Wie man einen BDSM Geschichte schreiben kann

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es mag sein, dass 50 Shades of Grey das Genre des BDSM ins Fokus der Literatur gerückt hat. Aber eins ist sicher, es gab schon immer Geschichten zu diesem Thema und es wird auch weiterhin Bücher dazugeben, selbst wenn niemand mehr über 50 SoG spricht. Daher möchte ich Dir heute einige Vorschläge machen, wie man solch einen Roman schreiben kann.

Kurze Vorgedanken

Auch wenn man selbst kein Bedürfnis hat, sich den Hintern versohlen zu lassen oder selbst als Fem-Dom die Peitsche zu schwingen, reizt es viele einen entsprechenden Roman zu schreiben. Und auch wenn das Praktiker*innen aus der Szene nicht gefällt, ich finde das Selbst durchaus in Ordnung.

Dabei gibt es einige einfache Dinge, die man berücksichtigen darf, kann und auch durchaus sollte, damit ein BDSM-Roman in sich schlüssig und ein Lesegenuss wird. Die Regeln eines erotischen Romans können hier befolgt und durch einige spezielle Punkte ergänzt werden.

Wie man einen BDSM Geschichte schreiben kann

Zu den wichtigen Grundlagen

Die Geschichte

Egal wie erotisch ein Roman sein soll, eine kleine Geschichte darf immer dabei sein. So hab ich letztes Jahr einen BDSM-Roman gelesen, bei dem es sich nur darum drehte, wie er ihr den Hintern versohlte. Eine Hauptgeschichte kam nur in den ersten zwei oder drei Kapitel und dann noch einmal in den Letzten ein oder zweien vor.

Zugegeben, ich lese gerne erotische Romane. Und von mir aus darf es auch ein wenig mehr Sex in der Geschichte vorkommen, als Verlage es vorgeben. Immerhin greife ich nicht umsonst zu einem entsprechenden Roman. Aber wenn da gar keine Geschichte existent ist oder ein Konstrukt geschaffen wird, um die beiden immer und immer wieder ins Bett (oder wohin auch immer) zu schicken, das geht sogar mir zu weit.

Daher bitte ich Dich, wenn Du einen erotischen Roman oder einen BDSM-Roman schreibst, dann erschaff bitte zuerst die Geschichte drum herum.

Vielleicht mögen sich die anderen Romane auch verkaufen, also in denen es mehr um den Sex geht, als um die Geschichte. Aber ich denke, dass es auf Dauer sinnvoller ist, wenn Du Dich auf eine Geschichte konzentrierst. Sie muss nicht komplex sein (darf es aber gerne). Hauptsache der Roman besteht nicht zu achtzig Prozent aus Sex.

Die Charaktere

Warum empfindet ein Mensch sexuelle Befriedigung daraus, dass ein anderer Mensch ihr den Hintern versohlt (ich brech das brachial darauf runter, unten werde ich das Thema etwas differenzierter angehen)? Das muss ja einen Grund haben. Und es ist Deine Aufgabe als Autor*in das herauszufinden. Genauso, wie die Frage, warum jemand es als erregend befindet, jemand anderen Schmerzen zu zufügen.

Denn BDSM ist etwas anderes, als zum Beispiel im freien Sex zu haben. Oder sich einem Dreier hinzugeben. Hier geht es darum, dass jemand anderes die Kontrolle über eine Person übernimmt und dieser unter anderem physische Schmerzen zufügt. Und beide haben Spaß daran.

Wenn Du also einen BDSM-Roman schreiben möchtest, brauchst Du Charaktere, die eben daran Spaß haben, sich darauf einlassen und es auch wollen. Auch wenn ein Charakter noch nie gefesselt und mit einer Peitsche bearbeitet wurde, müssen beide Seiten dafür offen sein.

Müssen? Ja klar. Es gibt Menschen, die partout ablehnen, sich als Sklaven oder Fem-Dom zu sehen. Die würden sich niemals auf eine Session einlassen, um das auch nur mal auszuprobieren. Daher müssen Deine Charaktere zumindest dafür offen sein, diese Art der Sexualität zumindest auszuprobieren. Sind sie es nicht, dann wirken sie schlichtweg unglaubwürdig.

Auch wenn Dein Sklave in diese Welt eingeführt werden muss, sollte in seiner Art doch schon etwas zu finden sein, dass er daran letztendlich Spaß findet. Genauso wie seine Fem-Dom. Daher ist es wichtig, besonders hier großen Augenmerk zu legen.

Hier noch ein kleiner Hinweis zu der Kindheit Deiner Charaktere. Vor einer Zeit hab ich einen Ausschnitt aus einer Aufklärungsserie gesehen, welcher Typ Mensch sich eher für BDSM-Spielarten interessiert. Es gibt dazu noch keine offiziellen Studien (und vermutlich wird es auch dauern, bis es sie gibt). Aber es scheint eher so zu sein, dass Menschen, die eine gewaltvolle Kindheit hatten, weniger dazu neigen, sich für BDSM zu interessieren. Menschen mit einer halbwegs normalen Kindheit (also ohne Gewalt und Derartigem) sind eher bereit, sich für BDSM zu begeistern und in diese Welt einzutauchen.

Das so viel zu den Fem-Doms oder Doms, die eine grausame Kindheit hatten und aus diesem Grunde andere deswegen dominieren müssen.

Begrifflichkeiten

Wie jede Subkultur hat auch die Welt des BDSM eine eigene Sprache entwickelt. Um diese Welt realistisch darzustellen, ist es durchaus wichtig, dass Du sie kennst und richtig einsetzt.

An dieser Stelle möchte ich Dir einige Begriffe näher erläutern, um Dir den Einstieg zu erleichtern. Die restliche Recherche kannst Du dann gerne übernehmen (siehe unten die Linkliste für die weitere Arbeit).

FemDom oder Dom

Sie sind der dominante Teil in der Beziehung. Letztendlich sind sie es, welche die Session leiten, die Peitsche schwingen oder die Sub dominieren. Dabei steht FemDom für „Female Domination“ und wird für die Frau benutzt. Dom ist meistens die Bezeichnung für den Mann.

Bei FemDom heißt es zwar, dass sie den Mann dominiert. Aber es gibt auch Frauen, welche andere Frauen dominieren. Dabei ist es nicht zwangsläufig, dass sie lesbisch oder bisexuell ist. Es kann für sie einfach nur erregend sein, eine Frau zu dominieren. Das gilt natürlich auch für die Herren.

Sub(missiv)

Das ist die Person, die sich dominieren lässt. Die Sub gibt sich jemanden hin und hat während der Session ihren Spaß, egal wie zart oder hart das Ganze ist. Doch wenn die Session vorbei ist, übernimmt die Sub ihr Leben und beide können ihre eigene Wege gehen.

Daher ist es gut, wenn Du eine Sub nicht mit einer Sklavin verwechselst.

Sklavin / Sklave

Sie geben sich ihrer Herrin oder ihrem Herren voll und ganz hin. Denn diese bestimmt nicht nur die Session, sondern sogar den Alltag. Hier gehen beide einen Schritt weiter. Das bedeutet, dass sie bestimmen kann, was die Sklavin trägt, wo sie arbeitet und wie die Freizeit der Sklavin gestaltet wird. Zudem können beide ausmachen, dass die Sklavin 24/7 der Herrin zur Verfügung steht (also 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche).

Spanking

Das bedeutet, dass die Schläge mithilfe der Hand ausgeführt werden. Bekannteste Art ist das spanken des Gesäßes. Hier wird also mit der nackten Hand (gegebenenfalls auch mit speziellen Handschuhen) der Hintern versohlt.

Für viele ist das ein Einstieg in diese Szene und zugleich kann man hier auch lernen, die Schmerzgrenze auszuloten. Zugleich ist es auch eine Übung für die Stärke des Schlagens.

