch

Wir haben sie alle, unsere Lieblingsbücher. Und die meisten hatten ein Lektorat. Gerade dann, wenn sie in einem Verlag veröffentlicht wurden. Da hast Du meistens keine Möglichkeit Dich dagegen zu wehren.

Im Impressumsteil findest Du dann die wichtigen Daten. Wer hat das Cover erstellt, wer das Korrektorat und eben, wer das Lektorat. Ein Blick in ein Verlagsbuch lohnt sich übrigens auch. Denn viele Lektor*innen arbeiten freiberuflich, auch für Verlage. Hat Dir ein Buch besonders gut gefallen, schau nach, wer das Lektorat übernommen hat.

Nein, ein gutes Buch ist nicht immer der Verdienst eines Lektorats. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Wenn die Vorlage schlecht ist, dann kann auch das beste Lektorat der Welt dieses Werk nicht mehr retten. Aber es ist durchaus wahrscheinlich, dass das Lektorat die Geschichte noch einmal verbessert hat. Und daher lohnt es sich, mit dieser Person dahinter einmal auseinanderzusetzen.

Such nach der Internetseite und ob diese Person auch mit Dir arbeiten möchte. Denn eins sei Dir versichert, nicht alle Lektor*innen werden mit Dir als Selfpublisher*in zusammenarbeiten. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr, aber vor einigen Jahren hatte sich eine Lektorin negativ über die SP-Szene geäußert. Ihr Fazit, sie möchte nie wieder mit Autor*innen aus diesem Bereich zusammenarbeiten. Aber dies ist mir nur ein einziges Mal untergekommen.

Eventuell ergibt sich aber auch hier eine tolle Zusammenarbeit.

Empfehlungen

Als ich nach einer*m Lektor*in gesucht habe, hab ich einfach bei Twitter nach Empfehlungen gefragt. Dazu hab ich die Genres erwähnt, über die ich schreibe und dann einfach gewartet. In der Tat kamen einige Empfehlungen, an die ich nicht gedacht habe oder die ich so nicht entdeckt hätte.

Über diese Empfehlungen kannst Du Dir die Internetseiten anschauen und dann sehen, ob ihr theoretisch zusammenarbeiten könntet. Auch hier gilt, schau Dir ruhig die Referenzen an. Es müssen nicht viele sein, aber aussagekräftig schon. Und dann kannst Du die nächste Stufe angehen.

Die Auswahl

Wenn Du eine*n Lektor*in für Dich ausgesucht hast, oder auch mehrere, empfehle ich Dir dringlichst, ein Probelektorat zu machen.

Was ist ein Problektorat?

Meistens schickst Du die ersten drei Normseiten Deines Projektes an die Person oder Personen und bekommst diese lektoriert zurück. Mit dem Problektorat sollst Du sehen, ob ihr Beide zusammenarbeiten könnt. Das bedeutet, Du kannst schauen, ob Dir die Arbeit gefällt. Und Dein*e Lektor*in kann ebenfalls entscheiden, ob sie*er mit Dir zusammenarbeiten möchte.

Denn ja, auch ein*e Lektor*in kann sich gegen eine Zusammenarbeit entscheiden.

(Mögliche) Kosten

Bei einigen Lektor*innen ist das Probelektorat kostenfrei. Andere hingegen verlangen eine kleine Gebühr. Wenn Du eine Gebühr bezahlen sollst, kann ich sie Dir nur empfehlen. Lieber im Vorfeld zehn oder fünfzehn Euro für drei Seiten bezahlen, als dass Du die falsche Wahl triffst. Denn ich hab durchaus einige Horrorgeschichten zum Thema Lektorat gehört und gelesen, da möchte ich lieber im Vorfeld wissen, mit wem ich es zu tun habe.

Natürlich könnte man sich das Geld auch sparen. Aber lieber jetzt bezahlen, als später drauf zahlen.

Die Wahl

Wenn Dir das Problektorat zusagt und Dein*e Lektor*in klar mitteilt, dass sie*er mit Dir zusammenarbeiten möchte, bist Du am Zug. Willst Du oder willst Du nicht? Gerade, wenn Du mehrere Anfragen versendet hast, ist es wichtig, irgendwann eine klare Entscheidung zu treffen. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn Du eine Absage versendest. Immerhin könnte es ja sein, dass Du mit einer anderen Person zukünftig zusammenarbeiten möchtest.

