Marketing Buch: Der Titel

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

kommen wir zum letzten Thema bezüglich meiner kleinen Umfrage. Drei Prozent haben sich für etwas anderes entschieden, als die angegebenen Punkte. Und ich muss gestehen, als ich die Umfrage erstellt habe, habe ich nur vorsichtshalber den vierten Punkt angegeben. Auf das Thema Titel bin ich nicht gekommen. Frag mich bitte nicht warum.

Aber zum Glück wurde ich darauf aufmerksam gemacht, sodass ich mich heute auch zu diesem Thema äußern kann. Denn gerade im Selfpublishing ist die Titelsuche sehr wichtig. Denn hier bist Du auf Dich alleine gestellt. Und wenn Du bei einem Verlag untergekommen bist und schon einen tollen Titel mitbringst, dann kannst Du damit durchaus gewinnen.

Kurze Vorgedanken

Mir selbst ist aufgefallen, dass sich die meisten eher um das Cover oder um den Klappentext Gedanken machen. Der Titel selbst ist nicht immer im Fokus der Beschäftigung. Dabei kann manchmal ein Kauf tatsächlich mit dem Titel stehen oder fallen. Wenn der Titel ansprechend ist, dann ist es wahrscheinlich, dass Deine Leser*innen zugreifen. Ist er nichtssagend oder verwirrend oder gar negativ belegt, kann es passieren, dass sie Deiner Geschichte keinen zweiten Blick würdigen.

Wenn Du Dir einen Namen als Schriftsteller*in gemacht hast, dann ist das durchaus eine Menge Wert. Dann kann man nach den Namen in einer Suchmaschine eingeben und die entsprechenden Titel herausfinden. Jedoch macht dass Arbeit. Und man muss ganz ehrlich sein, einige Leser*innen werden sich schlichtweg diese Arbeit nicht machen. Andere hingegen schon.

Daher schauen wir uns heute an, wie man einen Titel nicht sucht und wie man einen finden kann. Zugleich gibt es noch einen kleinen Tipp für die Autor*innen, die Reihen schreiben.

Wie man einen Titel nicht suchen sollte

Achtung, die Überschriften sind natürlich ein wenig ironisch gemeint.

1. Bleib beim ersten Namen

Häufig rast uns ein erster Name für den Roman durch den Kopf, der sich erst einmal sehr prägend anhört. Selbst hat man diesen Titel noch nie gehört und daher könnte man dies doch auch als Buchtitel benutzen?

Die ganze Zeit dachte ich, dass der Titel zu meiner aktuellen Geschichte passend wäre. Jedoch muss ich momentan feststellen, dass der Inhalt sich so verändert hat, dass dieser überhaupt nicht mehr passend ist und daher muss ich den ändern. Ob ich will oder nicht. Hätte ich mein aktuelles Cover mit diesem Titel bestückt, müsste ich meine Designerin bitten, diesen zu ändern. Und das ist natürlich mit Kosten verbunden.

Wenn Du einen Titel hast, benutze ihn als Arbeitstitel. Da kannst Du theoretisch sogar Titel verwenden, die es auf dem Markt schon gibt. Privat ist alles möglich. Aber wenn es dann wirklich dran geht, Deinen Roman zu veröffentlichen, dann solltest Du noch einmal ordentlich drüber schauen. Ist er wirklich einmalig? Oder gibt es schon den? Dann kannst Du entsprechend entscheiden.

2. Recherche ist nicht notwendig

Vor einigen Monaten bin ich über eine Diskussion gestolpert, die mich staunend zurückließ. Eine Autorin stellte fest, dass der Titel ihres letzten Romans nicht einzigartig war. Mit anderen Worten, ihr Titel hatte schon jemand vorher für sich reserviert und darunter einen Roman veröffentlicht. Nun stellte sie sich die Frage, ob sie denn diesen nun ändern muss?

In diesem Fall hat die Autorin keine Recherche betrieben, um festzustellen, ob es den Titel bereits gab. Und das kann sogar ganz einfach sein. Einfach in einer größeren Suchmaschine wie DuckDuckGo den Titel eingeben und die Ergebnisse durchsuchen. Weiterhin solltest Du noch Amazon durchforsten.