Vanila oder Vanila Sex

Diese Bezeichnung kommt von dem Geschmack Vanilie, welche wohl fast alle Menschen gerne essen. Damit wird letztendlich der gesellschaftlich akzeptierte Sex bezeichnet (also Frau und Mann, womöglich in der Missionarsstellung). Alles was nicht Vanila ist, wird dann häufig als kinky bezeichnet.

Bottom

Der passive Teil einer Session.

Top

Der aktive Teil einer Session.

Session oder Szene

Das ist ein Spiel, in denen, die FemDom der Sub (oder auch Sklav*in) die Schmerzen zufügt. Dabei kann es direkt zur Sache gehen oder im Rahmen eines Spiels stattfinden. Das bedeutet, dass die Sub zum Beispiel erst einmal putzen muss, dann soll er irgendwelche andere Aufgaben erledigen und dann kann es auch direkt zur Sache gehen.

Die Session sollte dabei von beiden Seiten abgesprochen werden, was gefällt und wo der Sub sagt, bis hierhin und nicht weiter. Nur so kann die Top verhindern, dass es zu einem vorzeitigen Abbruch kommt.

Von Safeword und Slowword

In manchen Romanen vermisse ich die Absprache zwischen der FemDom und dem Sub bezüglich eines Safewords. Und dabei ist das ungemein wichtig. Ohne ein Safeword würden richtige FemDoms und Doms nie in eine Session gehen. Und wenn doch, ich hab gelesen, dass die BDSM-Gemeinde sehr engmaschig verstrickt ist. Solche Leute würden wohl sehr schnell vor die Tür gesetzt werden.

Doch was ist nun eigentlich was?

Das Safeword

Hierbei handelt es sich um ein Wort, mit dem man die komplette Session abbricht. Wenn es dem Sub zu viel wird, er nicht mehr kann oder nicht mehr will, dann sagt er eben dieses Wort und die FemDom ist dann auch verpflichtet, alles sofort zu beenden.

Ohne ein Safeword sollte ein Sub niemals in eine Session oder was auch immer gespielt wird, gehen. Denn es kann immer passieren, dass er auf einmal Panik bekommt, nicht mehr weitermachen kann und daher alles abbrechen muss, weil er sonst einen Schaden erleidet. Das Safeword garantiert, dass das auch geschieht.

Dabei sollte das Safeword so gewählt werden, dass man es nicht verwechseln kann. Emily Bold hat ein Buch herausgebraucht „Autsch, ist ein schlechtes Passwort„. Das gilt auch für Halt, Stopp und Aua. Denn in einer Session kann es durchaus vorkommen, dass die Sub diese Wörter von sich gibt, aber gar nicht will, dass die FemDom wirklich aufhört. Es gehört teilweise dazu.

Es sollte im Idealfall also ein Wort sein, dass man nicht verwechseln kann. Sagen wir mal zum Beispiel Pfannkuchen oder von mir aus, Einhornregenbogen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man so etwas aus Versehen sagt, ist äußerst gering.

Das Safeword kann auch dann gesagt werden, wenn ein Knebel im Mund ist, man versteht immer noch halbwegs, was der Sub sagen möchte. Notfalls kann auch ein Schnippen vereinbart werden, sodass die FemDom kurz pausiert und sich anhört, was der Sub von ihr möchte.

Slowword

Das Slowword ist dafür da, dass die FemDom immer weiß, ob es dem Sub gefällt und er noch mitgeht. Meistens wird es mit dem Ampelsystem dargestellt.

Wenn der Sub also Grün sagt, dann ist alles in Ordnung und die FemDom kann gerne weiter machen. Es gefällt ihm (noch) und hat damit kein Problem.

Bei Gelb sieht es schon anders aus. Hier soll die FemDom langsamer machen. Noch gefällt es dem Sub, nur nicht in dieser Intensität.

Sagt er hingegen Rot, dann will er nicht, dass die FemDom mit der Aktion, die sie gerade durchführt, weitermacht. Sagen wir mal, die FemDom kitzelt den Sub und er mag es überhaupt nicht. Dann sagt er Rot und die FemDom muss sich etwas anderes einfallen lassen.

Beim Slowword wird nicht die Session selbst abgebrochen, sondern nur eine Aktion. Oder eben diese bestätigt.

Innerhalb einer Beziehung

Letztens hatte ich ein Gespräch mit einer Autorin, deren Freundin und der Lebensgefährte eine BDSM-Beziehung führt. Die Freundin teilte mit, dass sie überhaupt nicht daran denkt, ein Safeword zu benutzten. Warum? Nach einer gewissen Zeit innerhalb der Beziehung sollte man schon wissen, was ihrem Partner gefällt und was nicht. So zumindest die Aussage dieser Freundin. Und das leuchtet mir ein.

Innerhalb einer Beziehung kann das auch gemacht werden. Wobei das natürlich auch nach hinten losgehen kann. Denn es kann immer passieren, dass sich die Situation ändert und die Freundin / FemDom das alles missversteht. Daher würde ich selbst immer auf ein Safeword bestehen. Aber das ist meine persönliche Ansicht.

Sollte sich aber Dein Charakter jedoch einer professionellen FemDom hingeben, sieht die Geschichte etwas anders aus. Die Beziehung besteht vielleicht nur an Wochenenden oder erst seit Kurzem. Da sind Safewords wichtig. Wenn ein Paar miteinander spielt, können sie eine eigene Sprache entwickeln, damit sie ihre Wünsche äußern.

Und aus einem naheligenden Grund würde ich in einem fiktionalen Text auf einem Safeword bestehen. Viele Leute halten das, was Du in Deiner Geschichte schreibst womöglich für wahr. Daher könnte es sein, dass sie auf das Safeword verzichten, nur weil Du nicht darüber geschrieben hast. Dann könnte das im realen Leben schlimmstenfalls zu extremen Konsequenzen kommen.

Egal wie Du es vielleicht privat handhaben magst (sofern Du aus der Szene kommst). Bitte halt Dich in Deinem Text an die Spielregeln. Und wenn es nur darum geht, Deine Leser*innen nicht auf irgendwelche dumme Gedanken zu bringen. Sicher ist halt sicher.

Der Sklav*innenvertrag

Zu der Spielart des BDSM kann auch gehören, dass zwischen der FemDom und dem Sklaven (wobei theoretisch auch mit der Sub) ein Vertrag geschlossen wird. Hierbei wird geklärt, was die FemDom und vor allem, was der Sklave zu tun hat. Hier werden die Regeln, Aufgaben und Verpflichtungen abgeklärt.

So zum Beispiel, dass derSklave jederzeit zur Verfügung zu stellen hat, wenn die FemDom nach ihm verlangt. Und die FemDom hat sich immer um das Wohlergehen des Sklven zu kümmern. Sollte sie also dafür Sorgen, dass der Sklave seine Arbeit verliert, weil diese von ihm verlangte blauzumachen, dann geht es gegen das Wohlergehen.

In einem solchen Vertrag können auch gesundheitliche Hinweise mitgeteilt werden. Wenn also Dein Sklave Knieprobleme hat, muss Deine FemDom darauf achten, dass dieser nicht zu lange kniet. Oder wenn er Asthma hat, dass dann das Asthmaspray immer griffbereit ist.

Das gilt auch für Praktiken, welche der Sklave überhaupt nicht mag. Nehmen wir an, er steht überhaupt nicht darauf ins Gesicht geschlagen zu werden. Dann kann er dies im Vertrag festhalten. Und dann sollte die FemDom darauf achten, dass sie ihm eben nicht ins Gesicht schlägt.

Hier noch ein kleiner rechtlicher Hinweis: Diese Verträge sind natürlich nicht rechtlich bindend. Das bedeutet, sollte eine Seite verlangen, dass der Vertrag eingehalten wird, kann diese Person nicht vor das Gericht ziehen und die Einhaltung verlangen.

Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Angelegenheit, welche beide Seiten abschließen können. Mehr aber auch nicht.