Daher empfehle ich Dir, die Sache nicht im Sand verlaufen zu lassen. Schreib eine kleine Dankesmail und eben die Absage. Und wenn Du möchtest, dass Du gerne eventuell zukünftig mit der Person zusammenarbeiten möchtest.

Absprachen

Du hast Dich für ein Lektorat entschieden? Herzlichen Glückwunsch! Damit hast Du den wichtigsten Schritt schon getan. Jetzt heißt es, sofern Du es noch nicht getan hast, schreib nun Deine Geschichte zu Ende und überarbeite sie selbst. Eventuell mit Deinen Alphaleser*innen.

Wenn das soweit ist, solltet ihr beide im Vorfeld klären, was das Lektorat beinhaltet.

Kosten

Wie viel kostet Dich das komplette Lektorat? Lass Dir eine konkrete Summe für jede Normseite nennen und dann für das komplette Werk. Natürlich könntest Du es Dir ausrechnen. Aber wenn Du nicht weißt, wie halbe Seiten (also die Seiten am Ende eines Kapitels) berechnet werden, kannst Du keine exakte Aussage machen. Notfalls frag nach, wie diese Seiten berechnet werden.

Durchgänge

Normalerweise bekommst Du pro Lektorat zwei Durchgänge. Im ersten Durchgang wird Dir genau aufgezeigt, was Du besser machen kannst und was okay ist. Das Wichtige sollte Dir aber immer bewusst sein, es ist Deine Geschichte. Lass Dir also niemals irgendeine Meinung aufzwingen. Wenn Du etwas übernehmen möchtest, ist das genauso in Ordnung, wie, wenn Du es nicht tun möchtest.

Sollte Dein*e Lektor*in Dich zu einer Übernahme zwingen, überleg Dir genau, ob dann eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gegeben ist. Notfalls frag andere Autor*innen, wie sie einen solchen Fall betrachten.

Im ersten Durchgang werden alle Schnitzer ausgeräumt und beseitigt. Im zweiten Durchgang wird dann noch einmal geschaut, ob da noch irgendwelche logischen Fehler bestehen. Auf die werden dann noch einmal hingewiesen. Wenn das erledigt ist, ist auch die Zusammenarbeit erledigt.

Abweichungen können zwischen euch beiden immer besprochen werden. Aber auf zwei Durchgänge würde ich schon einen gewissen Blick werfen.

Rechtschreibfehler

Wenn sich Dein*e Lektor*in intensiv mit Deinem Text befasst, wird sie*er irgendwann blind. Da können kleine Schnitzer übersehen werden, einfach, weil man sie nicht mehr sieht. Im Idealfall werden diese korrigiert. Aber das ist nicht die Aufgabe des Lektorats. Daher erwarte nicht, dass diese behoben werden.

Zahlweise

Normalerweise wird Summe X innerhalb von Zeitraum Y überwiesen und damit hat es sich. Aber wenn Du offen und ehrlich mit Deiner*m Lektor*in sprichst, dann sind sicherlich auch Abweichungen möglich. Eventuell kannst Du ein Prepaidlektorat in Anspruch nehmen. Du überweist also eine gewisse Summe und Dein*e Lektor*in überarbeitet so lange den Text, bis das Geld aufgebraucht ist. Und dann wartet sie*er so lange, bis dass nächste Geld unterwegs ist.

Oder Du fragst nach einer Ratenzahlung. Wenn Du die Gesamtsumme kennst, kannst Du jeden Monat eine Summe X überweisen. Wie hoch sie ist, das müsst ihr besprechen. Eventuell sollst Du vor dem Beginn des Lektorats zahlen oder kannst es auch danach machen.

Egal wie ihr vorgeht, sprecht offen und ehrlich miteinander, wenn Du Dir die Summe nicht auf einmal leisten kannst. Meine Vermutung ist, dass die meisten mit sich reden lassen. Gerade dann, wenn es Dein Erstlingswerk ist.