Ganz wichtig sind Seiten wie der Börsenverein. Hier findest Du nicht nur die verschiedenen Titel, die veröffentlicht wurden, sondern kannst auch Deinen Wunschtitel schützen. Die wichtigen Informationen kannst Du auf der Seite erfahren.

Aber sich hinstellen und sagen, ich wusste von nichts, bei aller Liebe und noch mehr Respekt, das ist ein Zeichen für Faulheit. Denn gerade als Selfpublisher*in musst Du Dir sehr viel ans Bein binden und recherchieren. Denn im Zweifelsfalle stehst Du alleine da, sollte es mal zu einer Klage kommen. Hier wird sich kein Verlag für Dich in die Schusslinie werfen. Es gibt ja keinen. Allein schon aus diesem Grund empfehle ich, mach vorher die Arbeit, bevor es zu einer unnötigen Klage kommt.

Über den Titelschutz solltest Du nachdenken, wenn Du Deinen Roman bei Agenturen oder Verlagen vorstellst. Denn ich habe die Geschichte erlebt, dass eine mir bekannte Autorin ihren Roman bei einer Agentur unterbringen konnte. Diese boten das Manuskript bei verschiedenen Verlagen an. Und da es keinen Titelschutz gab, übernahm ein Verlag zwar nicht das Manuskript, aber den Titel. Da dieser nicht geschützt war, musste die Agentur und die Autorin in die Röhre schauen. Denn der Verlag hatte sich dann den Titel schützen lassen.

Es kann natürlich sein, dass der Verlag sich dann für einen anderen Titel entscheidet, wenn er auch Dein Manuskript nimmt. Aber solltest Du diesen Titel haben wollen und der Verlag auch, sitzt Du am längeren Hebel.

Hier noch eine kleine Geschichte: Eine Autorin wurde mal von einem großen Verlag angeschrieben, weil diese sich einen Namen für eine Buchreihe schützen lassen wollten (oder es gar getan haben, da bin ich mir jetzt nicht mehr sicher). Jedoch hatte sie unter dem besagten Namen bereits ihre Romane veröffentlicht. Man drohte ihr sogar mit juristischen Schritten, wenn sie nicht den Namen rausrückt und die Bücher unter einem anderen Titel veröffentlicht. Da sie schneller war, herrscht damit automatisch ein Titelschutz. Da kann der Verlag noch so oft mit juristischen Schritten drohen, sie sitzen auf verlorenen Posten.

Hier gilt, wer zuerst kommt, mal zuerst. Und in diesem Fall konnte der Verlag noch so oft mit juristischen Konsequenzen drohen. Sie hatten keine Handhabe. Die Autorin saß in diesem Fall am längeren Hebel. Daher ist es wichtig zu wissen, gibt es Dein Titel schon oder nicht?

3. Du willst nur ein Wort haben

Nein, halt und ein Moment bitte. Das ist natürlich nicht automatisch ein Fehler, den Du machen könntest. Aber er ist zumindest mit Vorsicht zu genießen.

Ein Titel, welcher nur aus einem Wort besteht, hat seine Nach- aber zugleich auch seine Vorteile. Es kommt darauf an, wie Du es umsetzt.

Nehmen wir mal an, Du verwendest „Augenrollen“ als Buchtitel. Das kann passen. Aber es handelt sich hierbei um ein so allgemeines Wort, dass man es nicht ohne Weiteres schützen kann. Denn solche allgemeinen Wörter sind nicht schützenswert. Eventuell musst Du dann mit einem Untertitel arbeiten. In Deutschland ist es so, dass jedes Buch unterscheidbar sein muss. Wollen also zwei Autorinnen den Buchtitel „Augenrollen“ verwenden, muss es mit einem Untertitel ergänzt werden. So wird erreicht, dass die Buchtitel, mehr oder weniger, einmalig bleiben.