Und noch ein Hinweis: Trotz der Einwilligung der Sub oder des Sklaven kann sie die FemDom jederzeit vor Gericht wegen schwerer Körperverletzung gezerrt werden. Denn trotz der Einwilligung wird das vor Gericht als solche sicherlich nicht anerkannt werden. Und daher kann es viel Ärger geben. Daher sollte sich die Domseite an die Inhalte des Vertrages halten.

Doch wo keine Klägerin, da keine Angeklagte. Sprich, solange der Sub oder die Sklavin nicht das Bedürfnis hat, ihre FemDom anzuzeigen, sind beide Seiten entsprechend sicher.

Eine Session planen

Für einen erotischen BDSM-Roman ist es natürlich auf Dauer wichtig, dass beide in Aktion treten. Daher ist es für Dich sicherlich interessant zu wissen, was die beiden überhaupt wollen.

Im Internet oder in dem Buch von Dr. Charley Ferrer (BDSM for Writers) gibt es einen sogenannten Neigungsbogen. Dort findest Du Fragen, was sowohl Deine FemDom, als auch Dein Sub bzw. Sklave mag oder auch nicht mag. Ich kann Dir nur empfehlen, solche Bögen ruhig auszufüllen. Dadurch bekommst Du schon einmal Inspirationen, wohin die Session für Deine Charaktere gehen kann.

Dabei kann es von zart bis hart gehen. Zum Beispiel von Fesselspielen bis hin zu Würgespielen. Alles was Deinen Charakteren gefällt, kannst Du theoretisch anwenden.

Da wir aber einen erotischen Roman schreiben wollen, kann es natürlich sehr hart an die Grenze gehen, wenn Du Deine Charaktere auf einmal wirklich würgen lässt, bis diese fast ersticken, sie Natursekt und -kaviar essen lässt oder diese in Windeln herumlaufen.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Natürlich haben viele diese Fetische. Aber der Großteil Deiner Leser*innen wird das wohl weniger lesen wollen. Daher überleg Dir, wie weit Du da wirklich gehen möchtest.

Und dann überleg Dir in einer Extradatei, wie die Session genau ablaufen soll oder auch abläuft. In dieser Datei kannst Du wirklich alles bis ins letzte Detail beschreiben. Was sagt die FemDom, was fühlt der Sub und so weiter. Das alles musst Du dann natürlich nicht in Deinen Roman übernehmen. Aber wenn Du weißt, wo Dein Charakter gerade ist und was sie macht, dann ist das eine wertvolle Hilfe.

Übrigens: Inspirationen für Deine Szenen kannst Du Dir auch auf tumblr holen. Dort gibt es unzählige Blogs, welche erotische Bilder hochladen, genauso wie Gifs und kleine Bilder. Auch zum Thema BDSM. Natürlich solltest Du Dir diese Blogs nur dann ansehen, wenn Du über 18 bist. Und auch dann geschieht dies bitte auf eigene Gefahr. Denn ich verfolge einige solcher Blogs und es gab durchaus Bilder, die mich ein wenig verstört zurückgelassen haben. Nicht alles ist für schwache Nerven (solche Blogs entfolge ich dann auch sofort).

Und noch ein kleiner Tipp: Es gibt genügend Onlineshops, die entsprechendes Spielzeug verkaufen. Wenn Du Dir Inspirationen holen möchtest, kannst Du auch dort ein wenig stöbern. Denn wie heißt es so schön, gucken kostet nichts.

Alles zusammenfügen

Wichtig ist sicherlich erst einmal, dass Du weißt, um was es in Deiner Geschichte geht. Ohne eine grobe Struktur wüsste ich selbst nicht, worüber ich schreiben könnte. Und mir fällt es dann auch schwer die Charaktere zu „sehen“.

Dabei muss ich selbst noch nicht einmal ins Detail gehen, sondern kann erst einmal grob bleiben. Selbst ein oder zwei Sätze reichen mir schon aus, um dann weitermachen zu können.

Als Nächstes kommen für mich die Charaktere. Wer sind sie, was wollen sie. Und in diesem Fall, was erregt sie. Je mehr ich über sie weiß, desto eher kann ich sie auch ins Bett schicken. Oder in diesem Fall ins Dungeon.

Über die Charaktere komme ich dann meistens zu der Geschichte. Wenn ich diese plane, weiß ich auch schon grob, wo ich die erotischen Szenen einfügen kann. Was da genau geschieht, muss ich noch nicht wissen. Es geht erst einmal darum, dass ich weiß, wann genau die Action losgeht.

Wenn Du das alles zusammenhast, dann kannst Du auch natürlich schon loslegen. Je nachdem, wie Du es gerne handhabst, mit dem Schreiben.

Wie weit kann ich gehen?

Natürlich kannst Du so weit gehen, solange Du Dich dabei wohlfühlst. In der Sekunde, in der Du zu Dir selbst sagst, dass Dir etwas nicht gefällt und Du nicht dahinter stehen kannst, würde ich abbrechen. Es bringt nichts, wenn Du Dich zu etwas zwingst, was Du selbst einfach nicht schreiben willst.

Aber es gibt auch Sachen, über die würde ich auch so niemals schreiben, selbst wenn ich mich darin wohlfühlen würde (was ich nicht tue). So gibt es den Fetisch Sex mit Tieren zu haben. Für mich rangiert es durchaus auf einer Stufe wie Sex mit Kindern. Beide sind den sexuellen Fantasien anderer Menschen hilflos ausgeliefert, verstehen nicht, was mit ihnen passiert, und werden letztendlich missbraucht.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, so etwas in Deinem Roman nicht zu erwähnen. Eventuell könnte es sogar sein, dass jemand das bei der Polizei meldet und Du eine Strafanzeige bekommst.

Ansonsten tob Dich einfach aus. Du wirst letztendlich schon sehen, was Dir gefällt und was gelesen wird.

Achtung Fantasie

Manchmal findest Du in den entsprechenden Romanen Szenen, die fernab jeglicher Realität ist. In Fantasieromanen selbst würde ich da vielleicht den einen oder anderen Augen gnädig zudrücken. Denn dort können Drachen und Magie eine Rolle spielen, warum nicht auch ein wenig abgedrehter BDSM-Sex (auch wenn jetzt alle FemDoms und Subs mit dem Kopf auf den Tisch landen, für mich selbst wäre das in Ordnung).

Wenn Du aber in unserer Realität schreibst, empfehle ich Dir, Dich auch an die realen Gegebenheiten zu halten. Was machen die Menschen in den Dungeons und was hält der Körper überhaupt aus? Das bedeutet für Dich natürlich, dass Du sehr viel recherchieren musst.

Eine Möglichkeit ist auch, dass Du Dich mit echten FemDoms/Doms bzw. Subs unterhältst. Frag einfach auf Facebook oder Twitter nach Leuten, welche sich da auskennen. Sicherlich wird sich jemand melden.

Warnhinweise

Tatsächlich habe ich in einem englischsprachigen Buch mal die Warnung gelesen, dass man die Thematik BDSM nicht so angehen soll, wie im Buch. Leider weiß ich den Titel und die Autorin nicht mehr, aber es ging darum, dass innerhalb weniger Stunden, eine Frau zur Sklavin ihres Doms wurde. Die Autorin erklärte, dass im realen Leben so etwas niemals passieren würde bzw. man sich niemals jemand so an den Hals werfen sollte.

Vor diesem Hinweis habe ich verdammt viel Respekt. Zwar wissen viele, dass es so ist. Aber die Autorin hat es nicht als gegeben hingenommen, sondern noch einmal gesondert darauf hingewiesen, dass es im realen Leben anders zugeht, als in der Fiktion.

Wenn Du also darüber schreibst oder über Praktiken, die in der Realität nie so angewandt werden würden, erwähne es ruhig.

Das gilt auch für die Inhalte. Klar, zuerst dass es überhaupt ein BDSM Roman ist. Dann aber auch die Hauptthemen, die Du verwendest. Spanking, Bondage und so weiter. Die Erwähnung reicht völlig aus. Deine Leser*innen wissen, worauf sie sich einlassen. Und notfalls haben sie keine Ausrede, warum überraschenderweise doch Erotik bzw. BDSM in der Geschichte vorkommt.

