Messen und Co: Warum dorthin gehen?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das neue Jahr hat begonnen und damit für viele auch die Messeplanung. Auf welche Messe gehe ich und was nehme ich mit. Manchen stellt sich aber die Frage, warum soll ich denn überhaupt auf eine Messe oder eine Convention oder einem BarCamp gehen?

Daher hier meine Ansicht dazu.

Katrin Ils: Buchmessein im Vergleich

Warum sich überhaupt Gedanken machen?

Jetzt könntest Du sagen, hei, ich hab noch kein Buch veröffentlicht, ich muss mir darüber noch keine Gedanken machen. Oder, es ist mir alles zu aufwändig, um irgendwo hinzufahren, daher bleibe ich lieber zu Hause und schreib an meinem nächsten Roman. Es könnte auch sein, dass Du Dir sagst, dass das alles zu teuer oder zu anstrengend ist, daher tust Du Dir das alles an.

Das sind Aussagen, die auch auf mich durchaus zutreffen. Trotzdem findest Du mich immer wieder auf diverse Veranstaltungen. Dabei ist es mir zwischenzeitlich fast sogar egal, ob ich ein Buch veröffentlicht habe oder nicht.

Denn nicht auf allen Messen, Convention oder BarCamps (mit welcher Ausrichtung auch immer) wirst Du Werbung für Dich und Dein Werk machen. Bei manchen ist das klar, dass das geht. Bei anderen hingegen gehört es nicht zum guten Ton, wenn Du kein*e offizielle*r Teilnehmer*in bist und trotzdem die Veranstaltung für Dich nutzt.

Es ist daher gut, wenn Du Dir überlegst, warum Du auf diese Messen gehst und mit welcher Intention. Dabei ist es wichtig, dass Du recherchierst, was Du dort überhaupt machen darfst und was nicht.

Ist Werbung explizit erlaubt, dann kannst Du das machen. Wenn nicht, kannst Du die Messen auch auf andere Art und Weise nutzen. Daher hier ein paar Gedanken:

Vernetzung

Klar, Du könntest natürlich auch im Internet nach Autor*innen suchen, um Dich mit denen zu vernetzen. Und das klappt hervorragend. Auf diese Weise lernst Du Menschen kennen, die Du im realen Leben nie treffen würdest. Denn viele können es sich nicht leisten, zu einer Messe zu fahren, um dabei zu sein.

Wenn man sich aber persönlich trifft, merkt man häufig, wenn eine gewisse Energie zwischen den Personen herrscht. Also die gewisse Energie. Dann ist man eher geneigt, mit dieser bestimmten Person an einem Projekt zu arbeiten. Oder man lernt sich auch endlich persönlich kennen und neigt dann eher dazu, miteinander zu arbeiten.

Über den persönlichen Kontakt kann man vieles klären, was über das Internet nicht so leicht geht. Unter anderem auch deswegen, weil man das Gesicht oder auch die Stimme der anderen Person wahrnimmt. Natürlich kann man miteinander über diverse Onlinemöglichkeiten Kontakt aufnehmen. Aber das Persönliche ist eben was ganz anderes.

Menschen real treffen

Hierbei geht es nicht um die Vernetzung, sondern einfach um das Treffen. Häufig hab ich mit Menschen im Internet Kontakt, die ich real noch nie getroffen habe. Das finde ich persönlich doch sehr schade. Auch wenn das häufig an meiner introvertierten Art wohl liegen mag.

Wenn Du und jemand anderes auf die gleiche Messe geht, dann ist es möglich, dass ihr euch dort trefft. Einfach mal zum Kaffee trinken oder um einen kleinen Plausch zu halten. Manchmal lohnt es sich, zu zweit über eine Messe zu tingeln. Gerade dann, wenn die andere Person etwas extrovertierter ist als ich.

Diese schleppen mich dann häufig zu den tollsten Ständen oder Menschen, mit denen ich selbst sonst nie in Kontakt getreten wäre. Daher ist das schon eine gute Sache. Und zudem, man trifft auch mal auf völlig andere Menschen, als die, die man sonst im eigenen Umfeld hat.

Werbung

Selbst wenn Du nicht als offizielle Messeteilnehmende auftrittst, kannst Du indirekt Werbung für Dich machen. Sogar dann, wenn es Dir verboten ist. Wenn Du es schaffst, zu sagen, hei, ich schreibe und hab sogar was veröffentlicht, kann es sein, dass man fragt, wer bist denn Du eigentlich. Dann kannst Du eine Visitenkarte geben oder was auch immer Du dabei hast und schon kennt Dich eine Person mehr.

Ideal ist es natürlich dann noch, wenn die fragende Person noch einen Buchblog hat, könnte es sein, dass sie nach Dir recherchiert. Da könnte sich wieder eine Vernetzung anbahnen. Oder sie sucht nach Deinem Buch bzw. Deinen Büchern und sieht, dass sie ihr gefallen. Und damit könntest Du ein*e neue*n Leser*in haben.

Auf solchen Messen, Convention und Co. kann man, wenn man sehr dezent bleibt, tatsächlich auch Werbung für sich machen. Dabei betone ich, dass es durchaus dezent sein sollte. Gerade dann, wenn die offiziell auftretenden Autor*innen viel Geld bezahlen, um dort zu sein, sollte man sich eher zurückhalten. Alles andere ist schlicht unhöflich.

Seien wir mal ehrlich, warum solltest Du von den Strukturen einen Nutzen haben, wenn andere dafür bezahlen müssen. Würdest Du zu den zahlenden Autor*innen gehören, wärst Du sicherlich auch nicht glücklich darüber, wenn andere die Convention als Werbeplattform benutzen würden.

Vor der Messe

In der nächsten Woche werde ich noch einmal intensiver auf die Zeit vor der Messe eingehen, daher hier nur ein paar kurze Gedanken.

Auf vielen Kanälen im Social Media Bereich siehst Du Tage und auch Wochen vor einer Messe, wie sich die Leute darauf vorbereiten. Dabei ist es fast egal, was es für eine Messe ist. Man plant die Anreise, trifft sich mit anderen und stellt dabei die eigenen oder andere Bücher vor.

Das kann häufig die eigene Motivation unglaublich steigern. Zum Beispiel mit dem Ziel, selbst mit einem Buch auf solch einer Messe zu erscheinen. Dadurch entsteht dann die Energie, dass man mehr Schreiben möchte, und tut es dann auch.

Denn seien wir mal ehrlich. Es ist einfach ein geiles Gefühl, wenn man selbst auf solch eine Messe geht und die eigenen Bücher vorstellen kann. Oder auf eine Convention geht und einen Vortrag hält und nebenbei erwähnen kann, dass man den Inhalt des Vortrages im eigenen Roman angewandt hat.

Dabei ist es egal, wie oft man sich sagt, man schreibt nicht für den schnöden Mammon oder für den Ruhm. Viele von uns wollen aber zumindest wahrgenommen werden. Und auf einer solchen Messe kann das natürlich passieren.

Die Energie nach der Messe & Co.

Noch heute kann ich mich an meine erste LoveLetter Convention erinnern. Danach hatte ich so viel Energie in den Händen, im Bauch und im Popo, dass ich unbedingt einen Roman fertig schreiben wollte. Und das nur, weil ich dort ebenfalls mal einen Panel halten möchte.

Da ich meine Planung nie unter Kontrolle hatte, funktionierte das bisher noch nicht wirklich gut. Aber auch von anderen habe ich gelesen, dass sie nach einem solchen Treffen so viel Energie haben, dass sie unbedingt weiterschreiben wollen und auch können.

Dabei ist es fast egal, ob Du alleine oder in einer (kleinen) Gruppe über die Messe, Convention & Co. flanierst. Diese Energie kann dann auftreten und Dich regelrecht nerven. Und zwar im Sinne von “Schreib endlich Deinen verpupsten Roman zu Ende“.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, diese Energie, sofern sie auch bei Dir auftritt, mitzunehmen und zu nutzen. Idealerweise ist sie bis zur nächsten Messe noch da und dann kannst Du mit der neuen Energie weitermachen.

Abschlussgedanken

Vernetzung, Werbung oder auch die Energie, das sind alles gute Gründe, um auf eine Messe aufzuschlagen. Mach Dir heute Abend doch mal Gedanken darüber, welche Gründe Du haben könntest, um auf eine Messe, Convention, was auch immer zu gehen.

Danach kannst Du entscheiden, ob Du nicht dieses Jahr dann doch irgendwie auftauchst. Sicherlich wirst Du viel Spaß haben. Selbst dann, wenn Du introvertiert bist.

Bei Deiner Recherche und Entscheidung wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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