Die Gefahr besteht aber, wenn zwei oder mehr Bücher mit solchen Titeln auf dem Markt sind, dass die Bücher quasi untergehen. Denn sie sind nicht mehr so einmalig, wie man es gerne hätte. Da muss ich an die historischen Bücher denken, die zwar aus zwei Worten bestehen, aber mehr oder weniger alle sehr ähnlich klingen. Dazu zähle ich “Die Seherin”, “Die Apothekerin” und so weiter.

Anders sieht es bei ausgedachten Bezeichnungen aus. Nehmen wir an, Du willst Dein Buch „Hutzelwutzel“ nennen und bisher wurde kein Buch damit veröffentlicht. Dann kannst Du es schützen lassen. Zudem kannst Du sogar erreichen, dass sonst niemand diesen Titel verwenden darf. Denn gerade bei ausgedachten Bezeichnungen ist es sehr wahrscheinlich, dass es niemand kennt und daher niemand verwendet. Und am Ende kannst Du daraus sogar eine Marke machen.

Bei Titeln, die aus einem Wort bestehen oder im Allgemeinen sehr kurz sind, kann es sein, dass sie sich hervorragend einprägen. Du musst diese Mittel nur geschickt anwenden. Dazu kannst Du Dir die Bücher von Stephen King ansehen. Er ist ein Meister der Ein-Wort-Titel (bzw. sein Verlag). Wer auch immer dafür verantwortlich ist, hat diese Art der Titel auf eine Höhe gebracht, die man erst einmal erreichen muss.

4. Der Titel muss schön lang und/oder richtig kompliziert sein

Auch hier gilt, es kommt immer darauf. Lange Titel müssen nicht unbedingt schlecht sein. Aber es kann damit einige Probleme geben. Je länger und komplizierter ein Titel ist, desto weniger werden sich einige Leute diesen merken. Denn es ist manchmal einfach nicht möglich, das überhaupt zu schaffen.

Vor zwei Jahren etwa hab ich einen Liebesroman gelesen. Der Name der Autorin kenne ich, der hat sich eingeprägt. Aber schon während des Lesens musste ich immer wieder auf das Cover schauen, um zu sehen, wie das Buch hieß. Denn er wollte sich mir einfach nicht einprägen. Vor Kurzem hab ich den Titel gesucht, um zu sehen, ob ich ihn mir jetzt merken kann. Es war eine ganze halbe Stunde.

Natürlich kannst Du auch einen langen und/oder komplizierten Satz verwenden. Damit erreichst Du definitiv, dass niemand sonst Deinen Titel hat oder verwenden würde. Meine Empfehlung ist, dass Du einige Wörter verwendest, die sich einprägen. Vielleicht sagt Dir der Titel “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” von Jonas Jonasson etwas. Zwar ist dieser Titel lang, aber er ist einprägsam. Denn es werden einige Schlagwörter verwendet (Hundertjährige, Fenster und verschwand), die man sich merken kann. Zusätzlich wird in diesem Fall eine kleine Geschichte erzählt.

Solltest Du aber Worte benutzen, die irgendwo im Nebel verschwinden, dann hast Du es durchaus schwerer. Schau Dir mal die Titel von Elizabeth George an (zumindest die Deutschen). Ich kann mir bis heute keine von denen merken. Und noch schlimmer wird es, hier eine Reihenfolge zu erkennen. Da gibt es keine Möglichkeit etwas nachzuvollziehen. Aber dazu komme ich weiter unten.

Auch hier gilt es, dass Du die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen solltest.

5. Der Titel muss schön langweilig sein und darf keine Neugier wecken

Ein Cover kann viel erreichen, wenn man Aufmerksamkeit möchte. Aber definitiv nicht alles. Gerade dann, wenn man zuerst den Titel liest und nicht das Bild sieht. Und wenn es dann noch so langweilig ist, wie die siebzehnte Wiederholung einer überflüssigen Folge, macht es das definitiv nicht besser.

Deine Arbeit ist, mit wenigen Worten dafür zu sorgen, dass die Leute Dein Buch in die Hand nehmen. Das kann passieren, bevor oder nachdem sie das Cover für sich entdeckt haben. Auf alle Fälle musst Du es schaffen, dass sie unbedingt das Buch umdrehen wollen, um Deinen Klappentext zu lesen. Wenn Du das alles geschafft hast, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Du Dein Buch verkaufen kannst.