Sie hätten ja Deine Beschreibung lesen können.

Abschlussgedanken

Egal ob Du einen BDSM-Roman oder „nur“ einen erotischen Roman schreibst. Recherche ist das A und O. Du kannst Dir auch gerne Onlineshops suchen, in denen BDSM Sachen verkauft werden, um Dich inspirieren zu lassen. Hauptsache Du hast Spaß dabei und es ist realistisch.

Und lass Dich nicht davon abhalten einen BDSM-Roman zu schreiben, nur weil Du das nicht lebst. Als Autorin hast Du sicherlich genügend Fantasie, um andere Welten oder eine sexuelle Spielart zum Leben zu erwecken.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Wie kann ich eine (gute) Sex-Szene schreiben?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nachdem wir geklärt haben, was Erotik und Pornografie ist und die wichtigen Grundlagen der erotischen Fiktion, kümmern wir uns heute um die Frage “Wie kann ich eine (gute) Sexszene schreiben?”. Wir haben vermutlich alle die eine oder andere erotische Szene gelesen. Doch was macht sie gut und was schlecht? Ein paar Tipps gibt es, mit denen Du arbeiten kannst.

Kurze Vorgedanken

Vor längerer Zeit wurde ich gebeten, ob ich denn nicht einen Beitrag schreiben könnte, wie man gute erotische Literatur bzw. Szenen schreiben kann. Auf meinem alten Blog hatte ich das getan und hier ist er nun in einer etwas überarbeiteten Version. Gerade in einer Zeit, in denen es scheinbar Gang und gäbe ist, dass sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Stalking und ähnliche Straftatbestände in Romanen vorkommen, als wäre das romantisch. Und an dieser Stelle kann ich Dir schon einmal garantieren, Tipps, wie Du solche Romane schreiben kannst, findest Du hier nicht. Ansonsten möchte ich Dir erst einmal allgemeine Tipps geben, was Du beachten kannst. Dann Hinweise zur Vorbereitung des Schreibens einer erotischen Szene. Und dann zu guter Letzt noch, was Du beim Schreiben direkt beachten kannst bzw. solltest.

Wie kann ich eine (gute) Sex-Szene schreiben?

Allgemeine Hinweise zum Swchreiben von erotischen Szenen

Gute Charaktere

Wie bei jedem guten Roman wäre es auch bei einem erotischen Liebesroman schön, wenn Du mit runden Charakteren schreibst. Was ich damit meine? Dass sie sowohl Stärken, als auch Schwächen haben. Je mehr Du über die Charaktere weißt, desto besser kannst Du den Plot planen und zudem auch besser schreiben. Und je tiefer Deine Charaktere gehen, desto glaubwürdiger werden sie am Ende sein. Daher finde ich es wichtig, dass Du in die Charakterarbeit durchaus Energie steckst. Am Ende wirst Du mit guten Charakteren dafür belohnt werden.

Sexuell aktive Charaktere

Jede Geschichte steht und fällt mit den Charakteren. Auch wenn das für viele selbstverständlich scheint, so wird das nicht immer angewandt. Wenn Du zum Beispiel einen Krimi schreiben willst, brauchst Du mindestens einen Charakter, der einen Mord begeht und einen Charakter, welcher dann ermittelt. Ansonsten klappt das mit dem Krimi nicht. Und natürlich gilt das auch für einen erotischen Roman. Hier brauchst Du mindestens zwei Charaktere, die Sex haben wollen (gut, mindestens einen Charakter, der selbst Spaß mit sich hat, aber das wäre dann wohl kein klassischer, erotischer Roman).

Wenn Du also über einen Charakter schreiben möchtest, der asexuell ist und sich zudem vor dem Austausch von Körperflüssigkeiten (beim Küssen und Geschlechtsverkehr zum Beispiel) regelrecht ekelt, dann wird es für Dich schwierig, sie oder ihn ins Bett zu kriegen. Klar, auch solch eine Person kann Sex haben. Sogar ihren Spaß daran finden. Doch das musst Du sehr gut darstellen, wie die Figur ihre persönlichen Ansichten ändert.

Wenn Du nur schreibst, die beiden haben nun Sex, wirkt das, gelinde gesagt, nicht überzeugend. Und damit verärgerst Du womöglich einige Deiner Leser*innen. Das gilt auch für Charaktere, die eigentlich kaum, bis gar keine sexuellen Erfahrungen haben. Inwiefern können gerade solche Figuren zu kleinen Sexheld*innen werden? Besonders dann, wenn sie keine Ahnung haben, was sie selbst wollen oder eben auch nicht wollen?

Natürlich kannst Du auch jungfräuliche Charaktere in Deine Geschichte schicken. Das will ich nicht sagen. Aber sie sollten für eine sexuelle Beziehung offen sein. Denn häufig lese ich Liebesromane mit erotischen Teilen, in denen zumeist die Frau eine Jungfrau ist und gelegentlich noch nicht einmal weiß, wie man Orgasmus buchstabiert.

Versuch daher Charaktere zu erschaffen, die zumindest Interesse an Sex und sexuelle Praktiken haben. Damit gewinnst Du dann überzeugende Figuren, denen man abkauft, dass sie wirklich das, was sie im Schlafzimmer (oder wo auch immer) tun, auch wirklich wollen. Denn wollen Deine Charaktere wirklich Sex, brauchst Du Dir keine Gedanken machen, wie Du sie dazu bringen sollst.

Vor zwei Jahren wollte ich gerne einen erotischen Roman schreiben. Am Ende gab es keine einzige Sexszene, weil sich die Charaktere dazu geweigert hatten. Sie waren einfach nicht auf Sex aus. Und dazu zwingen konnte ich sie nicht, weil das nicht ihrem Typ entsprochen hätte.

Bitte keine Vergewaltigungsszenen

Was auch immer gerade los ist, aber aus mir unbekannten, und vor allem, unerklärlichen Gründen sind manche Autor*innen der Meinung, eine Vergewaltigung sei wirklich romantisch. Daher möchte ich persönlich eines klarstellen: Es ist nichts Romantisches dabei einen Charakter (dabei ist es egal, ob diese weiblich oder männlich ist, auch wenn die Betroffenen weitgehend weiblich sind) zu stalken, sie zu bevormunden, ihr Leben zu überwachen, Befehle zu geben, die gegen ihre Persönlichkeit gehen, ihr Freundschaften oder Kontakte zu verbieten, ihr den Job vorzuschreiben, sexuelle Gewalt aufzudrücken oder eben zu vergewaltigen.

Doch genau diese Punkte habe ich in einigen Rezensionen zu Büchern gefunden, die von den Verlagen (und auch von Selfpublisher*innen) Highlight der Saison angepriesen werden. Was bitte schön ist daran hipp, ein Highlight oder Sonstiges? Daher ich bitte Dich höflichst, schreib keine Vergewaltigungsszenen. Sex schreiben ist schon schwierig genug. Dann die seelischen Reaktionen darauf sind dann ein eigenes Thema.

Mir ist bewusst, dass für viele Frauen Vergewaltigungsfantasien durchaus wichtig sind. Natürlich sind sich diese Frauen im Klaren, dass es eben nur Fantasien sind und niemand das im realen Leben erleben wollen. Aber sie sind da. Und wir können uns gerne darüber unterhalten, woher sie kommen. Wenn Du dieses Thema also in Deiner Geschichte aufgreifen möchtest, dann ist das in Ordnung. Aber es wäre wirklich schön, wenn Du dann auch wirklich schreibst, dass es eben nur Fantasien sind. Geschieht dies aber in der Realität, wäre es schön, wenn Du Deinen Charakteren erlaubst, dies zu verurteilen. Wenn Du mit dem Thema differenzierter umgehst, dann ist das in Ordnung. Wenn nicht, dann … ???

Wie schreibe ich nun Erotik – die Vorbereitung?