Die Finanzierung

Sagen wir, dass Dein Lektorat 1.000 € kostet. Das ist eine beträchtliche Summe. In der Vergangenheit hatte ich Arbeitsverträge mit einem Monatslohn, die deutlich darunter lagen (bei einer Vollzeitstelle wohlgemerkt). Jetzt stellt sich die Frage, wie an so viel Geld kommen?

Sparen

Mit dem Beginn des Schreibens an Deinem Roman kannst Du sofort anfangen zu sparen. Überleg Dir, was Du für Kosten haben könntest. Probier dieses Tool aus und Du wirst eine grobe Summe am Ende haben. Zwar ist das eine sehr grobe Rechnung. Aber rechne noch ein paar Hundert Euro rauf und Du hast eine realistische Summe.

Wenn Du mit dem Bullet Journal arbeitest, wirst Du viele Tracker finden, die sich um das Sparen von Geld drehen. Innerhalb eines Jahres ist es theoretisch möglich, eine vierstellige Summe zu sparen. Und für den Anfang ist das ausreichend.

Ratenzahlung / Prepaidzahlung

Das habe ich schon oben bei Zahlweise erwähnt. Daher gehe ich nicht noch einmal darauf ein.

Crowdfunding

Bei einem Crowdfunding bittest Du fremde Personen, Dir Geld zu leihen, damit Du Deine Projekte umsetzen kannst. Dafür musst Du den Leuten aber etwas geben. Meine Empfehlung ist, dass Du Dich genau darüber informierst. Wer hat das schon gemacht, wie war der Erfolg und was solltest Du dafür als Gegenleistung anbieten.

Häufig musst Du noch nicht einmal das fertige Buch als Gegenleistung anbieten, sondern eine andere kreative Leistung. Aber da ich selbst damit (noch) keine Erfahrungen habe, kann ich Dir dazu nicht viel sagen. Aber es gibt einige Autor*innen, die das schon gemacht haben. Recherchiere danach und frag freundlich bei diesen nach. Die können Dir sicherlich besser weiterhelfen.

Probleme

Ab und an könnte es auch dazu kommen, dass es Probleme gibt. Dein*e Lektor*in hält sich nicht an die Absprachen oder will Dir ihren*seinen Willen aufzwingen. Denk erst einmal daran, dass es auch nur Menschen sind. Mit anderen Worten, sie handeln daher auch menschlich. Das ist nicht immer gut, aber dadurch erst einmal nachvollziehbar.

Wenn es zu Problemen kommt, dann frag ruhig bei anderen Autor*innen nach, wie sie damit umgehen würden. In erster Linie, wenn ihr einen Vertrag habt (dazu reicht auch eine E-Mail, denn in Deutschland herrscht Vertragsfreiheit), hat Dein*e Lektor*in diesen zu erfüllen. Sollte sie*er sich weigern, nicht bezahlen und ein*e neue Lektor*in suchen.

Solltest Du bereits bezahlt haben, ist es manchmal notwendig juristische Hilfe zu holen. Aber erst einmal gilt, redet miteinander. Manchmal liegt es an der (fehlenden) Kommunikation, dass es zu Problemen kommt. Und wenn das nicht hilft, Hilfe suchen.

Abschlussgedanken

Es ist nicht ganz so einfach, sich ein*e Lektor*in zu suchen. Denn es gibt durchaus einiges zu beachten. Und ob es sich für Dich (finanziell) lohnt, musst Du selbst entscheiden. Damit meine ich, ob Du die Kosten für das Lektorat wieder hereinbekommst. Die einen werden sagen, ja, es lohnt sich, egal wie. Die anderen werden argumentieren, dass es dem nicht so ist.

Bedenke dabei bitte immer eines, es ist Deine Entscheidung. Niemand kann sie Dir abnehmen. Aber nach diesem Beitrag hast Du einige Dinge gelesen, auf die Du achten solltest. Den Rest wirst Du dann selbst herausfinden. Learning by doing wie es doch so schön heißt.

Und dabei wünsche ich Dir viele tolle Erfahrungen und Ergebnisse.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele