Verlagsautor*innen versus SPautor*innen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sie sitzen da, Stunde um Stunde, ringen mit den Sätzen, Formulierungen, einzelnen Wörtern. Schauen auf den Kalender, schauen auf die Uhr, denn sie kommt näher, immer näher und näher, die gefürchtete Deadline die tödliche Stunde. Die Nächte, nein, sie sind nicht zum schlafen da, es wird geschrieben, was der Geist und die Finger hergeben. Und doch reicht es nicht. Es reicht ihrem Ego nicht, es reicht ihren hohen Anforderungen nicht, es reicht einfach nicht. Doch irgendwann, irgendwann ist es so weit, irgendwann haben sie es geschafft, irgendwann ist ihre Geschichte fertig. Bereit in die Welt entlassen zu werden, bereit Menschen Freude zu bereiten, bereit veröffentlicht zu werden.

Obwohl sich sicherlich eine Menge Schriftsteller*innen in diesem kleinen Text irgendwie wiederfinden, sind sie doch nicht alle gleich.

Kurze Vorgedanken

Wer sich als (angehende) Autor*in im Netz tummelt, wird früher oder später auf Aussagen stoßen, die bei mir immer wieder kopfschütteln auslösen. Da stößt eine Berufsgruppe aufeinander, die nichts Besseres zu tun hat, als sich das Leben schwer zu machen.

Auf der einen Seite finden wir die Verlagsautor*innen und auf der anderen Seite die SPautor*innen. Obwohl beide letztendlich die gleiche Arbeit leisten, behandeln sie sich nicht gleich. Dass die Gesellschaft beide Wege unterschiedlich behandeln, nun gut, das ist irgendwo verständlich. Aber dass eine Autorin die andere verbal runter zu putzen versucht, das ist dann doch einzigartig. Zumindest empfinde ich es so.

Daher möchte ich auf den Unterschied eingehen, den Beide wirklich trennen und dann, warum sich beide Gruppen nicht leiden können. Zu guter Letzt möchte ich noch darüber schreiben, warum das sinnlose Zeitverschwendung ist, dieses Bashing zu betreiben.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf meinem alten Blog, dem “schreibkasten” am 30. September 2016. Sollte sich etwas geändert haben, passe ich den Beitrag entsprechend an. Ansonsten ist es der Originalbeitrag. Zudem ist er eine Ergänzung zum Beitrag “Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus“.

Was sie trennt

Eigentlich nur der Vertriebsweg. Beide Gruppen schreiben eine Geschichte und sind (hoffentlich) mit Herzblut dabei. Sie lieben das Schreiben, haben sich aber aus individuellen Gründen dafür entschieden, entweder bei einem Verlag oder bei einem Distributor (für Selfpublishing) zu veröffentlichen.

Der Verlag übernimmt sehr viele Arbeiten für die Autor*innen, wenn sie das nötige Geld bereitstellen (können). Natürlich, Lektorat, Korrektorat, Cover und Veröffentlichung gehört bei einem Verlag dazu. Inwiefern die Werbung da eine Rolle spielt, kommt immer auf das Budget an, dass sich ein Verlag einzeln leisten kann.

Wer Selfpublishing betreibt, muss das alles selbst machen und in Vorleistung gehen. Das bedeutet, zuerst muss das Lektorat bezahlt werden, dass Korrektorat, die Coverdesigner*in und so weiter. Und das alles geschieht mit dem Risiko, dass die Kosten nicht durch den Verkauf reingefahren werden.

Natürlich kann das bei einem Verlag passieren. Nur das die ein ganz anderes finanzielles Polster haben. Immerhin veröffentlichen sie nicht nur ein Buch, sondern ein paar Dutzend in einem Jahr (wenn nicht sogar noch mehr). Und auch wenn nicht alle Bestseller werden, so tragen sie meistens die Kosten ein oder decken sich gegenseitig. Natürlich ist es für einen Verlag auch nicht schön, wenn sie Ausgaben haben, die sie nicht einfahren können. Aber wenn es mal passiert, ist es natürlich schlimm. Jedoch kann ein Verlag das anders abfedern, als eine Privatperson. Wenn eine Privatperson 4.000 Euro ausgibt (wie Marah Woolf zum Beispiel hat diese Summe mal angegeben) und die nicht reinkommen, sieht das Ganze anders aus.

Man kann also sagen, es trennt sie die Ansicht, was das Beste für sie und für ihre Geschichte ist. Und das ist in diesem Fall der Vertriebsweg. Denn bei Verlagen hat man ganz andere Möglichkeiten, als, wenn man sich selbst um die Veröffentlichung kümmert.

Bei einem Verlag wird alles übernommen. Unter anderem auch die Auszahlung des Geldes. Wer Selfpublishing betreibt, muss selbst ein Auge darauf werfen, was reinkommt und was für Ausgaben man hat, um das gegeneinander abzuwägen. Wer über einem Verlag veröffentlicht, kann sich in der Tat auf das Schreiben konzentrieren. Die andere Gruppe hingegen muss noch viel hinter der Bühne machen. Da kann man sich leider nicht den ganzen Tag hinsetzen und schreiben. Man muss halt für sich auch werben. Und das massiver, als wenn man sagt, ich habe beim Verlag XYZ veröffentlicht.

Was sie eint

Ganz klar, das Schreiben, die Liebe zum Schreiben und den Wunsch, dass die Geschichte veröffentlicht und gelesen wird. Natürlich, man will dafür auch noch Geld verdienen, idealerweise können die Schriftsteller*innen von ihrer Liebe und ihrer Arbeit sogar leben.

Beide einen, dass sie schreiben wollen und es auch tun. Und beide möchten für ihre Arbeit respektiert werden. Und letztendlich, beide veröffentlichen. Das macht also kein großer Unterschied. Nur eben der Weg. Die einen gehen den Weg des Verlages, die anderen gründen einen Verlag.

Und doch schreiben beide. Ich finde, das ist das Wichtigste.

Der Grund des “Streites”

Ob man das jetzt wirklich einen Streit nennen kann oder will, ich bin mir nicht so ganz sicher. Doch immer wieder fällt es mir auf, dass SPautor*innen häufig wie Schriftsteller*innen zweiter Klasse behandelt werden.

Sie dürfen nicht an einigen Wettbewerben teilnehmen oder bei Vereinigungen mitmachen. Immerhin haben sie kein Verlagsvertrag. Dabei wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass SPautor*innen keine Qualität haben. Und aus diesem Grund dürfen sie nicht mitspielen. Ihre Bücher sind automatisch schlecht. Sonst hätten sie einen Verlag.

Wie ich zwischenzeitlich lesen durfte, sollte man mit solchen Aussagen aber erst einmal vorsichtig sein, da das zu Schadensersatzforderungen eventuell führen könnte (ob das stimmt, ich bin keine Anwältin und kann das nicht verifizieren, daher bei Bedarf eine Anwältin oder einen Anwalt kontaktieren).

Aber immer wieder lese ich, dass SPautor*innen ja keine Qualität veröffentlichen. Und das gilt natürlich für alle. Ausnahmslos. Eine Tatsache, die mich ärgert. Denn ich lese sehr gerne Bücher von Selfpublisher*innen und kann sagen, das stimmt nicht.

Natürlich, halt, stopp, es stimmt teilweise. Klar, wenn man veröffentlichen kann, wie man lustig ist und Laune hat, dann kommen auch Perlen unter die Bücher, die man normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Aber gilt das automatisch für alle SPbücher? Wenn man einigen Kritiker*innen glauben mag, dann ist dem so.

Dass es aber wahrlich Perlen unter den Selfpublishing Titeln gibt, das interessiert viele gar nicht. Und das auch Verlage Schrott veröffentlichen, das kann es natürlich nicht geben. Immerhin gelten noch heute Verlage als Wächter der guten Literatur. Aber ich würde glatt mit Dir Wetten, dass Du mindestens ein Buch, wenn nicht sogar mehrere, gekauft und sicherlich auch gelesen hast, die das Papier nicht Wert waren, auf denen sie gedruckt wurden. Bei mir war es schon öfters so.

Doch werden gleich alle Verlagsautor*innen in einem Topf geworfen, dass Verlage nur noch schlechte Literatur veröffentlichen? Dass man bestimmte Verlage meiden sollte, weil sie einige schlechte Titel veröffentlicht haben? Ich kann man nicht daran erinnern, so etwas gelesen zu haben.

Skandale, die gibt es

Natürlich, es gibt sie, die kleinen und großen Skandale des Selfpublishing. Wenn niemand ein Auge darauf wirft, dann können Plagiate veröffentlicht werden und Bücher, mit minderwertigem Inhalt.

Doch auch wenn es die Wächterfunktion gibt, welche die Verlage für sich beanspruchen, bedeutet das nicht, dass dort niemals Plagiate auftauchen. Dafür gab es auch in den letzten Jahren durchaus beweise.

Niemand zwingt aber die Verlage deswegen an den Pranger. Die Selfpublishingszene hingegen macht sich dann einen Kopf, wie so etwas geschehen und wie man sich distanzieren kann. Man steht dann, mal wieder, unter Generalverdacht.

Sie distanzieren sich öffentlich, dass sie keine Plagiate schreiben, dass sie alles selbst erledigen und was weiß ich. So etwas habe ich von Verlagsautor*innen noch nie erlebt. Und auch unter ihnen gibt es sie, die schwarzen Schafe. Und das nicht nur mit Plagiaten. Was ich in einigen Bücherforen erlebt habe, das möchte ich schon fast gar nicht mehr erzählen.

Die wichtigste Entscheidungsinstanz

Aber letztendlich entscheiden nicht Verlage oder die Autor*innen, was gelesen wird. Es sind die Leser*innen. Immerhin geben sie das Geld aus, um sich die Bücher zu kaufen. Daher entscheiden sie am Ende, was wirklich gut ist und was nicht (auch wenn einige an dieser Entscheidungsgewalt bei bestimmten Büchern wohl verzweifeln).

Und immer mehr Leser*innen entscheiden sich, dass sie Bücher die sowohl von Verlagen als auch im Selfpublishing veröffentlicht werden. Viele machen zwischenzeitlich schon gar keinen Unterschied mehr. Denn sie wollen nur eins, gut unterhalten werden. Wenn das ein Verlagsbuch schafft, toll. Schafft es dagegen ein Selfpublishingbuch, auch gut.

Immerhin können viele Leser*innen etwas, was Autor*innen nicht können, zwei Bücher auf einmal lesen. Versuch mal zwei Romane gleichzeitig zu schreiben. Das wird schwierig. Aber sie können lesen, kaufen und machen, wie es ihnen beliebt.

Ganz simpel ausgedruckt, in dem Warenkorb können sich also sowohl neben einem Verlagsbuch auch ein SPBuch tummeln. Darum brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen. Wenn gute Bücher geschrieben werden, dann werden sie auch gekauft und gelesen.

Ist es daher nicht egal, wie man veröffentlicht? Hauptsache die Leserin oder der Leser ist am Ende glücklich? Ist es nicht das, was wir alle wollen?

Was ich mir wünsche

Als ich den Beitrag damals veröffentlichte, war das Bashing noch sehr heftig am Gange. Zwischenzeitlich scheint es zumindest oberflächlich alles ruhig zu sein.

Trotzdem ist noch nicht alles Gold, was ruhig ist. Es gibt weiterhin Vereinigungen, welche Selfpublisher*innen nicht in ihren Reihen sehen wollen. Dort gelten sie immer noch als Autor*innen zweiter Klasse. Oder man bekommt einen Knochen hingeworfen, im Sinne von, wir sind dann mal gnädig und nehmen euch mal auf.

Zwischen den Autor*innen scheint es aktuell ruhig zu sein. Jetzt dürfen gerne noch die Vereinigungen nachziehen. Das ist mein Wunsch. Öffnet eure Türen für tolle Autorinnen und Autoren. Ihr werdet sehen, sie bereichern euren Kreis auf wunderbare Art und Weise.

Abschlussgedanken

Autor*innen sind Autor*innen. Dabei ist es absolut egal, wie sie veröffentlichen. Hauptsache sie tun es und erfreuen letztendlich ihre Leser*innen. Das darum jetzt ein Aufstand gemacht ist, wer nun in der ersten Klasse oder in der Zweiten sitzen darf, ich finde das unnötige Zeitverschwendung.

Dass die Presse und die Gesellschaft eventuell Probleme damit hat und immer wieder den Untergang des Selfpublishing beschwört, sollen sie. Aber wenigstens die Autor*innen sollten, meiner Meinung nach, sich respektieren und sich gegenseitig unterstützen. Oder wenigstens in Ruhe lassen.

Daher, veröffentliche tolle Geschichten. Und, meine Empfehlung, sollten wieder Grabenkämpfe entstehen, einfach nicht mitmachen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 176

Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer veröffentlichen möchte, hat diverse Möglichkeiten dazu. Der Klassiker ist immer noch die Publikation über einem Verlag. Seit einigen Jahren ist das Selfpublishing eine feste Größe in der Welt der Veröffentlichung von Romanen geworden. Und das schwarze Schaf der Familie sind die sogenannten Druckkostenzuschussverlage.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 13. März 2017 auf meinem alten Blog “schreibkasten”. Heute möchte ich diesen ergänzen. Denn viele sind der Meinung, wer im Selfpublishing was veröffentlicht, gilt nicht als Autor*in. Daher schreibe ich meine persönliche Meinung dazu, wie ich das sehe.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht hast Du schon einen fertigen Roman in der Schublade und daher heiß darauf, Deine erste Geschichte auch an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Oder Du arbeitest gerade noch an Deinen nächsten Bestseller (seien wir doch ehrlich, in unserem Herzen arbeiten wir alle an DEN Roman schlechthin, was auch völlig in Ordnung ist).

Gerade wenn Du noch zur zweiten Gruppe gehörst, wirst Du Dich vielleicht fragen, warum bitte schön, sollte ich mich mit der Veröffentlichung beschäftigen? Dafür habe ich ja noch ewig Zeit. Das mag sogar so sein, aber ich gehöre zu der Sorte, was ich jetzt recherchieren kann, darum muss ich mich nicht später bemühen.

Zudem finde ich es auch interessant, wie andere dann Deinen Status sehen, wenn Du Deinen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Die einen werden sagen, Du gehörst zu den Autor*innen. Die anderen werden Dir diesen Status absprechen.

Aus diesem Grund schreibe ich diesen Beitrag, damit Du die ersten Schritte für Deine eigenen Recherchen hast. Wie auch immer Deine Entscheidung am Ende aussehen mag, sie gehört ganz allein Dir. Ich möchte Dir dabei nur als beratende Stimme zur Seite stehen.

Der Verlag

Der Klassiker, und für viele immer noch DAS Ziel vieler bei den Veröffentlichungswege, ist und bleibt der Verlag.

Der Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen, der in Deutschland immer noch einen verdammt guten Ruf hat. Wer bei einem Verlag veröffentlicht, hat es geschafft. Wie auch immer dieses es definiert wird, man hat es und dadurch wird man in vielen Bereichen als seriös angesehen und durchaus als echte Autorinnen und Autoren.

Nur müssen wir uns eingestehen, auch ein Verlag kann Fehler machen und vor allem, sie machen Fehler. So lehnen sie gute Manuskripte ab, die in anderen Verlagen dann einen wahnsinnigen Erfolg haben (ja, dem ist so). Veröffentlichen aber dafür Manuskripte, wo ich mich als Leserin frage, was hat die denn geritten, das Werk überhaupt zu Ende zu lesen. Und auch vor Plagiaten sind Verlage definitiv nicht sicher.

Doch egal was hinter den Kulissen gespielt wird, wer sein Baby (also das Manuskript) bei einem Verlag veröffentlicht, wird häufig bei Leser*innen und bei Zeitungen ernst genommen. Aber nicht nur das reizt viele Autor*innen, sich mit ihrem Roman bei einem Verlag zu bewerben.

Denn idealerweise kümmert sich ein Verlag vom ersten Kontakt bis hin zur Werbung um Dich ls Autorin und um Dein Baby. Sie besorgen Dir das Lektorat und das Korrektorat, für ein hübsches Cover und natürlich die Werbung.

Das bedeutet aber nicht, dass Du Dich zurücklehnen kannst, um Deinen nächsten Roman zu schreiben. Zwischenzeitlich verlangen die Verlage auch von Dir, dass Du Dich an Dein Marketing setzt. Das Grundmarketing werden sie Dir geben (notfalls erfragen). Der Rest ist nun Dein Job.

Grober Ablauf bei einem Verlag:

Wenn Du bei einem Verlag unterkommen möchtest, dann hat es (grob gesehen) einen vorbestimmten Ablauf. Dieser sieht meistens wie folgt aus:

  • Du recherchierst, bei welchem Verlag Dein Manuskript überhaupt unterkommen kann. Dazu gehört, unter anderem, dass Du weißt, in welchem Genre Dein Roman einzuordnen ist, dass Du ein klares Konzept hast und das Du durchaus auch weißt, warum Du bei einem bestimmten Verlag veröffentlichen willst.
  • Dann bewirbst Du Dich mit einem Exposé und einem Teil Deines Manuskripts.
    Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Lies Dir bitte genau die Bedingungen durch, die ein Verlag an die Zusendung des Manuskripts stellt. Wenn sie nur zwanzig Seiten haben wollen, Du aber den kompletten Roman schickst, kann das durchaus dazu führen, dass der Verlag sagt, danke aber nein danke. Wohlgemerkt kann, nicht muss.
  • Der Verlag prüft dann Dein Manuskript. Wie das genau läuft, ist durchaus von Verlag zu Verlag unterschiedlich und ich denke mal auch von Lektorin zu Lektorin.
    Wie lange das dauert, wann Du eine Antwort bekommst und wie diese aussieht, dazu kann Dir letztendlich niemand was Genaues sagen. Häufig findest Du auf der entsprechenden Internetseite etwas. Aber es kann auch sein, dass man sich längerfristig über Dein Manuskript unterhält, weil man sich noch nicht sicher ist oder andere Punkte hat, die man klären will. Da musst Du also ein wenig Geduld mitbringen.
  • Was dann passiert, ist unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, ob der Verlag Dein Manuskript will oder nicht. Entweder man verlangt das komplette Manuskript von Dir oder man schickt Dir eine neutrale Absage.
    Erwarte übrigens niemals, dass Du eine detaillierte Erklärung bekommst, warum Dein Manuskript nicht genommen wurde. Wenn Du sie bekommst, sei dankbar. Denn viele Verlage sagen sich, dass es einfach zu kräftezehrend ist. Denn viele Autorinnen und Autoren verstehen die Begründung als eine Art Kampfansage. Das bedeutet, dass danach erst die Diskussionen losgehen, warum ihr Manuskript nicht genommen wurde. Und es kann sogar so weit gehen, dass sie gegenüber dem Verlag pampig werden (was noch harmlos ist) oder sogar tote Ratten schicken (ja, das habe ich von einem kleinen Verlag sogar gelesen). Akzeptiere daher die neutrale Absage. Mehr wirst Du wohl nie bekommen.
  • Du hast es geschafft einen Verlag von Dir und Deinem Baby zu überzeugen? Herzlichen Glückwunsch. Wobei jetzt erst die Arbeit losgeht. Denn nun heißt es, dass Du ein Lektorat bekommst, ein Korrektorat, dann gibt es Diskussionen zum Cover und vieles mehr.
    Hat es nicht geklappt, tief durchatmen und weitermachen. So ist es halt im Leben.

Wächterfunktion

Man hört durchaus öfters, dass dem Verlag eine gewisse Wächterfunktion zukommt. Das bedeutet, dass ein Verlag die literarische Welt vor schlechten Geschichten bewahrt und gute, ja sogar ewige Bücher veröffentlicht.

Doch dem ist definitiv nicht immer so. Natürlich veröffentlichen Verlage immer wieder wunderbare Perlen, wo man sich nur denkt, wow, das war aber mutig. Oder auch, danke dafür, dass der Verlag dieses wunderbare Buch veröffentlicht hat. Doch häufig frage ich mich, warum mussten für diesen Roman Bäume sterben?

Mit anderen Worten also, auch ein Verlag greift ordentlich daneben (auch wenn das eine sehr subjektive Meinung von mir ist), was das Veröffentlichen von Geschichten betrifft. Aber ich gehe durchaus davon aus, dass sie ihre Gründe haben, warum sie das machen. Anders möchte ich mir das nicht erklären. Dabei stellt sich aber mir durchaus die Frage, wenn sie Romane veröffentlichen, die sich nicht verkaufen, weil sie eben nicht gut sind, inwiefern erfüllen sie dann ihre Wächterfunktion? Darüber kann man durchaus diskutieren.

Doch wenn Du die Hürde überwunden hast, dann hast Du es geschafft und der Verlag veröffentlicht Deine Geschichte. Und das Beste ist, dass sich dieser um alles drum herum kümmert. Vom ersten Schritt bis hin auch zum Verkauf der Lizenzen ins Ausland, wenn es dazu kommen kann (nicht alle Romane haben wohl das Zeug zu internationalen Bestsellern, das sollte Dir natürlich auch bewusst sein).

Knallharte Wirtschaft – Die Kosten

Man sollte sich aber immer bewusst sein, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Das bedeutet, dass dieser Dir nichts schenkt, bzw. nichts schenken kann. Würden sie es machen, würden sie ziemlich schnell pleitegehen.