Egal wie, bitte fessele Deine Leserinnen mit einem spannenden Titel.

6. Feedback ist was für Anfänger*innen

Irgendwann musst Du Dich hinauswagen und Dich bei anderen erkundigen, ob Dein Titel gut ankommt oder er doch eher langweilig ist, zu kurz, zu lang oder was auch immer. Daher ist es wichtig, dass Du andere Personen fragst, wie sie Deinen Buchtitel finden.

Immerhin sind die anderen Personen nicht nur Freund*innen oder Kolleg*innen. Sie sind auch potenzielle Kund*innen. Und daher solltest Du auf sie zurückgreifen. Lass sie ihre ehrliche Meinung sagen, um herauszufinden, ob Du auf dem richtigen Weg bist oder noch etwas nachbessern musst.

Und wer weiß, vielleicht hat jemand von denen Deinen perfekten Titel im Kopf, den Du auch benutzen darfst. Bedank Dich in Deiner Danksagung bei der Person. Aber auf alle Fälle nutz diese Möglichkeit gerne aus.

Jetzt suchen wir einen Titel

Das sind Hinweise, wie Du am besten vorgehst, wenn Du einen schlechten Titel suchen möchtest. Aber wie sollst Du vorgehen, wenn Du einen guten Titel suchst, der am Ende auf Dein Cover stehen soll?

Dein perfekter Buchtitel sollte im Kopf bleiben. Wenn Du nicht weißt, wie der Titel des Buches ist, dass Du gerade liest, dann hat dieser einige Schwächen. Es mag bei E-Books sein, dass es da schneller gehen mag. Immerhin sieht man den Titel nicht mehr, nachdem man die erste Seite umgeblättert hat. Gerade lese ich ein E-Book und kann mich immer noch an den Titel erinnern. Da hatte das Printbuch, was ich oben erwähnte, schon schlechtere Karten.

Weiterhin sollte der Titel auffallen. Wenn Dein Buch “Die Apothekerin” heißt oder “Die Seherin” oder wie auch immer, kann es untergehen. Denn zwischenzeitlich gibt es so viele Bücher nach diesem Muster, dass man glatt den Überblick verlieren kann. Wenn Du jetzt einen Titel wie “Die Katzenfresserin” wählen würdest, der würde sicherlich hängen bleiben.

Dein Titel sollte auch zum Genre passen. Wenn Du einen Fantasyroman schreibst, sollte der Titel auch dazu passen. Genauso wie zu einem Romantasyroman oder was für ein Genre Du auch immer bedienst. “Die Autofahrerin” wird kein spannender Titel für einen Fantasyroman sein (um mal ein blödes Beispiel zu nennen).

Wenn Dein Titel auch noch Gefühle wecken kann, dann dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass sich Deine Leser*innen länger an diesen erinnern. Und dann können sie diesen auch eher weiterreichen. An andere potenzielle Leser*innen.

Es wird sehr, sehr schwer sein, alle diese Punkte mit einem Titel zu befriedigen. In erster Linie empfehle ich, dass der Titel gefällt und zum Inhalt passt. Und wenn man sich den noch merken kann, dann ist in meinen Augen die halbe Miete schon erledigt. Aber kommen wir zu einigen Inspirationen, wie Du einen Titel aussuchen kannst.

1. Ein Wort-Titel

Wie oben schon beschrieben, ein Wort-Titel können in die Hose gehen. Wenn Du aber ein einprägsames Wort nimmst, dann kannst Du damit auch gewinnen. Das Wort muss auffallen und den Leser*innen zeigen, worum es in dem Roman gehen kann.

2. Eine kurze Inhaltsangabe

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” von Jonas Jonasson ist solch eine kurze Inhaltsangabe. Wir lesen, worum es in der Geschichte geht bzw. gehen könnte und wollen wissen, warum ein so alter Mensch aus dem Fenster steigt. Wie schafft dieser es und vor allem, wohin verschwindet er? Hier kannst Du den roten Faden, die Prämisse Deines Romans nehmen und damit arbeiten. Der Titel sollte zugleich nicht zu wenig und vor allem nicht zu viel verraten.