Es gibt mehrere Schritte, um einen erotischen Roman zu schreiben. Auf diese möchte ich erst an dieser Stelle dann nach und nach eingehen.

Schritt 1: Womit fühlst Du Dich am wohlsten?

Dieser Ratschlag gilt für alle Geschichten, die Du in Deinem Leben jemals schreiben möchtest. Wenn Du Dich beim Schreiben nicht wohlfühlst, dann läuft etwas schief. Einige haben Probleme damit, wenn sie jemanden in ihrer Geschichte brutal abschlachten wollen oder die Charaktere eben intim werden sollen. Dann können selbst die talentiertesten Autor*innen auf einmal eine Schreibblockade erleben.

Wenn Du Dich also absolut unwohl bei dem Gedanken fühlst, über den Geschlechtsverkehr zu schreiben, dann gibt es nur einen Ratschlag, lass es. Denn auf Dauer werden es Deine Leser*innen merken, wenn Du mit der Erotik Probleme hast, es aber krampfhaft versuchst, eine Sexszene zu schreiben. Das gilt auch, wenn Du zwar erotische Szenen schreiben kannst, aber Probleme mit bestimmten Untergenres hast. Es mag sein, dass aktuell BDSM seinen Reiz hat. Wenn Du aber nicht darüber schreiben kannst, wie zwei sich den Hintern versohlen, lass es einfach.

Schritt 2: Lass Deine Charaktere über die Intimität entscheiden

Natürlich ist dieser Punkt ein wenig schwer einzuhalten. Denn willst Du in einem Publikationsverlag erscheinen, kann es sein, dass sie in die Anzahl und in die Intensität Deiner erotischen Szenen sich einmischen. Trotzdem solltest Du Deine Charaktere handeln lassen. Wenn Du sie gut angelegt hast (also auch eine erotische Seite haben), dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie dann miteinander ins Bett gehen.

Und diese Energie solltest Du einfach fließen lassen. Misch Dich nicht ein und entscheide Dich, dass nach so und so vielen Seiten die Charaktere Sex haben sollen. Das wirkt befremdlich (und solche Bücher hab ich durchaus gelesen). Lass sie einfach machen, sie wissen schon, was sie tun.

Schritt 3: Gib Deinen Leser*innen, was Du ihnen versprochen hast

Deine Leser*innen investieren in Dich und Deine Geschichte nicht nur wertvolle Lesezeit, sondern auch Geld. Und einige werden Deinen Roman vielleicht sogar rezensieren. Also verwenden sie noch einmal Zeit auf Deine Geschichte. Leser*innen wollen eigentlich nur, dass Du das Versprechen, dass Du selbst gegeben hast, auch den kompletten Roman hältst. Damit hast Du es in den Händen, ob sie am Ende zufrieden das Buch zuklappen, oder dabei extrem enttäuscht sind.

Doch was bedeutet das?

Wenn Du einen fröhlichen Liebesroman schreibst, dann kannst Du daraus keine Horrorstory am Ende machen. Es sollte durchgehend ein fröhlicher Liebesroman bleiben. Außer Du hast von Anfang an Spuren gelegt, dass es in diese Richtung geht. Schreibst Du einen Horrorroman, dann sollte es dabei bleiben. Zwar bin ich durchaus dafür, dass Experimente gewagt werden.

Doch wenn Du das machst, sorg dafür, dass Deine Leser*innen damit rechnen können, dass die Geschichte nicht durchgehend in einem Stil bleibt. Dann ist die Enttäuschung am Ende nicht so groß, wenn es passiert. Was das mit der Erotik zu tun hat? In sofern hat es etwas damit zu tun, dass Du in dem jeweiligen Genre eine andere Art von Erotik aufwarten kannst und solltest.

Schreibst Du einen fröhlichen Liebesroman, wirst Du aller Wahrscheinlichkeit keinen schmutzigen Sex schreiben, weil es einfach nicht dazu passt. Anders sieht es bei einem Hard Boiled Krimi. Und das wissen auch durchaus Deine Leser*innen. Das bedeutet, dass sie eben damit rechnen, dass in einem fröhlichen Liebesroman es erotisch anders zugeht, als in einem anderen Genre. Bleibst Du konsequent, sind sie durchaus glücklich dabei.

Schritt 4: Realistisch ist immer gut

Wenn Du erotische Szenen schreibst, dann kann das manchmal intensiver sein, als viele andere Szenen. Denn gerade hier kann es häufig passieren, dass man Dir als Autor*in vorwirft, dass Du nicht realistisch genug geschrieben hast. Recherchiere daher, was theoretisch möglich ist und wie der Sexualakt funktioniert. Dann hast Du schon einmal einen ersten wichtigen Schritt getan.

Häufig lese ich erotische Szenen auf Twitter, bei denen ich mich frage, wie das biologisch überhaupt gehen soll. Daher schau bitte genau hin, was Du schreibst und ob das möglich ist. Wenn nicht, ändere es einfach.

Schritt 5: Erschaffe ein gemeinsames Bewusstsein

Häufig schüttelte ich in den erotischen Liebesromanen den Kopf. Dass innerhalb weniger Tage ein Bund für die Ewigkeit geschlossen wird, das akzeptiere ich zwischenzeitlich schon. Doch häufig fehlt einfach die Grundlage dafür. Man sieht sich an und dann war es auch schon.

Sie verlieben sich, landen im Bett und dann vor dem Altar. Lass sie daher gerne immer wieder zusammenkommen, ein Gefühl füreinander entwickeln, sich öfters berühren, sich ansehen, einander näherkommen. Denn selten ist Dein Paar von Anfang an ein Liebespaar. Daher kannst Du über kleine Gesten zeigen, wie sie immer mehr und mehr zusammenwachsen, sodass sie am Ende auch wirklich zusammengehören.

Wenn sie nicht aneinander vorbeileben, sondern miteinander agieren, wirkt das ewige Liebespaar dann um einiges realistischer.

Schritt 6: Nenne die Dinge ruhig beim Namen

Das beste Stück des Mannes oder der Intimbereich der Frau. Wenn Du diese Worte einem Ratgeber verwendest und dort vielleicht noch entspannt wirken mag, ist in einem erotischen Roman eher fehl am Platz. Denn dort wollen Deine Leser*innen durchaus lesen, wie es zur Sache geht. Und da ist es für viele in Ordnung, wenn die Dinge eben direkt beim Namen genannt werden. Entscheide Dich daher, welche Worte Du benutzen willst und benutze sie. Scheu Dich nicht, diese Worte auch zu schreiben, egal wie es sich anhören mag. In der richtigen Geschichte sind es auch die richtigen Worte.

Schritt 7: Verwende die richtigen Wörter

In einem Ratgeber habe ich mal gelesen, dass im angloamerikanischen Raum scheinbar für das beste Stück des Mannes unter anderem das Wort „dingadong“ verwendet wird. Ob das stimmt, sei dahin gestellt. Es kommt immer auf die Geschichte an, welche Worte Du benutzt.

Stell Dir mal folgende Szene vor: Ein heißer Mann verführt gerade eine wunderschöne Frau, er zieht sich sein Hemd aus und präsentiert seine wunderbar geformten Muskeln. Er küsst sie immer wieder, um sie heißzumachen. Dann greift er zu seinem Gürtel, um diesen zu öffnen, macht die Hose auf und holt ihn heraus, seinen dingadong.

Spätestens jetzt dürften so einige Deiner Leser*innen unter dem Tisch liegen und lachen. Bei einem Kinderbuch mag das noch gehen, bei einem Erwachsenenbuch eher weniger. Recherchier daher, welche Worte Du überhaupt verwenden könntest und welche doch eher überholt sind (zum Beispiel Schwert, Prügel, Venusmund). Und dann verwende sie in Deiner Geschichte.

Schritt 8: Bring Dich selbst in Stimmung

Wer eine Kampfszene schreibt, sollte sich in eine kämpferische Stimmung bringen. Wer eine erotische Szene schreiben möchte, darf dies ebenfalls tun. Zumindest habe ich schon öfters die Empfehlung gelesen, dass man das tun sollte, um realistischere Szenen zu schreiben, egal, um was es sich handelt. Daher gilt auch, wenn Du Dich gerade nicht danach fühlst, eine erotische Szene zu schreiben, dann lass es. Schreib einfach in fetten Buchstaben hin „Insert Sex Scene here – Füge eine Sexszene hier ein“ und schreib weiter, als hätten Deine Charaktere gerade Sex gehabt. Und wenn Du Dich dann bereit fühlst, kehre zu dieser Szene zurück und leg los.

Schritt 9: Nutze die Geschichte Deiner Charaktere und ihren Erfahrungsschatz

Auch wenn Deine Figuren eine Erfindung aus Deinem Kopf sind, so erschaffst Du für sie einen Hintergrund. Also die Elemente, die vor der ersten Seite Deines Romans geschehen ist. Und dieser Hintergrund hat Einfluss auf die aktuellen Ereignisse.

Aber auch die bisherigen sexuellen Erfahrungen haben Einfluss auf das, was sich die Charaktere wünschen oder eben auch nicht wünschen. Daher solltest Du das alles durchaus in Deine Geschichte einfließen lassen. Und erst recht die sexuellen Erfahrungen oder zumindest die sexuellen Wünsche.

Schritt 10: Eine gute Sexszene ist kein guter Sex

Meistens schreiben Autor*innen darüber, dass die beiden Charaktere nur guten Sex haben. Dabei kommt es jedoch nicht darauf an, dass Deine Charaktere wirklichen guten Sex haben. Das macht eine gute Sexszene nicht aus. Selbst wenn der Sex selbst für Deine Charaktere in die Hose geht, beschreibe die Szene gut und realistisch, dann ist sie an sich perfekt.

Schritt 11: Weniger ist oft mehr

Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Sexszenen unterzubringen, wie das Buch hergibt. Auch nicht darum, zehn, zwölf oder mehr Seiten zu füllen. Auch wenn Du nur eine einzige Sexszene in Deinem Roman schreibst und sie nur eine halbe Seite lang ist, kann sie mehr bringen, als alles andere. Denn es kommt darauf an, dass Du mit der Sexszene etwas vermittelst. Auch sie soll letztendlich die Geschichte voranbringen und nicht unnötig aufhalten.

Daher gib für jede Szene alles, was Dein aktuelles Schreibtalent hergibt, um daraus die beste Szene zu machen, zu der Du aktuell in der Lage bist. Und das Gleiche machst Du dann bei der nächsten Szene. Aber achte darauf, dass die Szenen perfekt passen und nicht einfach als Lückenfüller dienen.

Schritt 12: Guter Sex rettet keine schlechte Geschichte

Häufig denken Autor*innen, dass sie ihre schlechte Geschichte damit retten, dass sie ihre Charaktere einige Male in die Kiste schicken (oder wohin auch immer). Doch wenn Deine Geschichte schlecht ist oder sie keine gute Grundlage hat, schwache Charaktere oder was auch immer, kann kein Sex der Welt dies retten. Ganz im Gegenteil, es kann dann sogar noch einmal ordentlich in die Hose gehen, wenn Du zu einer schlechten Geschichte noch einmal versuchst, Erotik einzubauen. So im Sinne von, die Leute werden es lesen, weil es Sex enthält.

Schreiben wir eine erotische Szene – die Vorarbeit

Wie genau darf es denn sein?

Das Wichtigste vorneweg. Eine erotische Szene ist keine Anleitung, wie man überhaupt Sex hat. Häufig hab ich schon gelesen, wie das Pärchen miteinander im Bett ihren Spaß haben, und war am Ende total verwirrt. Wo war jetzt das Bein des Mannes und wie hat die Frau es geschafft, ihren linken Arm mit dem dritten Bein des siebten Mannes zu verknoten?

Häufig kommt es vor, dass wir ein ganz klares Bild davon haben, wie etwas geschehen soll. Nur leider bleibt dieses Bild im Kopf und wir schaffen es nicht, es aufs Papier zu bringen. Das ist bei erotischen Szenen auch kein Muss. Sehr häufig kommt der besondere Kick, wenn Du Dinge nur andeutest, sie also umschreibst. In dem Sachbuch „Erotik schreiben“ von Elizabeth Benedict gab es eine erotische Szene, die nur aus einem Dialog bestand. Trotzdem war sie erotischer, als jede Beschreibung, die ich danach gelesen habe.

Recherche und Recherche

Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie etwas aussehen könnte, weil Du damit keine Erfahrung hast, dann heißt es Recherche, Recherche und noch mehr Recherche. Dazu zählen einschlägige Sachbücher (also Erotikratgeber), andere erotische Romane oder auch Pornos.

Ja, Du hast richtig gelesen, Pornos.

Und natürlich, ja, über Pornos kann man diskutieren und ich finde sie teilweise mehr als nur grenzwertig. Aber es gibt Produktionen, die unter humanen Bedingungen entstehen und niemand zu Schaden kommt (was man nicht bei allen sagen kann). Welche das sind, kann ich selbst nicht genau sagen.

Aber ich vermute, dass alle, die in öffentlichen Onlineshops verkauft werden, durchaus akzeptabel sind. Aber durch solche Filme kannst Du genau sehen, wie etwas gehandhabt wird, was mit Beschreibungen oder Bilder nicht immer funktioniert. Denn hier siehst Du (mindestens) zwei Personen, die miteinander agieren. Und das kannst Du gerne als Vorbild für Deine Szene verwenden.

Wähle die richtigen Bezeichnungen

Schon oben hab ich erwähnt, dass man die richtigen Worte wählen sollte, um die Geschlechtsteile der Person zu benennen. Manche gehen so weit, dass man jedoch nicht einmal Nippel oder Vagina schreiben soll. Um es mal so auszudrücken, man muss es nicht übertreiben.

Finde schöne Bezeichnungen für die Geschlechtsteile, welche nicht klischeehaft klingen und zur Geschichte passen. In einem viktorianischen Umfeld wirst Du wahrscheinlich völlig andere Bezeichnungen verwenden wollen als in einem Paranormal Romance Roman.

Erstell für Dich selbst ein Glossar, welche Wörter Du benutzen möchtest und welche Du sogar schon benutzt hast. In einer Geschichte würde ich Dir empfehlen, dass Du immer dieselben Wörter benutzt. Außer Du lässt einem Charakter sagen, dass sie oder er die Bezeichnung nicht mag. Dann kannst Du das natürlich auch streichen.

Deine Charaktere dürfen gerne Spaß haben

Manchmal hab ich das Gefühl, dass der Sex in den Geschichten eher Pflicht ist, als Spaß. Dabei soll es ja eine angenehme Sache sein. Wenn also Deine Charaktere sich entscheiden ins Bett zu gehen, dann darf auch mal was schief gehen, sie dürfen gerne lachen und eben einfach nur Spaß haben. Und das ohne das komplette Kama Sutra durchzuarbeiten. Es kann gerne immer die gleiche Technik angewandt werden, solange sie einander näherkommen.

Vorsicht bei den Dialogen

Wenn Du Dir einen Porno anschaust, dann achte Mal auf die Dialoge (sofern welche vorkommen). Notier sie Dir, klebe sie an Dein Monitor und verwenden sie bitte unter keinen Umständen. Denn im normalen Leben und in Romanen spricht niemand wie ein Pornostar, wenn man miteinander Spaß hat.

Die Sinne Deiner Charaktere bestehen mehr als aus Sehen und Hören

Der Mensch hat fünf Sinne (hören, sehen, schmecken, fühlen und riechen). Und je nach Genre eventuell auch mehr. In jeder Szene kannst Du gerne diese fünf Sinne einsetzen. Das gilt auch für Deine erotische Szene. Wie fühlt es sich an, wenn Dein Charakter die Haut der anderen Person küsst, wie riecht die Umgebung oder wie fühlt sich die Bettdecke an? Je genauer Du das alles beschreibst, desto eher fühlt man sich in die Szene hinein.

Es gibt auch ein Vorspiel

Wenn Du Dir wirklich Pornos angeguckt hast, dann wirst Du wahrscheinlich merken (und spätestens jetzt hab ich mich wohl geoutet), dass das Thema Vorspiel wenig Zeit gewidmet wird. Meistens kommen sie zusammen und los geht es. Das trifft auch auf sehr viele Romane zu, die ich lesen durfte. Bei vielen Romanen ist das auch der Fall. Man sieht sich und fällt übereinander her.

Dabei kann auch das Vorspiel unheimlich romantisch und auch erregend für Deine Charaktere sein. In einem Buch hab ich mal gelesen, dass es sehr viel Druck aus vielen Beziehungen nehmen würde, wenn man sich mehr auf das Vorspiel konzentrieren würde und nicht auf den Orgasmus. Denn Frauen haben weitaus seltener einen, während der Mann fast immer einen bekommt (das sind statische Fakten).

Auch wenn das stimmt, dann wäre es zumindest ein Versuch wert im Roman (und auch im realen Leben), mehr Energie und Seiten auf das Vorspiel zu verwenden, als auf den Höhepunkt. Sprich, lass das Vorspiel zum Hauptakt werden und den Orgasmus als schönen Ausklang. Hei, ein Versuch ist es allemal wert, oder?

Gleitgel, Kondome und so weiter

Es wäre schön, wenn zwei Personen zusammenkommen würden und sie ohne Sorgen einfach Sex haben könnten. Die Realität sieht doch ein wenig anders aus. Gerade beim Analsex ist Gleitgel nicht gerade unwichtig. Und Frauen können, unglaublich aber wahr, beim ungeschützten Sex schwanger werden. Zudem können beide Seiten Überträger*innen von Geschlechtskrankheiten sein.

Natürlich kommt es darauf an, in welchem Jahrhundert Deine Geschichte spielt. In einem historischen oder futuristischen Roman könnte das HI-Virus keine Rolle spielen. Spielt er aber in der Gegenwart, ist es durchaus ein Thema. Schwangerschaften sind immer ein Thema (außer bei homosexuellen Charakteren) oder Geschlechtskrankheiten.

Berücksichtige dies bitte und denk darüber nach, wie Deine Charaktere sich schützen. Natürlich können sie auch überstürzt in ein sexuelles Abenteuer rutschen. Aber spätestens am nächsten Morgen ist es Zeit sich darüber Gedanken zu machen, was sie getan haben.

Der Mythos vom gemeinsamen Orgasmus

Die Romancharaktere müssen eigentlich Übermenschen sein. Denn so gut wie jedes Mal, wenn ich eine erotische Szene lese, dann kommen Heldin und Held entweder gemeinsam oder sehr zeitnah zum Höhepunkt. Wie oben schon erwähnt, kann es passieren, dass Frauen überhaupt nicht zum Höhepunkt kommen.

Und ja, auch Männer müssen nicht immer einen Orgasmus haben. Zwar passiert dies eher seltener, kann aber durchaus geschehen. Erkundige Dich daher (sofern Du keine eigenen Erfahrungen mitbringst), wie weit beide Orgasmen durchschnittlich auseinanderliegen. Und dann kannst Du es auch gerne für Deine Geschichte verwenden.

Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht sagen, aber der Grund, warum Frauen länger brauchen, um stimuliert zu werden, soll ein biologischer, historischer sein. Denn, wenn ein Mann sich bemüht, eine Frau zufriedenzustellen, soll sie wissen, dass er sich auch gut um die Kinder kümmern wird.

Das abgeschaltete Gehirn

Es gibt wohl das Gerücht, dass Menschen während des Sexes entweder nur an die andere Person denken oder gar nicht mehr in der Lage sind, an etwas zu denken. Vielleicht ist das auch der Grund, warum dann schon einmal gerne das Gleitgel oder das Kondom vergessen wird. Weil sie so heiß aufeinander sind, dass sich das Gehirn verabschiedet.

Dabei sind Menschen durchaus in der Lage, auch während des besten Sexes an den nächsten Einkauf zu denken. Natürlich kann man darüber diskutieren, dass das in einem erotischen Liebesroman total unromantisch ist, aber darüber solltest Du Dir bewusst sein. Menschen denken während des Sexes auch an andere Dinge. Sogar wohl sehr häufig. Je nachdem also, was für eine Geschichte Du schreibst, kannst Du dieses Thema auch gerne aufgreifen und zum Teil Deiner Geschichte machen. Zumindest wird es nicht kitschig romantisch, wenn Deine Heldin oder der Held an den nächsten Einkauf denken.

Üben, üben, üben

Gerne auch in der Realität mit Deinem Schatz. Hier meine ich aber das Schreiben solcher Szenen. Die ersten erotischen Szenen werden garantiert holprig und einfach nur schlecht sein. Das liegt wohl auch daran, dass viele trotz allem Hemmungen haben, das zu schreiben.

Denn Sex ist etwas, worüber man nicht spricht. Auch wenn wir durchaus anders erzogen wurden, so hängt das vielen irgendwie immer noch im Ohr. Daher haben einige erst einmal große Hemmungen darüber zu schreiben. Das ist auch völlig normal. Daher üb einfach immer und immer wieder. Irgendwann, sofern Du es wirklich willst, wird es Dir sehr leicht von der Hand kommen. Und Du wirst locker darüber schreiben können.

Deine Charaktere müssen keinen Sex haben

Es scheint, dass die Charaktere immer und zu jeder Zeit spitz sind, also Lust auf Sex haben. In der Realität haben Frauen Migräne (um einmal ganz tief in die Klischeekiste zu greifen), doch nie in den Romanen. Auch Männer scheinen dauerpotent zu sein. Du kannst also auch jederzeit Deine Charaktere erlauben, dass sie sich gegen den Sex entscheiden. Das wäre definitiv mal eine Abwechslung.

Jetzt aber … wie schreib ich denn eine erotische Szene?

Der Sex muss zur Geschichte passen

In einem paranormalen Roman hab ich mal gelesen, dass die Charaktere an einem bestimmten Ort waren und auf einmal ein Zauber ausgelöst wurde. An die Szene erinnere ich mich besonders, weil die weibliche Hauptfigur mit einem der Männer mitten im Wald und an der Seite ihrer Gefährt*innen Sex hatte. Das wirkte so dermaßen unglaubwürdig, dass mir schon ganz schwindelig wurde.

Daher hier der wichtigste Ratschlag, den ich nur geben kann. Bitte, bitte sorge dafür, dass der Sex auch wirklich zur Geschichte passt. Wenn die Situation gerade einfach nicht passt, dann passt sie einfach nicht. Da müssen die Charaktere auch keinen Sex haben. Das könnte auch sein, dass die Charaktere in einem Lagerhaus gefangen sind (um ein weiteres Beispiel zu nennen).

Was tun sie dort? Sehr wahrscheinlich werden sie alles tun, um von dort zu fliehen. Tun sie das, wirken sie durchaus realistisch als Charaktere. Wenn sie aber auch nach Stunden auf einmal übereinander herfallen, würde ich mich fragen, ob die Figuren noch alle Tassen im Schrank haben.

Schau daher bitte genau hin und frag Dich, ist es realistisch, dass sie jetzt Sex haben? Und passt es an dieser Stelle, dass sie Sex haben? Wenn Du beide Fragen mit einem klaren Ja beantworten kannst und die Charaktere es auch wollen, dann leg los. Ansonsten würde ich das durchaus kritisch betrachten.

Notfalls frag einfach andere Personen (Autor*innen wie Leser*innen), wie sie die Szene betrachten. Häufig haben sie einen realistischeren Bezug dazu. Und das kann Dir sehr weiterhelfen.

Zeig Deine Charaktere in Aktion

In einem erotischen Roman geht es um die Charaktere und wie diese Charaktere miteinander Sex haben. Daher ist es wichtig, dass Du genau kennst, wer die Figuren sind und was für einen Hintergrund haben. Das gilt natürlich auch für ihre Erfahrungen im erotischen Bereich. Das gilt nicht für die pornografischen Geschichten. Dort geht es letztendlich darum, dass eine bestimmte erotische Stellung beschrieben wird, damit die Leser*innen erregt werden.

Das darfst Du sogar wortwörtlich nehmen. In den meisten Fällen ist es egal, mit was für Figuren wir es in der Geschichte zu tun haben. Ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Vorlieben sind dabei völlig egal. Hauptsache es liest sich gut.

Daher konzentriere Dich nicht darauf, eine bestimmte Sexposition zu zeigen, nur weil Du das gerade ansprechend findest. Sondern finde heraus, was Deine Charaktere wollen und was sie bereit sind, auch wirklich zu tun. Je eher Du das weißt, desto besser wird auch Deine erotische Szene.

Lass Deine Charaktere sprechen – Dialog

Jeder Charakter hat eine eigene Sprache. Und das kannst Du auch in solchen pikanten Szenen gerne ausleben lassen. Lass sie keine unnötigen Pornosprüche sagen (wie oben bereits erwähnt), sondern genau das, was sie wirklich sagen wollen. Stell Dir vor, es ist ein Dialog unter besonderen Bedingungen. Das bedeutet, dass auch hier alles so realistisch wie nur möglich sein sollte.

Unterschiedliche Szenen

Vor Jahren habe ich mal eine Reihe von Fanfiction zu der Serie Sailor Moon gelesen. Es handelte sich hierbei um erotische Kurzgeschichten zu jeder der Senshis. Das Problem war, dass jede Geschichte fast gleich war, nur ein paar Feinheiten wurden geändert. Langweilig!

Glücklicherweise ist jede Szene in einem Buch individuell. Das trifft leider nicht auf die erotischen Szenen zu. Es gab in der Tat schon ein oder zwei Bücher in meinem Leben, da haben sich die Sexszenen kaum voneinander unterschieden. Gut, in der Wortwahl, aber nicht in der Ausführung. Es mag sein, dass im realen Leben der Sex immer wieder ähnlich abspielen mag. Aber das ist eben Fiktion.

Da lassen sich beide Charaktere (oder über wie viele Du auch immer schreiben magst) etwas einfallen. Du musst ja nicht viele Szenen schreiben. Aber es ist immer gut, wenn sie allesamt unterschiedlich sind. Dann haben Deine LeserInnen etwas, worauf sie sich freuen können.

Du musst nicht alles erwähnen

Manche Autor*innen haben das Gefühl, sie müssen wirklich jeden einzelnen Schweißtropfen erwähnen, der sich beim Sex bildet. Und natürlich darüber hinaus noch jede verlorene Kalorie und Stellung. Hier die gute Nachricht, nein, musst Du nicht.

Beim Sex haben wir alle unsere eigenen Vorstellungen. Das bedeutet, dass Du auch gerne gewisse Dinge der Fantasie Deiner Leser*innen überlassen kannst. Das gilt für viele Szenen. Und eben insbesondere für Erotische. Beschreib, was notwendig ist. Und den Rest kannst Du über Dialoge klären und letztendlich über die Fantasie Deiner LeserInnen.

Häufig können nämlich erotische Szenen noch ein wenig erotischer werden, wenn Du nicht alles bis ins letzte Detail erläuterst. Dann kann alles um einiges faszinierender werden.

Du hast einen Porno geschrieben

Hier noch eine wichtige Information. Egal wie viel oder wie wenig Sex Du schreibst, Du wirst dafür kritisiert. Schreibst Du zu viel, hast Du einen Porno geschrieben, schreibst Du zu wenig, dann geht es den Leuten nicht weit genug. Vielleicht wird man Dir sogar vorwerfen, dass Du Prüde seist. Daher kann ich Dir nur noch einmal empfehlen, schreib guten Sex, der sich harmonisch in die Geschichte einfügen lässt, mit Charakteren, die individuell interagieren und gerne Sex haben. Damit bist Du immer noch nicht gefeit, dass man Dich als prüde oder Pornotante bzw. Pornoonkel bezeichnet. Aber die meisten werden dann spüren, dass Du eine harmonische Geschichte geschrieben hast. Und ich denke, das ist wichtiger.

Warnhinweis

Wenn Du im SelfPublishing veröffentlichen möchtest, dann hast Du viel mehr Freiheiten, als bei einem Verlag. Das betrifft auch die kleinen Warnhinweise, die ich selbst eher bei englischen Publikationen sehe (dort auch bei Verlagen). Damit meine ich die kurzen Hinweise, um was es sich bei dem Roman thematisch handelt. Ein Beispiel? BDSM / FMM / Spanking / Erotik So etwas könnte theoretisch bei einer Geschichte stehen, die man geschrieben hat (und stehen teilweise auch). Damit sagst Du Deinen Leser*innen ganz klar, was sie in der Geschichte erwartet. Diese Warnhinweise haben sowohl einen Vorteil als auch einen Nachteil.

Der Nachteil

Es gibt Menschen, die ungern Erotik lesen. Das ist auch völlig in Ordnung. Trotzdem passiert es, dass sie entsprechende Bücher kaufen, warum auch immer. Dabei ist der Titel häufig eindeutig, das Cover spricht eine Sprache, der Klappentext weißt auf den erotischen Inhalt hin und die anderen Rezensionen sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Trotzdem fallen viele Leser*innen aus allen Wolken, wenn die Charaktere übereinander herfallen.

Wenn Du sie darauf hinweist, was der Inhalt ist (am besten noch in fetter Schrift), dann haben sie eigentlich keine Ausreden mehr. Wobei wir bei eigentlich verbleiben können. Nur bist Du in solchen Fällen auf der sicheren Seite. Denn Du hast die Leute darauf hingewiesen, dass Deine Geschichte erotische Komponenten haben können. Und damit können sie entscheiden, ob sie die Geschichte tatsächlich kaufen oder lesen wollen.

Vielleicht wirst Du jetzt einwenden, dass Du damit einige potenzielle Leser*innen verlierst. Aber seien wir ehrlich. Diese Leser*innen waren sowieso nie auf Deiner Liste. Wer keine Erotik liest, wird auch nicht Deine erotische Geschichte lesen. Das ist ein Fakt. Daher ist es besser, wenn Du sie erst gar nicht gewinnst, bevor sie Dir eine unnötige negative Rezension schreiben.

Der Vorteil

Tatsächlich kann die Erwähnung der wichtigsten Inhalte auch ein Vorteil sein. Und zwar als Verkaufsargument. Es gibt Leute, die speziell nach einer gewissen Art von Literatur suchen. Und wenn Du von vornherein sagst, dass Du diese Literatur geschrieben hast, sind sie eher geneigt, Deine Geschichte zu kaufen.

Vor einiger Zeit hab ich nach polyamore Geschichten gesucht (also Geschichten mit drei Love Interests, die miteinander eine Beziehung anfangen). Und wenn ich den FMM Hinweis gelesen habe, wusste ich genau, dass ich die richtige Geschichte für mich gefunden habe.

Dafür musste ich mich nicht durch die Beschreibung arbeiten oder die Rezensionen. Es wurde mir geliefert. Und natürlich hab ich mir diese Geschichten dann gekauft. Mit anderen Worten, Du musst Dich nicht vor diesen Warnhinweisen fürchten. Sie können sogar noch eher Deine Geschichte verkaufen als ohne.

Abschlussgedanken

Wichtig ist, dass Du immer wieder übst und schreibst und auch liest. Durch lesen wirst Du feststellen, was sich für Dich gut anhört und was nicht. Gut, von mir aus, Du kannst auch gerne praktisch üben. Dein Schatz wird sich sicherlich darüber freuen. Aber denk daran, das wichtigst ist, dass Du beim Schreiben Spaß hast. Das wird man dann auch über Deine Worte mitbekommen. Dabei wünsche ich Dir viel Spaß. Alles Liebe Deine frau schreibseele