Das Wichtigste vorneweg: Ein Verlag verlangt niemals von Dir, dass Du irgendwelche Kosten vorstreckst. Weder für die Prüfung Deines Romans noch für das Lektorat oder Korrektorat oder auch für das Cover und natürlich auch nicht für die Veröffentlichung. Ganz im Gegenteil, größere Verlage können es sich sogar leisten, Dir einen Vorschuss zu zahlen. Es mag sein, dass Du Dich als Neuautorin mit wenigen Hundert oder tausend Euro zufriedengeben musst. Aber immerhin kann es passieren, dass Du Geld für Deine Veröffentlichung bekommst. Kleine Verlage können sich das häufig nicht leisten. Erwarte es also dort nicht. Wenn Du doch was bekommst, sei gerne dankbar dafür.

Damit will ich ganz klar sagen: Das finanzielle Risiko trägt der Verlag. Er bezahlt wirklich alles aus eigener Tasche. Und wenn Dein Buch ein flopp wird, dann bezahlt er sogar die Zeche (wenn ich das Mal so ausdrücken darf). Letztendlich müssen sich die Verkaufszahlen rentieren, wenn Du weiterhin beim Verlag veröffentlichen möchtest.

Doch wie ich schon oben schrieb, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Er wird schon zusehen, dass er seine Ausgaben rein bekommt und mit Dir auch Gewinne macht. Und das geschieht über den Buchpreis. Hier ein kleines Beispiel, was ich damit meine (dafür nehme ich gerade Zahlen und ignoriere irgendwelche genauen Berechnungen und Steuern und ähnliche Dinge, ich bitte diese Vereinfachung zu entschuldigen):

Nehmen wir an, Dein Buch kostet 9,90 € (der Standardpreis für viele Bücher). Nach Abzug aller Steuern und was da noch alles kommt, stehen dem Verlag 8,00 € zur Verfügung (wie erwähnt, ich vereinfache das hier jetzt extremst, damit Du Dir ein Bild machen kannst).

Von diesen 8,00 € bekommst Du, sagen wir einfach mal, einen ganzen Euro. Die Restlichen 7,00 € nutzt der Verlag, um die ganzen Kosten, welche die Veröffentlichung Deines Romans gekostet hat, zu decken. Und natürlich möchte Dein Verlag an Deiner Geschichte auch etwas verdienen. Einerseits für den Gewinn am Ende des Jahres und auch, um andere Schriftsteller*innen die Veröffentlichung zu ermöglichen. Denn auch bei diesen tragen sie das finanzielle Risiko. Und Du hilfst dem Verlag dabei, dieses entsprechend auch zu schultern.

Aber davon merkst Du letztendlich gar nichts, weil Du dieses Geld ja nie siehst. Du siehst diesen einen Euro und gut ist. Wobei man natürlich sagen muss, wenn Du ein Euro kriegst, kann das durchaus viel sein. Denn bei vielen Verlagen kann es durchaus sein, dass Du zehn Prozent vom Bruttopreis des Buches bekommst. Das wären dann 99 Cent. Und davon musst Du dann noch eventuell Steuern bezahlen. Damit hättest Du weniger als diesen einen Euro. Schau Dir also ruhig den Vertrag genau an.

Leider gibt es nicht umsonst den Spruch: Bei einem Verlag können alle von dem Roman leben, nur nicht die Person, die ihn geschrieben hat. Für sehr viele eine traurige Wahrheit.

Wächterfunktion Agentur

Willst Du bei einem großen Verlag veröffentlichen (ich meine wirklich die Verlage, deren Namen Dir aller Wahrscheinlichkeit sofort einfallen), dann kommst Du an sie direkt selbst immer schlechter heran. Denn die Verlage werden mit Manuskripten förmlich überschwemmt, sodass sie nur noch Manuskripte nehmen, welche von Agenturen vorgestellt werden.

Wenn man es so will, musst Du Dich also zwei Mal bewerben. Einmal bei der Agentur. Und dann bewirbt sich die Agentur für Dich beim Verlag. Wobei ich wohl nicht schreiben muss, dass die Agentur auch etwas von Deinem Kuchen abhaben will. Gehen wir davon aus, dass Du den einen Euro bekommst, den ich oben erwähnte. Dann wollen die meisten Agenturen davon zwischen 15 bis 20 Prozent haben (das sind die gängigsten Preise, die ich kenne).

Das bedeutet, dass eine gute Agentur Dir hilft, dass Du bei den großen Verlagen Fuß fassen kannst. Gleichzeitig heißt das auch, dass sich Dein Gewinn noch einmal schmälert.

Dein Autor*innenstatus

Tatsächlich kenne ich niemanden, die oder der daran zweifelt, dass Du mit einer Verlagsveröffentlichung Autor*in bist. Das liegt wohl auch an der Tradition und das persönliche Gefühl, welche man mit dem Verlag verbindet.

Seit Jahrhunderten haben sich Verlage darum gekümmert, dass ein Buch veröffentlicht wird. Daher kann man schon behaupten, dass dies ins Fleisch und Blut der Lesenden übergegangen ist. Verlage veröffentlichen Autor*innen.

Abschlussgedanken zum Verlag

Wenn Du über einen Verlag veröffentlichst, musst Du Dir weniger Gedanken zu vielen Themen machen. Du bekommst eine Lektorin gestellt, das Cover und die Werbung werden häufig auch eingeleitet. Doch gerade am Anfang musst Du eine Menge mithelfen, damit sich der Erfolg für Dich wirklich einstellt. Denn das Budget für Deine Werbung kann gerade am Anfang Deiner Karriere eher klein ausfallen. Da bist Du gefragt.

Doch egal wie es hinter den Kulissen aussieht, nach außen hin erziehlst Du die größte Wirkung, wenn Du sagst, ich habe bei dem und dem Verlag veröffentlicht. Oder wie auch immer Du Dich am Ende selbst vorstellst.

Vor- und Nachteile

Nachteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du hast kein Mitspracherecht beim Cover.
    Denn Dein Verlag möchte die optimale Wirkung erzielen und beauftragt entsprechend Spezialist*innen mit dieser Arbeit.
  • Du bekommst nicht den ganzen Gewinn ausgezahlt, sondern nur einen Teil.
    Der Rest geht an den Verlag.
  • Im Rahmen des Veröffentlichungsprozesses hast Du ebenfalls kein Mitspracherecht.
    Das betrifft Lektorat und Korrektorat, aber auch wann Dein Roman veröffentlicht wird.
  • Der Verlag hat immer noch eine gewisse Wächterfunktion – Dein Manuskript kann daher abgelehnt werden (was zwischenzeitlich bei der Menge sogar wahrscheinlicher ist).
  • Eine Veröffentlichung kann, nach der Zusage, bis zu einem Jahr dauern. Gelegentlich sogar Länger.
  • Und Punkte, die mir spontan nicht einfallen wollen.

Vorteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du kannst Dich auf den Schreibprozess konzentrieren, um den Rest kümmert sich Dein Verlag.
  • Du erhälst die Gelder, die Dir wirklich zustehen (laut Deinem Vertrag).
  • Es ist nicht notwendig in Vorkasse zu gehen, um Dein Manuskript zu veröffentlichen.
  • Dein Buch kommt in den Buchhandel.
  • Für viele bist Du nur dann eine Schriftsteller*in, wenn Du in einem Verlag veröffentlicht hast – das hast Du damit erreicht (siehe oben).
  • Und Punkte, die mir auch hier spontan nicht einfallen.

Selfpublishing

Selfpublishing ist erst in den letzten Jahren zu einem Wort der Öffentlichkeit geworden. Dabei ist das Selbstverlegen keine neue Erfindung. Tatsächlich haben Goethe und Heine auch im Selbstverlageinige Werke veröffentlicht.

Der Anbieter BoD ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Und auch viele andere Anbieter gibt es. Doch erst mit amazon Creatspace ist das Selbstverlegen auf einer neuen Stufe angekommen. Und das bedeutet für Dich ganz klar, dass Du nun eine zweite Möglichkeit bekommen hast, Deine Geschichte zu Deinen Leserinnen und Leser zu bringen. Und das durchaus mit positiven Erfolgen.

Was bedeutet jetzt genau Selfpublishing?

Selfpublishing bedeutet ganz klar, Du kümmerst Dich um alles. Vom Schreiben des ersten Satzes, bis hin zur Überarbeitung, die Suche nach dem geeigneten Lektorat und Korrektorat, Cover, Titel und die Veröffentlichungswege. Und ja, das alles bezahlst Du auch aus eigener Tasche.

Das bedeutet also, dass Du Dich nicht nur auf das Schreiben konzentrieren kannst, sondern auch auf das alles, was danach kommt. Und Du musst um einiges mehr delegieren oder auch organisieren. Immerhin will der Fiskus Steuern von Dir haben. Also musst Du Dich um die Buchhaltung kümmern. Oder auch Marketing, wie machst Du am besten Werbung. Und vieles mehr. Das alles, was vielleicht ein Verlag übernehmen würde (ich kenne nicht alle Leistungen eines Verlages, was sicherlich auch Verhandlungssache ist), musst Du Dich selbst darum kümmern.

Mit diesem Kostenrechner kannst Du mal sehen, wie viel Dich so ein professionelles Buch kosten kann (nicht muss!). Du kannst ja mal aus Spaß die Kosten berechnen und dabei verschiedene Variablen eingeben. Natürlich kannst Du bei einigen Punkten sparen und bei anderen mehr Geld ausgeben. Aber dieser Rechner sorgt erst einmal, dass die große Überraschung, wenn Du Dich auf dieses Abenteuer einlässt, ausbleibt. Denn Du kannst sehen, dass durchaus dreistellige Summen im höheren Bereich zusammenkommen können.

Zwischenzeitlich hat Katrin Ils ein Video veröffentlicht, was sie die Veröffentlichung kostet. Auch hier lohnt sich ein Blick:

Warum sollte ich denn diesen Weg gehen?

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, warum Du bitte schön diesen Weg gehen sollst. Denn es bedeutet nicht nur sehr viel Arbeit und damit auch sehr viel Selbstdisziplin. Sondern auch, dass Du ab sofort anfängst zu sparen, damit Du die Kosten stemmen kannst. Und der Erfolg ist ja auch nicht gewiss. Vor allem, Du kannst das finanzielle Risiko auf niemanden anderen abwälzen. Denn, wenn man es so will, Du selbst trägst die finanziellen Risiken zu einhundert Prozent.