3. Mit den Worten spielen

Alliterationen bedeutet, dass alle Wörter mit dem gleichen Buchstaben anfangen. Schau Dir mal den Titel “Big Bang Theory” an (keine vollständige Alliteration). Die ersten beiden Wörter fangen mit dem Buchstaben B an. Dadurch merkt man sich das leichter. Zumal hier auch ein gewisser Sound beim Aussprechen entsteht. Bei mir ist es so, dass ich Bang nicht aussprechen kann, ohne den Gedanken an einer kleinen Explosion.

4. Ähhhhh … Aussagen

Wenn Du einen Titel wie “Change mich am Arsch” liest (ein Sachbuch von Axel Koch), was würdest Du als erstes tun? Ich würde stehen bleiben und mir zumindest den Untertitel durchlesen (den es hier gibt) und eventuell den Klappentext. Gerade im Bereich Sachbuch können solche Titel für die notwendige Aufmerksamkeit sorgen und den Buchkauf anregen.

Es ist natürlich empfehlenswert, dass der Inhalt dann auch zum Titel passt. Vor etlichen Jahren habe ich ein Sachbuch gelesen, in dem es um grübelnde Frauen ging und wie sie aus dieser Falle entkommen können. So war zumindest die Prämisse des Buches. Das Ende vom Lied war, dass es nur darum ging, warum Frauen grübeln. Mehr auch nicht. Daher sollte das Buch halten, was der Titel verspricht.

5. Der Name als Titel

Im englischsprachigen Raum spielt das durchaus eine gewichtige Rolle. “Dr. House” oder “Rizolli & Isles” kennst Du vielleicht. Diese Titel sagen nichts über den Inhalt aus (aus bei Dr. House bzw. House M.D., da können wir uns denken, dass es sich um eine medizinische Serie handelt).

Aber was sollte ich mir unter “Rizolli & Isles” vorstellen? In dem Fall ist es eine Krimiserie. Aber wenn man nichts davon weiß, dann ahnt man es auch nicht. Und daher kann es passieren, dass sich Deine Leser*innen nicht mit den Charakteren identifizieren und Deine Geschichte links liegen lassen. Bisher ist mir ein deutscher Titel noch nicht untergekommen, der nur aus Namen besteht.

6. Ein Name mit einer Beschreibung

Das kommt eher vor. Die bekannteste Reihe dürfte wohl die mit Harry Potter sein. Also “Harry Potter und der Stein der Weisen”. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei auch um eine Beschreibung des Inhalts. Es geht in diesem Fall um einen Stein der Weisen. Und der Bezug wird zu einem bestimmten Charakter genommen, der sich damit auseinandersetzt.

Hier gilt natürlich auch, dass der Titel etwas mit dem Inhalt zu tun haben sollte. Wenn der Stein der Weisen nur in einem Satz erwähnt wird, dann verwirrt der Titel nur. Und ich selbst würde da ärgerlich reagieren. Und wenn nicht Harry, sondern Hermine sich um den Stein der Weisen kümmern würde, wäre es genauso. Daher meine Empfehlung, schau genau Deine Prämisse an und verwende sie in Deinem Titel.

7. Mit Worten Bilder malen

Hierbei geht es darum, die Worte so miteinander zu verbinden, dass man ein klares Bild vor Augen hat. Wenn Muriel Barbery von “Die Eleganz des Igels” schreibt, sehe ich es irgendwie direkt vor mir. Solche Bilder sollen eine Sehnsucht wecken (zum Beispiel in Liebesromanen) oder bei Thrillern Angst wecken.

8. Genrespezifische Reizwörter benutzen

Jedes Genre hat Wörter, die man schon fast als Reizwörter benutzen kann. Man verbindet sie mit diesem Genre, ohne viel darüber nachzudenken. Zum Liebesroman gehören dazu unter anderem “Liebe”, “Küssen” und ähnliches. Zum Krimi eher Worte wie “Mord”, “Tod” etc.