Wenn ich die Gründe von Autorinnen und Autoren lese, die im Selfpublishing veröffentlichen, dann kommen häufig zwei Argumente immer und immer wieder:

  1. Die (kreative) Freiheit.
    Bei einem Verlag kann es passieren, dass Dein Roman deswegen nicht genommen wird, weil es der aktuellen Mode nicht entspricht. Vor einigen Jahren waren Vampirromane der letzte Schrei. Wer was auf sich hielt, hat die Untoten ins Rennen geschickt. Wolltest Du aber, zum Beispiel, über Werwölfe schreiben, konnte es durchaus passieren, dass Du nicht genommen wurdest.
    Doch dann passierte es, dass die Vampire nicht mehr gewollt wurden und die anderen Wesen waren auf einmal sehr begehrt. Dumm nur, wenn Du dann doch über Vampire schreiben wolltest.
    Wenn Du aber selbst Deine Romane veröffentlichst hast Du keine Einschränkugen. Du kannst heute einen Vampirroman schreiben, morgen einen Krimi und nächste Woche einen Fantasyroman (um es mal bildlich zu beschreiben). Du hast die vollständige kreative Freiheit über Deine Arbeit.
    Und weitere Freiheiten sind auch, dass Du entscheiden kannst, mit wem Du zusammenarbeiten möchtest. Dir gefällt eine Lektorin nicht? Dann kündige die Arbeit mit ihr und such Dir jemand anderen. Du schwärmst von einem bestimmten Cover? Dann kauf ihn Dir, lass ihn anpassen und gut ist. Und Du kannst sogar entscheiden, wo Du veröffentlichen möchtest. Bei amazon, bei BoD oder bei anderen Anbietern.
  2. Mehr vom Verkaufspreis
    Je nach Distributor bekommst Du teilweise bis zu 70 Prozent des Preises, den Du selbst bestimmen kannst. Und wenn Du noch gute Werbung machst, Dich um Dein Marketing kümmerst und eine gewisse Anzahl von Verkäufen vermelden kannst, ist es durchaus möglich, dass Du die Kosten rausbekommst und sogar noch Gewinn machst.
    Wichtig ist natürlich, dass Du Dich um Dein Baby kümmerst und immer wieder nach außen trittst. Aber wenn, dann kann es passieren, dass Du von dieser Arbeit sogar leben kannst. Das ist leider nicht immer möglich, wenn Du Dich für den Verlagsweg entscheidest.

Durch diese Freiheiten kann es natürlich sogar passieren, dass Du einen Trend setzt. Das betrifft die Art der Geschichten die Du schreibst oder die Art der Werbung, die Du machst. Es kommt in erster Linie darauf an, wie viel Mut Du an den Tag legst.

Natürlich trägst Du auch alle Konsequenzen für die Entscheidungen, die Du triffst. Es gibt niemanden (außer Deine Familie und Deine Freunde, wenn überhaupt), die oder der Dir Deinen Rücken stärkt. Setzt Du Deine Geschichte in den Sand, musst Du damit leben. Hast Du Erfolg, musst Du auch damit leben (was aber sicherlich leichter ist). Aber egal wie Dein Weg aussehen mag, Du gehst ihn hier komplett alleine (mit der Unterstützung Deiner PartnerInnen, die letztendlich von Dir pünktlich und in vollem Umfang bezahlt werden wollen).

Immer mehr wanderen von den Verlagen ab

Da ich mich mit dem Thema Selfpublishing schon seit einigen Jahren beschäftige, bekomme ich viele Meinungen von Autorinnen und Autoren mit, welche diesen Weg gegangen sind oder gehen. Und dabei kommen ungewöhnliche Geschichten zusammen, wo ich selbst nur staunen kann.

So las ich vor einigen Jahren, dass eine Autorin ihren Roman in einem Kleinverlag veröffentlich hatte. Während dieser Zeit hat sie etwa zweitausend Euro verdient (ich glaube, der Verlag hatte für zwei Jahre die Rechte inne). Als sie die Veröffentlichungsrechte zurückbekommen hat, entschied sie sich die Geschichte neu zu veröffentlichen, eben im Selfublishing. Diese zweitausend Euro hat sie in den ersten zwei bis drei Monate verdreifacht. Ein gewaltiger Unterschied.

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum immer mehr Autor*innen sich sagen, schön das ich bei einem Verlag bin, aber ich habe dadurch mehr Nachteile als Vorteile, ich bin dann mal weg. So erzählte eine Autorin von einer Kollegin, die erst im Selfpublishing veröffentlicht hat, dann einen Verlag fand und nach den Erfahrungen mit diesem reumütig zum Selfpublishing zurückkehrte. Für sie hat sich dieser Ausflug aus diversen Gründen nicht gelohnt.

Stopp – Bitte keine Seifenblasen aufbauen

Auch wenn sich hier alles so toll liest, sei bitte realistisch, wenn Du diesen Weg gehen möchtest. Denn es ist halt harte Arbeit und Du musst das wirklich alles alleine tragen. Und nur weil es tolle Geschichten von Autorinnen und Autoren gibt, welche finanzielle Freiheiten erlangt haben, bedeutet das nicht, dass es wirklich für alle gilt. Das sei Dir bitte immer bewusst. Ich gönne Dir jeden Erfolg, den Du bekommst. Aber der ist nicht selbstverständlich.

Der negative Ruf

Leider hat Selfpublishing einen noch immer negativen Ruf. Ich bin mir sicher, dass Du auch schon mal davon gehört hast, Dein Manuskript war nicht gut genug für einen Verlag, also hast Du ihn selbst veröffentlicht. Das wird schon seine Gründe haben. Und noch heute denken viele Leute so. Dabei entscheiden sich viele Autor*innen gleich von Anfang an dafür, es überhaupt nicht bei einem Verlag zu versuchen. Sie gehen gleich den Weg des Selfpublishing und veröffentlichen hier. Das wird aber sehr gerne von den Kritiker*Innen übersehen, leider.

Weiterhin glauben viele, dass die Autor*innen, die diesen Weg gehen, sowieso nur mangelhafte Ware abliefern. Aus diesem Grund sind sie seltener bereit einen höheren Preis für das Buch zu bezahlen, im Gegensatz zu einem Verlagsbuch. Dass die Autor*innen sich teilweise sogar noch intensiver um ihr Manuskript kümmern (das betrifft leider nicht alle Autor*innen, aber doch sehr viele und sie werden immer mehr), übersehen sie gerne. Dem ist aber durchaus so. Und natürlich wollen sie auch dafür entsprechend entlohnt werden. Aber noch ist das Thema Selfpublishing nicht so in der Gesellschaft angekommen, wie man es sich wünschen kann. Aber ich denke, das ist eine Frage der Zeit und wie sich die entsprechenden Autorinnen und Autoren geben.

Bedauerlicherweise machen es einige Autor*innen entsprechende Ambitionen zunichte, wenn sie Plagiate veröffentlichen. Natürlich hat die Entscheidung einer Autorin oder eines Autors nichts mit allen anderen zu tun. Das Problem ist aber, dass viele das nicht so sehen. Wenn eine Autorin, die zudem noch eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, zugibt, Werke abgeschrieben zu haben (also eben ein Plagiat veröffentlichten), dann heißt es bei vielen, natürlich Selfpublishing, die veröffentlichen ja alle Müll oder gestohlene Sachen oder was auch immer. Dabei gibt es durchaus Geschichten über Plagiate bei Verlagen. Die interessiert nur kaum jemanden.

Gerade weil sich viele nicht vorstellen können, wie es die Autor*innen schaffen, innerhalb kürzester Zeit eine hohe Anzahl von Büchern zu veröffentlichen. Dabei vergessen die Leute, einige dieser Autor*innen vor der ersten Veröffentlichung einige Bücher vorgeschrieben haben, auf diese sie dann zurückgreifen können. Weiterhin haben sie nicht die lange Veröffentlichungszeit eines Verlages (da kann es bis zu einem Jahr dauern, bis ein Manuskript veröffentlicht wird, was an der Planung liegt). Diese Zeiten muss eine Selfpublisherin nicht einhalten. Sie kann veröffentlichen so oft und soviel sie will.

Lesetipp: Schau mal bei dem Projekt “12 in 12” der Autorin J. Vellguth rein. Dort wirst Du sehen, dass es, theoretisch sogar möglich ist, innerhalb eines Jahres zwölf Bücher zu veröffentlichen.

Dein Autor*innenstatus

Nach den negativen Geschichten von oben kannst Du Dir sicherlich vorstellen, dass es um den Autor*innenstatus nicht gut bestellt ist. So verweigern einige schlichtweg Autor*innen im Selfpublishing anzuerkennen. Einige Autor*innenvereinigungen wollen diese auch nicht bei sich haben. Es muss eine Verlagsveröffentlichung sein. Ansonsten darf man nicht dabei sein.

Aber ich sag ganz klar, auch Selfpublisher*innen sind Autor*innen. Sie schreiben eine Geschichte, welche veröffentlicht wird. Was will man mehr? Die meisten sind sogar zwischenzeitlich so professionell, dass sie sich ein Lektorat/Korrektorat besorgen. Und ihr Marketing kann gelegentlich so gut sein, dass man nur zu staunen vermag.

Mit anderen Worten lass Dir bitte nicht einreden, Du seist kein*e Autor*in. Das bist Du nämlich sehr wohl.

Abschlussgedanken Selfpublishing

Auch wenn dieser Weg durchaus eine große Herausforderung ist, so kann sie sich für viele durchaus lohnen. In erster Linie aufgrund der vielen Freiheiten, die Autor*innen dabei bekommen, aber auch aufgrund der höheren Entlohnung, die sie pro verkauftem Buch erhalten.

Es lohnt sich also durchaus sich mit diesem Weg zu beschäftigen, wenn Du Dir überlegst, wie Du Deine Geschichte veröffentlichen möchtest. Gerade dann, wenn Du eine ungewöhnliche Geschichte schreibst, wäre es möglich, dass Du mit diesem Weg um einiges mehr erreichst, als wenn Du den traditionellen Weg beschreitest (also die Verlagsveröffentlichung).

Vor- und Nachteile

Nachteile des Selfpublishing:

  • Du musst Dich um alles selbst kümmern.
  • Du bist nicht nur Schriftsteller*in, sondern auch eine kleine Unternehmer*in (nicht unbedingt in diesem Sinne, aber im Bereich, dass Du die Buchhaltung machen musst, Marketing und so weiter).
  • Die Kosten musst Du im Voraus bezahlen.
  • Sollte Dein Roman ein Flop werden, trägst Du allein die Kosten und daher das komplette Risiko.
  • Und einige weitere Punkte.

Vorteile des Selfpublishing:

  • Du hast die komplette künstlerische Freiheit in allen Belangen.
  • Du kannst entscheiden, wann Du was schreibst, veröffentlichst und wie Du es bewirbst und ob überhaupt.
  • Wenn Du Experimente wagen willst, ist es leichter diesen zu wagen und umzusetzen.
  • Du brauchst nicht nach dem Markt zu schreiben (was also die Verlage vorgeben), sondern kannst nach der eigenen Nase schreiben (nach dem eigenen Geschmack).
  • Wenn Dein Roman ein Erfolg wird, trägst Du den kompletten Gewinn alleine.
  • Und noch so einige Punkte.

DKZV

Ein Hinweis vorneweg: Finger weg vom DKZV!!!
Oder ausgeschrieben: Druckkostenzuschussverlag!!!

Was ist ein DKZV?

Der Druckkostenzuschussverlag oder auch Selbstkostenverlag ist eine Variante des veröffentlichen, der keinen guten Ruf genießt. Doch was ist das genau?

Das Wichtigste vorneweg: Auch wenn ein Druckkostenzuschussverlag sich auf die Fahnen schreibt, sie seien ein Verlag, sind sie es nicht. Das liegt schlichtweg daran, dass die Bezeichnung Verlag nicht geschützt ist (es also keine Definition gibt, was ein Verlag ist bzw. nicht ist). Daher kann sich jedes Unternehmen, dass ein Buch veröffentlicht, als Verlag bezeichnen. Im Folgenden werde ich zwar vom DKZV schreiben (also dem Kürzel), aber ich möchte betonen, dass wir es hier nicht mit einem Verlag zu tun haben.

Ein DKZV sollte man eher als einen Dienstleister betrachten, der so tut, als sei er ein Verlag. Wie ich oben beschrieben habe, übernimmt ein Verlag sämtliche Kosten, die anfallen. Vom Lektorat bis hin zum Cover und auch die Werbung. Und damit trägt dieser das finanzielle Risiko, wenn sie eine Fehlentscheidung getroffen haben. Also wenn sie eine Geschichte veröffentlicht haben, die einfach nicht gut genug ist, um ein Bestseller zu werden.

Wenn Du Dich entscheidest, bei einem DKZV zu veröffentlichen, dann kann es noch sein, dass die Prüfung Deines Manuskripts kostenfrei ist (wie bei einem Verlag). Doch dann wird Dir ein Angebot gemacht, wo mir durchaus das hören und sehen vergangen ist, als ich von einigen Beispielen gelesen habe.

Denn Du als Autorin bzw. als Autor trägst alle Kosten selbst, die dann im Rahmen der Veröffentlichung entstehen. Lass ruhig mal diesen Satz auf Dich wirken: Du trägst wirklich sämtliche Kosten alleine.

Jetzt wirst Du Dir sagen, Moment, wenn ich mich für den Weg des Selfpublishing entscheide, bezahle ich doch auch alles. Wo ist also das Problem?

Wenn man so argumentiert, gebe ich Dir erst einmal recht. Erst einmal! Aber wenn wir uns die Sache genauer ansehen, wirst Du verstehen, warum viele Personen, Seiten und Vereine vor diesen Pseudoverlagen warnen.

Kommen wir zu den Kosten und damit zum Problem der Angelegenheit

Ein Verlag verlangt keine Kosten, sondern bezahlt Dich (im Idealfall) sogar, wenn Du Dein Manuskript in deren Hände gibst. Damit überträgst Du nicht nur das Recht zur Veröffentlichung dem Verlag, sondern eben auch das finanzielle Risiko. Beim DKZV hingegen überträgst Du auch das Recht zur Veröffentlichung, das finanzielle Risiko behältst Du aber. Und da ist der Hund begraben.

Denn ein DKZV ist eben kein Verlag. Denn Verlag kommt vom verlegen bzw. vom Vorlegen. Eben die Kosten, einen Vorschuss und die weiteren Punkte (entschuldige, wenn ich mich hier gerade ein wenig wiederhole). Diese Erklärung wirst Du im Internet immer wieder lesen. Und das stimmt auch.

Ein DKZV bittet zur Vorkasse. Und zwar mit Summen, wo Dir die Spucke wegbleibt. Ich habe von tausend Euro gelesen, bis, ja, Du liest richtig, zehntausend Euro. Und das für einen einzigen Roman. Wenn Du den obigen Preisrechner ausprobiert hast, wirst Du feststellen, dass eine professionelle Veröffentlichung so um die 1.500 Euro kosten mag (je nachdem welche Leistungen Du in Anspruch nimmst). Woher nimmt also der DKZV diese Summen?

Darüber lässt sich letztendlich spekulieren. Aber in den Paketen bekommst Du irgendwelche Versprechungen, die selten wirklich zu einem richtigen Bucherfolg führen.

Welche Versprechungen Sie Dir geben (eine Auswahl)

Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Sie veröffentlichen Dein Buch garantiert.
    Gut, das hört sich erst einmal harmlos an. Aber eigentlich sollte das selbstverständlich für ein Verlag sein, dass sie Dein Buch veröffentlichen (wenn sie es angenommen haben).
  • Hinweis auf deren Homepage
    Auch das sollte selbstverständlich sein. Immerhin wollen sie mit Dir zusammenarbeiten. Aber wer liest schon deren Homepage? Das ist die größere Frage. Wichtiger wäre es, wenn Dein Verlag bei den gängigen Onlineshops veröffentlicht wird und bei diversen Buchblogs (gerade die, mit einer sehr hohen Klickrate).
  • Dein Buch im Buchhandel
    Es gibt diverse Berichte im Internet, wo der Buchhandel gefragt wurde, ob sie Romane aus einem DKZV haben. Das wurde meistens verneint. Das mag unter anderem wohl daran liegen, dass niemand von diesem Psuedoverlag im Buchhandel auftaucht, um das Programm zu bewerben (ja, auch Verlage putzen klinken).

Auch gibt es Werbung, dass Du im Paket einen Fernsehauftritt bei einem Sender hast, von dem Du aller Wahrscheinlichkeit noch nie gehört hast. Und wenn Du noch nie davon gehört hast, warum sollten es bei Deinen potenziellen Leserinnen und Leser anders sein?

Wenn das für Dich attraktiv anhört, dann lies Dir bitte den folgenden Bericht durch.

Ein Beispiel aus dem DKZV

Vor Jahren war ich noch in einem kleinen Schreibforum sehr aktiv. Dort erzählte eine Autorin, dass ihr Bekannter bei einem DKZV veröffentlicht hat. Er soll wohl ziemlich über Agenturen und Verlage geschimpft haben, weil er der Meinung war, sie würden nur abzocken und sein hart verdientes Geld haben wollen (die oben erwähnten 15 bis 20 Prozent für die Agentur und dann noch die Summen, die ein Verlag haben möchte). Aus diesem Grund habe er sich für den Weg des DKZV entschieden.

Und immerhin verdient er mit der Veröffentlichung des fünften Buches (!) auch Geld.

An dieser Stelle sei angemerkt, wenn ich bei einem angeblichen Verlag erst ab dem fünften Buch Geld verdiene, dann läuft etwas schief. Denn bei einem richtigen Verlag oder im Selfpublishing verdiene ich mit dem ersten verkauften Exemplar mein Geld. Und nicht erst nach gut fünftausend verkauften Büchern (eine durchschnittliche Auflage kann sich so um 1.000 Bücher drehen).

Wilde Geschichten des DKZV

Es gibt verschiedene Pseudoverlage und einige von denen erzählen wirklich haarige Geschichten, warum man unbedingt bei ihnen veröffentlichen soll. Unter anderem wird dabei den Verlagen vorgeworfen, sie setzen ihre Autorinnen und Autoren unter Druck, damit die Verwandten und Freundschaften die Bücher kaufen sollen. Oder sie überhaupt nicht über die Vertragdetails erzählen dürfen. Und weitere Geschichten, wo man nach dem eigenen Aluhut sucht (Verschwörungstheorien lassen grüßen).

Wenn Du also auf eine Seite kommst, wo steht, dass Du nur mit einem DKZV eine Möglichkeit auf eine Veröffentlichung hast, dass Verlage Neulingen keine Chance gibt oder Du nur einen Teil der Kosten zu tragen hast, dann tue Dir selbst einen Gefallen – schließ die Seite.

Lies Dir gerne einfach mal einige Beschreibungen der Verlage durch, ich denke, Du wirst wunderbar schmunzeln können.

Vorteil, Verlagsbegriff

Auch wenn das Wort “Verlag” nicht definiert und nicht geschützt ist, erzeugt er viele positive Gefühle. Eben aus historischen Gründen. Daher benutzen zweifelhafte Verlage ebenfalls dieses Wort. Um diese positiven Gefühle auf sich zu übertragen.

In diesem Fall sollten sie ehrlich sein und sich als Dienstleister bezeichnen. Denn, über kurz oder lang, sind sie das nämlich.

Verbranntes Manuskript – Verbrannte Autorin und verbrannter Autor

Vielleicht hast Du schon mal gehört, dass Dein Manuskript verbrannt ist, wenn Du es im Internet veröffentlicht hast. Das bedeutet also, dass ein Verlag sich nicht mehr dafür interessieren mag, wenn es irgendwie online schon mal stand (auch wenn Du es gelöscht hast). Das mag sein.

Aber es ist so gut wie sicher, dass sowohl Dein Manuskript und aller Wahrscheinlichkeit sogar Du als Autorin für einen seriösen Verlag nicht mehr interessant bist, wenn Du einen solchen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Denn immerhin hast Du für eine Verlagsveröffentlichung bezahlt. Und die anderen Verlage kennen die schwarzen Schafe ihrer Branche sehr gut. Wenn sie also lesen, Du hast bei dem Verlag XYZ veröffentlicht, dann bist Du automatisch nicht mehr für sie interessant. Und das bedeutet für Dich nicht nur harte Arbeit, sondern eine fast unüberwindliche Hürde, um bei den Verlagen noch ernst genommen zu werden.

Kleiner Tipp: Erwähne das einfach nicht und such Dir einen neuen Pseudonym. Dann kannst Du das alles noch retten.

Wie erkenne ich ein DKZV Angebot?

Es gibt Hinweise, die sehr wahrscheinlich auf einen Pseudoverlag hinweisen. Hier sind die drei wahrscheinlichsten Punkte:

  • Verlag sucht Autor (bzw. Autorin)
    Natürlich ist dieser Hinweis nicht automatisch mit einem DKZV zu verbinden. Denn viele kleine Verlage suchen auch Autorinnen. Doch wenn Du das liest, solltest Du schon einmal aufhorchen.
    Die meisten Verlage geben Hinweise darauf, wie Du Dein Manuskript einreichen kannst. Aber sie fordern Dich nicht (immer) explizit auf, das auch zu tun. Denn je größer ein Verlag ist, desto mehr unverlangte Manuskripte liegen ihnen vor. Daher arbeiten die großen Verlage eher mit Agenturen zusammen, als das sie noch Direktbewerbungen annehmen.
    Kleine Verlage hingegen nehmen gerne Manuskripte an, weil sie ihr Angebot ausbauen wollen. Aber sie weisen meistens noch darauf hin, dass Dir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kosten entstehen. Solltest Du daran Zweifeln, schreib dem Verlag eine freundliche Mail und erkundige Dich nach den Kosten. Oder recherchiere im Internet nach dem Verlag. Dort findest Du aller Wahrscheinlichkeit Hinweise, ob es sich bei Deinem Wunschverlag um ein DKZV handelt.
  • Du bezahlst nur einen Teil der Kosten.
    Viele DKZV reagieren auf die kritischen Berichte im Internet und behaupten, dass man nicht mehr die kompletten Kosten bezahlt, sondern nur noch ein Teil. Auch das ist schon zu viel, wenn sie sich weiterhin als Verlage hinstellen. Dann sollen sie ehrlich sein, sich als Dienstleister bezeichnen und schon ist das Problem aus der Welt geschaffen. Doch solange sie von Dir Geld verlangen und sich als Verlag hinstellen, ist das durchaus ein Hinweis, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vermeide also deren Angebot.
  • Wir bringen Sie in den Buchhandel, auf unsere Homepage, groß raus!
    Wie oben schon beschrieben, der Buchhandel hört selten bis gar nichts von solchen Pseudoverlagen. Aus diesem Grund ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass gerade Deine Geschichte im Buchhandel landet.
    Weiterhin sollte es selbstverständlich sein, dass Dein Buch auf deren Homepage landet. Immerhin hast Du bei denen veröffentlicht. Aber wer liest schon solche Seiten, wenn man den Verlag nicht kennt? Daher wären andere Seiten (wie oben erwähnt, Onlineshops oder Buchblogs) um einiges interessanter.
    Und einen Erfolg kann ein Verlag nicht garantieren. Es gibt zwar Faktoren, welche den Erfolg begünstigt, aber wenn man die großspurig verspricht, dass Du die nächste Bestsellerautorin wirst, geh noch einmal in Dich und frag Dich, ob das wirklich seriös ist.

Wie sieht es hier mit Deinem Autor*innenstatus aus?

DKZV werden von den meisten zwischenzeitlich abgelehnt. Häufig fehlt es an der Qualität des Lektorats und Korrektorats. Zudem haben viele Lesende selbst ein Gespürt entwickelt, dass man einem DKZV nicht vertrauen sollte.

Meistens richtet sich die Ablehnung jedoch nicht gegen die Autor*innen, sondern gegenüber dem sogenannten Verlag. Und in meinen Augen sind die Personen, die über einen DZKV veröffentlichen, trotzdem Autor*innen. Sie haben eine Geschichte geschrieben und einen zweifelhaften Weg gewählt, diese zu veröffentlichen.

Selbst wenn das Werk mies sein sollte (seien wir ehrlich, auch Verlage und Selfpublisher*innen können zuweilen miese Geschichten veröffentlichen), ändert das nichts am Status. Hier wurde geschrieben.

Abschlussgedanken zum DKZV

Beim besten Willen, ich kann eigentlich nichts gutes über den DKZV schreiben. Das liegt wohl daran, dass sie kein Angebot haben, dass Du nicht über gute Dienstleister bekommst. Und zwar für weniger Geld. Leider sprießen gerade in letzter Zeit mehr solcher Pseudoverlage aus dem Boden, als früher. Manche vermuten, dass es daran liegt, das durch das Selfpublishing die Hemmschwelle für eine Veröffentlichung zu bezahlen, geringer geworden ist.

Bevor Du Dich für einen DKZV entscheidest, solltest Du lieber die oben beiden Varianten probieren oder lieber Deine Geschichte im Internet kostenfrei veröffentlichen. Alles andere ist eher selbstzerstörerisch.

Vor- und Nachteile

Nachteile des DKZV:

  • Du trägst alleine das finanzielle Risiko – obwohl Du in einem Verlag veröffentlichst.
  • Du zahlst meist mehr, als Du es vielleicht im Rahmen des Selfpublishing oder bei einem Diensleister (wie zum Beispiel BoD) tun würdest.
  • Dein Roman und eventuell sogar Dein Name kann für seriöse Verlag verbrannt sein, wenn Du in einem DKZV veröffentlichst.
  • Dein Manuskript wird genommen – egal wie gut oder wie schlecht es ist (und das sehe ich nicht gerade als Werbung an).
  • Und noch so einiges mehr.

Vorteile des DKZV:

  • Dein Buch wird veröffentlicht – mehr oder weniger.

Abschlussgedanken zum gesamten Beitrag

Du hast heutzutage die große Auswahl zwischen verschiedenen Verlagen (von den großen Verlagen, bis hin zu den kleinen Verlagen, Indieverlagen und noch vielen mehr), an die Du Dein Manuskript schicken kannst. Wenn sie Deine Geschichte nicht nehmen oder Du gar nicht die Enge des Verlagslebens haben möchtest, gibt es noch die Alternative der Selbstveröffentlichung. Und dort hast Du sogar noch mehr Möglichkeiten, als Dir jetzt vielleicht bewusst ist.

Das sind auch die einzigen Wege, die ich Dir ans Herz legen kann. Denn DKZV’s sind einfach keine alternative. Daher wiederhole ich mich in diesem Fall sehr gerne: Bitte, bitte Finger weg vor DKZV’S. Sie sind keine gute Alternative zu einer Veröffentlichung.

Informiere Dich daher, welcher Verlag für Dich infrage kommt oder wie das mit dem SelfPublishing funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass Du Dein Weg machen wirst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 107

Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für viele gehört zum Marketing, dass ihre Bücher auf Bücherblogs rezensiert werden. Doch erfolgreiche Blogs haben ein Problem, ihr SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist extrem hoch. Das bedeutet, sie müssen Bücher ablehnen. Aber gibt es doch eine Möglichkeit bei ihnen mit einer Rezension zu erscheinen?

Rezensionen

Kurze Vorgedanken

Vor einiger Zeit hab ich den Beitrag „Wie bringe ich Blogger dazu, mein Buch zu lesen?“ von Stehlblüten gelesen. Ich empfehl Dir, diesen Beitrag durchzulesen, da er aus der Sicht der Buchblogger*innen erklärt, was viele Autor*innen bei der Bewerbung für eine Rezension falsch machen. Beim ersten #litcamphh (2018) wurde diese Ansicht noch einmal von diversen Bloger*innen bestätigt.

Ja, Du hast richtig gelesen, Bewerbung. Viele Blogger*innen, die schon länger dabei sind, haben sehr viele Bücher, die sie lesen sollen, dass sie gar nicht mehr hinterherkommen. Die Bücher stammen nicht nur von einer exzessiven Einkaufstour, es gibt auch viele Verlage, die Rezensionsexemplare verteilen. Letztendlich wollen die auch gelesen und natürlich rezensiert werden.

Daher kann es passieren, dass nach einer gewissen Zeit die Blogger*innen sagen, Schluss, bis hierhin und nicht mehr weiter. Ich lese nur noch Bücher, die mir gefallen oder auch Bücher von Autor*innen, die sich korrekt beworben haben.

Mit anderen Worten, Du konkurrierst also mit anderen Autor*innen um die Zeit der Blogger*innen. Mag vielleicht unfair klingen, aber ist nur logisch. Denn die meisten Blogger*innen betreiben ihre Blogs nicht des Ruhms oder gar des Geldes wegen (sofern sie überhaupt Geld bekommen). Sie betreiben es als Leidenschaft neben ihrem alltäglichen Leben. Und da haben sie nicht Zeit jedes Buch zu lesen, welches ihnen angeboten wird. Das ist leider ein Fakt.

Doch was können wir Autor*innen tun, um bei unserer Bewerbung erfolgreich zu sein? Darüber hab ich mir heute Gedanken gemacht, wie ich die Sache angehen würde.

Rezensionen

Die Suche

Bevor Du eine E-Mail losschickst, um Dein Buch zu bewerben, solltest Du natürlich wissen, welche Blogs überhaupt infrage kommen. Es bringt überhaupt nichts, wenn Du willkürlich Bücherblogs anschreibst, welche gar nicht Dein Genre liest.

Nehmen wir an, Du schreibst einen Thriller. Dann ist es absolute Zeitverschwendung Blogs anzuschreiben, die sich auf Liebesromane oder Fantasy spezialisiert haben. Es mag sein, dass Dein Klappentext und Dein Schreiben so dermaßen interessant klingen, dass sie es probieren werden. Aber viele bleiben ihrem Genre treu und möchten einfach nichts anderes ausprobieren. Und darüber brauchst Du auch erst gar nicht zu diskutieren. Denn die Blogger*innen sitzen am längeren Hebel.

Daher such Bücherblogs, die Rezensionen geschrieben haben, welche Deinem Genre entsprechen. Gerade auch, wenn Du ein eher Selteneres bedienen möchtest (wie ich zum Beispiel mit Steampunk). Dann schau bei Deinem Genre noch einmal genau hin und überprüf, ob er nicht auch andere Genres bedient, wie zum Beispiel dem Krimi oder dem Liebesroman.

Wenn Du einen Blog gefunden hast, schau auch in deren Linklisten nach. Denn häufig vernetzen sich die Buchblogs untereinander. Und über diese findest Du dann weitere Bücherblogs, die Dich vielleicht interessieren könnten.

Vielleicht magst Du Dir auch eine Excel- oder Word-Tabelle anlegen, in denen Du die wichtigsten Eckdaten notierst.

Dazu zähle ich den Namen des Blogs, den Namen der Blogger*innen, die Mailadresse, welche Genres dort gelesen und veröffentlicht werden (markiere auch Dein Genre), wann die Beiträge erscheinen und sonstige für Dich wichtige Informationen.

Übrigens, Du kannst und solltest durchaus anfangen jetzt zu suchen, auch wenn Du noch gar kein Buch veröffentlicht hast. Was Du jetzt schon recherchiert hast, musst Du nachher nicht. Zumal Du dann den nächsten Schritt vornehmen kannst.

Rezensionen

Auf Dich aufmerksam machen

Wenn Du Deine Wunschblogs gefunden hast, wird es Zeit, dass Du auf Dich aufmerksam machst. Du willst was von den Blogger*innen? Kein Problem, dann gib erst einmal etwas. Und zwar Kommentare, Verlinkungen, Likes, was auch immer angesagt ist.

Wie schon erwähnt, am besten fängst Du damit an, wenn Du diesen Beitrag fertig gelesen hast. Mit kommentieren meine ich übrigens nicht nur, dass Du schreibst, toller Beitrag und so weiter. Damit meine ich, dass Du Dich mit dem Beitrag durchaus auseinandersetzt und auf den Inhalt eingehst.

Sicherlich wünschst Du Dir auch eine ausführliche Rezension. Daher ist es durchaus in Ordnung, wenn Du einen ausführlichen Kommentar schreibst. Widme dem Beitrag durchaus einige Minuten und kommentiere ausführlich. Und das bitte von nun an regelmäßig.

Natürlich musst Du nicht jeden Beitrag kommentieren. Gerade, wenn Du nichts zu sagen hast. Aber wenn Du das Bedürfnis hast Dich zu äußern, dann mach es gerne.

Rezensionen

Deine Bewerbung

Dann ist es so weit, Dein Buch ist fertig und bereit veröffentlicht zu werden. Schmeiß Deine Marketingmaschinerie an und bewirb Dich rechtzeitig bei Deinen Wunschblogs.

Denn denk bitte daran, ein Buch will natürlich auch gelesen werden, bevor es rezensiert wird. Daher solltest Du durchaus ein paar Wochen vor der Veröffentlichung die Blogger*innen anschreiben, damit sie auch die Möglichkeit haben, es zu lesen und auf ihre individuelle Art zu besprechen. Manche machen sich nämlich ausführliche Notizen oder haben andere Besonderheiten, mit dem Buch umzugehen.

Bei Stehlblüten hab ich ein Media-Kit entdeckt und überlege mir, ebenfalls ein solches zu erstellen.

Was ist ein Media-Kit

Eigentlich ist es eine Zusammenstellung von Informationen, um zu zeigen, dass es sich lohnt, dem Blog ein Rezensionsexemplar zu Verfügung zu stellen (als Beispiel). Denn Verlage oder auch Autor*innen möchte natürlich eine gewisse Reichweite haben, wenn sie kostenfrei ein Buch stellen. Denn so sollen so viele Leser*innen wie nur möglich erreicht werden, damit sich das Buch entsprechend verkauft.

Mit Deinem eigenen Media-Kit könntest Du theoretisch die Buchblogger*innen kurz und prägnant über Dein Buch informieren. Dazu könnten folgende Elemente gehören:

  • das Cover
  • der Klappentext
  • eine kurze Zusammenfassung der Geschichte
  • Genrezuordnung
  • Seitenzahl / Wortzahl
  • was Du sonst noch liefern würdest
  • Optional (sofern schon vorhanden): Leser*innenstimmen
  • Lektorat und Korrektorat (wichtiger bei SP-Autor*innen)
  • wenn vorhanden: Der Verlag
  • was Dir sonst noch wichtig ist

Zum Cover und Klappentext muss ich sicherlich nichts schreiben. Bei der Zusammenfassung der Geschichte geht es wirklich um eine kurze Übersicht, worum es sich bei der Geschichte handelt, welche Charaktere auftreten und weitere wichtige Informationen. Das darf ausführlicher sein als der Klappentext, aber nicht übertrieben lang.

Bei der Genrezuordnung geht es darum, dass die*den Blogger*in sofort sehen kann, ob es überhaupt zu ihren Interessen passt. Bei der Seitenzahl (Wortzahl ist optional) denke ich in erster Linie daran, dass Du die*den Blogger*in informierst, wie lang es ist, damit sie abschätzen kann, wie lang sie fürs Lesen braucht.

Bei dem „Was Du sonst noch liefern würdest“ denke ich an Interviews, Gewinnspiele, Blogtouren und derartiges. Viele Blogs bestehen nicht nur aus Rezensionen (wie Du sicherlich schon festgestellt hast). Und viele Blogger*innen möchten durchaus, dass die Autor*innen sich ein wenig mehr einbringen, damit der Buchblog etwas präsentieren kann.

Aber Vorsicht. Gleichzeitig schätzen die Bloger*innen es nicht, wenn Du alles fest hast und sie wie Angestellte behandelst. Also, indem Du denen sagst, was sie zu tun haben und sie selbst kein Mitspracherecht mehr haben. Erst recht, wenn es um ihren eigenen Blog geht.

Letztendlich haben beide Seiten etwas davon, weil Du Werbung für Dich machen kannst und dadurch auch neue Leser*innen lockst. Und der Buchblog hat einen weiteren Beitrag, der veröffentlicht werden kann und ebenfalls für sie Werbung bringt. Denn es zeigt, dass die*der Blogger*in sich auch anderweitig mit dem Thema auseinandersetzt.

Wenn Du gar keine Ahnung hast, was Du liefern könntest, erkundige Dich bei anderen Autor*innen, was sie gemacht haben. Oder schau Dir die Blogs an. Und die wenigsten Blogger*innen werden Dich schräg anschauen, wenn Du sie fragst, was sie sich von Dir wünschen. Immer miteinanderreden. Das ist wichtig.

Bei den Leser*innenstimmen denke ich eher an Personen, die bekannt sind. Vielleicht hast Du bereits Kontakt zu einer bekannteren Autorin, die Dein Buch gelesen und eine Meinung kundgetan haben. Warum das nicht für Dich verwenden? Das könnte der*dem Blogger*in zeigen, dass es sich doch lohnt, sich mit Deinem Buch auseinanderzusetzen.

Beim Lektorat und Korrektorat lohnt es sich eher, wenn Du als Selfpublisher*in auftrittst. Denn viele Blogger*innen haben immer noch das Vorurteil, dass beim SP jeder Schund veröffentlicht wird. Zeigst Du aber, dass Du Dir professionelle Hilfe geholt hast, könnte es diese Hürde vielleicht sogar abbauen. Immerhin dürfte Deine Geschichte dann nicht vor lauter Rechtschreibfehler überquellen.

Zum Thema Verlag denke ich mal, dass es selbsterklärend ist. Und zum letzten Punkt, es könnte ja sein, dass Dir noch etwas wichtig ist. Dann füge es ein.

Wobei ich empfehlen würde, dass Dein persönliches Media-Kit entweder als Flyer aufgebaut wird oder nicht länger als zwei DIN-A4-Seiten lang ist. Denn immerhin willst Du Deine Blogger*in nicht erschlagen.

Deine Bewerbung

Auch wenn Du ein Media-Kit erstellt hast, reicht es nicht aus, die Datei einfach anzuhängen und einen Dreizeiler zu verfassen. Ein wenig Mühe sollte schon dabei sein. Wenn Du ein Media-Kit erstellst, kannst Du Dich in der Mail auf andere Dinge konzentrieren.

Und hier kommt der Grund, warum Du Dich rechtzeitig bei den Blogs in Form der Kommentare vorstellen könntest, vielleicht sogar solltest. Denn in Deiner E-Mail kannst Du nun schreiben, dass Du schon länger den Blog verfolgst und die Beiträge toll/interessant/kritisch oder was auch immer siehst.

Hast Du unter einem anderen Namen kommentiert, dann erwähne dies auch in Deiner E-Mail, sodass die Bloggerin bzw. der Blogger Dich zuordnen kann.

Das Wichtigste zuerst, schreib bitte nicht als Begrüßung „Hallo Blogger“ oder „Hallo Bloggerin“. Das wirkt unpersönlich und unhöflich. Und vor allem, es zeigt, dass Du Dir wohl gar keine Mühe gemacht hast herauszufinden, mit wem Du es zu tun hast.

Jede Internetseite und jeder Blog muss ein Impressum führen. Wenn Du keine Informationen gesammelt hast, dann solltest Du spätestens jetzt herausfinden, wie der korrekte Name lautet. Dann kopier ihn in Deine E-Mail, falls er doch kompliziert sein sollte. Und kürz bitte auch den Namen nicht ab. Also, aus Samira wird bitte keine Sam. Denn Du weißt nicht, ob sie so genannt werden möchte. Nutz also den vollen Namen. Wenn sie Dir anbietet, dass Du sie Sam nennst, ist das etwas anderes.

Danach kannst Du erwähnen, sofern Du es getan hast, dass Du schon länger den Blog folgst und unter einen bestimmten Internetnamen öfters kommentiert hast. Damit baust Du eine ganz andere Bindung zu der Bloggerin / dem Blogger auf. Von einer fremden Person wirst Du dann zu einer Art Bekannten. Und ich kann mir gut vorstellen, dass man dann ganz anders reagiert.

Zumindest war es bei mir so. Denn die Autorin Nora Bendzko hat auch zuerst auf meinem Blog einige Beiträge kommentiert. Und dann kam sie privat auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihr etwas onlinemäßig zu unternehmen. Zuerst eine Beitragsreihe und dann eine Blogtour. Da ich sie schon vorher kannte, hatte ich einen ganz anderen Bezug zu ihr, als wenn sie mich spontan angeschrieben hätte.

Dann stellst Du kurz Dein Buch vor, unabhängig, ob Du ein Media-Kit erstellt hast oder nicht. Wiederhol Dich jedoch nicht nur, was in Deinem Kit steht, biete immer völlig eigene, unabhängige Informationen an. Notfalls kannst Du auf Dein Media-Kit verweisen. Und vor allem auch erklärst Du bitte, warum Du glaubst, dass Dein Buch und ihr Blog zusammenarbeiten könnten.

Wenn Du damit fertig bist, schick notfalls Dein Text durch den Duden Korrektor. Der findet zwar nicht alle Fehler, aber die gröbsten. Und das ist mehr, als wenn Du einen fehlerhaften Text losschickst.

Wichtig ist auch, ob es einen bestimmten Stichtag gibt, wann Du gerne die Rezension sehen würdest. Meine Empfehlung, gib es als Wunsch an, nie als Bedingung. Denn Du kannst einfach nicht über die Zeit der Blogger*innen verfügen. Aber wenn sie weiß, wann die Veröffentlichung ist, kann sie*er für sich entscheiden, ob sie*er Dein Buch liest und es sogar vorzieht.

Denn trotz allem, viele Blogger*innen sind durchaus daran interessante Neulinge zu unterstützen. Und das tun sie eben mit einer Rezension.

Ganz wichtig sei noch erwähnt: wie bei einer Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle solltest Du versuchen immer individuelle Mails zu schreiben. Denn jeder Blog ist individuell und sollte daher auch behandelt werden. Während Du bei einer Stellenbewerbung auf viele Stilmittel achten musst, ist bei dieser Mail doch möglich, lockerer zu sein. Das ist eindeutig der Vorteil.

Aber reine Copy & Paste Mails kommen nicht gut an. Denn das merkt man und die Blogger*innen bekommen das Gefühl, dass Du einfach nur Blogs ausgesucht, Dich nicht weiter mit ihnen beschäftigt hast und einfach nur anschreibst. Merke Dir, das kann zu Ablehnungen führen.

Es gibt durchaus Teile, die Du kopieren kannst, zum Beispiel die Zusammenfassung zu Deiner Geschichte. Warum solltest Du das Rad immer wieder neu erfinden? Aber das Anschreiben selbst sollte im Idealfall individuell sein.

Und noch ganz wichtig, Du bittest um eine Rezension, niemals um eine Rezession. Mit Letzteren können die Buchblogger*innen Dir nicht dienen.

Überwachung der Bewerbungen

In Deiner Liste, die Du vielleicht erstellt hast, kannst Du nun noch einige Spalten hinzufügen. Die Autorin Tanja Hanika hat in ihrem Schreibratgeber “Arbeitsbuch für Schriftsteller” eine entsprechende Vorlage eingefügt. Vielleicht ist dies auch für Dich interessant.

Füge das Datum hinein, wann Du Deine Bewerbung losgeschickt hast. Sollte eine Zwischenmeldung kommen in Form von, ich melde mich, kannst Du das ebenfalls vermerken und sobald eine Antwort gekommen ist. Und natürlich, ob überhaupt eine gekommen ist.

Eins ist Fakt, Du kannst Dir noch so viel Mühe geben, es werden nicht alle Antworten. Natürlich könntest Du jetzt sagen, dass dann die Zeit, die Du in dem Blog investiert hast, umsonst war. Und ich antworte, mag sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist höher, wenn Du Zeit investierst, weil Dich die Blogger*innen kennen.

Auf alle Fälle musst Du herausfinden, was sich für Dich lohnt. Und ob Du dann mit den Blogs, welche Dir nicht geantwortet haben, noch weiter irgendwie zusammenarbeiten möchtest. Auch das musst Du für Dich klären.

Sie hat Ja gesagt

Dann sag ich erst einmal, herzlichen Glückwunsch.

Wenn Dein*e Wunschblogger*in ja gesagt hat, heißt das natürlich, dass ihr nun einiges gemeinsam klären müsst. Und vor allem, Du musst zuverlässig sein. Das gilt für die Versendung Deines Buches sowie über das ganze Zusatzmaterial, worüber ihr euch dann einigt.

Klär ab, ob Du ein Printbuch senden sollst oder ein E-Book. Und wenn es ein Printbuch sein darf, ob es signiert sein soll. Bei Gewinnspielen gilt auch, welche Bücher zur Verfügung gestellt werden und ob Du noch Zusatzmaterial hast. Dazu zähle ich Autogrammkarten, Lesezeichen und was auch immer Dich als Autor*in ausmacht.

Dann besorg die Bücher und schick sie rechtzeitig los. Nur so kannst Du garantieren, dass das Buch rechtzeitig ankommt, von der*dem Blogger*in gelesen, individuell betrachtet und dann die Rezension veröffentlicht wird.

Wenn ihr noch andere Themen abgesprochen habt, dann liegt es an Dir, Dich darum zu kümmern. Soll es ein Interview geben, dann füll die Fragen aus. Hier ein kleiner Tipp: Fragen wiederholen sich immer und immer wieder, das kannst Du nicht verhindern. Versuch aber trotzdem jede Frage individuell zu beantworten.

Denn Deine (zukünftige) Leser*innen wollen etwas über Dich erfahren. Und das bedeutet, dass Du ihnen immer wieder etwas Neues bieten solltest. Immerhin machst Du Werbung für Dich, nutz sie also bitte.

Die Veröffentlichung ist da

Wenn dann Dein Buch rezensiert und veröffentlicht wurde, bist Du natürlich noch nicht entlassen. Je nachdem, was ihr zuvor abgemacht habt, geht es natürlich nun zum Gewinnspiel oder zum Interview und so weiter.

Aber es geht natürlich auch um das Teilen des Beitrages auf allen sozialen Netzwerken, an denen Du teilnimmst. Also Facebook, Twitter, Instagram und so weiter. Es geht darum, dass nicht nur der Buchblog für Dich etwas tut, sondern Du auch für den Buchblog. Also wieder gegenseitige Werbung.

Und klar, ein Danke schön sollte natürlich auch drin sein. Persönlich per E-Mail oder wie ihr beide auch immer Kontakt habt. Auch wenn ihr euch auf Augenhöhe getroffen habt, so ist zeugt es von Respekt, wenn Du einfach mal danke sagst.

Keine Rezension

Ja, das kann auch passieren. Du und Deine Bloggerin habt euch gut verstanden und es sah danach aus, dass sie über Dein Buch was schreiben wird. Und dann passiert es, die Rezension bleibt aus.

Was könnte passiert sein?

Es kann eine Menge geschehen sein. Unter anderem, auch wenn das schwer zu glauben ist, dass ihr schlicht Dein Buch nicht gefallen hat. Und einige entscheiden sich, bevor sie eine negative Rezension schreiben, dass sie gar nichts schreiben. Das hab ich tatsächlich schon öfters gelesen.

Bitte merke Dir immer eines, Geschmäcker sind verschieden. Und auch wenn hundert Menschen sagen, dass sie Dein Buch lieben, wird die hundertunderste Person sagen, nein, es ist nicht mein Buch, ich liebe es nicht. Und damit musst Du halt klarkommen. Tut mir leid, das sagen zu müssen. Aber das ist halt ein Fakt.

Wenn die*der Blogger*in sich ein wenig vor der Wahrheit drückt, sprich sie*ihn freundlich an und erkundige Dich, warum es keine Rezension gibt. Und sei fair ihr*ihm gegenüber. Denn sie*er hat wahrscheinlich durchaus Dein Buch gelesen, um sich eine Meinung zu bilden.

Vielleicht könnt ihr euch darauf einigen, dass sie doch eine Rezension schreibt, aber dazu eine neutrale Meinung zum Buch gibt. Dann kann sie*er auch gerne schreiben, warum es ihr*ihm persönlich nicht gefallen hat. Denn denke bitte daran, auch eine negative Rezension kann für Dich gut sein.

Warum?

Viele lesen allein aufgrund einer negativen Rezension doch ein Buch, um zu sehen, ob die Meinung stimmt. Und gelegentlich kann es auch passieren, dass sie ganz anderer Meinung sind und dies auch öffentlich kundtun möchten. Daher lehne eine negative Rezension nicht ab, solange sie offen, ehrlich und fair geschrieben ist.

Rezensionen

An die Blogger*innen

Immer wieder lese ich, dass ihr überlastet seid. Und sicherlich stimmt das auch. Es sind ja nicht nur eure Bücher auf den SuBs, sondern auch viele Verlagsbücher und andere von Autor*innen, die alle darauf warten, dass sie gelesen werden wollen.

Und das ist völlig in Ordnung. Gut, zumindest für die meisten Autor*innen. Wir wissen alle, dass manche ihre gute Kinderstube vergessen und unhöflich werden, wenn es um sie und ihre Babys geht, leider.

Doch leider müsst ihr Blogger*innen auch an die eigene Nase fassen, was die Höflichkeit betrifft. Nicht alle, glücklicherweise, aber es gibt sie, die unhöflichen Bloggerinnen.

Was meine ich damit?

Immer wieder lese ich von Autor*innen, dass sie nicht wissen, was sie machen sollen. Da haben sie einem Blog ein Rezensionsexemplar als Printversion zur Verfügung gestellt und bekommen einfach keine Antwort, was denn nun mit der Rezension ist.

Der Grund der Verzweiflung ist einfach, es kommt nichts. Es gibt weder eine Rezension noch eine E-Mail, was los ist. Und einige der Autor*innen haben sogar öfters nachgefragt.

Mit anderen Worten, hier wurde ein Buch abgegriffen und es gab keine Rezension dafür. Natürlich sind Blogger*innen nicht verpflichtet, eine Rezension zu liefern, nur weil sie ein Buch geschenkt bekommen haben. Das will ich nicht sagen.

Aber hei, seien wir doch mal ehrlich, eine kurze E-Mail, dass man das Buch nicht öffentlich rezensieren kann oder das es noch dauert, das tut einfach nicht weh. Damit wissen die Autor*innen Bescheid und können sich entsprechend darauf einstellen.

Aber nichts zu schreiben, keine Reaktion zu zeigen, nichts gar nichts, es tut mir leid, das ist aber alles andere als unhöflich.

Und hier noch ein kleiner Hinweis liebe Blogger*innen. Es heißt, dass ihr sehr gut untereinander vernetzt seid. Und es heißt auch, dass ihr wisst, wenn sich eine Autor*in daneben benimmt. Das Gleiche trifft auch auf Autor*innen zu.

Wenn ich erfahren würde, dass ein Buchblog eher Bücher abgreift und nicht rezensiert (und das auch regelmäßig), ganz unter uns, ich würde um den dann einen ganz schön großen Bogen machen.

Wie geschrieben, Du bist zu keinem Zeitpunkt verpflichtet, eine Rezension zu schreiben. Noch nicht einmal Dich zu melden, wenn Du es nicht willst. Aber auf Dauer wäre das eine gute Idee, damit Du weiterhin guten Kontakt zu den Autor*innen behalten kannst. Zudem, es ist einfach höflich.

Daher meine Bitte melde Dich.

Rezensionen

An die Autor*innen

Es reicht nicht nur aus, einfach ein Buch zur Verfügung zu stellen und dann den Blogger*innen die restliche Arbeit zu überlassen. Es geht auch nicht, dass ihr den Blogger*innen vorschreibt, was sie wann zu bloggen haben.

Es geht um eine Gemeinschaftsaufgabe. Das bedeutet, dass ihr gemeinschaftlich arbeitet. Redet miteinander und schaut euch an, was ihr bieten könnt und was die Blogger*innen sich wünschen. Auf einem Blog zu erscheinen kann eine große Sache sein. Und kann auch eine Aufgabe sein. Respektiert das.

Und ja, es wird Rezensionen geben, die Dir nicht gefallen werden. So ist halt das Leben. Es macht aber keinen guten Eindruck, wenn Du dann den Höllenschlund öffnest und über die entsprechenden Blogger*innen herziehst. Erst recht, wenn Du Selfpublishing betreibst. Damit reißt Du nicht nur Dich in die Misere, sondern gleich alle anderen. Dann gibt es wieder diesen Tenor, dass alle Selfpublisher*innen keine Kritik ertragen können.

Lerne, professionell zu arbeiten und zu handeln. Und das in erster Linie für Dich.

Rezensionen

Abschlussgedanken

Eigentlich ist es einfach, sich bei den Bücherblogs zu bewerben. Mach Dich vorher sichtbar, danach schreib eine persönliche und individuelle Mail und zu guter Letzt versuch ein wenig Geduld mitzubringen. Wenn Du das berücksichtigst, dürfte es wahrscheinlicher sein, dass es mit Deinem Wunschbuchblog eher klappt.

Natürlich ist dieses Vorgehen keine Garantie, dass es wirklich klappt. Wobei, bei mir funktionierte es. Und letztendlich, was hast Du zu verlieren? Probier es aus und mach Deine eigenen Erfahrungen.

Dabei wünsche ich Dir allen Erfolg dieser Welt.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 1451