Wenn Du solche Wörter in Deinem Titel erwähnst, wirst Du eher Aufmerksamkeit generieren, als ohne. Man ahnt dann auch, in welchem Genre sich die Geschichte befindet und greift dann eher zu. Denn ein Krimi wird seltener das Wort Liebe oder Kuss im Titel haben (was aber nicht ausgeschlossen ist, “Todeskuss” zum Beispiel).

Daher kannst Du schauen, welche Wörter für Dein Genre passend ist und dann damit arbeiten. Natürlich kannst Du damit spielen und diese Reizwörter auch für ein anderes Genre nehmen. Wie eben der besagte “Todeskuss”.

9. Englische Begriffe

Über englische Begriffe im Titel scheiden sich die Geister. Die einen finden es lächerlich, die anderen nutzen es ausgiebig. Ein klarer Vorteil ist natürlich, dass man dadurch doch noch den Titel bekommt, den man haben wollte, aber vielleicht vergeben ist. Man muss diesen halt nur ins Englische übersetzen.

Aber Achtung, nicht alle können gut englisch. Und daher kann es passieren, dass sie gar nicht verstehen, was Du mit den Worten sagen möchtest. Nicht lachen, es ist wirklich so. Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, die sich als Powersellerin beschrieb. Das Problem, eigentlich hätte sie sagen müssen, dass sie eine Powerbuyerin ist. Also, sie kauft sehr gerne ein, verkauft aber nichts. So schnell kann es passieren, wenn man den Unterschied nicht kennt.

Daher meine Empfehlung, keine zu exotischen Wörter benutzen.

Achtung, Reihe!

Vor einiger Zeit habe ich mich über eine Sache ziemlich geärgert. Und zwar so sehr, dass ich mich zu dem folgenden Tweet hab hinreißen lassen.

In diesem Fall war es so, dass ich eine Reihe für mich entdeckt hatte. Und natürlich würde ich sehr gerne mit dem ersten Band anfangen. Hier war es nur so, dass nirgends stand, in welcher Reihenfolge ich die Bücher lesen sollte. Es gab dazu tatsächlich keine Informationen. Weder auf den Verkaufsseiten, noch auf der Verlagsseite. Erst Wikipedia hat mir weitergeholfen.

Natürlich kann es sein, wenn Du eine Reihe schreibst, dass Du noch nicht genau vorhersehen kannst, in welcher Reihenfolge die Bücher letztendlich wirklich erscheinen. Das ist völlig in Ordnung. Daher ist es durchaus gut, wenn Du nicht auf das Cover schreibst, welches Band es ist (außer Du kannst es genau benennen).

Ansonsten empfehle ich Dir ganz klar, zeig mir als Leserin die Reihe, die Du Dir bisher gedacht hast. Sei es in den Beschreibungen oder auf Deiner Homepage. Das ist mir tatsächlich egal. Nur lass mich nicht das halbe Internet durchsuchen, bis ich auf eine Lösung komme. Das ist nicht gerade Leser*innenfreundlich. Und auf Dauer könnte sich das sogar rächen.

Es gibt Leser*innen, die sich die Mühe machen und recherchieren. Andere hingegen nicht. Die sagen sich, wenn Du nicht in der Lage bist, mir die korrekte Reihenfolge zu benennen, lese ich eben diese nicht. Und Du hast auf Dauer das nachsehen. Es muss keine große Sache sein. Hauptsache, ich finde etwas, wonach ich mich orientieren kann. Das ist alles. Eigentlich keine große Sache.

Abschlussgedanken

Der Titel kann der Anfang, aber auch das Ende der Reise für das Buchmarketing sein. Mit anderen Worten, es kann sein, dass Du diesen am Anfang suchst und findest oder erst am Ende. Beides ist in Ordnung. Nur kann ich Dir empfehlen, Dich nicht zu sehr auf einen Buchtitel zu versteifen. Notiere ihn Dir, damit Du diesen immer irgendwo zu stehen hast. Aber wenn die Idee nicht mehr passt, dann trenne Dich davon. Es geht um die Bestmöglichste Auswirkung nach außen hin und nicht um ein Ideal. Das kannst Du bei Deinem nächsten Projekt versuchen umzusetzen.

Viel Erfolg bei der Suche nach Deinem perfekten Buchtitel.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele